Jack Daniels Single Barrel #L-21 11-0314 1-14-11#

Und weiter gehts mit der Whiskey Verkostungswoche.

Diesmal geht es um einen Jack Daniels Single Barrel abgefüllt 14.01.2011 und von mir um Ostern 2011 herum erworben.

Gewöhnlich kostet die Geschenkpackung mit 2 (Tumbler) Gläsern um die 35-38 Euro, bei einem Getränkegroßhändler vor Ort gabs den die letzten Jahre allerdings zu Ostern immer für sehr gute 26-27 Euro. Jack Daniels Single Barrel Flasche
Die ’normale‘ Flasche kostet bei den üblichen Verdächtigen knapp 30 Euro für 0,7 Liter Sprit; hier sollte man aufpassen, denn manch ein Händler Unternehmer nimmt auch gerne mal knapp 35 dafür. 😉

Die Karaffe in der der Jack Daniels Single Barrel daher kommt ist schön und macht was her – ich werde sie nun, nachdem sie leer ist, als Mutter aller Gefäße für eine „Living Bottle“ nutzen.

Meine Erfahrung mit sogenanntem Tennessee Whiskey beschränkt sich bisher auf den Gentlemen Jack(hierzu in Kürze ein Artikel) und den ’normalen‘ No.7.

Auch wenn Jack Daniels sich mit der Bezeichunng quasi ein Alleinstellungsmerkmal geschaffen hat, so ist ein Tennessee Whiskey -wie es Oliver Klimek in seinem blog http://dramming.com sehr schön erläutert– eben doch ’nur‘ ein Bourbon.

Vorweg sei bereits verraten, ich bin kein großer Fan von Jack Daniels Erzeugnissen, zumindest nicht von den drei oben erwähnten, die ich bisher bereits im Mund hatte.
Wie so oft scheint mir das Geld sinnvoller in der Produktion, der Hege und Pflege des Whiskeys angelegt zu sein, als es in Werbekampagnen zu stecken; zumindest wenn man es aus der Sicht eines Nichtwirkungstrinkers betrachtet.

Der Jack Daniels Single Barrel hat die intensivste Klebstoffnote aller bisher von mir verkosteten Bourbons, wobei die nach fast zwei Jahren geöffneter Flasche zum Schluss naturgemäß hin deutlich abgenommen hat.
Er sticht beachtlich in der Nase nach einer Mischung aus Nagellackentferner und Fliesenkleber und man erwischt sich unweigerlich beim Summen von „… now I wanna sniff some glue…“ von den Ramones.
Aber es finden sich selbstredend auch die Klassiker – sanftes Karamell und Vanille.

Insgesamt nicht schlecht, wenn auch sicherlich für die meisten Nasen gewöhnungsbedürftig.
Deutlich stärker und viel intensiver als beim normalen No.7 und um Meilen entfernt vom weichbrotigen Gentleman Jack.

Im Mund trifft er überraschend stark für seine 45% auf, er ist deutlich Ölig und hat einen süßen Geschmack.
Leider findet sich dort- ebenso wie abgeschwächt auch im Gentleman Jack- ein Geschmack nach dunkler Frucht, beinahe wie Sherry den ich so gar nicht mag.

Die Zunge und der Mundraum werden schnell trocken, eine ‚komische‘ säuerliche und gar nicht frische Note schmuggelt sich noch am Lakritzgeschmack vorbei.

Also das schmeckt mir nicht immer und es gibt gute Gründe wieso ich fast zwei Jahre für das Leeren dieser Flasche gebraucht habe.

Es schmeckte nicht wirklich schlecht, aber ich brauchte dafür gewisse Momente in denen ich gerne dazu gegriffen habe und die sind wahrlich selten.

Sein Abgang ist mittellang, vanillig und immer noch trocken holzig.

Ich will nicht ungerecht erscheinen, aber von diesem Whiskey hatte ich mir deutlich mehr erhofft und es tröstet mich nur am Rande, das er der beste der drei genannten Jack Daniels Stoffe war und imho ist.

Trotz Ostern und der vermutlich ‚billigen‘ Preise beim Getränkemarkt werde ich -wie auch schon 2012 – nicht wieder zugreifen.

