Guttenberg, Berlusconi und ein Dildo

Irgendetwas ist faul im westlichen Wertekontext, wenn man einen Berlusconi nicht wegen seiner Politik, seinen Mafiakontakten und Schmiergeldaffären anklagen und verurteilen kann.
Wenn ein Volk diesen Mann nicht trotz, sondern wohl wegen seiner machohaften Duce Manieren konsequent wiedergewählt hat.
Das nun ausgerechnet ein Aufschrei, der ihm politisch das Genick brechen könnte, durchs Land hallt, weil eine der vielen Prostituierten mit denen der Bonsai-Duce verkehrte, mit 17 Jahren noch minderjährig war, entbehrt nicht einer gewissen Komik.
Ganz ehrlich, wenn ich mit Prostituierten verkehren würde, würde ich mir sicherlich nicht im Schlafzimmer den Ausweis zeigen lassen.
An Stelle von Berlusconi hätte ich sicherlich zu Recht darauf vertraut, das meine angestellten Zuhälter dies bereits getan hätten.
Sei es drum, es wird sicherlich ein Fest wenn dieser widerliche, faschistoide alte Sack allmählich mal zur Rechenschaft für sein Handeln gezogen wird.
Und auch Al Capone wurde, wie bekannt, ja nur wegen Steuerhinterziehung eingeknastet, da bleibt den Italienern wenigsten ein wenig Hoffnung für die Zukunft.

Ein anderes Phänomen ist, wie die Deutschen sich gerne von Belanglosigkeiten oder Nichtigkeiten ablenken lassen.

So konnte des Boulevards liebster Ölprinz Vollblutadeliger im Wirtschaftsministerium zeigen wovon er nichts versteht, seine Umfragewerte stiegen trotzdem.
Dann wurde er -schneidig, schneidig Herr Baron- auf einen traditionelleren Posten für Adelige gelobt, auf dem er -bis auf einen Fronttheater Besuch mit Gattin nebst professioneller Sabbeltasche Kerner– bisher nicht Herr eines sinnvollen Handelns wird.
Und was passiert?
Die Umfragewerte steigen, die baroneske Grinsefrkatze ist und bleibt des Deutschen liebstes Kind.
Doch nun das!
Erst wird der diesjährige Plagiarius einer deutschen Firma aus Neu-Ulm verliehen und nun muss sogar unser teflonbeschichteter Karl Theodor mit den Auswirkungen des Raubkopierens kämpfen.

Wie es den Anschein hat, haben sich Texte anderer Autoren erdreistet in seiner Promotionsarbeit Asyl zu suchen, welches er ihnen selbstlos, ganz nach Gutsherrenart, erteilte.
Und jetzt kommen all diese linken Störenfriede, von der FAZ und der Süddeutsche Zeitung und zeigen mit all ihrer subversiven Bösartigkeit, wie des Barons Gedanken heimtückisch unterwandert wurden durch bereits gelesenes.
Ganz ehrlich, wer kennt nicht die Problematik, die entsteht wenn man sich intensiv mit der Literatur eines Themas auseinandersetzt, eigene Gedanken und bereits gelesenes verschwimmen tatsächlich häufig, eigene Formulierungen fallen manches mal recht ähnlich aus.
Wissenschaft allerdings, und für nicht anderes steht der Titel des Doktors, lehrt jedoch den pfleglichen systematischen Umgang mit Quellen und Sekundärliteratur.
Wer dies nicht beherrscht, weil er zu faul oder zu dumm für eigene Gedanken, Theorien und (Hypo-)thesen ist, wer sich Texte anderer zu Diensten macht, ohne dies entsprechend kenntlich zu machen, verdient eben diesen Wissenschaftsgrad nicht.

Das aber dieses Thema, die wundersamen Copy&Paste Fähigkeiten des ich-bin-dann-mal-so-Freiherr-von-und-ab-und-zu Guttenberg nun allerdings die Gazetten beherrschen, während die Schäbigkeiten bei den aktuellen Harz IV Mauscheleien, Schäubles Hinweise auf höhere Belastungen für die Deutschen (oder habt ihr wirklich gedacht, ihr hättet schon genug gezahlt für den Reichtum der Herrscherclique) oder platt das vollständige Versagen des Freiherren bei den politisch ihm gestellten Aufgaben aus dem Blick verschwinden, ist ein echtes Ärgernis in dieser Republik.

Das Zitat des Tages stammt heute -in einer abgewandelten, gerne von den Internetausdruckern benutzten Phrase- von mir:
Wir müssen dafür Sorge tragen, dass durch die fälschliche Vergabe von Doktortiteln kein rechtsfreier Raum entsteht! 😀

Ihnen Ihr Blödbabbler

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