Früher war alles besser…

… und Raider hieß noch nicht Twix.
Doch klebrig war’s schon immer, geändert hat sich nix, sang Pedder mit Daily Terror treffend.
Aber es war eben auch nicht pauschal einfach alles Kacke.

Das Wetter vor der Tür verabschiedet sich langsam vom Sommer (:-D) und somit tendiert auch mein dadurch getriggerter Hang von leichter und luftiger Bauch- und Ohrnahrung ebenfalls wieder deutlich hin zur schwereren Kost.
So wurden die Salate mit Hühnerbruststreifen inzwischen von Kürbis und Wurzelgemüse, sowie Kohl und Hackfleisch abgelöst, es riecht nun rund-um-die-Uhr pupsmuffelig in der Hütte. Whiskyverschnuffeln mit Kohlaroma ist eher unerfreulich, aber egal, muss ich durch.
Gestern und heute harrte, auch ums Herzelein zu wärmen, ein großer Topf voll Chili-con-carne darauf, verspeist zu werden… und die zur Neige im Topf noch befindlichen Reste wandern nun ins Zwischenlager, den Schlund des Tiefkühlers um mich auch zu späterer Zeit erneut zu erfreuen.

Um die Bentoisierung(Danke für den Hinweis an Herrn FausD) hier abzuschließen, sollte ich wohl noch etwas mehr lifestye und Musik ins Blog packen, die langen Texte zur Befindlichkeit der Republik und des Politischen im Allgemeinen verstören ja eher potentielle Leser, wie ich an der Aufrufanzahl von 2 glaube erkennen zu können. :-O

Aber da ja in meiner Sichtweise vieles dennoch Politisch ist, erwähne ich es natürlich weiterhin.
Wer hier also mit einem Strudelrezept daherkommt sollte sich schon einen Nazivorwurf gefallen lassen müssen, liebte der faulzähnige und eineiige Führer doch ebensolchen.
Oder vielleicht auch wieder nicht, also den Vorwurf gefallen lassen…denn ich mache das nicht, Eins verurteilen, weils zum Anderen passt und den eigenen confirmation bias dick und rund füttert.

Bei der leidigen Diskussion um singende Nachwuchs-No-brainer der CDU, Westerwaldlied und 9.November als Stichwort, fiel mir auf und ein: Man sollte wohl mal wieder mehr Musik aus den 20er und 20er Jahren des letzten Jahrhunderts hören. Zumindest, solange die pc- oder die Schariapolizei die noch nicht verboten hat.
Oder halt die Hinterwäldler der AfD das zur Pflicht machen.
Ich mag nämlich beides nicht so gerne: Zensur oder Zwang ist beides die gleiche Gülle.

Nun bin ich ja schon immer -zumindest was Musik angeht- offen für fast jede Spielart, außer jener, die mir als gerade on-vogue verkauft wird, weichgespülter Mainstreampopscheißdreck oder reine ‚Tanzmusik‘, gerne der Art, die von Menschen mit ADHS Syndrom und Kopfhörern ‚aufgelegt‘ wird. Beides Mist! Meine Mitmenschen bescheuert.
Und ja, ich habe die Anfänge der Plastikmusik noch mitgekommen, damals als Avantgarde z.B. bei Kraftwerk oder dem weichgespülten Jean Michelle Jarre…beides damals auch gehört…später gings dann gar nicht mehr, da nannte sich das Ganze dann Techno und spaltete sich in tausende Untergruppen auf, wie sonst nur eine typische linke Bewegung.

Ich bin dennoch -oder gerade wegen der Ablösung von laufenden Trends- musikalisch flexibel, und nicht, wie man garstig auch vermuten könnte: beliebig.
Groß geworden mit Lagerfeuerromantik und passenden Lieder habe ich auch nie wirklich große Berührungsängste zu bspw. Heino gehabt.
Ich habe Hans Alberts gehört und mitgegrölt, ebenso wie Anarchy in the U.K. von den Sex Pistols.

Es muss für mich stimmig sein, also meiner Stimmung entsprechen…und Zeug vom Aluhutträger Naidoo stinkt da z.B., während ein altes Fahrtenlied Labsal für meine kleinbürgerliche Seele ist.
Aus diesem Grund habe ich beschlossen ab jetzt wenigstens einmal die Woche ein Musikvideo zu verlinken das mir gefällt und was dazu zu schreiben -oder auch nicht.

