… show me the way to the next whisky bar

Sehr schön, die Ms. und der Blödbabbler waren mit dem Herrn AausB, Frau KausA und Herrn UausA in einer Whiskybar.

Eine sehr nette Lokation, die der Herr AausB bereits in einer Krimianthologie gewürdigt hat.
Wir hatten zwar nicht reserviert, fanden aber dennoch Platz auf der Wohnmöbelgruppe um uns ein paar der Neuvorstellungen einzuverleiben.
Da alle-außer dem genügsamen blödbabbler- noch der Nahrungsaufnahme frönten, war es mit dem Schnuffeln manchmal etwas schwer.
Das Fischaroma kam denn auch von der Ms. ihrer Speise und nicht vom leckeren Starterdram aus dem Hause Best Dram, dem Auchenthoshan 22y 1992 mit seinen wohlmeinenden 50,7%.
Der Herr AuasB hielt sich ungefähr an meine Auswahl, Frau KausA und Herr UausA machten ihr Ding und die Beste aller Misses blieb bei den umdrehungslosen Getränken. 😀

Wie immer, wenn man diverse drams verkostet, sinkt naturgemäß die Kritikfähigkeit mit jedem Schluck.
Weshalb ich meine Tastingnotes gewöhnlich auch nur in standardisierter Umgebung und mit entsprechender Zeit und Menge mache, zumindest dann, wenn ich sie ins Netz stelle.
Deshalb nur ein kurzer Abriss, was seinen Weg ins Glas fand und meine Einschätzung darüber.

Auf den Auchentoshan bot sich in meinen Augen ein 24 jähriger Glen Garioch aus dem Jahre 1990 mit 57,5% an. Abfüller war hier A.D. Rattray, den ich bisher nur von seiner leckeren Cask Islay Batch 1 Abfüllung her kenne.
Der Glen Garioch schmeckt ausgewogener, das stark adstringierende Element, was dem Auchentoshan zu eigen war(und das mir durchaus gefiel), fehlte hier. Sehr leckerer Stoff.

Der dritte im Bunde wurde ein 20 jähriger Caperdonich, ebenfalls abgefüllt von A.D. Rattray mit 60,3%, vermutlich aus den Jahr 1994 (ich habe mir 1997 notiert was zumindest im Jahr 2014 wenig Sinn macht. 😀 ).
Wenn ich ehrlich bin ist meine Erinnerung daran nicht sehr ausgeprägt.
Ich weiß noch, dass ich ihn mit entsprechender Wasserbeigabe durchaus gut fand, aber nicht so, dass ich aus der Erinnerung daran noch was zu den geschmacklichen Eindrücken schreiben könnte.
Eventuell hat hier der Herr AausB ein besseres Geschmacksgedächtnis.

Es folgte noch ein 22 jähriger Bunnahabhain der 1991 aus der Destillationsblase gelaufen kam und der sich mit seinen 48,2% im Umfeld fast schon schwach darbot. 😉
Dennoch ein sehr überzeugender Whisky, der mich sehr positiv überrascht hat, fehlte doch -die in meinen Augen typische- Bunna Note, bzw. war nicht sehr intensiv.

Gedacht als Aussteigerdram des Abends kam ein Schweizer Whisky von Säntis, mit dem schönen Namen „Dreifaltigkeit“ ins Glas. Der Appenzeller Whisky […] wird mit doppelt geräuchertem Malz hergestellt und in alten Bierfässern eingelagert, die mit Eichenholz ausgebrannt wurde[n] . Ein sehr eigenes, aber spannendes und leckeres Erlebnis.
Er wird mit 52% abgefüllt und kostet um die 60 Euro für die 0,7 Liter Buddel.
Aber, ich muss auch zugeben, für einen all-day-dram wäre mir der Geschmack zu speziell.
Nachdem wir quasi die letzten Gäste waren, die Zeit vorangerückt und dennoch ’noch was ging‘ (wenn man denn schon mal da ist;-) ) sollte ein weiterer Raucher -nach dem rauchigen Schweizer- den Magen schließen.

So fand denn ein Ledaig 8 years 2005 (glaube ich, aufgeschrieben habe ich das nicht mehr) der ‚Hausabfüllung‘ noch ihren Weg ins Eingemachte. War nicht schlecht, aber nach all den alten Kameraden und dem Schweizer Räucherkäse stank der Whisky aus dem Hause Tobermory etwas ab. Wie gesagt, nicht schlecht aber halt spürbar jünger.

