BenRiach 'Birnie Moss'

Aus einer meiner Lieblingsdestillerien, BenRiach, stammt der alterslose Birnie Moss Single Malt.

Birnie Moss ? Nanu, das klingt ähnlich wie der komische Trompetergehilfe Hirnie Mross.
Dabei handelt es sich aber, wie man dankbarerweise auf der Rückseite der stabilen Papptube lesen darf, um ein windswept moorland in der Nähe der Destillerie, welches hier als Namensgeber fungiert.

Die schwarze Tube ist mit einem Feuer, genauer einer Flamme verziert, die dem Ganzen – passend zum heutigen 3. Oktober – ein schwarz – rot – goldenes(naja eigentlich eher gelb-orange)Äußeres verleiht.
Und auch ein schönes: Feuer und Flamme für diesen Staat, ist als Interpretation möglich. 😀
Aber zurück zum Speysider der ganz anderen Art.
BenRiach 'Birnie Moss' Flasche
Der Birnie Moss ist ein junger Whisky ohne Altersangabe, aber er ist wohl auch der erste selbstdestillierte Whisky nach dem Besitzerwechsel; alle anderen BenRiach Whiskys wurden noch aus den lagernden Whiskys vor dieser Zeit abgefüllt.
Mit anständigen 48% wurde der Jungspund auf die Flaschen abgezogen, nicht mit doofer Karamellsuppe gefärbt oder einer Kühlfiltration unterzogen.
Was will man als Freund aktueller Whiskys mehr?
Nun, eventuell noch gutes Aroma, leckeren Geschmack und ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, aber dazu gleich mehr. 🙂
Meine Flasche war elegant gehalten, schmal und hoch – die aktuellen Abfüllungen scheinen inzwischen(?) in den ’normalen‘ BenRiach Flaschen abgefüllt zu werden (oder meine kam aus dem Ausland, da bin ich im Moment etwas unsicher).
Bezahlt habe ich um die 30 Euro, aktuell kostet er zwischen 32 und 34 Euro.

Im Glas sorgen des Single Malt Jünglings Ausdünstungen sofort für Spaß und füttern den olfaktorischen Sinn mit Inhalt.
Surprise, surprise. Er ist leichter, als ich es bei der Anzahl Rauch (man munkelt was von 35 ppm) vermutet hätte, sein Rauch ist eher sanft und nicht aufdringlich.
Es riecht ein wenig nach Tannennadeln und Räucherschinken.
Im Sommer – sofern das Thermometer über 15 Grad hinausgeht – nicht so ein gewolltes Aroma, aber für die Herbstzeit oder den Winter ein feiner Geruch, der -außer man gehört der Religion der Veganiker an- auch das Appetitzentrum zügig anregt. Zumindest meins. :-p

Im Mund ist er dann erdig und leicht moosig -scheint mir die Note von BenRiach zu sein, denn auch beim BenRiach 12 ‚Arumaticus Fumosus‘ ging es aromatisch in diese Richtung. Er ist ein wenig süß, die Süße ist eher Honig als Toffee und der Rauchanteil im Mund schmeckt nach verbranntem Papier. Er ist überraschend mild für seine 48%, auch wenn er der Ms. deutlich zu ‚brennig‘ war, sie spürt den Alkohol meist deutlicher als ich. Wie auch beim ‚Arumaticus Fumosus‘ findet sich eine leichte Harznote. Trotz der pfeffrigen Elemente ist er seidig und hat auch noch ein kleines bisschen Vanille im Hintergrund zu bieten.

Im Abgang ist er dann deutlich warm, ich vermute hier reizen die 48% dann doch die Schleimhäute zum Lachen einer Reaktion.
Es wird holzig und trocken, das Mundgefühl geht in die staubige Richtung. Muss man mögen. Der kleine Klecks Vanille kämpft auf verlorenem Posten.

Wertung Single Malt
BenRiach ‚Birnie Moss intensely peated

Geschmack:
bis
Preis-/Leistungsverhältnis:

Fazit: Ein weiterer leckerer Whisky aus dem Haus BenRiach; wenn deren neue Whiskys alle so werden (und noch besser, falls sie denn deutlich länger reifen dürfen), ist das ein echter Stern am Destilleriehimmel, zumindest für mich. 🙂 Wer eine deutlich rauchige Alternative zu den gewöhnlichen sanften Speysidern sucht, der kann hier blind zuschlagen. Menschen die es milder und seidiger wünschen nehmen stattdessen den Tomintoul ‚with a peaty tang‘ Falsch macht man -sofern man auf deutlichen Rauch im Whisky steht- mit beiden nichts. Wer aber auf der Suche nach einer Harznote ist, der wird -zumindest nach meiner bisherigen Erfahrung bei BenRiach sicher fündig.

