Wasser marsch!

Nachdem ich gestern tief in mich gegangen bin, beschloss ich mit dem Whiskysammeltrinken aufzuhören.

Da die Preise dafür inzwischen vollständig durch die Decke gehen und sich noch dazu jeder Lemming die überteuerten Sonderabfüllungen kauft – ob die nun Qualität versprechen, oder, was inzwischen wohl häufiger vorkommt, einfach nur ein klassisches rip-off des Kunden mit den Mitteln des Marketings sind- und somit die aufgerufenen Preise bestätigt, verliere ich so langsam die Lust daran ein Teil dieser Preissteigerungskette zu sein.

Da aber auch der Ginverkaufshype inzwischen scheinbar seine Erregungskurve wieder langsam verflacht, allerdings ebenfalls auf grotesk hohem Niveau, während Rum noch stetig am Ansteigen ist und mit den Preisen ebenfalls anzieht, kam mir die wundersame Idee.
Ich beschloss gestern bei einem Glas Paddy und einem alkoholfreien Bier zukünftig etwas verwegenes zu wagen, getreu meinem Motto: „to boldly drink what no men has ever drunk before“ oder so ähnlich.

Ich werde statt Whisky jetzt Mineralwasser sammeltrinken.

Die vielen unterschiedlichen Aromen und Geschmäcker von H2O erschnuffeln und erkosten und mit Freuden die zugehörigen Preise dafür zahlen.
Denn mal ehrlich: was sind denn schon 25 Euro für ein Getränk, das 10.000 Jahre in der Erde reifen durfte, wenn -im direkten Vergleich dazu- inzwischen schon ein durchschnittlicher Whisky der 15 Jahre in einem schnöden Holzfass vor sich hingammelte bereits an der 100 Euro Grenze kratzt.
Eben!

In Zeiten in denen uns die Whiskyvermarkter aus Schottland mit immer neuen NAS Abfüllungen das Leben und die Leber schwer machen wollen, aber uns ob der gleichzeitig nachlassenden Qualität dabei eigentlich nur die Entscheidung gegen ihr Produkt erleichtern, muss man auch mal für seine Meinung aufstehen und sich im Anschluss zügig setzen. 😀

Und so lautet die Antwort auf die Frage den Song: Was wollen wir trinken (7 Tage lang)? – Na, was wohl? Wasser!

Berauschte Grüße von Ihnen Ihrm Blödbabbler, zukünftiger Wasserconnaisseur und Whiskyrentner

#Update 20150402
Wie meine aufmerksamen Kommentatoren zu Recht bemerkten, handelt es sich bei obigem Text um eine einfache Form der Nutzung des 1.April Unsinns.#

16 Gedanken zu “Wasser marsch!

    1. Mein lieber Herr shhhhh,… … wiewohl ich ihr offenkundig selbstloses Angebot schätze, so erscheint es mir doch -bei genauerer Textexegese-, als wenn ich dabei eine wahre Torheit beginge es anzunehmen. 🙂

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    1. Hallo wvs,… … Danke für diese notwendige Warnung,die sie-wie ich dem Erstellungsdatum von vor exakt 4 Jahren vor meinem obigen Text entnehmen kann- rechtzeitig formuliert haben. Da ich die letzten Wochen aber schon an Atemnot etc. litt -und immer noch ein wenig leide- lasse ich nun unabhängig vom Datum die Finger noch öfter vom Wasser, zumindest als Getränkeform.

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  1. Bevor ich Sie zu dieser weisen Entscheidung beglückwünsche, möchte ich doch erst abwarten, ob dieselbe auch den heutigen Tag überdauert!

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    1. Liebste Frau IGing,… … sie warten natürlich zu Recht und haben auch selbiges mit ihrer Vermutung.
      Die Vorstellung an Wasser zu schnuffeln und die absurden Preise dafür zu bezahlen, die sich nur Menschen leisten wollen, denen eh nicht mehr zu helfen ist, wäre mir ein Graus. Ob eine solche Entscheidung wirklich weise wäre, ich zweifle. Zusammen mit veganer Religion, der Hoffnung auf eine ‚gute‘ Natur und blinder Impfkritik – alles Ansätze, die sich aus der Sattheit einer sicheren Mittelschichtslangweile speisen, erscheint mir der Wunsch verschiedenste Wasser in Gold aufzuwiegen ebenfalls einer solchen Quelle zu entspringen.
      Wiewohl ich zugeben muss das eine der frei zugänglichen Quellen im Kronthal im Taunus, als sie noch floss, eine wunderbare Eisennote hatte während ihre direkte Schwester nebenan schmeckte als würde man des Teufels Urin verkosten. Ich verstehe also durchaus die Unterschiedlichkeit die sich durch Beimischungen im Wasser schmecken und riechen lassen.
      Nur ist es nicht meins.

