Rebel Yell

Zum Start meiner kleinen Whiskey Tasting Woche habe ich mir den Kentucky Straight Bourbon Rebel Yell zur Brust genommen.

Dieser Schnaps und seine Präsenz bei einem Treffen von den Steinen Richards, Jagger, Wood und dem Schnutenzieher Billy Idols entpuppten sich als Inspirationsquelle für dessen erfolgreiches „Rebel Yell„.
Dieses Lied habe ich deutlich lieber im Hinterkopf beim Trinken, als die redneckige Variante verlauster Südstaatenfreaks, welche noch immer der alten Konföderation nachtrauern – hier kann man von echten Veteranen des amerikanischen Bürgerkriegs den originalen „rebel yell“ hören.

Rebel Yell Flasche
Der Bourbon kommt mit gemäßigten 40% Alkohol in einer rumflaschenartigen Ausgestaltung und ohne Verpackung daher; zumindest in der Fassung die ich gekauft habe.
Die Flasche hat einen stabilen Plastikschraubverschluss und kann so nicht das traurige Schicksal meines Elijah Craig und diverser anderer Whiskys teilen, die vom Kork geschändet wurden.

Für einen Bourbon hat er erstaunlich wenig Klebstoffnote im Aroma, nahezu gar keine.
Stattdessen zieht ein eher frischer, leicht zitroniger Duft mit dem unvermeidlichen Vanillehauch in das Nasenkämmerchen ein.
Alles durchaus eher wenig intensiv und schwach – sehr unspektakulär und weit entfernt davon einem durch Mark und Bein zu gehen, wie man es dem alten Schlachtruf nachsagte.

Nachdem ich dem Rebel Yell ein wenig Zeit gegeben habe und es ihm erlaubte, es sich im Glas gemütlich zu machen, ziehe ich mir ein paar Tröpfchen davon in den Mundraum und benetze meine Geschmacksknospen.

Überraschend weich für einen rauhbeinigen alten Veteranen.
Honig und Vanille dominieren das Geschmacksempfinden und werden gut abgepolstert durch eine sanfte Würze, die hin und wieder erwähnte Pfeffrigkeit finde ich nicht.
„Yeeeeeeeeeeeow!
Nicht unbedingt sensationell, aber wesentlich besser als es die etwas blasse Nase andeutete.

Nachdem dieser Rebel -nach Art des Partisanen- schnell in der Mundhöhle zugeschlagen hat, verschwindet er zügig in den Tiefen des Blödbabblers, ohne ein langes Abbild seiner selbst zu hinterlassen.
Erst der Fährtenleser findet in seinen Spuren noch würzige Eiche und überraschende Trockenheit sowie ein leichtes -nicht sehr störendes- Bizzeln auf der Zunge vor, bevor auch diese Hinterlassenschaften zügig das Verblassen beginnen.

Meine Flasche Rebel Yell kaufte ich Ende 2011 für einen Preis von 15.90 in der 0,75 Liter Flasche.
Bei den einschlägigen Verdächtigen kostet er in der Liter Buddel knappe 22 Euro.

Wertung Kentucky Straight Bourbon Whiskey
Rebel Yell

Geschmack:

Preis-/Leistungsverhältnis:

Fazit: Ein süffiger, guter und verträglicher Whiskey, der mir tatsächlich Spaß gemacht hat. Wenn man über die schwachen Aromen hinwegschnuffelt und sich aufs Trinken konzentriert, sicher einen Kauf wert. Mir sogar lieber als der ‚aktuelle‘ Elijah Craig 12, allerdings leider ohne den Bumms desselben.

Ihnen Ihr Blödbabbler

Ein Gedanke zu “Rebel Yell

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