Ihnen Ihr Blödbabbler

Rating-Info
6 Perfekt – 5 Wunderbar – 4 Lecker – 3 Gut – 2 Brauchbar – 1 Widerlich – 0 Fußbad

5 Gedanken zu “BenRiach 'Birnie Moss'

  1. Birnie Moss Nicht über das Internet bei Herrn FausF habe ich den Birnie Moss gekauft sondern, weil nicht teurer, im hiesigen Feinkosthandel. Dort befindet sich im üppigen Whiskybereich auch ein Fass mit rd. 15 Flaschen zur Verkostung darauf. Zwei davon lachten mir mit einer 18 entgegen was ich zu schätzen wußte. Ein feiner Service. Der Birnie Moss war schnell gefunden da sein schreckliches Design nicht zu übersehen ist. In Verpackungen mit einer derartigen Flammenhölle befindet sich in der Regel ein Gesöff mit Namen Schlehen Feuer. Abends überraschte mich der Birnie Moss mit heftigstem Rauch. Die genannten 35ppm sind nach meiner Meinung untertrieben. Als jemand der rauchigen Whisky mag sehr angenehm. Rauchnote: Pfadfinder Lagerfeuergeräuchert in der Krankenhausaufnahme. Den Räucherschinken hatte ich auch, nur fehlen mir die Tannennadeln. Einen Anflug tropischer Früchte die BenRiach beschreibt finde ich ebenfalls. Die Brennerei spricht von süßem Speysidetorf. Das halte ich für Marketingblödsinn. Süßer Torf!? Was beim Blödbabbeler im Geschmack als moosig/erdig beschrieben wird kommt bei mir eher als nussig an. Ich hatte einmal einen Pfeifentabak mit Hickorynuss an den mich das Aroma stark erinnert.Im Abgang melden sich die 48% sehr deutlich. Mit wenigen Tropfen Wasser wird der Alkohol deutlich milder wahrgenommen und der sehr schwache Vanilleeindruck wird etwas kräftiger.
    Fast überall im Netz findet man den Hinweis der Birnie Moss sei drei Jahre alt. Vermutlich weil er, drei Jahre nach der Übernahme durch die neuen Besitzer, als erste eigene Abfüllung angekündigt wurde. Ein Rückschluss den ich nicht teile. Die erste eigene Abfüllung kann durchaus auch ältere Fässer aus Lagerbeständen beinhalten. BenRiach sagt nichts von ausschließlich nach der Übernahme
    gebrannten Whisky. Mit drei Jahren allein bekommt man den Geschmack kaum so hin und der Preis
    wäre viel zu hoch.
    Wenn man sich nicht am häßlichen Design stört durchaus Daumen hoch.

    Liken

    1. Sehr schön. 🙂 Schlehenfeuer, stimmt da war was. 😀

      Süßer Torf ist vermutlich sicherlich von einem Marketing-Torfkopf erfunden worden, ich gebe ihnen recht. 😀

      Schade das die Tannennadel nicht in der Assoziation waren, aber immerhin der Schinken. 🙂
      Wobei ich -wenn ich mich recht entsinne- keine Krankenhausnote drin hatte, das phenolische Element war nicht da.

      Ich finde locker im Netz Whiskys die mit drei Jahren abgefüllt deutlich mehr kosten – speziell ein paar deutsche, da kostet dann der halben Liter schon gerne mal 85 Euro. *rolleyes*

      Ist ihre Flasche schlank, wie in meiner Abbildung, oder ist es -wie ich vermute- die Standardflasche von BenRiach?

      Liken

  2. Mein Birnie Moss kam auch in der schlanken Flasche zu mir. Er könnte jedoch schon länger beim Händler im Regal die Leute mit seinem Design erschreckt haben. Im Internet habe ich ihn auch nur in dieser Ausführung gesehen- selbst auf YT im Video des Herrn LausS. Wenn auch deutlich mehr Lagerfeuer hatte ich das Krankenhaus eindeutig auch in der Nase. Für mich eine neue angenehme Rauchnote.
    Deutsch Whisky muss teuer sein. Wie sollen die Obstlerbrenner sonst je zu einer Potstill kommen.

    Liken

    1. Wie sagte schon der alte… Horkheimer Max:“Wer aber vom Obstler nicht reden will, der schweige auch beim Potstill“, oder so ähnlich.

      Bei den meisten einigen Händlern (ungefähr 50%) ist er inzwischen in der normalen BenRiach Buddel abgebildet, auch im Shop von Frau TausS. *eg*
      Es gibt keinen Grund für deutschen dreijährigen Whisky den Preis eines 21 jährigen Schotten zu bezahlen, zumindest nach meiner Einschätzung.
      Auch beim Rum habe ich mich gerade dagegen entschieden einem fleissigen Destilleriebetreiber aus dem Spessart, der ein durchaus nettes Konzept verfolgt – ein Segelschiff liefert co2 neutral Biomelasse aus der Dom Rep an und er veredelt dann diesen Rohstoff zu Rum – sein Produkt abzukaufen.
      Obwohl ich seinen Gin schätze – und auch hier stehen habe und seinen ersten Rum bei ihm vor Ort gekauft habe, eine Verdoppelung des Preises auf knapp 100 Euro pro Liter für 40% Rum sind nicht mein Fall. Da bekomme ich 20+ jährige Rums der feinen Sorte und nicht einen einjährigen dafür.
      Also auch dort ein drastischer Preis, den ich nicht bereit bin zu bezahlen; ähnlich den Whiskyprodukten aus der Uckermark.
      Aber es werden sich sicherlich genug Sammler oder anderes Spekulanten finden die da zuschlagen, oder halt die, die sich um den letzten Euro noch weniger Gedanken machen müssen, als ich. 😀
      Auch wenn die Feuertube gewöhnungsbedürftig ist, so stinkt sie wenigstens nicht nach billiger Farbe wie die Erzeugnisse von der Bruich-Destille, man sollte es immer positiv sehen, gelle. 😉

      Liken

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.