Was passierte noch?
Die Ms. kämpfte an der Miniquiche Front unterstützt von Frau KausA, während die beiden Herren sich mit Haggisbrötchen schadlos hielten.
Ms. Blödbabbler versuchte jedes nichtalkoholische Getränk auf der Karte und bekam von der ‚Küchenfee‘ sogar noch außer der Reihe einen warmen Käsetoast gemacht.
Denn merke auf: mit Innereien gefüllter Schafsmagen, kalt ins Brötchen gekleidet, ist leider so gar nicht nach ihrem Geschmack. Frauen! 😀
Der Chef erheiterte uns noch mit einer „Ardberg“ Banderole und seinem Unwillen darüber (wenn ein Foto kommt wirds hier noch nachgereicht, wenn ich darf.)

Was bleibt ist ein schöner Abend, mit leckeren Whiskys und die Erkenntnis: gut das diese Whiskybar min. 45km einfache Fahrt entfernt ist, sonst wären meine Abende deutlich öfters aushäusig. 🙂

slàinte mhath
Ihnen Ihr Blödbabbler

13 Gedanken zu “… show me the way to the next whisky bar

    1. 😀 Dann bin ich ja beruhigt, dass ich min. schrieb – können also auch 100 km sein. *eg*
      Und wer weiß? Vielleicht habe ich ja auch ein X für ein U A für ein C vorgemacht.
      Sie alter WüstenRätselfuchs. 🙂

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  1. Sie ‚alter‘ Genießer!

    Schämen Sie sich denn garnicht den hier Lesenden derart den Mund wässrig zu machen – ohne jede Aussicht auf Erfüllung durch ’selber tun‘?

    Na, wenigstens habe ich etwas dazugelernt. Haggis, das steht ab sofort ganz oben auf der Liste der Speisen die ich noch ausprobieren muß …. kann man das mit dem hessischen Schwartenmagen vergleichen?

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    1. 🙂 Schämen Sie sich denn garnicht den hier Lesenden derart den Mund wässrig zu machen
      Nö.
      Ich hatte allerdings auch nicht vermutet, dass ihnen die Beschreibung von Haggis den Mund wässrig macht. 😀
      Zumindest nicht in der vermuteten, appetitanregenden Weise.
      Aber Spaß beiseite.
      Ich finde den Geschmack sehr speziell, habe versucht mich daran zu gewöhnen und es nicht geschafft.
      Der werte Herr AausB bot zum letzten (oder vorletzten) Burns Supper traditionelles Haggis und auch eine rein vegetarische Variante dar. Ich finde man benötigt viel Whisky, mehr zumindest als mir lieb ist, um sich vom Geschmack wieder zu befreien, aber eventuell ist das ja auch der Grund für diese Speise.
      Mein erster Kontakt mit Haggis war Ende der 80er Jahre in einem Schottlandführer, indem sinngemäß folgende Aussage zu lesen stand: Geniale, sparsame Schotten erfinden ein Gericht, welches aus (Schlacht-)Abfällen besteht, machen es zur Tradition und verkaufen es dann teuer an Touristen.
      Und statt auf wikipedia hätte ich vermutlich besser zur stupidedia verlinken sollen:Haggis ist seit etwa der Mitte des 15. Jahrhunderts nachgewiesen. Zu dieser Zeit hatten Metzger die Angewohnheit, Schlachtabfälle in Mägen zu verpacken, damit sie nicht so stark rochen und leichter zu transportieren waren. Vermutlich kam dann irgendein armer Müllschlucker auf die Idee, diesen Abfall zu kochen und erfand so diese ganz besondere Köstlichkeit. Spätere Versuche, den Fleischanteil mit Hafermehl und Zwiebeln zu strecken, führten dann zu dem Haggis, das heute in den schottischen Landen so gerne verzehrt serviert wird. (Haggis)

      Zum Vergleich mit einem Schwartenmagen kann ich nicht viel beisteuern. Meine leidlichen Essversuche von Presskopp liegen lange zurück. Aber Haggis wird gewöhnlich, wenn nicht gerade auf einem Brötchen, warm aus dem Ofen serviert, schmeckt intensiv nach Schafs(fett) und wird von der Konsistenz her eher wie ein Stein im Mund empfunden, zumindest von mir. Das Ganze ist eher trocken und graupelig. Muss man mögen.

      Presskopp oder Schwartenmagen kenne ich eher als leicht fettige Wurst die man sich kalt aufs Brot legt oder mit Messer und Gabel mampft. Wobei der Pfälzer Saumagen von seiner Art her noch am ehesten an die schottische Variante herankommt. Soweit meine laienhaften Versuche, es gibt gute Gründe warum ich kein Kochblog führe. 😀

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    2. Nun haben Sie mir den Mund erst recht nach Haggis wässrig gemacht ;c)

      (Ich habe den Text meiner Frau vorgelesen – sie zweifelt nun, ob sie an ihrem Wunsch Schottland zu erkunden festhalten will ….)

