Heureka!

Es gibt merkwürdige Dinge die man nicht auf Anhieb versteht, also in meinem Fall natürlich das Meiste, aber auch anderen Menschen soll es ja hin und wieder so gehen.
Ich mache -aus Spaß an der Freud‘- im näheren Bekannten und Freundesumfeld manchmal noch ‚Computersupport‘.
Ich bastele dann neue Rechner zusammen oder versuche dahinterzukommen, warum der alte PC nicht mehr will.
Ich entseuche und aktualisiere Software, kurzum bin eben der Computermensch im Freundeskreis der DAUs.

Vorgeschichte
Früher, zu Studienzeiten war diese Bastelei etwas, dass ich ursprünglich gerne machte.
So konnte ich dabei immer ein wenig mehr über den Computer lernen ohne mein eigenes Budget angreifen zu müssen.
Selbst war der Mann, und der Freundeskreis war froh einen Bastler in der Nähe zu haben.
Als ich dann später arbeitete, wurde es lästiger.
Manche Menschen aus meiner Vergangenheit, besonders einige mit einem ansprechenden Einkommen, meinten mir meine für ihre Rechner verbratenen Stunden mit weitergeschenkten Champagnerflaschen der 40-50 DM Klasse durchaus nobel zu vergelten.
Dazu sollte man wissen: sowas trinke ich nicht, trank ich noch nie und will ich nicht trinken. Ich kriege bereits Sodbrennen, während ich nur das Wort „Champagner aufschreibe.
Und so befand und beschloss ich, die Opferung meiner Freizeit -bei wirklich langen Arbeitstagen- sei damit nicht adäquat berücksichtigt.
Denn meist war der Arbeitsaufwand im Mittel bei 5-6 Stunden und so fand ich einen ‚Stundenlohn‘ von etwas unter 8 DM deprimierend.
Wohlgemerkt, das waren damals gut verdienende Selbstständige oder Oberstudienräte aus dem bekannten -und Freundeskreis.
Auf die Fragen, was ich denn bekäme antwortete ich deshalb irgendwann mal damit, was es normalerweise kostet, wenn man mich Arbeitsseits bucht – ich war dann bereit, davon nur die Hälfte zu nehmen, aber damit lag ich sicherlich immer noch deutlich über dem Satz den ein PC-Lädchen um die Ecke dafür genommen hätte. Ich hätte mich auch in Zigaretten oder vollen Bierfässern zur Kompensation beglücken lassen, aber -oh Wunder!- von da ab blieb mein Telefon still.
Manche der damaligen ‚Freunde‘ habe ich dann auch nicht mehr gesehen. Komisch, oder?
Kurzum, weil das Leben zu kurz ist um sich mit solchem Mumpitz lange herumzuärgern schraube ich seitdem nur noch die PCs der Ms. und meinen zusammen.
Eigentlich, denn natürlich habe ich in den letzten Jahren hin und wieder eine Ausnahme gemacht.
Alle, denen ich seitdem mit dem PC geholfen habe, waren gute, meist langjährige Freunde und selbige waren beschämenderweise eher zu generös, so dass ich nie das Gefühl haben musste der Computertrottel zu sein.

Diese Vorgeschichte zum besseren Verständnis.

Gegenwart

Ich supporte immer noch mit Wonne die Freiberuflerin, deren Spaß mit dem VoIP Anschluss ich die Freude hatte, hier bereits kurz zu verwursten.
Nachdem ich ihr eine Homepage mit wordpress gebastelt habe, damit auch Menschen unter 100 ihre Praxis finden können, und dort eine E-Mail Adresse zur möglichen Kontaktaufnahme hinterlegte, macht es natürlich Sinn, selbige auch abfragen zu können. Da die Freiberuflerin -ich nenne sie mal Frau MausD- mit dem Smartphone und seinen magischen Möglichkeiten ungefähr so vertraut ist, wie der Blödbabbler mit Champagnermarken – also gar nicht-, erschien uns die Idee einen alten Computer, zum E-Mail abrufen und Kunden-CDs gucken, in ihre Praxis zu stellen, naheliegend.
Gesägt tun getan!
Dank der Altrechnerspende des Herrn HausD hatten wir zwei PCs die für besagten Zweck in Frage kommen konnten.
Rechner mit Win 7 bespielt, Thunderbird drauf und fertig war die Arbeit.
Gut, Windows nuckelt nach dem Servicepack 1 noch ungefähr 1,5 GB an Updates herunter und installiert die dann- mit schweizerischem Tempo während der nächsten Tage- vor sich hin. Aber prinzipiell war der Rechner fertig. 😀
Der Rechner lief langsam, aber brav und auch das Abrufen und verschicken der E-Mails funktionierte, so wie es soll.

