Blackstone 18

Im Winter 2011 gab es bei Aldi einen 18 jährigen Speyside Whisky, für round about 16 Euro
Die Discounterkonkurrenz von Lidl hatte zeitgleich einen 12 und einen 18 jährigen Speysider aufgefahren, zu denen ich hier und hier schon etwas geschrieben habe.
Da die beiden von Lidl erstandenen Whiskys inzwischen schon lange leer sind, der von Blackstone 18 von Aldi jedoch noch nicht mal halb geleert wurde, zeigt sich bereits, das für mich mit diesem etwas nicht ganz passte.
Blackstone 18 Flasche
Die Flasche weist den Blackstone 18 als 40% Vertreter seiner Zunft aus, der Hinweis auf die Zweifachdestillation geht an die Holzköpfe Unwissenden, die nicht wissen, dass der meiste schottische Whisky (mindestens) zweifach gebrannt wird.
Ausnahmen sind bspw. Auchentoshan (dreifach) und Springbank(2,5 fach).
Das der Whisky in Eichenfässern gelagert wurde ist nun auch nicht sehr überraschend, dürfte er sich doch sonst nicht Whisky nennen.
Kurzum das Label strotzt vor Marketingblablubb der aussageleeren Art, wenn es denn überhaupt anderes Marketinggewäsch geben sollte. 😉

In der Nase ist der Blackstone 18 wachsig mit einem leichten Hauch Pfirsich – durchaus nicht unangenehm.

Im Mund ist er dann ölig, süß und pelzt die Zunge etwas auf.
Was aber ein echtes Problem ist, ist der extrem starke Holzeinfluss, der ihn leider gallebitter werden lässt.
Der erste Eindruck ist wirklich gut, der süße, leichte und ölige Geschmack trifft die Zunge und man denkt – o.k. ein sanfter Speysider business as usual– aber die bittere Keule schlägt dann wuchtig aufs Gemüt und die Geschmacksnerven ein.

Wenig überraschend ist die brutale Bitterkeit auch im Abgang dermaßen dominant, das man sich wünscht, man hätte einen Karamellbonbon in der Nähe um das galleähnliche Geschmacksdesaster zu neutralisieren. Bah, so ein fieser Fasseinfluss ist mir bisher noch nicht untergekommen. Wenn ich beim Storm über etwas Bitterkeit geschimpft habe, war das wie ein Honigdrops im Vergleich hierzu. Der Geschmack ist so gemein, das es mir nicht gelungen ist, bisher mehr als einen dram davon zu trinken.

Hier wurde ein durchaus nicht schlechter Whisky durch die Lagerung und die miese Fassauswahl schlicht ruiniert.

Allerdings gab es scheinbar zwei unterschiedliche Chargen im Handel, denn der von der Frau IausF gekaufte Blackstone 18 hatte diese extreme Bitterkeit nicht, sondern war ein einfacher und trinkbarer Speysider, ähnliches konnte man in den einschlägigen Foren lesen.
Tjo, da hab ich mal in die Kagge gegriffen Pech gehabt – echt bitter, im wahrsten Sinne des Wortes.

In den Folgejahren habe ich mir, auch, weil einfach so viele andere Flaschen meiner Obhut bedurften, keine Discounter Whiskys mehr um die Weihnachtszeit gekauft.
Manchmal mag ich eben einfach ‚wissen‘ was ich für mein Geld bekomme und nicht selbiges für einen Whisky der Marke ‚Surprise‘ spekulativ anlegen.

Dennoch ließ sich als Fazit der drei getesteten Discounterwhiskys festhalten: bei Discounter verkaufte Whiskyware muss nicht zwangsläufig schlecht oder von minderer Qualität sein, ein Festival der Sinne wird es aber meiner Einschätzung nach auch eher selten.

Wertung Single Malt
Blackstone 18 (2011)

Geschmack: bis

Preis-/Leistungsverhältnis:

Fazit: Schade, hier wurde ein passabler Speysider durch wirklich schlechte Fässer ruiniert, selbst der billige Preis rechtfertigte den Kauf nicht.

Ihnen Ihr Blödbabbler

Rating-Info
6 Perfekt – 5 Wunderbar – 4 Lecker – 3 Gut – 2 Brauchbar – 1 Widerlich – 0 Fußbad

3 Gedanken zu “Blackstone 18

  1. Es freut mich hier gleich mehrere Besprechungen zu ihrem Hobby zu lesen.
    Von der Sache an sich (!) verstehe ich nichts. deute aber die Fülle als Beweis dafür, dass Sie auf dem Weg zur Wiederherstellung schon sehr weit vorangekommen sind.
    Gratulation.

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    1. Leider, sind das meiste… … Texte zu Whiskys die schon eine ganze Weile darauf warten ins Netz gestellt zu werden.
      ‚Ernsthaftes‘ neues Testen ist mit der immer noch aktiven Kribbelzunge und dem fehlenden 3D Mundgefühl schwer, wenn gleich ich dennoch natürlich daran arbeite. 😉

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