      Allerdings kann man meine Kritik an den Zuständen im Spirituosenmarkt, der oben im Text anklingt durchaus für bare Münze nehmen.

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  2. Ich begrüße diesen Ihren Entschluss aufs Freudigste und möchte Ihnen mitteilen, dass ich Ihnen in diesem Zusammenhang ein Joint Venture anbieten kann, da ich mich seit heute auf die Verkostung von Gasen spezialisiere. Speziell eine Mischung von 21% Oxygenen, angereichert mit gut 78% Stickstoffen und geschmacksverfeinernden Strukturen edler Zusatzgase haben meinen persönlichen Geschmack derart getroffen, dass ich schon nicht mehr ohne kann. In Verbindung mit Ihrem Spezialwissen auf Basis der wasserbasierenden Globulikonzentrationen könnten wir einen Weltmarkt bedienen!

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    1. Oh weh, Herr pathologe… … und ich dachte eigentlich, mein Plädoyer fürs Wassertrinken wäre an Ekligkeit nicht zu überbieten und dann kommen sie. Also ihr Text, nicht sie in persona. 😀

      Das gruselige Bild, wie sie sich an der Verkostung der -wie von Herrn Lo vermutlich richtig gedeuteten- kleinstpathologischen Ausdünst- und scheidungen berauschen, wird mir hoffentlich nachher beim Mittagstisch nicht mehr im Kopf hängen wie ein schaler Furz in einer vollbesetzten Aufzugskabine.
      Danke dafür. 🙂
      Von ihrem ehrenhaften Angebot muss ich leider Abstand nehmen, was man bei dieser Form von Gasen immer tun sollte, weil meine Verfehlung des Wassertrinkens ja an den ersten Tag des Monats gebunden war. :-p

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    2. Wenn Sie sich der vom Herrn Pathologen angepriesenen Gasverkostung aber allzusehr verweigern, werter Herr Blödbabbler, werden Sie den nächsten Tag nicht mehr erleben!

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    3. Uih, da habe ich nicht aufgepasst… … und das naheliegendste, die Luft die aus dem Minipathologinnen-Darm entweicht zu früh assoziiert. Sie haben natürlich Recht, wie man ja bereits aus der Antwort vom Verursacher zu Herrn Lo erlesen konnte. Irgendwie hat mir der Wassertag gestern offensichtlich nicht gutgetan. 😀

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  3. Ich habe erst heute diesen Artikel gelesen und habe daher die Absicht durchaus als eine ernste wahrgenommen.
    Dies umsomehr, als ein Wien ein Lokal gibt, ( http://www.mraz-sohn.at/ ) in dem es eine eigene Wasserkarte gibt, wo das teuerste Wasser vor 3 Jahren noch 95€ gekostet hat. Im Gespräch mit dem Personal stellte es sich heraus, dass sie nicht erwarten, dies häufig zu verkaufen. Es handelt sich um einen Spleen eines Kaliforniers, der halt das teuerste Wasser auf den Markt bringen will. Sonst allerdings finden sich noch andere Wässerchen (wirklich Wasser nicht Wodka) die man durchaus verkosten könnte.
    Wir selbst sind aber beim Wein geblieben.
    Das Lokal ist aber wegen seiner Speisen und Menüfolge absolut zu empfehlen, sofern man es sich leisten kann und will.
    Vor genau einem Jahr, diesmal wirklich am 1. April 2014, haben meine Frau den 40. Hochzeitstag in Florenz gefeiert. Wir waren in der Enoteca Pinchiori ( http://www.restaurant-ranglisten.at/restaurants/details/enoteca-pinchiorri/ ) Dort kostete jedes Mineralwasser 10 € die Flasche, war aber in der Karte genauestens beschrieben: enthaltene Mineralien, Härtegrad des Wassers, gesund für … usw. Ich stehe nicht an, zuzugeben, dass die Rechnung insgesamt 400€ betragen hat. Seither trinke ich kein Wasser mehr. Aber 10 € pro Ehejahr ist ja wirklich nicht zuviel, oder?

    P.S. Whisky trinke ich ja eher selten, bei mir sind es die französischen Rotweine, durch die ich mich mein Leben lang durchkoste.

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    1. Hallo steppenhund. 🙂 Das es bereits heute Preise für Wasser gibt, wie sie später in der Menschheitsgeschichte – oder muss es dann Menschheitszukunft heißen?- vermutlich gezahlt werden, dann, wenn dieses Gut knapp wird, halte ich für absurd. Ihre weise Entscheidung beim Wein zu bleiben zeugt von Kultur und Selbstachtung.

      Für eine so lange wehrende Partnerschaft sollte einem kein Preis zu hoch sein. Allerdings hoffe ich inständig sie gaben die 400€ nicht für WASSER alleine aus, sondern hatten noch feinen Wein und eine Mahlzeit jenseits eines Salattellers zum Genuss. 😀

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