Big Peat Xmas 2012

Wieder mal ist Weihnachten vorbei, die Menschen werden allmählich gelassener und auch friedlicher im Umgang miteinander, kurzum der Konsumstress beginnt von Ihnen abzufallen.
Und so, wie der hausgemachte Familienstress jedes Jahr aufs Neue vor der Tür steht, so gibt es inzwischen bereits das dritte Jahr in Folge vom Big Peat eine sogenannte Christmas Edition.

Leider hänge ich ein gutes Jahr hinterher, so dass es nicht der Big Peat Weihnachten 2013 ist -denn der steht noch brav verschlossen im Regal- , sondern der Big Peat Christmas Edition 2012, den ich hier heute vorstelle.
Kurz noch für jene, denen das Konzept vom Big Peat nicht bekannt ist, ein paar erläuternde Worte.
Big Peat Xmas 2012 Flasche
Der ‚gewöhnliche ‚Big Peat ist ein aus verschiedenen Single Malts zusammengemischter Whisky, ein sogenannter Blended Malt.
Er wird aus Ardbeg, Caol Ila, Bowmore und Port Ellen kreiert, wobei die Anteile von Port Ellen, aber vermutlich auch Ardbeg eher in geringerem Maße ihren Weg ins Endergebnis gefunden haben dürften, der (relativen) Seltenheit oder dem Geschäftssinn dieser beiden Marken halber.
Der ’normale‘ Big Peat wird mit anständigen 46% abgefüllt und mit einer comicartigen Figur beworben.
Nachdem sich anscheinend -wenn man am steigenden Preis etwas ablesen kann oder will- der Big Peat gut verkauft, was bei dem Gebotenen nicht verwundert, kamen die Strategen auf die Idee zu Weihnachten eine Sonderedition herauszubringen.
Erstmalig im Jahr 2011 erschien mit 57,8% Abfüllung der rüpelige Big Peat in der Weihnachtsedition, als sinnvoller Christkindersatz für Freunde des rauchigen Geschmackserlebnisses.
Mit deutlich höherem Preis – im Vergleich zur Standardabfüllung – spielt er in der Anschaffung in der Ardbeg Uigeadail Liga und kostet damals mithin so zwischen 56 und 60 Euro je nach Händler.
Der Testballon scheint hoch genug gestiegen zu sein, sodass in den Folgejahren weitere Weihnachtsabfüllungen auf dem Markt erschienen.

Der erste Xmas Big Peat von 2011 fand in meinem Bekanntenkreis ein eher ernüchterndes Echos, beim gemeinsamen Verkosten fanden wir den alle gesegnet mit „Zuviel von allem“, alkoholisch und eindimensional rauchig hin zur verbrennenden Teerpappe.
Der werte Herr EausH rankte ihn sogar unter dem Loch Lomond NAS wie man hier nachlesen kann. m(
Erst im Laufe der Zeit gelang es mir mich dem ruppigen Kerl zu nähern, und siehe da, nach ungefähr der Hälfte der Flasche (nicht auf einmal, sonst wäre das kein Wunder, denn bohnenvoll leidet die Kritikfähigkeit doch enorm 😀 )war ich schlagartig sehr angetan.
Aber auch mit dem Ardbeg 10 hatte ich ja zu Anfang meine Probleme, wurde ich nicht richtig warm mit ihm, bis dann der Knoten platzte und ich mich in den Geschmack nahezu verliebte.
So auch hier, beim Big Peat Xmas 2011.
Die -ursprünglich bemängelten Anstößigkeiten hatten sich hin zu einem herrlich Spaß bringenden Whisky gewandelt. Aber genug vom 2011, hier und heute geht es um den Big Peat Xmas Edition 2012.

Mit anständigen 53,6% abgefüllt, als Small Batch Cask Strenght tituliert, steht der Big Peat auf festen Beinen.
Wenn das Small Batch allerdings nicht mehr mit Wasser verdünnt wurde, wogegen der Zusatz Cask Strenght spricht, sollten trotz der Absenz einer Altersangabe dennoch einige ältere Whiskys onboard sein, denn sonst läge der Alkoholgehalt vermutlich höher wie noch im Vorjahr.

Der Big Peat Xmas 2012 ist in der Nase überraschend mild, sogar sehr mild mit Honig und dem unvermeidlichen Rauch, der aber weniger wuchtig daherkommt, als man es vom ’normalen‘ Big Peat gewohnt ist.
Die Nase ist gut, aber nicht wirklich spektakulär, sodass ich mich zügig an den Geschmackstest machen kann.

Für seine 53,6% ist der Whisky überraschend mild auf der Zunge, trotzdem machen die % natürlich die Mundhöhle angenehm warm.
Er ist süß, eher Honig als Karamell, nur leicht teerig -dennoch ist dies der dominante Eindruck- und etwas trocken.
Ein sehr stimmiger Geschmackseindruck, bei dem sich die Süße sehr gut mit der Teerigkeit verbindet, aber die ganz medizinische Note á la eitriger Jodverband stellt sich nicht ein. Ist eben kein Laphroaig mit drin. 😉

Im Abgang bleibt der Big Peat Xmas 2012 warm und süß, der Geschmack heftet sich teerpappenartig an die Geschmacksknospen und verweilt dort, bis man wieder aufwacht oder sich mit einem Zungenschaber vor dem Frühstück der klebrigen Reste entledigt.
Trotz der Intensität mit der der Big Peat den Schlund teert, ist diese Note dabei nie sonderlich aufdringlich oder störend, sondern immer ein gut eingebundener Teil eines wirklich schönes Ganzen.

Sehr lecker.

Eben gerade, als ich das hier schreibe, mal nachgeguckt: bei den meisten Händlern ist er im Jahre 2014 -nicht wirklich erstaunlich- vergriffen.
Doch dort, wo er noch erhältlich ist, gibt es ihn bspw. gerade im Angebot für knapp unter 50 oder als ‚Normalpreis‘ bei anderen Händlern für knappe 55 Euro.

Wertung Blended Malt
Big Peat ‚Xmas Edition 2012‘

Geschmack:

Preis-/Leistungsverhältnis:

Fazit: Wie auch sein Vorgänger ein gutes, angenehm- rauchiges Single Malt Amalgam von der Insel Islay. Wer sich nicht daran stört, dass es die 2012 er Ausgabe ist, kann sich momentan -wenn er gut guckt- für 50 Euro einen leckeren Stoff ins Haus holen. Immerhin hat mich der 2012 so wuschig gemacht, dass ich mir auch die 2013er Fassung geholt habe. Mal sehn, wann ich dazu komme den zu testen, und ob es weiterhin eine sichere Bank bleibt sich den Big Peat in Fassstärke einmal im Jahr für deutlich mehr Geld ins Haus zu holen, oder ob man sein Geld lieber weiter wandern lässt. Mit dem 2012 macht man imho nichts falsch.

Ihnen Ihr Blödbabbler

Rating-Info
6 Perfekt – 5 Wunderbar – 4 Lecker – 3 Gut – 2 Brauchbar – 1 Widerlich – 0 Fußbad

Ein Gedanke zu “Big Peat Xmas 2012

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