Vietnamesisches Entenallerlei – ein Kochrezept für die Elite

Manchmal wache ich auf und stelle fest, wie das so im Alter ist, dass ich von früher geträumt habe.
So wie unsere Altvorderen, in vergangenen Zeiten, auch gerne ein „Früher war alles besser“ oder nuancierter „Es war nicht alles schlecht beim Adolf, sicher, das mit den Juden war nicht gut, aber…“ in der Fahne vor sich her trugen, perlte mir ein „Es war nicht alles schlecht an der RAF, na ja das religiöse Sendungsbewusstsein brauchte keiner, aber…“ von den Lippen. Ich sah, wie sich die lausige Politiker- und Wirtschaftsmischpoke um ihr dämliches kleines Leben fürchtete und selbst Kreistagsabgeordnete sich für Wichtig genug ansahen, ins -nicht nur sprichwörtliche- Visier der RAF zu geraten.
Da waren die Zeiten besser, für ungefähr jeden Insassen der BRD, denn die Wahrscheinlichkeit getötet zu werden, für das was man war und repräsentierte, betraf eben nicht die Masse, sondern nur ein paar wenige.
Plötzlich stand ich vor einer Wand, in der die Opfernamen, der von den Nazis seit 1989 in der BRD getöteten Menschen eingraviert waren und vor der Menschen mit wichtigen Mienen Kränze ablegten. Blöderweise sangen sie dabei eine Lobeshymne auf den Rechtsstaat, die Menschenwürde und die heldenhaften Widerständler des 20. Juli ohne zu merken, wie verlogen sie ihre Töne in die Welt gebaren.

Bis zu diesem Zeitpunkt war mir noch gar nicht bewusst geworden, das ich träumte. Erst jetzt dämmerte es mir, denn eine Mauer der Erinnerung für Opfer von rechter Gewalt in der BRD – ist ein lächerlicher Gedanke den nur ein träumender Geist für real halten kann, also wachte ich auf.

Schlagartig fand ich mich in einer Welt wieder, in der die Akne-Ente aus Eschborn (wie es netterweise mal bei meedia zu lesen war via http://stefan-niggemeier.de) mal wieder seine christliche Grundhaltung in die Welt quakte. Eine Welt, in der der brutalstmögliche-am-Sessel-Festkleber sich mal eben für eine Rückkehr des Reichsarbeitsdienstes ausgesprochen hat, um den Druck auf die noch in Arbeit stehenden weiter zu forcieren. Denn was das Land braucht, sind weitere Niedrigstlohn-Bereiche; es gibt offenbar noch Genug zum Umverteilen von den Habenichtsen hin zur Elite dieses Landes.
Jetzt hat beim schartigen Schild und Schwert der hessischen CDU, scheinbar jemand versucht, ein Rohr zu verlegen, wie es immer so schön in Klempner- und Pornofilmkreisen heißt.
So etwas ist natürlich aufs Schärfste zu kritisieren, denn wir träumen ja nicht, sondern sind wach.
Wenn in diesem Land getötet wird, dann sind es solche Dinge, wie das Gesundheitswesen oder der gesunde Menschenverstand. In diesem Gefolge werden vermutlich auch einige Menschen ins saftige Gras beißen müssen, aber was den Nordkoreaner nicht umbringt, macht ihn ja auch härter für die nächste Krise, wie man seit mindestens 1996 in Permanenz jedes Jahr wieder lesen kann.

Wenn ich mir Frau Merkel und den Herrn Philipp Rösler anschaue, fallen mir immer wieder die wunderbaren Zeilen des begnadeten Funny van Dannen ein: … auch lesbische schwarze Behinderte können ätzend sein.
Beide sind der lebende Beweis, wieso Rassismus und Chauvinismus einfach zwingend zum Scheitern verurteilt sind. Frauen per se sind eben auch nicht die besseren Menschen, Politiker, Sänger, was auch immer und Vietnamese oder Arzt alleine reicht leider auch nicht. Man kann trotzdem ein Arschloch oder Betrüger sein und die Leute verkaufen.
Man muss nicht, aber man kann.

