Zeitungszitate(I)

Der Blödbabbler liest und staunt:

political correctness und fehlendes Rückgrat
Dort wurden zwischen 1997 und 2013 „nach konservativer Schätzung“ mindestens 1400 Minderjährige von mehreren Tätern vergewaltigt, in anderen Städten herumgereicht, entführt, geschlagen und eingeschüchtert.“ In vielen Fällen seien Beweise unterdrückt oder ignoriert worden, glaubt die Untersuchungsführerin Alexis Jay und liefert auch gleich den Grund mit: Weil die Täter überwiegend pakistanischer Herkunft, ihre Opfer fast ausschließlich Weiße waren, schreckten Hilfsorganisationen und Strafverfolger vor dem Vorwurf des Rassismus zurück. fr-online „Entführt und vergewaltigt“

Religion und reaktionärer Nationalchauvinismus
Die polnische Gesellschaft ist als solche nicht bereit, Personen mit einer anderen sexuellen Orientierung zu akzeptieren“, sagt die Soziologin Jolanta Klimczak-Ziolek.[…] Das ließe sich ändern, aber der Einfluss der katholischen Kirche und nationalistischer Kreise ist noch zu groß“, sagt sie. daraus stammts –> Frankfurter Rundschau 5.Nov.2014 Seite 5. „Schwuler Vorkämpfer mit Ambitionen – Robert Biedron will der erste homosexuelle Bürgermeister in Polen werden.“

Politik erledigt im Sinne der Wirtschaft Tarifautonomie
“ Quasi als gemeinsames Geschenk an die Wirtschaft haben sie den Gesetzesentwurf für die Tarifeinheit mitgebracht, mit der Kleingewerkschaften künftig beschränkt werden sollen. fr-online.de „Tauziehnen im Jackett“

Deutsche Polizisten kümmern sich um Raubkopierermörderterroristen in Legion, aber zum Schutz der Bürger vor Nazipack und Verbrechern stehen immer weniger davon zur Verfügung, irgendwo muss man ja sparen.
Nach der Razzia bei http://Kinox.to haben die Behörden am Dienstag erneut zu einem Schlag gegen die Filesharing-Szene ausgeholt. Rund 400 Polizisten haben in 14 Bundesländern insgesamt 121 Wohnungen von mutmaßlichen Verantwortlichen des einschlägigen Forums http://Boerse.bz durchsucht. heise.de „Filesharing: Polizeiaktion gegen Boerse.bz“

Ach so, bei der Deutschen Bank im März diesen Jahres waren es 12 Durchsucher bei der Razzia.

Ihnen Ihr Blödbabbler

7 Gedanken zu “Zeitungszitate(I)

  1. “ .. Politik erledigt im Sinne der Wirtschaft Tarifautonomie .. „
    Wenn sich gewählte Volksvertreter (!) hinstellen und grundgesetzlich verbriefte Rechte einfach so ‚ungültig‘ erklären weil es ihnen nicht in den Kram paßt stellt sich die Frage nach der Legitimation dieser Amtsträger.

    Wer gesetzeswidrige Forderungen stellt gehörte aus dem Amt gejagt.
    (Aber wahrscheinlich sind manchen davon diese Gesetze nicht mal bekannt).

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    1. Wir bestaunen… … weiterhin, wie über lange Zeit erkämpfte Rechte mit einem Federstreich zugunsten einer Fraktion gestrichen werden.
      Wie Politik immer offensiver und unverschleiert zugunsten des Kapitals eingreift und Regulatorien schleift, die ein friedliches und prosperierendes Auskommen ermöglicht (haben).
      Wir haben schon bei den Bürgerrechten nur mit Staunen und offenem Mund sehen können, wie sich der Überwachungsstaat etablierte, von wenigen gewollt, dennoch oder gerade deswegen an allen exekutiert.

      Und wenn ich das Getrommel zugunsten des Arbeitgebers Bahn in den Medien verfolge, dann wird sich daran sicher nichts ändern. Arbeitnehmer die von ihrem verbrieften Recht auf Streik Gebrauch machen, werden als Halunken und böswillige Täter dargestellt, die ihren Mitmenschen das Leben schwer machen wollen. Entsolidarisierung der gesellschaftlichen Gruppen, eine pure Politik des Keil eintreibens.
      Die Gewerkschaften haben den sozialen Frieden in diesem Land nicht aufgekündigt, außer -was man tun sollte- erinnert sie daran, welche unselige Rolle sie bei der Durchsetzung bei der Zertrümmerung des Sozialstaats gespielt haben. Wobei man Schwachen natürlich ihre Schwäche vorwerfen kann, zielführend ist es allerdings nicht unbedingt.

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  2. »Weil die Täter überwiegend pakistanischer Herkunft, ihre Opfer fast ausschließlich Weiße waren, schreckten Hilfsorganisationen und Strafverfolger vor dem Vorwurf des Rassismus zurück.« – befremdliche Vermutung. Ließe sich im Umkehrschluss vermuten, dass man bei der Strafverfolgung nachdrücklicher vorgegangen wäre, wären die Täter überwiegend Weiße gewesen? Oder die Opfer überwiegend pakistanischer Herkunft (in GB sog. »brown people«)? Es gilt die Unsinnsvermutung.

