Bunnahabhain 12

Von der Insel Islay stammt dieser Single Malt, aus einer Destille deren Sortiment originär eher islay atypisch nichtrauchige Whiskys feilbot.
Ein nicht rauchiger Kandidat ist auch der ’neue‘ 12 jährige, den Bunnahabhain mit 46,3% nicht kühlgefiltert und ohne das leidige Zuckercoleur E150 abfüllt.
Brav.
Die dunkelgrüne Buddel mit Steuermann auf dem Etikett läßt ahnen, in welche Richtung sich das zu erwartende Erlebnis entwickeln könnte.
Eine maritime Geschmacksnote, Seetang oder ähnliches vielleicht?
Das Nosing Glas wird glucksend befüllt -in Ermangelung eines Eichstriches- beseelt mit dem festen Willen, pi mal Daumen, einen anständigen Dram zu verzapfen.
Gesägt tun getan.

Dem Whisky wird nun ein wenig seine Ruhe gelassen, während der Blödbabbler seine Äuglein in das beiliegende Infoheftchen gräbt – Whisky ist etwas für alle Sinne 🙂

Während der Whisky sich mit der Umgebung vertraut macht und allmählich anpasst, rächt es sich das der Bunna nur in einer blöden Faltschachtel daherkommt, da man ihn so nicht einfach mit dem Metalldeckel seiner Dose abdecken kann.
Kurzfristig tut es dann aber auch leihweise der Deckel einer Flasche Bowmore.
Ich denke mal nicht, dass das dramatische Auswirkungen auf den Whiskygeschmack im Glas haben wird. 😀
Nachdem mich die Lektüre des Beilagenheftchens nicht wesentlich weiser gemacht hat, erhoffe ich mir vom ersten Nasenzug schon mehr Erkenntnisgewinn.
Glücklicherweise bin ich ja primär nicht zum Lesen hier!

Dem Glas entsteigt ein salzig und ganz schwach rauchiges, sowie leicht nach Madeira muffelndes Aroma.
Nicht unangenehm, aber irgendwie nicht ganz das, was ich mir von diesem Whisky erhofft hatte.
Der Geschmack der sich in meiner Mundhöhle entfaltet, ist intensiv, salzig, leicht süß und entwickelt im Abgang die Geschmacksnote faule überreife Pflaume.
Es schmeckt -warum auch immer- irgendwie nach Madeira, und klebt nahezu eine ganze Zeit lang am Gaumensegel, klar ist ja auch ein alter Seebärenwhisky. *grins*

Die in nahezu allen Tastingnotes zu diesem Whisky angesprochene Frische findet auf meiner Zunge nicht statt, eher würde ich von einem leicht dumpfen fast schon tumben Geschmackserlebnis sprechen.
Klingt komisch, aber nach ungefähr der Hälfte der Flasche (im laufe der Zeit, nicht an diesem Abend 😀 ) habe ich angefangen diese sehr eigenartige Geschmacksrichtung zu mögen.

Selbst Ms. Blödbabblerin, die in Bezug auf Whisky eine angenehm säkuläre Einstellung hat, „Schmeckt!“ oder „Schmeckt nicht!“ hat sich bei diesem kleinen Racker letztlich schwergetan.
Anfänglich mochte sie ihn gar nicht, am Ende dann trank sie freiwillig davon und forderte ihn auch schon mal an. 🙂
Dieser Whisky wird sicherlich nicht in meine Top 10 kommen, aber ich kann mir vorstellen, damit noch ein paar Versuche zu starten, denn der eigentümliche Geschmack ist mir bisher noch bei keinem anderen Whisky so untergekommen.
Der Whisky ist gewöhnlich für 32-36 Euro in der 0,7 Liter Flasche erhältlich, meinem Gefühl nach ein paar Euro zu viel, wenn man ihn für 30 sieht kann man unbedenklich zugreifen, so man auch einmal in das oben beschriebenen Erlebnis eintauchen möchte.

Lustigerweise hat mein Lieblings-Whisky-Tasting-Video-Ersteller ralfy den Bunnahanhain 12 als seinen Whisky des Jahres 2010 gewürdigt in einem sehr sehenswerten Bunnahabhain 12 – Whisky of the year 2010 Jahresenddreh.
Und hier ist seine vorherige Besprechung des Bunnahabhain12 ein paar Monate vorher zu betrachten.

Wertung Single Malt
Bunnahabhain 12

Geschmack:
Preis-/Leistungsverhältnis:

Fazit: Geschmackserlebnis der ungewöhnlichen Art, ein gering rauchiger und süßlicher Islay-Whisky mit (über-)reifem dunklen Früchten im langen Abgang. Für Abenteurer und Fans.

Ihnen Ihr Blödbabbler

2 Gedanken zu “Bunnahabhain 12

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