Glen Garioch [1797 Founder's Reserve]

Aus der Destillerie Glen Garioch(sprich Glen Geery) stammt ein netter Einstiegswhiskys mit Namen 1797 Founder’s Reserve.
Die Destillerie existiert seit eben diesem Jahr -1797- in Oldmeldrum in der Nähe von Aberdeen und ist damit eine der ältesten Brennereien Schottlands.
Dieser Whisky ist eher jung und kommt sowohl in 0,7 als auch in einer 1 Liter Buddel daher.Glen Garioch 1797 Founder's Reserve Flasche
Ich mag die Flaschenform und ich mag den Pappkarton mit seinem Tartanmuster und der Firmenhistorie. Schlicht, kostengünstig und doch informativ und nett anzuschauen.
Die 1 Liter Buddel ist eigentlich eine aufgepumpte Fassung der ’normalen‘ kleinen Flasche und wirkt dadurch ein wenig plumper und dennoch nicht plump.

Der 1797 Founder’s Reserve wird mit wunderbaren 48% Alkohol abgefüllt und -für wen auch immer- blöderweise noch mit der E150 Kelle farblich angepasst.
Ich vermute mal, da der Whisky noch eher jung ist, wäre er den Blödies unter den Whiskytrinkern sonst noch zu farblos. *Hmpf*

Ich hatte von diesem Whisky in diesem Jahr sowohl die 0,7 Liter Flasche, als auch die Literflasche unter meiner Fittiche und stelle einen leichten, aber dennoch wichtigen Unterschied fest.
Die 0,7 Liter Flasche war im gesamten wesentlich weicher und weniger sprittig, als es die -später gekaufte- 1 Liter Flasche noch ist. Ob das ein Unterschied zwischen der Befüllung der unterschiedlichen Flaschen ist, oder einfach eine Schwankung in der Fassqualität kann ich nicht beurteilen. Ich beobachte das aber mal weiter.

Die Tasting Notes beziehen sich sowohl auf die kleine, als auch auf die große Flasche.

Der Glen Garioch 1797 Founder’s Reserve riecht angenehm süßlich nach Karamell mit einer spürbaren Malznote.
Vermutlich seinem jungen Alter geschuldet ist auch ein wenig der Geruch nach frischem Gras mit dabei.
Allerdings in angenehmer Form und nicht, wie beim Loch Lomond No Age, der nach kompostierten Grünabfällen muffelt.

Sein Geschmack ist würzig, stark und dabei (leider) etwas sprittig brennend.
Das kann man dann allerdings durch Zugabe von etwas Wasser -bei 48% durchaus sinnvoll machbar- abmildern, so dass die anderen weicheren und feinen Anteile stärker in den Vordergrund treten.
Gut so.
Über allem liegt eine sehr schöne süßliche Honignote, Malz und auch eine Spur von Gras.
Etwas trockene Holzelemente mischen sich ebenfalls noch dazu und ergeben ein angenehmes Trinkgefühl im Mund.
Der Abgang ist dann warm, leicht trocken und eher kurz mit deutlicher Grasnote bei vorherrschender Toffee-Süße.

Ein durchaus schöner Highland Whisky, der auch einen Anfänger nicht verschreckt und durch all zu viel Komplexität erschlägt. Wenn der leichte Hang zur Sprittigkeit wegfällt (wie bei meiner 0,7 er Flasche) dann ist das einer meiner Highland Lieblinge, wenn nicht, dann bleibt er dennoch ein veritabel guter Whisky.

Überraschenderweise haben die Preise scheinbar schon wieder angezogen. Denn, als ich den 0,7 er Anfang des Jahres kaufte, da kostete dieser knapp 27 Euro und die 1 Liter Flasche knappe 34.
Inzwischen liegen die Preise schon wieder 2-3 Euro darüber. Sehr ärgerlich.

Der wunderbare ralfy hat ein Tasting Video zum 1797 Founder’s Reserve; ebenso gibt es von Herrn Lüning ein passendes youtube Video.

Wertung Single Malt
Glen Garioch 1797 Founder’s Reserve

Geschmack:
Preis-/Leistungsverhältnis:

Fazit: Dieser Highland Whisky kann durchaus gefallen, wenn seine Sprittigkeit wegfällt oder weniger dominant ist, wie in der ersten Flasche die ich davon hatte. Dann ist es ein guter bis leckerer Whisky, der auch Anfängern sicherlich schmeckt. Ob nun allerdings der aktuelle Preis im Vergleich zu -beispielsweise einem 15 Jahre alten Dalwhinnie- gerechtfertigt ist, bezweifele ich. Ich denke wir füttern unsere Mädchenwhisky-Front weiterhin eher damit. 😀

Ihnen Ihr Blödbabbler

Rating-Info
6 Perfekt – 5 Wunderbar – 4 Lecker – 3 Gut – 2 Brauchbar – 1 Widerlich – 0 Fußbad

3 Gedanken zu “Glen Garioch [1797 Founder's Reserve]

  1. Obwohl die Wertung nur besseres Mittelmaß ergibt, bin ich froh, dass Sie soviel Herzblut in die Sache fließen lassen, den Unterschied beider Abfüllungen weiteren Testreihen zu unterziehen, das nenne ich echte Hingabe;-).

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    1. Manchmal bin ich mir für kein Opfer zu schade.:-D
      Ausserdem ist dieser Whisky wirklich kein schlechter – eine Wertung zwischen 3 und 4 Fässern, mithin zwischen „gut“ und „lecker“, ist durchaus nicht übel.
      Ähnliche Schwankungen waren auch schon bei anderen Whiskys dieses Jahr zu spüren. Besonders dramatisch beim Johnnie Walker Green. Die eine Flasche ein Traum, die aktuelle Längen davon entfernt und mit einem Hang zur Garstigkeit. Und das waren noch die gleichen Flaschengrößen … ohoh

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