Den Anfang macht in diesem Reigen der Tango Notturno gesungen von Pola Negri.
Ja, ein Lied aus einem deutschen Film aus dem Jahr 1937, gesungen von der polnischen Schauspielerin Pola Negri.

Pola Negris Antlitz war eines der ersten Bilder das mein Nadeldrucker vom C128 angewiesen damals ausdruckte…ich hatte zwar keinen Plan wer das war- kurze Info: Google und auch das Internetz wie wir es heute neben der Luft zum Atmen als zweitwichtigstes Element wahrnehmen, gabs noch nicht- fand aber ihre Aura bezaubernd.
Vor kurzem stieß ich dann beim Wühlen in Schlagern der 20 Jahre bei youtube in den Empfehlungen am rechten Rand (*hüstel*) auf Pola Negri.
Seitdem ist die Ms., geduldigste aller Gefährtinnen, deutlich genervt ,wenn mal wieder der Tango Notturno aus meinem Rechner erklingt…ich tröste sie dann immer damit, dass ich auch Heino und „Jenseits des Tales“ auflegen könnte, was aber ehrlicherweise nur bedingt hilft. Frauen!? 😀

Es gibt sehr viele Fassungen, von denen ich die meisten gehört habe, aber mir gefallen zwei besonders: jene von besagter Pola Negri


oder direkt aus dem Film:

und die von einer finnischen Sängerin namens Seija Karpiomaa

Stimmungsvolle Tage und immer eine Rose im Mund,

Ihnen Ihr Blödbabbler

11 Gedanken zu “Früher war alles besser…

  1. Zugegeben:
    Ich bin immer wieder verblüfft von der Bandbreite ihres Musikgeschmacks.
    Deswegen fällt es mir nicht schwer sogar zu glauben, dass Sie es ernst meinen wenn Sie schreiben „“Frue*er“™ war alles besser…“

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  2. Huch soviele Kommentare. 😀

    Ja, was soll ich sagen, da ist mir die werte Frau G. zuvor gekommen – die gute Zarah Leander kommt vermutlich in den nächsten Beiträgen auch dran, beim Herrn Gründgens schwanke ich noch- aber ich habe auch noch weniger belastete Stars wie Marlene Dietrich, diese auf jeden Fall und auch nicht alle Lieder oder Interpreten stammen aus den 20er und 30er Jahren die mir da vorschweben. Ich finde es allerdings spannend Musik, die meine Omas vielleicht gehört haben, als sie klein und jung waren, wiederzuentdecken.

    Und ich bin ja doch nicht ganz unpolitisch dabei und bewerte natürlich ganz subjektiv trotzdem neben Musik auch noch anderes, ich habe oben also schlicht gelogen… auch deswegen kommt mir eine Frau Rökk sicherlich nie nicht ins Blog, ich mag das Trällern nicht, das Gesteppe und das opportunistische Leben. Aber vor allem ihr Trällern! 😉

    Vom Herrn Wendland waren mir bisher hauptsächlich „Die Beine von Dolores“ im Sinn und natürlich „Tanze mit mir in den Morgen“, das Vagabundenlied kannte ich bis dato nicht.
    Klingt für mich aber auch ein wenig so, als sollte man es beim Heurigen oder so mitschunkeln. 😛

    Und es kommen auch noch englisch anderssprachige Lieder…keine Sorge…wobei Joni Mitchell vermutlich nicht darunter sein wird, da kenne ich rein gar nichts von glaube ich…seufz.

    Eben kurz reingehört, sie macht auch solch hohe Laute wie ich sei bei Joan Baez bereits nicht mag…ich bin wohl eher für dunkle Stimmen stelle ich fest. Helles Bier und dunkle Stimmen… 🙂

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    1. Die Zahl ist meiner Zerstreutheit geschuldet, das Alter, wissen’s ….

      Es ist immer so, dass sich die Meinungen zu Joni Mitchell sehr unterscheiden, es gibt da wenig grau, fast nur schwarz & weiß.
      Der fröhliche Vagabund war eines der Lieblingslieder meiner Mutter – sie ruhe in Frieden – die öfter als nötig zu Gehör gebracht wurden. Kinderfolter, wenn das heute passierte ….

