Örks – Piraten treten in heiligen Stuhl

Heilige Scheiße, der Papst kommt uns besuchen.
Wie man es vom Bundespräsidenten in Missionarsstellung nicht anders erwarten konnte, hat er den Paten aus Rom dazu geladen, Deutschland mit sich und all seiner Heiligkeit vollzumachen.
Schlimm! Aber offenbar ein Teil des Konzepts unseres christlichen Fundamentalisten in Schloss Bellevue.
Wie man aus seinen bevorzugten Stellungnahmen feststellen muss, geht es ihm darum „den Glauben“ zu stärken, egal ob es sich dabei um den Islam, die evangelikalen Fundamentalisten von ProChrist oder eben das Oberhaupt der Katholen Familie handelt. Hauptsache Glauben!
Da passt es dann natürlich wie heilig auf Stuhl, das der Chef eines Gottestaates dessen Organisation so ziemlich genau gegen die meisten anerkannten Menschenrechte verstößt, auch zum Salbadern vor dem Bundestag eingeladen wird.
Hey, so sagen sie, was interessiert uns die Neutralität des Staates, wir beschicken doch auch schon seit langen unsere Schulen mit den Missionaren und Indoktrinierern – neuerdings sogar auch noch in der Geschmacksrichtung Islam – um Kinder frühzeitig zu beeinflussen und zu manipulieren.
Also, lasst am besten den Mann, dessen Organisation inzwischen wegen manifestem Kindesmissbrauch und der brutalstmöglichen Aufklärung (Trademark by Roland Koch) dieses schändlichen und schäbigen Treibens in aller Munde ist, vor den gewählten Vertreter des Deutschen Bundestages reden.
Denn er ist ja Gottes Stellvertreter auf Erden und -dieser kleine Kniff wird gerne genommen- Staatsoberhaupt eines Staates(*hrhrhr*) dessen größte Errungenschaft für die Menschheit sicherlich die konsequent vollzogene Geldwäsche für die Schwesterorganisationen der Mafia durch die Vatikan-Bank waren.
Außerdem habe sie ja auch den dauerbekifft gickelnden Zwerg aus den Bergen Tibets schon dorthin entsandt und reden lassen.
Dieser hat -bei aller Abneigung die ich für ihn empfinde- allerdings wenigstens kein Missionsziel und will die Welt nicht an seinem Wesen genesen lassen, wie es der alte Grantler aus Rom sicherlich nicht unterlassen können wird.
Auch steht das tägliche Lama nicht als Menetekel für Homophobie, Missachtung von Frauenrechten und die Ablehnung von Verhütungsmaßnahmen.
Dennoch, ich fand es damals falsch ein Kirchenoberhaupt dort sprechen zu lassen und es wird nicht besser wenn man nun dazu übergeht das als Normal anzusehen. Ist es nämlich nicht.
Religion ist Privatsache und hat sicherlich für viele Menschen seine Berechtigung daheim oder an den entsprechenden Orten- das Parlament, zumindest der Theorie nach ein Ort der Vernunft, ist kein solcher.
Wenn dann nicht wenige Abgeordnete die cojones haben und ihrem Gewissen folgend ihren Protest durch fernbleiben ausdrücken und ihre Plätze durch Substituten ersetzt werden, ist die demokratische Farce vollendet.
Anstatt nun zu hinterfragen „Was macht ein Kirchenmensch im Bundestag?“, werden Abweichler von der großen Linie „Ich kenne keine Katholiken oder Protestanten mehr, ich kenne nur noch Gläubige“ genötigt sich für ihr Handeln rechtfertigen zu müssen.
Nein!
Genau andersherum wird ein Schuh daraus!
Wieso erlauben deutsche Parlamentarier dass ihr Ort der Vernunft und Diskussion durch einen Gotteskrieger okkupiert werden kann?

Welches Staatsverständnis herrscht in den Köpfen der Majorität des Reichstags vor, wenn nicht erkannt wird, dass das wofür Herr Ratzinger steht, nicht nur nicht mit dem Grundgesetz vereinbar ist, sondern darüber hinaus Religion an Orten des Politischen nichts aber auch gar nichts zu suchen hat.

Da waren selbst die Gründungsväter der USA weiter, aber die versuchten ja auch nicht eine Form der Rechristianisierung und eine Zurückdrängung der Werte der Aufklärung, wie es uns der werte Herr Wulff so gerne vorlebt, sondern ein Gemeinwesen konfliktfrei und rational zu festigen.

Ich bin bekanntlich kein ausgewiesener Freund der Piratenpartei, habe in deren Anfängen ein wenig mit ihnen kokettiert, aber ihre „Kein Links kein Rechts“-Ideologie stieß mir zügig sauer auf.
Ebenso einige ihrer rechten Wirr-Führungsköpfe die sich dann ja auch bei den Freaks von „Die Freiheit werden wir bekämpfen und letztlich abschaffen wieder fanden.
Wer meint Politik ohne tieferes Verständnis für Antagonismen weichzuspülen, dient letztlich immer denen die gerade die Macht innehaben.

Eine klare Positionierung ist nicht nur ein nice-to-have, sondern die Grundlage von Politik und Handeln.

Umso erfreuter war ich über die Forderung der Piratenpartei nach strikter Trennung von Staat und Kirche, würde es aber von Kirche gerne allgemeiner auf Religion ausgeweitet wissen.
Es wäre auch zu wünschen das dieses Verständnis aus den kleinen Kreisen der Verräterpartei stärker Eingang in den Mainstream fände.

Was würde musikalisch besser zum Empfang von Ratze passen als ein alter Klassiker von Anti-Flag „Fuck the pope“ dessen Text man hier nachlesen kann.

Ihnen Ihr Blödbabbler

#Update20110922
Ich bin ja eher selten einer Meinung mit den Beiträgen des Linkenfresseres adenauerscher Prägung Stefan Laurin bei den ruhrbaronen, aber wo er Recht, hat hat er Recht.
Zum Papstbesuch: Richard Dawkins Begrüßungsrede via ruhrbarone#

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