Probleme

Nachdem wir den Rechner in die Praxis verfrachtet, angeschlossen und ihn hochgefahren hatten, schien alles für die künftige Praxis 2.0 gerüstet.
Als ich drei Tage später in der Praxis auftauchte erfuhr ich, der Rechner habe solange funktioniert, wie ich vor Ort war. Am folgenden Tag ließ er sich nicht mehr zum Starten bewegen.
Auch meine magische Aura schaffte es nicht ihn über das Leuchten der ‚Einschalt-LED‘ hinaus zu einem Startbildschirm zu überreden. Mal an allen Kabel gewackelt, ihn aufgeschraubt und ins Innere geblickt doch der Stinksack blieb im Nirwana. lucky him!
Aber -wie gesagt wir haben ja noch die PC-Spende des Herrn HausD. Also den PC eingepackt und heimgeschafft. Dort habe ich ihn aus Spaß an der Freud‘ einfach nochmal angeschlossen und siehe da: er fuhr ohne Mucken direkt hoch, der Windowsstartbildschirm begrüßte uns gerade so, als sein nichts geschehen. Faaflucht!
Ich vermutete einen Wackelkontakt, war aber eigentlich zufrieden, dass der PC lief, ersparte es mir doch den Ersatz-PC bespielen zu müssen.
Also den PC wieder eingepackt und ab damit in die Praxis.
Dort angeschlossen, eingeschaltet und im beim Hochfahren zugeguckt. Brav!

Reloaded

Am nächsten Tag rief mich Frau MausD an und teilte mir lachend mit, der PC führe nicht hoch, er sei: tot.
Sie habe extra noch einen ihrer Kunden(„das soll mal ein Mann probieren!“) gebeten, dieser ruckelte und zuzzelte aber wohl auch ohne Erfolg daran ‚rum, der PC blieb tot.

Elan

Also PC wieder nachhause mitgenommen und siehe da dort funktionierte er sofort und ohne Mucken. Magic!
Inzwischen hatte meine -nach oben nicht mehr offene- Genervt Skala fast schon die Spitze erreicht, deshalb beschloss ich doch den Reserve-PC zu bespielen.
Nur leider war der direkt nach dem Einschalten nicht bereit, mehr von sich preiszugeben als den BIOS Hersteller Bootbildschirm. Dann hing er fest und nichts ging.
Also, Schraubendreher und ab in die Innereinen des roten Renners.
Sitzen alle Kabel fest, sehen irgendwelche Elkos gebläht aus oder sind gar geplatzt?
Nö, alles wunderbar.
Eventuell hat die CMOS Batterie keinen Saft mehr? Ruckzuck das Biest getauscht, nee, wars auch nicht.
Dafür aber wurde das BIOS durch diese Aktion resettet.
Ich zog mal alles an Kabeln ab, was nicht direkt fürs Booten benötigt wird. Nachdem ich das DVD Laufwerk auf diese Art aus dem Rennen genommen hatte, kam ich bis zum BIOS. Sehr schön.
Überraschenderweise bootet der PC jetzt, dafür hatte die Grafikkarte bereits direkt nach dem Einschalten -ohne Last- Temperaturen aufzuweisen, wie eine Endstufe von Arianne Trägerraketen.
Notiz an mich: GraKa im Auge behalten.
Der PC bootete also, bis er spontan entschied ein Reboot sei auch eine tolle Idee; Nein, besser noch s schien es ihm sich von alleine ganz auszuschalten.
Hmmpf!
Wir konnten ihn einschalten, er begann zu booten und schaltete sich aus.

Verzweiflung und Hoffnungsschimmer

Dies war der Augenblick an dem ich beschloss, ein paar neue Brocken und ein Stoßgebet sollten reichen. Ich will nicht mehr mit diesen beiden Möhren.
Also, neues Mutterbrett, ein wenig RAM, neue CPU(mit GPU) gekauft und inständig gehofft, dass nicht das Netzteil im ersten PC der Übeltäter ist.
Den ersten PC umgebaut und siehe da, er läuft brav – allerdings haben wir entschieden diesen dann doch nicht in die Praxis zu stellen, sondern eventuell den älteren Privatrechner der Frau MausD, da dieser deutlich langsamer ist. Da daheim nicht nur die Leute sterben, sondern auch zocken etc. macht das durchaus Sinn den schnellsten der PCs eben dort zu parken.
Inzwischen hatte ich bei einem alkoholfreien Bier und einem Glas Paddy mit dem Herrn HausD ein Gespräch, bei dem ich seinen PC und das unschöne Runterfahrverhalten schilderte. Gemeinsam fiel uns ein, dass besagtes BIOS Probleme mit dem damals neuen Core2Duo 8400 hatte, die Temperaturfühler meinen immer: der wird gerade gegrillt und fahren aus Sicherheitsgründen den PC runter. Es gab da damals ein Firmwareupdate, was der Herr HausD aber nie aufgespielt hat, stattdessen stellte er das Auslesen des Temperaturfühlers im BIOS aus. Leider hat der Boardhersteller kurz danach sein Geschäft eingestellt und man findet im Netz keine seriöse Quelle mehr für das notwendige Update. Egal. Also im BIOS das Sicherheitsfeature ausgeschaltet und der PC lief, sodass ich Windows 7 aufspielen konnte und dem PC dann die nächsten Tage beim Updaten und den Bytes quasi beim Eintrudeln zusehen konnte.
Thunderbird drauf, Konto eingerichtet, E-Mail verschickt und empfangen. Fertig!

