Speyside 18 (2011)

Der zweite Lidl Whisky aus dem Weihnachtsverkauf 2011 ist der 18 jährige Single Malt mit dem vielsagenden Namen Speyside Single Malt Scotch Whisky (18).
Auch dies ein (Handels-)Name, der nichts mit der „The Speyside Distillerie“ zu tun hat.
Speyside Single Malt Scotch Whisky 18 (Lidl 2011) Flasche
Wie sein kleiner Bruder im Regal, der Ben Bracken 12, kostete der unter 20 Euro, ich kaufte ihn für sagenhafte 16,99 Euro, denn Lidl senkte seinen Ursprungspreis, nachdem Aldi seinen Blackstone 18 für eben weniger als diesen anbot.

Weniger als ein Euro für jedes Jahr der Reife, wo gibt’s denn so was?
Selbst der ‚billige‘ 18 jährige Whiskys aus den Trögen von Loch Lomond kostet derer 2 Euro pro Reifungsjahr.
Was erwartete ich mir davon?
Wie schon beim Ben Bracken 12 und dem Blackstone 18 nicht viel, niedrige Erwartungshaltung und ein entspanntes –für den Preis kann man eigentlich nicht viel erhoffen, so altersmäßig- ließen es mich locker angehen.

Wie auch bei seinem kleinen Brüderchen im Regal ist sein Aroma nicht sehr intensiv, eher mild, sandelholzig und blumig.
Auch nix wirklich dolles, aber trotzdem auch ganz sicher nicht abstoßend.

Im Mund merkt man dann die paar Jahre mehr im Eichenfass; es finden sich bittere und würzige Töne, alles wirkt ein wenig ölig aber mit netter Süße.
Nicht wirklich rund, aber das bittere Element findet im süßen Gegenpart einen würdigen Pol und stört nicht.

Auch dieser Whisky ist schneller weg, als man „dram!“ rufen kann.
Geschmacklich findet sich sanfte Bitterkeit und eben noch etwas Süße.
Die Lippen sind leicht fettig oder ölig da bin ich mir nicht ganz sicher, aber so erspart der dram „Speyside 18“ nebenbei noch ein kostspieliges Lippenpflegeprodukt – wenn das man kein angenehmer Nebeneffekt ist.

Mir gefiel der „Speyside 18“ ganz gut, allerdings einen Hauch weniger, als sein kleiner Bruder der Ben Bracken 12, dennoch erhält er die gleiche Note, da meine nächstniedrigere Stufe deutlich zu schlecht wäre.
Der war in seiner einfachen Art deutlich süffiger und weniger eichenlastig, ja, ja ich weiß, dass Whisky mit der Dauer im Fass dazu neigen kann bitterer zu werden.
Hier war es ja auch durchaus erträglich, im Gegensatz zum Blackstone 18, bei dem ich noch gar nicht weiß, ob ich da meine Notes veröffentlichen will.

Dennoch, war auch der Discounter Whisky für seinen Preis ein brauchbarer Sommerbegleiter, nicht sonderlich schwer, nicht wirklich komplex, nichts was mich an einem lauen Abend überfordert oder meine Aufmerksamkeit zu stark gebunden hätte. Und mal ehrlich, hin und wieder will man doch genau so etwas.

Wertung Single Malt
Speyside Single Malt Scotch Whisky 18 (Lidl 2011)

Geschmack: bis

Preis-/Leistungsverhältnis:

Fazit: Auch den „Speysider 18“ gabs in einer Neuauflage zu Weihnachten 2012 und es wird ihn vermutlich 2013 wieder geben. In den Foren der Whiskymenschen gibt’s dann immer ganz aufgeregtes, abgeklärtes und abschätzendes Rauschen ob der dieses Jahr wieder so ist, ob man den kaufen sollte, was sich wohl für eine Destille dahinter verbirgt und wieso ein Whisky der nicht mindestens 50 Euro kostet und den Namen Ardbeg auf dem Label trägt nichts taugen kann. Meine Erfahrung zeigt, man kann auch durchaus mit einem ‚billigen‘ 18 jährigen Discounter seinen Spaß haben, wenn man nicht erwartet, dass sich die Erde dadurch rückwärts dreht.

Ihnen Ihr Blödbabbler

Rating-Info
6 Perfekt – 5 Wunderbar – 4 Lecker – 3 Gut – 2 Brauchbar – 1 Widerlich – 0 Fußbad

Ein Gedanke zu “Speyside 18 (2011)

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