Denn selbst für 25-27 Euro bekommt man einen besseren und deutlich mehr Spaß machenden Schnaps aus den USA, egal ob Bourbon oder Rye.

So bleibt denn auch mehr für die Jacky-Cola Connaisseure und die harten Männer auf ihren schnellen Bikes übrig – sicherlich auch eher die Zielgruppe.

Wertung Tennessee Straight Bourbon Whiskey
Jack Daniels Single Barrel Rick #21 Barrel #11-0314 Bottling Date 1-14-11

Geschmack:

Preis-/Leistungsverhältnis:

Fazit: Intensivste Nase nach Klebstoff bisher und ein Geschmack, als wenn er in einem Sherryfass nachreifte. Nicht wirklich mein Fall – ein irgendwie sperriger Bourbon der sich auch nach zwei Jahren keinen Platz in meinem Herzen erobern konnte. Dafür aber mit hübscher Karaffe.

Ihnen Ihr Blödbabbler

5 Gedanken zu “Jack Daniels Single Barrel #L-21 11-0314 1-14-11#

    1. Guter Hinweis Hallo wvs,

      bisher ist dieser Bourbon nicht in mein Blickfeld geraten,obwohl er ein erlesen häßliches Label zu haben scheint. 😀

      Seine Wertungen in Jim Murray’s Whisky Bible sind allerdings so gut, dass ein Versuch sicherlich angezeigt ist.
      Leider scheint die ‚bonded‘ Version mit 50% momentan bei den Händlern vergriffen zu sein also wirds dann vermutlich – als Ersteindruck- die (lt. Murray ebenfalls gute) Fassung mit 43%.

      cave
      Augenblicklich ist die gnädigste aller Mses. – die vom Bloedbabbler – zwar sehr nachsichtig mit den etwas über 100 Flaschen Whisky, die das Wohnzimmer invasionsartig in den letzten zwei Jahren erobert haben, aber ich fürchte das bleibt nicht immer so. 😀

      Deshalb muss ich jetzt erst einmal ein wenig wegtrinken, bevor neuer Lebensraum belegt wird; Anfang April gibts -Dank der Reisefertigkeiten des Herrn AausB- schon wieder Nachschub.

      Leider zeigt sich immer deutlicher, dass meine Art des Hydrasammeltrinkens™ einer systematischen Flurbereinigung deutlich entgegensteht.

      Kaum ist eine Buddel weg, kommen dafür zwei neue wie durch Wunderhand an deren Stelle. 😀

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  1. Sehr geehrter Herr Blödbabbler,

    vielen Dank für Ihre obigen Verkostungsnotizen, die ich mit Interesse gelesen und die mich erfolgreich vom Kauf dieser Flasche abgehalten haben. Wann werden Sie den von Ihnen erwähnten Artikel zum Gentleman Jack veröffentlichen?

    Für Ihre Antwort danke ich Ihnen im Voraus.

    Mit freundlichen Grüßen

    F. Katz

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    1. Hallo F. Katz, gerne, freut mich wenn jemand meine Notizen liest und sich sogar danach richtet.

      Allerdings muss man immer bedenken, dass das nur mein höchsteigenes ganz subjektives Empfinden ist, eventuell schmeckt Ihnen ja -trotz meines eigentlich guten Urteils- der J.D. S.B..

      Bei Single Barrel-Abfüllungen könnte ja durchaus eine Bandbreite vorhanden sein, bei der die nächste Flasche bereits (deutlich) anders schmeckt.

      Zum Gentleman Jack, der- soviel habe ich ja bereits in obigem Artikel angedeutet- in meinen Augen ’schlechter‘ war, als der Single Barrel, werde ich jetzt im Juli kommen. Dann ist gut die Hälfte davon den Testerrachen hinuntergelaufen und die vorläufigen Notizen werden zu endgültigen.
      Da er mir allerdings nicht wirklich gut schmeckt, schiebe ich das feige immer wieder ein wenig vor mir her. Ihr Kommentar ist mir nun jedoch Befehl mich in der nächste Woche nochmals an diesem Getränk aus Tennessee zu versuchen. Näheres dann in Kürze.

      Ihnen Ihr Blödbabbler

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