Isle of Jura 'Superstition'

Der heutige Whisky wurde im Rahmen des Isle of Jura Tastings bei Herrn EausH probiert.
Da es mengenmäßig nur ein dram war und die Örtlichkeiten nicht meine gewohnten, sind meine Notizen unter Vorbehalt zu verstehen.
Prinzipiell gestehe ich einem Whisky zu sich mir öfters vorzustellen, bis ich meinen Daumen dramatisch über senke oder ihn in den Himmel hinaufsalbadere.
Da allerdings auch der Herr AausB, Herr EausH, sowie sein Vater und meine Ms. mit Kommentaren nicht hinter den Berg hielten, liegen meine Einschätzungen vermutlich nicht völlig neben der Spur.
Dennoch: Es gilt wie so oft im Leben, man trifft sich immer zweimal. 🙂

Der vierte getastete Whisky aus der Destillerie Isle of Jura ist der rauchige Superstition.

Auf diesen Whisky war ich wirklich enorm gespannt.
Isle of Jura 'Superstition' Whisky Flasche
Denn die Kritiken im Netz, die ihn wahlweise nach Babykotze oder verwesendem Aas riechend klassifizierten, sowie die massive Abwertung in der 2012 Whisky Bible „I thought this could only improve. I was wrong“ ließen schlimmes erwarten.
Nachdem ich den Herrn EausH massiv mit seiner Sammelleidenschaft für Isle of Jura und speziell den Superstition geneckt hatte, konnte es endlich los gehn.

In der Nase findet sich Rauch der nicht medizinischen Art – eher wie ein Highland denn ein Islay Aroma- sowie süßer Honig.
Trotz intensiver Suche fand sich keine Rinderbrühe, Hautgout oder Reste vom Vortagszombie im Aroma.
Hier eine erste -angenehme- Überraschung; riechen tut er nicht schlecht, zwar nicht überragend, aber dennoch anständig.

Im Mund habe ich das Gefühl den 12 jährigen mit einem zusätzlichen Schuss Rauch zu haben.
Süßer Honig und Rauch mit Sherrygeschmack.
Der Superstition ist ja auch eine Kreation aus rauchigen und nichtrauchigen Whiskys, eventuell ein 12er mit einem jungen verrauchten Bruder abgemischt?

Der Abgang brennt leicht und ist mittellang, die überall beschriebene Salzigkeit fand ich nicht.

Der Superstition ist, je nachdem auf welche Kritik man sich setzt, besser oder schlechter als man befürchtet hat.
Die positive Einschätzung, welche Ian Buxton in seinem „101 Whiskys to try befor you die“ abgibt wird aus meiner Sicht nicht annähernd erreicht, allerdings ist er auch nicht so schlecht, wie ihn Jim Murray aktuell einschätzt.

Die Flasche von Herrn AausB EausH ist allerdings auch schon vor 2-3 Jahre gekauft worden, eventuell trifft die Tendenz bei aktuelleren dann doch Murray Einschätzung.

Isle of Jura füllt den Superstition mit 43% kühlgefiltert und wie üblich mit E150a zur Farbanpassung für die „Boah, hat der eine tolle Farbe, das muss dann ja ein super Whisky sein“ -Fraktion ab.

Er kommt in 0,7 und 1 Literflaschen daher, wobei der Preis zwischen knapp 35 und 39 Euro p.Ltr liegt.

Wertung Single Malt
Isle of Jura ‚Superstition‘

Geschmack:
bis

Preis-/Leistungsverhältnis:

Fazit: Ein rauchiger Whisky von Isle of Jura mit dem genetischen Abdruck des 12 jährigen. Kann man trinken und schmeckte mir besser als befürchtet, aber das ist schon Jubeln auf niedrigem Niveau. Für etwas mehr Geld erhalte ich einen Laphroaig 1/4 Cask oder für etwas weniger einen Tomintoul „with a peaty tang“ oder auch einen Ardmore TC, allesamt deutlich besser, stimmiger und mit einem höheren Spaßfaktor. Kann man kaufen muss man aber nicht!

Ihnen Ihr Blödbabbler

Rating-Info
6 Perfekt – 5 Wunderbar – 4 Lecker – 3 Gut – 2 Brauchbar – 1 Widerlich – 0 Fußbad

#update 20120615 Hab ich doch tatsächlich dem Herrn AausB den Kauf der Flasche angedichtet, der das nicht auf sich sitzen ließ und mich auch prompt auf den fauxpas hinwies. thx.#

Ein Gedanke zu “Isle of Jura 'Superstition'

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