Amrut Single Malt

Der heutige Testkandidat stammt mal nicht von den Schotten oder den Iren, sondern kommt aus Indien, genauer, aus der Destillerie Amrut.
Von Amrut habe ich schon den Amrut Fusion getestet und für gut befunden, der getestete Single Malt ist deren Einsteigerschnaps im Sortiment.

Meine Buddel(n) lief(en) mir beim hiesigen Getränkehändler über den Weg, der sich inzwischen ein nettes Sortiment an Whiskys auf Halde gelegt hat.
Wie es der glückliche Umstand wollte war die Flasche auch noch billiger zu haben, als bei den üblichen Verdächtigen im Internet, nämlich für knappe 29 Euro.
Im Netz kostet der bei den meisten seriösen Händlern um die 32 Euro für die 0,7 Liter Flasche (Nachtrag: hoppla eben bei einem vertrauenswürdigen Händler im Netz den Amrut SM für 29.50 gesehen).
Amrut Single Malt Flasche
Deshalb an dieser Stelle mal der Hinweis: haltet die Augen immer schön offen und guckt ruhig auch mal beim Händler vor Ort nach Whisky.
Meist ist der gar nicht deutlich teurer als bei den Verschickern, einige sind sogar deutlich billiger zu haben, bspw. Jim Beam Yellow oder auch ein Four Roses Bourbon.
Bei unserem um die Ecke erstand ich bspw. einen Nikka Pure Malt Black für 4 Euro weniger, als der billigste Versender ihn mir feilbot.
Kurzum, guckt und kauft ruhig mal bei euren lokalen Händlern, stärkt den Handel vor Ort; man hat die Buddel gleich und wenn man mag dann kann man mit dem Mann vor Ort noch ein wenig fachsimpeln oder Anregungen für zukünftige Einkäufe abgeben.
Gerade in unserem Hobby schwanken die Preise zum Teil erheblich zwischen den einzelnen Händlern, unterschiedlichen Flaschen und Abfüllungen – Vergleichen und dann bewusst kaufen ist sicherlich, bei den ohnehin satten Preisen für Whisky, immer ein guter Rat.

Aber zurück zu Amrut.
Durch das deutlich wärmere Klima in Indien, reifen die Whiskys deutlich schneller, als im sonnigen weniger von der Sonne verwöhnten Schottland(obwohl ich immer einen Sonnenbrand bekommen habe, so ich dort urlaubte und ich auch meist >75% Sonnentage hatte), sodass auch junge und jüngere NAS Whiskys einen Reifegrad aufweisen können, wie man ihn von schottischen erst nach 10,12 oder 15 Jahren erwartet.

Der Amrut Single Mal ist ohne Altersangabe und kommt in diversen Batches (schlauerweise habe ich vergessen meine getesteten von der Flasche abzuschreiben, sie wurden jedoch September 2012 abgefüllt), die allesamt mit anständigen 46% , nicht kühlgefiltert und mit naturbelassener Farbe abgefüllt werden, daher.

Die stabile Metalltube mit ihren erdfarbenen Tönen rundet den positiven Gesamteindruck an, auch erfreut mich immer ein kleiner Beileger in der Tube, der mich mit dem Gesamtsortiment vertraut macht.

In der Nase finden sich neben einer leichten Grasnote auch frische Zitrusfrucht, ein feines Honigaroma und etwas klebriger Karamellduft. Lecker und leicht, mit anfänglich sanftem Alkoholstich.

Im Mund ist der Amrut Single Malt samtig, mit einer Schaufel lecker süßem Honig auf den dann eine sandelholzartige Note folgt.
Der Amrut ist durchaus stark und würzig, hier macht sich der Holzeinfluss deutlich bemerkbar, eine leichte, schöne bittere Note und etwas Lakritz spielen auch noch mit und erfreuen des Testers Geschmacksnerven.

Der Abgang ist deutlich warm, die Zunge pelzt etwas auf und im Mund überwiegt eine Mischung aus Süße und Würze, die relativ lang stehen bleibt.

Hjjamm. Sowohl der Amrut Fusion, als auch der Einstiegs Single Malt haben mich restlos von dieser Destillerie begeistert.
Leider haben die Preise für die anderen Whiskys aus dem Sortiment zum Teil schon böse angezogen bzw. halten ein eher ambitioniertes Niveau, sodass vermutlich hier erstmal Schluss ist mit meinen Test zu indischen Whiskys.
Ich mache ja einiges mit, aber eben nicht alles und es gibt noch ne ganze Menge andere Destillerien zu entdecken, deren Erzeugnisse zu verkosten und sich an guten Preisen zu erfreuen.
Wobei der Amrut peated und der Cask Strenght noch im Rahmen bleiben, wenn man sich eben nicht am fehlenden Alter im Verhältnis zum Preis stört.

Nachdem bei meinem Getränkehändler vor Ort die Lage Amrut (12 Flaschen, von denen ich alleine zwei kaufte) aufgebraucht waren hat er zwar Nachschub beigeschafft, aber auch gleich mal den Preis um ein paar Euro angehoben. Nun kostet er soviel wie bei den Onlineversendern und wird erstmal nicht mehr nachgekauft.
Doch man sollte sich nicht von meiner Entscheidung beeinflussen lassen; auch für den Preis von 32 Euro ist der Amrut Single Malt ein klarer Kauf für jeden der mal was außer der (Irland/Schottland/USA) Reihe probieren möchte; und der Preis ist noch immer gut und fair.
Die, von denen ich spreche liegen deutlich jenseits der 50 Euro Marke und das finde ich schon bei Ardbeg und Konsorten deutlich übertrieben.

Wertung Single Malt
Amrut ‘Single Malt’

Geschmack:

Preis-/Leistungsverhältnis:

Fazit:Der Einsteiger Single Mal aus dem indischen Hause Amrut ist trotz fehlendem Alter ein sehr guter, nicht zu komplexer Whisky der sicherlich sein Geld wert ist. Wer auf der Suche nach etwas neben den üblichen Vertretern aus Schottland, Irland oder den USA ist, macht damit nichts verkehrt, wer allerdings auf mehr Komplexität steht, dem sei zum Amrut Fusion geraten.

Ihnen Ihr Blödbabbler

Rating-Info
6 Perfekt – 5 Wunderbar – 4 Lecker – 3 Gut – 2 Brauchbar – 1 Widerlich – 0 Fußbad

Ein Gedanke zu “Amrut Single Malt

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