Fettich?

Den roten Raser in die Praxis gebracht, angeschlossen, eingeschaltet und hochgefahren. Noch den Thunderbird ins Autostart geschupst und noch zwei Lesezeichen zu den Mittagskarten der hiesigen türkischen Italiener im Firefox eingerichtet. Puh!
Der Freiberuflerin gesagt, sie möge mich bitte am nächsten Tag anrufen, wenn der PC nicht mehr gehen sollte, damit ich dann mit einem Schamanen zusammen Fehlersuche…
Sie hielt sich zwar nicht direkt dran, sondern rief mich auch so an, um mir lachend mitzuteilen: der PC läuft weiterhin. Juchu!

Über Bande ins Auge der Software

Nach einer Woche fragte sie mich dann, was man denn machen müsse um Briefe von ihrem PC zu verschicken.
Ich antwortete: „Man müsse ihn mit einer Frankiermaschine kreuzen“, was offenbar nicht genau die Antwort war, die sie erwartete, wie mich ein schmerzhaftes Zwicken am Oberarm vermuten ließ.
Sowohl sie, als auch ihre jüngere und ganz junge Kollegin hätten es nämlich nicht geschafft mit dem Thunderbird eine E-Mail zu versenden.
Ganz Sherlock Blödbabbler vermutete ich mal sexistisch ins Blaue hinein: „Wenn es scheinbar nicht am Alter liegt, liegt das Problem vielleicht am Geschlecht der Versenderinnen?!“
Den blauen Fleck am anderen Arm deutete ich als Zeichen, das auch diese Antwort nicht genehm war – seufzend setzte ich mich an das Sorgenkind und schrieb eine Test-E-Mail.
Verdammt, am Geschlecht lag es offenkundig wirklich nicht!
Der Versuch des Sendens brach immer -nach gefühlter Ewigkeit- ab, die Mail blieb wo sie war im Entwurfsmodus.
Da ich mit dem PC bereits eine Test E-Mail gesendet hatte und an den Einstellungen nichts verändert wurde, kamen für mich einige Möglichkeiten in Betracht: Virenscannerupdates, Windowsupdates, ein versehentliches `Ja ich will den Verkehr nach draußen sperren- Klick in der Firewall, Probleme beim Hoster und ähnliches.
Weil ich auf meinem Privat-PC die eingehenden E-Mails in der Prä-Praxis-PC Zeit beobachtet habe um gegebenenfalls per Telefon Absagen, Terminänderungen etc. weiterzugeben, beschloss ich von dort nochmal den Versand zu testen.
Toll! Von meinem PC aus gehts – der Hoster als Problem scheidet damit aus.
In der Praxis heute erneut versucht zu senden. Nix geht.
Virenscanner deaktiviert. Nix
Virenscanner deinstalliert. Nix
Portadressen geändert für den smtp Server. Nix
SSL ausgeschaltet und unverschlüsselt probiert. Nix
Firewallregeln durchforstet. Nix.
Ein neues Konto bei einem Freemailhoster eingerichtet und im Thunderbird ein Konto erstellt. Damit geht’s!
Das Problem liegt also definitiv am Konto und nicht an irgendwelchen Regeln oder Sperren in der Firewall.
Ich wollte schon aufgeben, dann viel mir der alte Klassiker ein, wenn was nicht geht, dann vermute mal es was mit der T**ekom zu tun.
Der Router ist ein Mietling, den uns besagter Provider ins Haus gebracht hat, und heute mein letzter Versuch.
Router-IP im Browser eingegeben, Passwort und eingeloggt in die Innereinen des Routers.
Und siehe da der Router hat eine Liste mit ‚vertrauenswürdigen‘ E-Mail Servern(hauptsächlich solche von besagtem Provider und einigen Freehostern) hinterlegt. Der Hoster bei dem die Praxis-E-Mail liegt, war natürlich nicht darin aufgeführt. Manuell also den Hoster als ‚vertrauenswürdig‘ eingetragen und es klappt auch mit dem Versenden von E-Mails.
Danke! Das hat mich ungefähr zusammen 4 Stunden meines Lebens gekostet. Es gibt Gründe wieso ich, ganz sportlicher Preuße, Altes-Fritz-Boxen empfehle. 😀

Jetzt bin ich gespannt, was als nächste Baustelle kommt.

Ihnen Ihr Blödbabbler

3 Gedanken zu “Heureka!

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