Herr, lass es Eier regnen!

Ostern ist rum und es bestimmen scheinbar weiterhin viele eierlose Gesellen die Tagespolitik in unserem Land.

Doch es gibt Hoffnung!

Ein Papst spricht etwas an und aus, wozu unsere Politiker offensichtlich nicht die Eier haben, gut.
Diplomatisches Herumgeeiere unserer Verantwortlichen um die vermeintlichen Freunde aus der Türkei nicht zu verärgern.

Nachdem Deutschland im 20 Jahrhundert gleich zweimal HIER und JAWOLL! geschrien hat, als es darum ging einen Genozid durchzuführen, und da zählen die zwei Weltkriege noch nicht mal dazu, scheint man heute Angst zu haben bei anderen Nationen, deren Untaten ebenfalls klar und deutlich nachweisbar sind, Stellung zu beziehen.
Doch die Konsequenz aus den deutschen Genoziden an Hereros und Namas und Juden kann doch gerade nicht sein, das Maul zu halten wenn man Unrecht sieht oder dessen Gewahr wird, sondern es muss vielmehr eine laute, deutliche und klare Stellungnahme sein.
Diplomatie ist die große Schwester der political correctness – es sich nicht mit ihm verscherzen, auch wenn er gerade die beste Freundin vergewaltigt hat, eventuell wird man sonst nicht vom Schulrowdy(der aber doch so toll aussieht!) zum Abschlussball mitgenommen. Rücksichtnahme und Feigheit in Personalunion, wo Rückgrat und eine klare Meinung gefragt wären.

Der Papst also.
Vorsitzender jener Vereinigung von alten Männern, die, wenn sie sich nicht gerade in Frauenkleidern lateinisch unterhalten, auch wohl mal gerne an und mit kleinen Kindern spielen – was man so an body-count Zahlen in den letzten Jahren in der freien Presse mitbekommen hat.
Wer, wenn nicht der Chef dieses Vereins wäre wohl besser geeignet um als eine moralische Institution aufzutreten?
Tjo, z.B. vom Volk gewählte demokratische Volksvertreter.

Zu Papstland konnte man gerade wieder lesen, dass eben jener Staat dem er vorsteht, also der Vatikanstaat, gerade den neuen französischen Botschafter -offenbar wegen dessen Homosexualität- nicht akzeptiert.
Dennoch: Klare Worte des alten Mannes in Frauenkleidern an die Türkei für ihren verübten Völkermord an den Armeniern.
(Also eigentlich wars das Osmanische Reich, aber die Türkei ist ja Rechtsnachfolger, so wie Deutschland Rechtsnachfolger vom Dritten Reich.)

Und, was schwurbeln unsere Volkshelden aus SPD & CDU stattdesssen?
Wie wird der -Überraschung, Überraschung!- deutsche Anteil am Völkermord an den Armeniern thematisiert?
Im Stile der aktuellen deutschen Politik formulierte es bereits der Kriegsverbrecher und damalige Kanzler Bethmann-Hollweg:„Unser einziges Ziel ist, die Türkei bis zum Ende des Krieges an unserer Seite zu halten, gleichgültig, ob darüber Armenier zu Grunde gehen oder nicht., auf die Hinweise seiner Diplomaten über das türkische Vorgehen gegen die Armenier im Land, 1915.

Heute will man stattdessen den NATO Partner Türkei oder deren islamistischen Rammbock Erdogan nicht verärgern.
Beides, Bethmann-Hollwegs Aussage und das aktuelle Duckmäusertum wird offenbar gespeist aus derselben Quelle.
Auf den Knochen ganzer Völker findet hier ein pervertierter Freundschaft- und Partnerschaftsgedanke statt, der es offenbar für angemessen hält wegzusehen, zu schweigen und sich der Verantwortung zu entziehen um selbst keinen Schaden oder Nachteil dadurch zu erlangen.
Recht wird geopfert für eigene Verwertungsinteressen – schöne westliche Moral, tolle Werte.

So wie hier gekuscht wird, so kuscht man beim Schöpferland des terroristischen Islams, jenem Land, das durch seine Exporte von finsterster Interpretation -von eh schon archaischem Gedankengut- weltweit für Destabilisierung und Terror sorgt, Saudi Arabien. Auch hier wird deren Rolle am Terror nicht thematisiert, stattdessen werden deren Gegenspieler systematisch weggeputscht; man sorgt sich lediglich um die eigenen Wirtschaftsinteressen, diese sollen doch bitte nicht durch überzogene Forderungen wie „Menschenrechte“ gefährdet werden sollen.

Heißa, gibt’s dann eigentlich am 20.4 auch eine Gedenkfeier und Reden im Bundestag?
Denn, dann könnte man doch genau den Mann zum Geburtstag ehren, der mit seinem Satz:Wer redet heute noch von der Vernichtung der Armenier? seine Horden zum Morden losgeschickt und den zweiten deutschen Genozid im 20. Jahrhundert zu verantworten hatte.
Denn offenbar hat er Recht behalten, zumindest was deutsche Außenpolitik angeht ist man verdammt still zum Thema „Armenier“, findet

Ihnen Ihr Blödbabbler

10 Gedanken zu “Herr, lass es Eier regnen!

  1. Das geflissentliche „Übersehen“ von Gräueltaten ist doch hierzulande in Mode – man braucht nur die Drohnenkriege der U.S.A. zu bedenken: Es wird (mit-)verdient und geschwiegen.
    Guten Freunden gibt man eben ‚ein Küßchen‚ anstatt ihnen die Leviten zu lesen ….

