Aberlour 15 Jahre, Cuvée Marie d'Ecosse

Bisher kannte ich von Aberlour nur den zehnjährigen Single Malt, der mir durchaus gut gemundet hat.
Der ist, in der 1 Liter Flasche für unter 30 Euro, ein leckerer und süffiger Speysider.
Nun also gönnte ich mir den 15 Jahre alte Whisky aus dem Hause Aberlour, dessen verschiedene Anteile in Bourbon- und Sherryfässern reifen durften.
Danach wurden sie zusammengeschüttet um ein breiteres Geschmacksszenario zu ermöglichen – daher das Cuvée im Namen.
Da auch der Rest auf der Verpackung in französischer Zunge verfasst ist, scheint es zu stimmen, dass dieser Whisky für den französischen Markt abgefüllt worden ist.
Ich finde, indem man diesen Whisky nach Maria Stuart (Marie d’Ecosse) benannte, zeigte man einen gewissen Sinn für Komik – geköpfte Königin wird im Land der Guillotine gehandelt.
Nun ja, französischer Markt hin oder her, trotzdem wird er fleißig in Deutschland verkauft.

Egal und gut, denn so haben wir auch was davon. 🙂Aberlour 15 Cuvée Marie d'Ecosse Flasche
Das Stöffchen kommt in einer gedrungenen 0,7 Liter Flasche mit dickem Körper und dickem Hals daher – eine durchaus ansprechende Gestaltung.
Ohne diesen dicken Hals wäre die Flaschensilhouette fast der Umriss von FJS gewesen, eher kurz dafür dick und voluminös. 😀
Vermutlich zum Schutz vor des Franzosen liebsten Spielzeugs, der Guillotine, war bei meiner Flasche noch ein umgebender Halsring angebracht, welcher die Flasche in ihrer Pappdose zentrierte.

Nun aber zu den wichtigen Dingen.

Der Aberlour 15 riecht fruchtig und süß-malzig, allerdings ist da auch ein Hauch von unausgefegter Maschinenhalle mit enthalten – etwas irritierend und auch nicht unbedingt Appetit anregend.
Diese Off-Note verfliegt allerdings mit der Zeit und störte die restlichen drams aus der Flasche nicht mehr. Deshalb erwähne ich sie, aber das geht nicht in meine spätere Wertung mit ein.
Keine Ahnung was das war, öfter will ich das aber auch nicht schnuffeln.
Es war nicht der liebliche Bilgengeruch, den ich gewöhnlich mit Caol Ila assoziiere, das war fieser.

Auf der Zunge ist der Aberlour dann überraschend ölig, voll malzig und honigsüß.
Dabei zeigt zudem angenehme Würze, leichte Bitter- und Trockenheit der Eiche.

Sein Abgang ist dann enttäuschend kurz, jedoch mit leicht pfeffriger Wärme (woher kommt die denn?) und immer noch angenehmer Süße.

Mir hat der Aberlour 15 Jahre, Cuvée Marie d’Ecosse anfangs nicht richtig geschmeckt, ich bedauerte schon das Geld nicht lieber in eine Flasche des 10 jährigen Standards angelegt zu haben.
Doch mit der Zeit hab ich den kleinen dicken Kerl dann lieb gewonnen.

Er ist deutlich komplexer als sein kleiner Bruder und wenn man ein wenig aufpasst, dann bekommt man die Buddel für deutlich unter 40 Euro – ich habe vor einem halben Jahr 35.xx gezahlt.

Augenblicklich liegt er bei den meisten Händlern jedoch um die 40 Euro – angemessen aber nicht günstig.
Er kommt mit brauchbaren 43% daher, wie sein kleiner Bruder, wenn man die 1 Liter Flasche erwischt – in der 0,7 hat der sonst meines Wissens nach nur 40%.

Ein Tasting Video von Herr Lüning zum Aberlour 15 gibts hier.

Wertung Single Malt
Aberlour 15 Jahre, Cuvée Marie d’Ecosse

Geschmack:
Preis-/Leistungsverhältnis:

Fazit: Der große dicke Bruder vom 10 jährigen Aberlour macht deutlich mehr Spass, benötigt allerdings auch etwas mehr Aufmerksamkeit und Zuwendung. Ob einem das dann den doppelten Preis wert ist, muss jeder mit sich und seinem Budget ausmachen. Ich für meinen Teil werde vermutlich nicht mehr allzu oft dazu greifen, obwohl dieser Whisky durchaus gut und lecker ist. Wer einen guten Speysider der besseren Einstiegsklasse trinken möchte, macht hiermit sicherlich nichts falsch.

Ihnen Ihr Blödbabbler

Rating-Info
6 Perfekt – 5 Wunderbar – 4 Lecker – 3 Gut – 2 Brauchbar – 1 Widerlich – 0 Fußbad

Ein Gedanke zu “Aberlour 15 Jahre, Cuvée Marie d'Ecosse

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