Caol Ila 1983 double matured

Mein bisher teuerster Whisky war eine Anschaffung auf der Whiskymesse in Aschaffenburg im Winter 2011.
Ein Caol Ila 1983 aus Fass # 4799 der noch einen kleinen Zeitraum in einem 20 Liter Limousin Eichenfass gefinisht wurde.
Er hatte 54,4% Alkohol und ich leistete mir eine 0,2 Liter Abfüllung für – ich glaube – 27 Euro; der 0,7 Liter Flaschenpreis war -wenn ich mich recht entsinne- um die 85 Euro.
Caol Ila 1983 Flasche
Kurz zuvor hatte ich auf der Messe eine Einzelfassabfüllung eines ebenfalls 27 Jahren alten Caol Ila probiert, der mir ebenfalls zugesagt hatte.

Das Problem bei Messeverkostungen ist imho, viele Menschen, andere Gerüche als daheim und natürlich meist deutlich mehr unterschiedliche Whiskys die man verkostet.
Alles immer ein wenig unruhig, irgendwie ist man immer auf der Jagd.
In meinen Augen ein schlechtes Umfeld für ‚ernsthaftes‘ Verkosten.
Allerdings kommt man dort relativ einfach –meist zu einem akzeptablen Preis- in die Möglichkeit, eben zu probieren, wonach es einen verlangt.
Ich bin da immer etwas zwiegespalten, aber man kann sich ja vom –vor Ort- probierten Stoff noch was für daheim einpacken lassen.
So auch hier.
Ich verkostete den Caol Ila 1983 direkt vom Fass, sozusagen und er mundete mir gut; Geruch wie aus einer Schiffsbilge, Geschmack nach Schmieröl gelöst in salzigem Wasser, ein Caol Ila fürwahr. 😀

Nachdem ich mich zuhause, er war zurückgelegt für –eine besondere Gelegenheit- endlich dranmachte, hatte er leider –zumindest in meiner Erinnerung- deutlich an Aroma verloren. Eventuell mein Fehler, oder ich war bereits zu enthemmt, als ich ihn auf der Messe verkostete.

So hatte ich nur noch einen schwachen Bilgegeruch, ganz wenig Rauch -fast schon keiner mehr- und ein wenig süßliche Karamellbonbons beim etwas enttäuschten Schnuffeln in der Nase.
Das war deutlich mehr in Aschaffenburg, eventuell bekam dem Whisky die Wartezeit in der kleinen 0,2 Liter Flasche nicht, wer weiß.
Die Nase war immer noch nett, aber leider nicht mehr so *geil* wie ich mich erinnerte.

Im Mund zeigt sich die lange Reifezeit, eventuell auch das frische Kleinfass der Nachreifung, deutlich Eiche, würzig, trocken.
Die Süße ist leicht, erst Karamell, dann Honig.
Anflüge von Zimt und leichter Zitrusgeschmack finden auch noch ihren Weg.
Geschmacklich finde ich den klasse, das ganze harmoniert sehr schön und macht ihn gut trinkbar.

Der Abgang ist lang und trocken, dabei etwas bitter und dagegen stehend noch ein Hauch süßes Karamellaroma.

Ein interessanter Whisky, den ich vermutlich schneller, also früher hätte trinken sollen.
Dennoch auch nachdem er scheinbar an Aroma verloren hat, noch wirklich gut.
Allerdings gönne ich mir jetzt erstmal wieder die Preisrange bis 60 Euro und nicht mehr die ab 85 aufwärts. 😉

Wertung Single Malt
Caol Ila 1983 double matured

Geschmack: bis

Preis-/Leistungsverhältnis:

Der Whisky hat leider ein Fass verloren, während er auf mich Blödi gewartet hat, mein dämlicher Fehler. *hmpf*

Fazit: Nettes Experiment, guter bis leckerer Whisky, aber für mein Portemonnaie und die Preishemmschwelle in meinem Kopf ’noch‘ zu teuer. Dennoch mal weiter beobachten was es in 2013 gibt.

Ihnen Ihr Blödbabbler

Rating-Info
6 Perfekt – 5 Wunderbar – 4 Lecker – 3 Gut – 2 Brauchbar – 1 Widerlich – 0 Fußbad

Ein Gedanke zu “Caol Ila 1983 double matured

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