    Ganz im Gegenteil, Frau v.d. Lügen gibt die Richtung vor: OSTEN!
    So, so, dafür will sie die Drohnen haben?

    [Ganz zu schweigen von dem, was sich da im Bereich „Datenverarbeitung/Datensicherheit“ abspielt, wo wir von den ‚guten Freunden‘ belogen und ausgeforscht werden ohne dass sich hier die maßgeblichen Politiker dagegen stemmen. Was wissen die Geheimdienste über die um sie kompromittieren zu können?]

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    1. Die Bigotterie… … beim Um- und Durchsetzen von westlichen Werten sorgt für einen rapiden Vertrauensverlust bei den Menschen global.
      Die USA geben da die Marschrichtung recht gut vor: Hegemon und nur den eigenen Interessen verpflichtet, auch wenn es gegen alles geht, was dieses Land einst zu einer Fackel der Demokratie gemacht hat. Recht ist, was den USA nutzt. Dass inzwischen in Russland wieder der faulige Atem der orthodoxen Kirche -nun in Personalunion mit den totalitären Überbleibseln des Sowjetkommunismus- Politik bestimmt sollte allerdings auch nicht übersehen werden. Nur vermutet sowieso niemand dort, bei den Russen einen Hort für westliche Werte.

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    2. Die orthodoxe Kirche ist in Rußland schon lang im Volk verankert. Wobei ich davon ausgehe, dass die alten Mütterchen, die den wesentlichen ‚Stamm‘ der Kirchgänger bilden, niemandem dadurch schaden – sie mögen in den Kirchen einen Ausgleich zu ihrem ansonsten trostlosen Leben finden …. und in diesem Fall bin ich sogar dafür (trotz der bekannten Haltung die ich ansonsten zu Kirchen einnehme) es so zu belassen wie es ist.
      Wer einmal einen Blick auf diese bedrückende Armut geworfen hat, wo es nicht mal für einen Keks zum Tee reicht, wird da sicher zustimmen.

      Das ist aber die einzige Ausnahme.

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    3. Diese Kirche und ihre… … Richtlinien sind elend.
      Eigene Menschenrechte ‚erfinden‚ und massiv gegen Homosexuelle vorgehen ist nicht meine Vorstellung von einer gesellschaftlichen Instanz die positiv zu werten ist.
      Sie meinen allen Ernstes, eine sedierende Wirkung sei besser als ein klarer Blick?
      Vermeintlicher Trost für ein späteres Leben rechtfertige die stützende und aktive Funktion der Kirche in der Gegenwart bei und für verheerende Umstände?
      Denn dies, mein lieber Herr wvs ist die Konsequenz aus der ‚lass mal besser so bleiben, wie es ist“ These.
      Die (un)heilige Allianz zwischen Putin und der orthodoxen Kirche stabilisiert und reaktiviert Altes, überwunden geglaubtes Unrecht. Aufgabe von Politik sollte es jedoch sein Menschenrechte -auch gegen vorherrschenden Aberglauben innerhalb der Gesellschaft- voranzubringen, stattdessen festigt man Vorurteile und spricht altes Diktum.
      Ich meine, was in Saudi Arabien falsch ist, kann nicht in Russland oder Deutschland richtig sein.
      Unrecht bleibt Unrecht und in Russland ist die Kirche in hohem Maße dafür mitverantwortlich.

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    4. Ich leugne nicht das Unrecht, das durch die Kirchen vielen Menschen angetan wurde.
      Es gibt aber nicht nur Schwarz & Weiß, sondern viele Schattierungen dazwischen.
      Selbst ein Kirchendiener kann in seinem Tun durchaus Gutes schaffen, ganz unabhängig von dem, was die Institution lehrt & an Handlungsanweisungen vorgibt.

      Die politischen Verhältnisse lassen keine Änderung der aktuellen Situation erwarten, die Bildungsbemühungen der früheren kommunistischen Machthaber und die des jetzigen Regimes werden bestimmte Gruppen nicht mehr erreichen – warum also denen den letzten Trost in ihrem ansonsten trostlosen Leben – aus dogmatischen Überlegungen heraus – nehmen?

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    5. Sie meinen mit Ihrem letzten Satz, Herr WVS, also: „Opium fürs Volk, bis es eingeschläfert entschläft“?

