Bowmore Legend

Aus der Destillerie Bowmore von der Insel Islay stammt der heutige Whisky, den man als deren alterslosen Einsteiger betrachten könnte, wenn es nicht noch den Surf gäbe, der noch weniger kostet.
Den Surf, der ursprünglichem dem Travel Value zugedacht war und in meinen Augen und meinem Mund nicht so gut wegkam, sollte man imho überspringen, wenn man sich an einen alterslosen Bowmore herantrauen möchte.
Denn, der heutige Testkandidat ist bei ähnlichem Preis ein wesentlich angenehmerer fellow.
Ich habe bisher von Bowmore den Surf, den Legend, den 12 jährigen, den Enigma und den 15 jährigen Mariner getrunken und auch verkostet.
Der Enigma ist in meinen Augen ein sehr unsynchronisierter Whisky, Rauch und Sherry stehen sinnfrei nebeneinander, ergänzen sich nicht und harmonieren auch nicht miteinander.
Der zwölfjährige ist ein guter, süffiger und leckerer Bowmore, der sich zum Enigma ungefähr so verhält, wie der Legend zum Surf.
Der 15 jährige Mariner ist ein geiles Stöffchen, der machte einfach nur Spaß und ist sicherlich definitiv underrated in Murrays Whisky Bible.
Bowmore 'Legend' Flasche
Aber zurück zum Bowmore Legend.
In vielen, wenn nicht den meisten Onlineshops wird dem Bowmore Legend ein Sherryfass Symbol angeheftet, woher dieses Wissen kommt, entzieht sich mir.
Auf der Verpackung und auch bei Bowmore selbst ist die Rede von „a selection of the finest bourbon barrels„, kein Wort von Sherryfässern weit und breit.
Ich behaupte mal: da ist kein Sherryfass dabei, die müssen schließlich die schlechten merkwürdigen Sherryfässer doch alle in den Enigma kippen. 😉
Der Legend kommt in der typischen Bowmore Flasche die immer wirkt als verschlanke sie sich nach unten, ein wenig wie das ominöse Schulterarsch-Dreieck bei ‚richtigen‘ Männern. 😀
Er steckt in einer relativ stabilen Pappschachtel, wurde mit 40% Alkohol und unter Zuhilfenahme einer Schippe voll E150a farblich für die Doofen angeglichen und per Kühlfilterung kaltgemacht.
Meine Flasche stammte aus 2013 und kostete um die 23 Euro, inzwischen bei den meisten Händlern um die 25.

In der Nase findet sich leichter Rauch und ein süßer Hauch irgendwas, durchaus angenehm.

Im Mund wirkt er zuerst leicht wässrig und sollte definitiv nicht noch durch Wasserzugabe ‚aufgeschlossen‘ werden, zumindest nicht wenn man ihn danach noch trinken will.
Er ist sehr weich und mild, süßer Honig der sehr lecker das Maul feucht macht ergänzt sich harmonisch mit trockenem Rauch und einer sanften Würzigkeit.
Der Bowmore Legend ist überraschen gut ausbalanciert für einen vermutlich eher jungen Whisky.
Der Abgang ist dann warm, trocken mit Rauch, etwas Holzwürze und einem guten Anteil Süße. Leider pelzt die Zunge etwas auf, man sollte sich also zwischen zwei drams ein wenig Ruhe und einen guten Schluck blasenfreies Wasser gönnen.
Insgesamt verharrt der Legend eher lang bis er sich geschlagen gibt im Mundraum. Sehr gut!

Ich war und bin -beim aufgerufenen Preis- sehr angenehm überrascht vom Bowmore Legend.
Ein angenehm süffiger und wunderbar ausbalancierter, dabei nicht zu rauchiger Whisky aus den Trögen von Bowmore.
Die Flasche war, nur falls Herr Lo nachfragen sollte, ursprünglich voller und wird gewöhnlich auch so bei den Händlern feilgeboten. 😀
Da sie aber verdammt lecker war, neigte sie sich der Neige deutlich schneller zu als ich den Auslöser drücken konnte.

Wertung Single Malt
Bowmore ‚Legend‘

Geschmack:

Preis-/Leistungsverhältnis:

Fazit: Ein sehr süffiger und überraschend gut harmonisierter Einsteigerwhisky aus dem Hause Bowmore. Hier bekommt man -wie auch beim 12 jährigen- durchaus was geboten für sein Geld, wenn man denn auf die bowmoreartige Mischung aus Süße und Rauch steht. Murray bezeichnet das ja gerne als „Fisherman’s Friend cough sweet character„, ganz so schlimm finde ich es nicht. 😀 Aber wenn schon Hustenmittel, dann definitiv dieses.

Ihnen Ihr Blödbabbler

Rating-Info
6 Perfekt – 5 Wunderbar – 4 Lecker – 3 Gut – 2 Brauchbar – 1 Widerlich – 0 Fußbad

3 Gedanken zu “Bowmore Legend

  1. Enigma… also deine Einstellung zum Enigma verstehe ich absolut nicht. Vom PLV einer der besten Bowmore, die es leider nicht mehr gibt. Er ist wild, ja das stimmt, aber bietet ein tolles Aroma-Wechselspiel. Jeder Geschmack ist rein subjektiv, aber du sprichst davon, als wäre das Abwasser und das ist völliger Quatsch!!

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    1. Hallo jknoxmc,… … freut mich das dir meine Einschätzung zum Enigma nicht gefällt.
      Denn wir müsse ja nicht alle das gleiche Gesöff mögen. 😉

      Ich hatte den Enigma 2011 das letzte Mal im Glas und da war er genauso wie ich es oben beschreibe – asynchron und das fand ich schlecht.
      Der Herr AausB mochte den Enigma auch gerne, auf sein Anraten hin hatte ich mir die Buddel geholt.

      Dennoch war der -neben dem unsäglichen Surf- tatsächlich bisher der einzige Bowmore der mir nicht gefiel. Deshalb weine ich dem auch keine Träne nach, sondern singe und tanze vielmehr das er nicht mehr auf dem Markt ist, bzw. nur noch zu PLV Mondpreisen.

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