Redbreast 12

Während unserem creative drinking Urlaub wurde, neben diversen anderen Whisk(e)ys, auch dem Irish Single Pot Still Whiskey „Redbreast 12“ zugesprochen.
Diese Form des Whiskeys ist eine irische Eigenkreation, ähnlich wie Single Malt(nur gemälzte Gerste) die aus einem Gemisch von gemälzter und ungemälzter Gerste dreifach destilliert wird.
Er kommt in einer stabilen durchaus gefälligen Kartonage daher, warum allerdings der Designer bis zur nahezu vollständigen Unlesbarkeit alle Schriftarten, -typen fett, kursiv was weiß ich noch ausgewählt hat, wird mir ein ewig währendes Rätsel bleiben.
Egal!
Ich will ja auch Whiskeyduft inhalieren und dann das fein gereifte Gesöff meinen Rachen herunter rinnen lassen und nicht bei einem Vorlesewettbewerb zum Thema „Der mit dem Rotkehlchen tanzt“ gewinnen.
Dennoch versaut das Schriftendesaster den positiven Auftritt ein wenig; obwohl es natürlich auch Gesprächsstoff liefert.
Jonas seine Vermutung das sich, wenn man nur die einzelnen zusammengehörigen Schrifttypen liest, eventuell 3 Geschichten ergeben, war ein cooler Einfall, aber letztlich erwies sich dieser Vernunft geleitete Ansatz als nicht haltbar.

Es bleibt die Vermutung ,das es vermutlich dem Chef der (New) Midleton Destille gefällt oder, dass der Artdirector eine Freeware-Schriftarten-CD auf dem Grabbeltisch gefunden und lieben gelernt hat.
Das ganze wirkt ein wenig, wie die grotesken Suche-Biete-Aushänge von Privatpersonen in Supermärkten.
Bei deren Erscheinungsbild, verursacht durch ein gerüttelt Übermaß an WordArt-Spielerein, jedes habhaft werdende Auge geblendet und jedes Hirn verschreckt wird.
*FURCHTBAR!*

Nun aber genug an Nebensächlichem herum gemeckert, denn eigentlich waren das meine einzigen Kritikpunkte, die mir zu diesem wunderbaren Produkt einfallen.
Redbreast 12 Flasche

Die Flasche ist grün und ein wenig rumbuddelig oder wenn man es feiner formulieren möchte, ahmt eine Pot Still Brennblase in groben Zügen nach.
Bis er zum Etikett kam, gingen dem Irren mit den Schriften zum Glück selbige langsam aus, so dass man durchaus noch von einem schönen und passenden Label sprechen kann; obwohl auch hier weniger durchaus mehr gewesen wäre.

Vom bleiernen Überzug befreit schnappeldiekorken wir uns zum Einfüllen des leider kühlgefilterten, mit Farbstoff farblich passend gemachten und mit 40% abgefüllten Getränks aus dem Hause (New) Midleton in Cork.

Sowohl der werte Herr AausB als auch der Blödbabbler erschnuffelten etwas, was wir mit Kohlegas bezeichneten, wobei wir uns nicht sicher sind, ob das nicht eher den Gläsern, als dem Redbreast geschuldet war.
Der Geruch hielt sich auch nur extrem kurz und war nur beim ersten dram direkt nach der Eröffnung der Flasche zu riechen.
Ansonsten riechen wir eine fruchtige Note, mit einer milden leichten Süße, bei schwacher Vanille und schwachem Malzgeruch.
Ein eleganter leckerer Geruch, der sofort Lust auf mehr macht und den kleinen Sabberreservoirs im Mund erste „Wasser-marsch-Befehle“ gibt.

Genug geschnuffelt.
Macht hoch das Glas das Maul macht weit … und schon wähnt man sich im Whiskey-Himmel, dem Gegenstück zur Whisky-Hölle (siehe dazu irgendwann einmal Loch Lomonds Single Malt No age).
Ein voller Antritt erstürmt die Zunge und erobert den Mundraum augenblicklich ohne Gefangene zu machen.
Die erschnuffelte leichte Süße, das wenig vanillige flankiert den malzigen und durchaus würzigen Geschmack formvollendet.
Es finden sich ebenso leichte trockene und zartbittere Eichentöne, welche mit dem Rest der Aromen ein herrlich rundes Geschmackserlebnis bilden.
Der Abgang ist dann erstaunlicherweise (ein wenig) pfeffrig, warm und lang, allerdings ist die Schärfe weit entfernt von einem Talisker oder ähnlichen kräftigen Beglückern. Etwas Vanille bleibt auch stehen.

Ich muss gestehen, der Robin Redbreast 12 hat mein Herz und meine Zunge im Sturm erobert und mich für Irish Single Pot Still Whiskey eingenommen.
Beim Redbreast 12 handelt es sich um den mit Abstand leckerste Whisk(e)y, den ich in letzter Zeit das Vergnügen hatte, trinken zu dürfen.
Nun hoffe ich mal – mit Jim Murray von dessen drei Wünschen in Bezug auf Irish Single Pot Still Whiskey beim großen Bruder dem Redbreast 15 bereits zwei erfüllt wurden- auf einen Redbreast 12 mit 46%, nicht kühlgefiltert und ohne diesen Karamell Müll zur Farbanpassung.
Bis dahin jedoch, werde ich es dem Rotkehlchen gleich tun und nicht müde werden, nächtens und am Tag von diesem bedeutenden Whiskey ein Loblied zu singen, um die noch tauben Ohren und tumbe Hirne zu erreichen, die sich bisher, aus kretinistichem Snobismus, über einen Single Malt nicht hinaustrauen.

Der Redbreast 12 kommt gewöhnlich in einer 0,7 Liter Flasche für ca. 33 Euro daher und ist gut erhältlich.

Wertung: Irish Single Pot Still Whiskey
Redbreast 12

Geschmack:
Preis-/Leistungsverhältnis:

Fazit: Ein Whisk(e)y bei dem einen die Tränen der Freude übermannen können, auch wenn man nicht, wie es der Herr AausB zu tun pflegt, ins Glas hineinatmet. 😉 Wenn man von den Kritzeleien des Irren absieht, erfreut dieses Getränk vom ersten Augenblick an und lässt keinerlei Langeweile oder Unstimmigkeiten aufkommen. Klasse Nase, Super Geschmack und durchaus gutes bis sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Absoluter Kauftipp.

Der wundervolle ralfy erklärt ein wenig zum geschichtlichen Hintergrund, warum und wieso Pure (Single) Pot Still Whiskeys ein Gemisch aus gemälzter und ungemälzter Gerste als Basis haben. Hier gibts das passende Redbreast 12 Tasting video bei ralfy.com

Horst Lüning hat auch ein Tasting-Video vom Redbreast 12 bei youtube.

Ihnen Ihr Blödbabbler

Rating-Info
6 Perfekt – 5 Wunderbar – 4 Lecker – 3 Gut – 2 Brauchbar – 1 Widerlich – 0 Fußbad

Ein Gedanke zu “Redbreast 12

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