Nachdem sich die Akne-Ente also des Herrn Brender beim ZDF entledigt hatte, wollte der Augenarzt-der-keiner-ist natürlich in der Nacht der langen Messer nicht hinten anstehen.
Da der Herr Sawicki den möglicherweise noch astronomischeren Gewinnen der Pharmaindustrie offensichtlich im Wege stand, rollte diese Tage sein Kopf, für einen Vorwurf, der es noch nicht mal in die Preliminarien der politischen Vita eines hessischen Ministers oder Präsidenten geschafft hätte. Sei es drum – wer sich an exponierter Stelle derart angreifbar macht- kennt das Risiko.
Auch hier gilt der Satz: Dummheit schützt vor Strafe nicht … außer man ist im Kartell des Schweigens der richtige Lobbyist.

Letztlich sind all die kleinen Nadelstiche, die augenblicklich von der Schlüpfer-Koalition umgesetzt werden, nur Teil des Gesamten. Die gesetzliche Krankenkasse wird weiterhin zugunsten der Profite der Pharmariesen zur Ader gelassen, die Apotheker haben erstmal keine Konkurrenz zu fürchten (lustig das so etwas von denen iniziiert wird, die immer den freien Wettbewerb und den Markt als Regulativ preisen) und so weiter und so weiter … letztlich geht es – ebenso wie bei der Bankrottierung des Staates um die Wiederkehr des Stärker-frisst-Schwächer Prinzips auf einer höheren Ebene, quasi die Rache der in Kindergarten – und Schulzeiten geknechteten.
Denn, seien wir mal ehrlich, einem wie dem Rösler oder Ähnlichen haben wir doch in Schulzeiten alle gerne mal aufs Maul gehauen – und wie immer fragen wir: Womit?
Mit Recht!
Übrigens sind die Veitstänze vom Koch aller Köche und dem werten Herrn Hoch-zu-Rösler natürlich zwei Seiten der gleichen Münze, mit der sie der Masse der Bevölkerung ihre Dummheit beim Wahlverhalten zurückzahlen werden.
Konditionierung der (früher nannte man das proletarischen) Reservearmee um (Lohn-)Druck auf die Arbeiter und Angestellten auszuüben, erkämpfte Rechte abzubauen und Sicherungs- und Wohlfahrstsysteme auszubluten und abzuschaffen, um selbige selbst wieder in die kapitalistische Verwertungslogik zu integrieren. Also Bereiche, die sich zum Teil aus gutem Grunde von jener Logik emanzipiert haben, erneut durch zu kapitalisieren. Beispielhaft sei hier die Priorisierung von Privaten Krankenversicherungen, gut vertreten durch den neuen Christian Weber, gegenüber der auf Solidarprinzip beruhenden Gesetzlichen Krankenversicherung genannt.

In den gesamten Zusammenhang, passt eigentlich ganz gut als Zitat des Tages etwas von Douglas Adams aus Per Anhalter durch die Galaxis, Kapitel 11, an das ich mich erinnerte, als ich letztens mit meinen Füßen spielte, und über das Universum und den ganzen Rest nachdachte:
Der Reiseführer Per Anhalter durch die Galaxis definiert die Marketing-Abteilung der Sirius-Kybernetik-Corporation als »ein Rudel hirnloser Irrer, die als erste an die Wand gestellt werden, wenn die Revolution kommt« […]. Komischerweise definierte ein Exemplar der Encyclopaedia Galactica, das das große Glück hatte, aus der tausend Jahre entfernten Zukunft herauszufallen, die Marketing-Abteilung der Sirius-Kybernetik-Corporation als »ein Rudel hirnloser Irrer, die als erste an die Wand gestellt wurden, als die Revolution kam.
zitiert aus wikipedia

Ihnen Ihr Blödbabbler

#Edit 24.01: diversen Formatierungsmurks korrigiert#

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