Tullibardine 1993 Vintage

Ich gesteh es, ich habe ein Faible für solche Destillerien, die nicht so im Fokus der meisten Whiskytrinker liegen, Brennereinen die quasi ungehypted daherkommen.
Die ‚Schmuddelkinder‘ abseits des Scheinwerferlichts prasselnder Marketingstrategen.

Ich war entzückt, als ich den „Aged oak edition“ aus dem Hause Tullibardine probierte und habe mir vorgenommen, deren Angebote in Zukunft öfter im Regal zu haben.
Hier geht es um einen Whisky der im Jahr 1993, also noch vor der vorübergehenden Schließung gebrannt wurde und der bis zu seiner Abfüllung im Jahr 2011, *denk‘, denk’* also 18 Jahre lang, reifen durfte.
Leider ist das Label und die Rückseite uninformativ in Bezug auf den Inhalt und wälzt sich lieber in Allgemeinplätzen zur Destillerie und dem verwendeten Wasser. Schade.
Tullibardine 1993 Vintage Flasche
Aber genug gejammert; die stabile Papptube ist von schlanker, eleganter Art in einem schönen marineblauen Farbton gehalten und mit schnörkeligen Schriftzügen auf dem Etikett passend beschriftet.
Meine Flasche wurde bei einem Wochenendtrip zu den Freunden im benachbarten Ausland für 25,79 Euro die 0,7 Liter Flasche eingepackt.
Bei den üblichen Verdächtigen im Internetbezug kostet sie in Deutschland um die 36-37 Euro, scheint aber gerade auszulaufen, was den Preis unter Umständen noch unschöner gestalten kann.
Wenn man allerdings überlegt, dass es sich um einen 18 Jahre alten Whisky handelt, dann ist der neben solchen ‚Highlights‘ wie einem Loch Lomond 18 ein sehr günstiger volljähriger Schnaps.
Wie schon beim „Aged oak edition“ steht das Motto der Destillerie:“fine, rare, smooth & mellow“ nicht umsonst auf dem Label.

In der Nase sammelt sich ein sanftes Aroma, leichtes Hefearoma, süß und fruchtig geht es zur Sache und ein Schlag Karamell rundet das sehr leckere Geruchserlebnis ab.

Im Mund ist er zuerst ungewohnt würzig und trocken, hier machen sich die 18 Jahre im Fass bemerkbar.
Dabei ist er dennoch seidig und ein wenig fettig und hat den Knospen eine schöne Menge Vanille anzubieten.
Während die milde Süße noch im Mund steht, schiebt sich dann ein wenig Bitterkeit dazu.

Sein Abgang ist warm, ebenfalls sanft und süß wobei das leicht bittere Element im Rachen kleben bleibt.
Die Zunge pelzt ebenfalls ein wenig auf und der Gaumen wird trocken.
Etwas, was ich bei der weichen und seidigen Art nicht direkt erwartet hätte.
Aber die beschriebene Trockenheit, die Bitterkeit und das Aufpelzen sind nie wirklich störend, sondern machen den Genuss etwas breiter und tiefer.
Klingt komisch, ist komisch und dennoch wahr.
Insgesamt ist der Geschmack rund und sehr schön, der Tullibardine 1993 ist ein angenehmer leichter Begleiter der eleganten Art (wenn auch nicht so gentle wie Tomintoul) dem man anmerkt, dass er länger vom -eher nicht Firstfill- Fass seine Tannine saugen durfte.

Auch der zweite Whisky aus der Destillerie Tullibardine hat mich positiv überrascht.
Leckerer Stoff zu einem sehr guten Preis, was will man mehr?

Wertung Single Malt
Tullibardine 1993 Vintage

Geschmack:

Preis-/Leistungsverhältnis:

Fazit: Ich gestehe es, ich bin ein Fan von Tullibardine. Der alte Vintage 1993 schmeckt mir lecker, genauso wie der deutlich jüngere ’neue‘ Stoff der in den „Aged oak“ seinen Weg gefunden hat. Auf die Gefahr hin, das die raren Bestände sich mehr ausdünnen, ein klarer Kauftipp meinerseits.

Ihnen Ihr Blödbabbler

Rating-Info
6 Perfekt – 5 Wunderbar – 4 Lecker – 3 Gut – 2 Brauchbar – 1 Widerlich – 0 Fußbad

2 Gedanken zu “Tullibardine 1993 Vintage

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