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    1. Es gilt die Unsinnsvermutung. 😀
      Man weiß leider nicht wes Geistes Kind die Untersuchungsführerin ist, aber wenn man sich anschaut, wie in England vorauseilend religiös motivierter Rechtsprechung Raum eingeräumt wurde, dann würde mich auch die Richtigkeit des Vorwurfs nicht wundern.

      Das der Umkehrschluss -zumindest in Deutschland, wenn man sich die Morde der Nazis vom NSU anguckt- nicht wirklich intensiver oder zielgerichteter vorgehen muss, hat man ja schmerzlich sehen können.

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    2. „in England vorauseilend religiös motivierter Rechtsprechung Raum eingeräumt wurde“

      Der „Raum“, der eingeräumt wurde, ist aber durchaus begrenzt. Nur durch die Zustimmung beider betroffener Seiten kann dieses Schiedsverfahren überhaupt zur Anwendung kommen. Es ergeht auch kein rechtsverbindliches Urteil, sondern ist vergleichbar mit einer Mediation. Dagegen ist doch erst mal nichts einzuwenden, finde ich. Man kann sich hierzulande ja auch beim Pfarrer Rat holen, wenn man das für sich für sinnvoll hält.

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    3. Hallo IGing 🙂 Man sollte allerdings berücksichtigen, das -trotz meiner Kritik an christlichen Institutionen- deren Stachel durch die Aufklärung ein wenig und über die letzten Jahrzehnte deutlich abgestumpft wurde; der gesellschaftliche Druck-zumindest in Deutschland- den ein Pfarrer auf seine Schafe ausüben kann, mithin deutlich geringer anzusehen ist, als ein vergleichbares Regelwerk im gegenwärtigen Islam.
      #Edit#
      In Großbritannien gibt es inzwischen ein Netz von Scharia-Gerichten, die Streitigkeiten zwischen Muslimen klären. Einige sind als Justizorgane anerkannt und können etwa verbindliche Entscheidungen in unternehmensrechtlichen Fragen, Familienzwisten, bei häuslicher Gewalt oder Erbschaftsstreitigkeiten fällen. Andere Religionsgerichte bieten eher Mediation an.
      Das scheint mir mehr, als nur die von dir angesprochene Mediation zu sein. Auch, wenn die Zitatquelle der Vatikan ist. (vatikanradio)
      Wenn ich etwas mehr Zeit habe gucke ich mal nach einer besseren. 😉 #/Edit#

      Mittelalterliche Rechtsprechung sollte nicht -als Paralleluniversum- aufgemacht werden, suggeriert es doch -und bekommt auch- eine Bedeutung die ihm im 21 Jahrhundert nicht zustehen kann und darf. Eine Rechtsprechung die ihre Legitimation dadurch bezieht, dass ein Mensch auf einem fliegenden Pferd und ein erdachtes Wesen als obersten Souverän kritiklos gestellt werden, dies kann doch bitte nicht allgemeingültiges Regelwerk einer aufgeklärten, den Menschenrechten verpflichteten Gesellschaft des 21. Jahrhunderts sein.

      Ebenso erhöht es auch maßgeblich den Druck auf Teile innerhalb der dortigen community, die sich nicht diesen Regeln unterwerfen wollen, wenn staatlicherseits ein solches Entgegenkommen und eine vermeintliche Gleichwertigkeit, somit eine Aufwertung dieser Paralleljustiz stattfindet.

      Wobei ich ja den Ansatz der neuerdings wohl in Bezug auf dasErbschaftrecht in England Gültigkeit erlangt hat, Frauen weniger vererben zu müssen, als den qua Geburt überlegenen Männern, einen richtigen und wichtigen Schritt gegen diesen ganzen Emanzipationsunsinn finde. Denn: Wenn Gott gewollt hätte das Frauen gleiche Rechte haben, dann hätte er (und nicht sie!) das bestimmt auch in sein Buch geschrieben1!!!1!!!!
      Sorry, den konnte ich mir nicht verkneifen.

      Und ich muss anmerken, dass ich immer wieder verwundert feststelle, wie viele westliche Frauen – die Frauenemanzipation durchaus für eine sinnvolle Errungenschaft bzw. ein anzustrebendes Ziel erachten – offenbar die Problematik einer selektiven, geschlechtertrennenden und wertenden patriarchalischen Herrschaftsform ,die sich hier im Gewand einer rückständigen Religion darbietet, wohlwollend begleiten.
      Während gleichzeitig dem westlichen, heterosexuellen und weißen Mann(um dieses Stereotyp aus der Geschlechterdebatte zu bedienen) noch aus dem letzten Wurmfortsatz sematisch ein Strick gedreht wird, an dem man ihn am liebsten am nächsten Baum aufknüpfte.
      Ich gestehe mein Verständnis dafür, also die Möglichkeit das Verhalten zu verstehen, fällt mir nicht leicht. Wobei ich dir das nicht vorwerfe.
      Denn du weist ja im Kommentar lediglich auf die Enge des Raums hin, nicht darauf ihn unkritisch noch auszuweiten.

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