      Ich kann nicht umhin zu bedenken, dass sicherlich jede Politik die Kirchen (aus)nutzt, um ihre Ziele zu erreichen. Schon immer hat sich das positiv für die Regierenden ausgewirkt. Schauen wir einfach mal nach Bayern. Oder, da Bayern ja eine Art Ausnahmesituation von Gottes Gnaden darstellt, in die Geschichte der Bundesrepublik. Die Jahre einer „christlich“ geführten Regierung überwiegen hier gegenüber den Jahren einer sozialdemokratischen. Ich vermute einmal, dass nicht zuletzt auch die Kirchen bei den „trostlosen alten Mütterchen“ entsprechende Wahlempfehlungen gegeben haben.

      Es scheint mir, die Trennung von Kirche und Staat wird von den Regierungen auch nur als Lippenbekenntnis geführt, verlöre man doch zu viele Vorteile.

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    6. @wvs Wir wissen doch beide, dass Religion dort besonders stark ist, wo (materielle) Armseligkeit vorherrscht. Russland ist es nicht gelungen, und so wie ich das überblicke war es auch nicht intendiert, den Lebensstandard für alle -im Vergleich zur Sowjetzeit- (deutlich) anzuheben.
      Was geschafft wurde, unter Jelzin und dem kürzlich ermordeten Freund des Westens -Nemzow, das sich neue Oligarchien herausgebildet haben, der Masse gehts -jenseits von Moskau- wohl nicht so gut. Da sich im neuen Bündnis die ganz alten Machthaber(Kirche) mit den neuen (Putin & Konsorten) verbünden und die Bälle über Bande spielen haben wir massiven Nationalismus und reaktionäre Ansichten gesellschaftsfähig dort.
      Das einzelne Menschen natürlich auch Gutes tun können ist klar, würde ich auch nicht abstreiten, erscheint mir Binsenhaft. Aber das kann doch nicht wirklich ihre Argumentation sein, oder? Ich kritisiere ein System und seine Folgen und sie halten individuelle Leistungen dagegen.
      In dieser Argumentationsfolge könnte man selbst den Nationalsozialismus gut dastehen lassen.
      O.k., ist zwar nicht nett was wir so machen, aber hey, ein paar Männikens von uns tun auch was Gutes. :-/
      Die Unterdrückung der Kirche unter den Sowjets hat denen -ähnlich wie in der DDR- vermutlich in der Jetztzeit deutlich in die Hände gespielt, was ihre Glaubwürdigkeit etc. angeht, fürchte ich.
      Unter den Sowjets wurden Schwule in Lager gesperrt, also da war es mit Bildungsoffensive nun auch nicht sonderlich weit her. Ich finde man sollte im 21 Jahrhundert Menschenrecht zur Kenntnis nehmen und die eigenen bronzezeitlichen Rachemethaphern überdenken und korrigieren um Ernstgenommen zu werden.

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  2. Die Türkei bestreitet, dass es sich dabei um bis zu 1,5 Millionen Opfer handelt.

    Das passt doch gut in die Geschichte, in der bestritten wird, dass damals bis zu 6 Millionen… nun ja.

    Auf der anderen Seite steht die interessante Aussage eines Landesbeamten, den ich neulich in einer ganz anderen Angelegenheit konsultierte. Und der mir sagte, dass in seiner Zeit bei einer großen Agentur die Zahlen so modifiziert wurden, dass man von „bis zu 3 Millionen Arbeitslosen“ sprach. Es sich allerdings zu diesem besagten Zeitpunkt um 10(!) Millionen handelte. Ich war in meiner Schätzung gerade mal von 5 Millionen ausgegangen. Man sieht also, man kann sich bei manchen Zahlen ganz schön verschätzen. Und außerdem sind das ja nicht alles Arbeitslose, so wie es damals bestimmt auch nicht alles Armenier…aber was rede ich da.

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    1. Das feilschen … … um Opferzahlen gehört mit zu den widerlichsten Aspekten des Umgangs mit Geschichte. Hüben wie drüben.
      Das wir uns mit gefälschten geschönten Zahlen im Bereich der Arbeitslosenzahlen beglücken lassen, ist spätestens seit Hartz IV offensichtlich. Schnell mal Leute da hin oder dorthin geschickt, damit sie in der Statistik für den Zeitraum rausfallen. Und Schwups ist die Zahl gedrückt.

      Mich stört dennoch wie mit diesem Thema umgegangen wird, aus falscher Rücksicht und imaginärer Angst dadurch Nachteile bei klarer Kante zu erhalten. Und die üblichen Weicheier haben auch mal wieder Angst vor einem schlechten Bild Deutschlands, weil Dreckspack wieder Asylbewerberheime angreift und anzündet. Statt im Inland für ein Klima zu sorgen, indem solche Arschlöcher isoliert sind bzw. auch mal bestraft werden, ängstigt man sich stattdessen vor einem Einbrechen der Wirtschaftskraft wegen des rechten Mobs seiner Handlungen. Genau die gleichen Handlungen wie damals, als in Deutschland die Häuser brannten und Menschen vom braunen Mob ermordet wurden. Nein, nicht 1939, sondern 1990 ff. Da können die ganzen Moraltheologen ja wieder Lichterketten basteln und sich selbst belügen gehen, ändern wird sich in diesem Land vermutlich sowieso nichts mehr. Der Fisch stinkt vom Kopf und vom Rest her.

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