      *edit*
      Jetzt mußte ich erst ‚mal ‚was zu essen haben:

      [Nur falls Sie es nicht erkennen: Schmalzbrot mit Röstzwiebeln; das muß vorerst reichen ….]

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    3. Schottland ist wunderschön – zumindest das wenige, das ich bisher sehen durfte.
      Ich versuche seit nun min. zwei Jahren gerne dort mal wieder hinzufliegen, aber gesundheitlich war das leider bisher nicht drin. Noch hoffe ich. Von daher, wenn gesundheitlich nichts dagegen steht, sollten sie auf jeden Fall dort hinfahren.
      Und ich bin bisher in Schottland um den Haggis herumgekommen, gibt es doch auch Lachs und klassischen fish & chips.

      Jo, Schmalz hab‘ ich gestern Abend vom Metzger auch noch einpacken lassen – allerdings kann man mich mit Röstzwiebel jagen. Was dem Vampir der Knoblauch, dem Werwolf die Silberkugel ist dem Blödbabbler die gemeine Röstzwiebel.

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    4. Huch!
      Sie ordnen sich gleich nach Vampir und Werwolf ein?
      G R U S E L I G !

      Da wünsche ich Ihnen baldigst „bessere Gesundheit“,
      damit Sie die lang ersehnte Reise antreten können.
      [Völlig selbstlos, und nicht etwa um Sie zu bitten etwas Haggis mitzubringen ;c)]

      PS
      Fertige Röstzwiebeln sind so ziemlich die einzige Form von „JunkFood“ die ich esse.

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    5. Zu Röstzwiebeln… … fällt mir auch zuallererst das Wort:“Junk“ ein, nur ein folgendes food dazu nicht. *eg*
      Aber dann passt das ja gut zum Haggis seiner Geschichte.
      Sie ordnen sich gleich nach Vampir und Werwolf ein?
      Klar, im Handbuch für den kleinen Kryptozoologen: „Hominologie für Dummies“, findet sich das ja auch in dieser Reihenfolge. Mensch-Fledermaus-Wesen, Mensch-Wolfs-Wesen und Mensch-Affen-Wesen, warum sollte ich da abweichen wollen.

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  2. Caperdonich: Ich empfand ihn vor der Zugabe von etwas Wasser auch ausgesprochen mächtig, leicht sedierend, aber mit ein bisschen Wasser sehr angenehme Toffeenoten, ein bisschen Würze lang anhaltend und warm. Muss ich im Detail aber auch noch mal probieren.

    Haggis: Mitnichten wurde er kalt ins Brötchen gekleidet, sondern warm mit einer feinen Decke aus Zwiebelportwein-Relish.

    Generell ist Haggis sehr gut mit grober Leberwurst zu vergleichen. Da gibts einen ganzen Haufen Zubereitungen die mir nicht als Lebensmittel erscheinen, aber es es gibt auch ziemlich leckere. Das gilt ganz besonders für Haggis. Frisch ist wichtig, dieses Konservenzeuchs ist fies. Von MacSween gibts da ganz feine Sachen. Die haben auch einen vegetarischen Haggis nur mit Pflanzeninnereien.
    Kann man probieren muss man abernicht. 🙂

    Noch ein schönes Restwochenende.

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    1. Ah, es meldet sich. 😀 Danke für die Ergänzung zum Caperdonich, stimmt mächtig war irgendwie passend.
      Ah, der Haggis war warm, ich dachte der steckte schön kühl im Brötchen – mea culpa, demnächst frage ich sowas ab, bevor ich wieder was falsches behaupte.
      Sonst leidet meine Reputation noch und ich bin nicht mehr seriös. 😀

      Ich vermute, dem werten Herrn wvs läuft jetzt schon wieder was im Mund zusammen, wenn er das mit Haggis in bezug zur Leberwurst liest. *eg*
      Kulinarischen Gruß nach Spanien. 🙂

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    2. Das ist – fürwahr !!! – schon FOLTER* seelische Grausamkeit,
      zumal es hier keine grobe Leberwurst zu kaufen gibt.
      (Da werde ich mich wohl oder übel über ein Glas Rotwurst hermachen ….)

      * nach dem, was man kürzlich über die CIA lesen konnte, wohl in solchen Zusammenhängen nicht mehr zu benutzen …

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