Auchentoshan Select

Zum Abschluss meiner kleinen NAS-Whisky Tastingwoche, in der ich den Big Peat Xmas Edition 2014, den Bowmore 100 Degrees Proof, den Bunnahabhain Cruach-Mhòna, den Tyrconnell NAS, den Clontarf (White Label) NAS, den Cask Islay Vatting No.1, den Writers Tears, sowie den Tomatin Legacy (B4) vorgestellt habe, ist heute der Auchentoshan Select dran.

Wie es den Anschein hat, ist der Auchentoshan Select inzwischen aus der aktuellen Range der Destillerie geflogen, dennoch ist er noch bei einigen Händlern in der 1 Liter Flasche zu haben.
Für einen Preis von unter 28 Euro für den Liter lacht das NAS Herz des Whiskykäufers.
Auchentoshan 'Select' Flasche
Auchentoshan destilliert seinen Whisky dreifach, was ihm ein gewisses Alleinstellungsmerkmal unter Schottlands Destillerien gibt.
Der Karton ist zweckmäßig und liefert immerhin die Information wie der gemeine Schotte vor Ort Auchentoshan auspricht: ock-un-tosh-un und marketingsprecht noch ein wenig davon, dass die Eichenfässer für die Reifung einer carefull selection unterworfen waren.

Wenn man nun also glaubt diesen Fakt speziell hervorheben zu müssen, so wirft das natürlich im Umkehrschluss kein gutes Bild auf die normalen, anderen, teureren Abfüllungen von Auchentoshan. Denn diese wurden dann ja scheinbar nicht bedacht ausgewählt, sonst wäre es ja banal und man müsste es nicht auf die Packung als Besonderheit drucken, oder? 😉

Der Select wurde mit passenden 40% Alkohol abgefüllt und mit Farbstoff für die Doofen bunt gemacht. Business as usual.
Sonst hält man es mit Informationen eher mit Hamlet auf der Verpackung: the rest is silence.

Diesmal gehts ohne große Whiskybeschimpfung gleich in medias res, ich sammle meine Kräfte noch für den Pig’s Nose und den Glengoyne 12 CS. *eg*

Der Auchentoshan Select hat ein sehr leckeres und leichtes Aroma.
Blumige Aromen und -deren durch Bienen verarbeitetes Endprodukt- der süße Honig flattern, fluffig, fliegend in des Nasenflügels innerstes hinein.
Etwas Frucht, in Richtung Mango, sowie die sanfte Holznote eines eher leichten Holzes findet sich ebenfalls zum Stelldichein.
Ich stelle fest: Der Select ist vom Aroma her ein sehr schöner Frühling-Sommer-all-day-dram zum Trinken – nix allzu komliziertes, dafür aber durchaus appetitanregend.

Im Mund spürt man zuerst eine schwache, würzige Holznote die ich mit sandelholzartig beschreiben würde.
Er ist etwas honigsüß und wird später erkennbar warm ohne dabei zu brennen.
Eine leichte bis deutliche Trockenheit ist im zu eigen, es bittert im Mund zügig nach und ist vom Gesamteindruck eher leicht. Wenn man direkt danach durch die Nase ausatmet erhält man ein sehr schönes Aroma vom Select gratis dazu.

Abgänglich ist er einen Tacken staubig und macht eine trockene Zunge.
Dennoch ist er auch da noch süß, allerdings verstärkt sich das bittere Element hier noch ein wenig.
Insgesamt ist er eher schnell weg -positiv gewendet macht er uns den Mund frei für einen weiteren Schluck davon. 😉

Wertung Single Malt
Auchentoshan ‚Select‘

Geschmack: bis

Preis-/Leistungsverhältnis:

Fazit: Der Auchentoshan Select ist ein angenehmer Frühjahr- und Sommerwhisky. Nichts was einen überfordert und wenn man mal nicht nur schnuffeln möchte, sondern einfach mal einen Whisky trinken, dann ist er sicherlich keine falsche Wahl. Für den Preis von knapp 28 Euro pro Liter ein netter und fairer Einsteiger in die Welt des Lowland Whiskys, auch wenn er sicherlich kein Whiskys-Überflieger ist. Aber so stelle ich mir einen NAS Whisky vor: gut trinkbar, mit erkennbarer Qualität und zu einem ansprechenden Preis. Klar, dass der heute nicht mehr in die Range passt und langsam vom Markt verschwindet.

Ihnen Ihr Blödbabbler

Rating-Info
6 Perfekt – 5 Wunderbar – 4 Lecker – 3 Gut – 2 Brauchbar – 1 Widerlich – 0 Fußbad

3 Gedanken zu “Auchentoshan Select

  1. Und schon bin ich wieder im Land der geheiligten Abstinenzler, jetzt, wo Sie die Bewertungen raushauen wie andernorts die Anwälte den Uli (oder auch der Varoufakis die Rückzahlangebote)…

    Ja, Herr Blödbabbler, knappe vier Wochen wäre ich in der Nähe gewesen, aber die Anschaffung eines Traglings und dessen erste Belüftungsversuche nahmen mich doch mehr in Anspruch als ich erwartete. Ein seliger Schlummertrunk indes zum nächtens durchschlafen (sowohl des Nachwuchses als auch des Erzeugers) wäre da wohl willkommen gewesen, hätte sich mein altersschwaches Gehirn nur dessen erinnert. Aber man kann ja auch nicht alles haben.

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    1. Auch wenn… … ich keine Bewertungen raushaue steht hier immer ein dram für sie bereit – Whisky wird ja nicht schlecht. 😀

      Ich hab‘ sogar hin und wieder mal den blödbabbler IMehl Kasten geöffnet um zu gucken, ob sie einer alkoholinduzierten Sedierung bedürfen.
      Da dieser allerdings leerblieb wie ein Skinheadschädel, ging ich davon aus, sie seien vollauf beschäftigt.

      Klappt schon noch.
      Ich kann ja nicht immer krank sein, wenn sie im Lande sind und sie nutzen einfach einen dieser kleinen, gelben Batscher mit dem Hinweis: Lust auf Schnaps? Blödbabbler bemehlen!

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