      Zu den vists/hits bei den zwei vorherigen Artikeln mehr per mail, aber erst morgen, nachmittags

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      1. Ich fand das Lied „Woodstock“, welches ich gestern gehört habe nicht schlecht, solange bis sie das Trällern anfing…ich versuche es mit Grautönen. Joan Baez höre ich ja auch gerne ..die Träller Lieder überspringe ich, bin also geübt. 😀

        Ich dachte der Vagabund wäre ihr Lieblingslied…nun ja,..beim Thema Kinderfolter hätte es deutlich ärger kommen können, so musikalisch, finde ich. 😉

        Das mit den visits ist mir nur aufgefallen, weil das WP hier ungefragt Statistiken einblendet im Dashboard und ich bei besagten 2 doch etwas irritiert war. Selbst als die Webseite noch komplett leer war, hatte ich mehr Leser. :O
        Ansonsten gilt: Kommentare sind natürlich schön, weil man ein feedback bekommt und nur so seine Position im All genauer hinterfragen kann, bzw. verteidigen kann, absolut notwendig sind sie aber nicht, da ich -wie auch im Impressum angedeutet- primär zur eigenen Seelenhygiene schreibe…wenns aber dabei dauerhaft bleibt, ist es ein wenig wie mit der Masturbation, schön und befriedigend, aber ein einsamer(sic!) Job. 😀

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  3. I T _ W A S _ B E T T E R (Ein Kommentar, den ich angeregt durch eine Perscheid Grafik verfasst habe. In der Grafik tippt jemand in ein Handy. Der Text unter dem Bild lautet: „Vor 50 Jahren war alles viel besser.“ tippte Heinz in sein neues Galaxy S9 Plus Smartphone.)

    Ich gehöre nicht zu den Leuten, die typischerweise von der „guten alten Zeit“ sprechen. Zwar gibt es einiges, bei dem ich traurig bin, dass sich etwas geändert hat. Aber im Allgemeinen lebe ich in der Zeit und kann auch die Angenehmlichkeiten derGegenwart recht gut genießen.

    Ich habe aber heute beim „zappen“ einige alte Serien angesehen. Meistens waren es nur einige Minuten und heute waren es amerikanische Serien. Gestern abends sah ich Notruf 110 aus der DDR-Zeit und eine andere Serie, von der ich nicht weiß, wann sie spielt, „Mord mit Aussicht“. (Leicht humorvolle Krimiserie, die in der Eiffel spielt)

    Das hat mich zu der Aussage gegenüber meiner Frau veranlasst, dass ich eigentlich keine modernen Fernsehprogramme, die sich mit Krimi-Angelegenheiten befassen, mehr mag. Es ist alles derart hochdramatisiert, dass man am liebsten nicht mehr auf die Strasse mag. „Tatort“ fällt hier besonders auf.

    Insofern muss ich sehr über Perscheids Abgründe lachen.

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    1. Hallo Herr steppenhund,
      fehlt bei IT_WAS_BETTER ein link oder war DAS der Kommentar in und an sich?
      Ich halte von der vorgeblichen guten alten Zeit eher wenig, da gabs kein Antibiotikum, Menschen wurden angezündet und das Recht des Stärkeren war ein akzeptiertes Konzept.
      Eher nicht so meine Vorstellung von Leben und Zivilisation.

      Meine Einleitung sollte nur darauf verweisen, was der letzte Satz dann formulierte „Aber es war eben auch nicht pauschal einfach alles Kacke.“
      Ich weigere mich weiterhin pauschal Dinge zu verurteilen, weil man mit der groben Keule eben alles plättet, statt stilsicher mit dem Florett das tatsächliche Problem zu pieksen.

      In Zeiten in denen prinzipiell der weiße, alte Mann an allem schuld zu sein scheint, ungeliebte Meinungen ad hominem denunziert werden und überall Nazis vermutet werden -sobald man nicht der gleichen Meinung ist-, wollte ich sanft überleiten zu einem Musikstück aus einem Film der während des Dritten Reichs in Deutschland gedreht wurde…und das ich dennoch mag; und nebenbei verdeutlichen, dass mir das komplett wumpe ist ob sich jemand daran stört eben weil der Film während dieser Phase entstand.
      Das Lied gefällt, die Frau gefällt, der Rest ist silence.

      Zum Thema alte Serien. Ich gucke gerade mit der Ms. die erste Staffel der Serie „Twin Peaks“ von 1990. Damals hatte ich für sowas keinen Nerv und keine Zeit, da guckte ich Problem-Filme in irgendeinem Programmkino und versuchte ein besserer Mann zu werden, Lila Latzhosen Diktate und kritische Selbstreflexion statt Spaß an amerikanischen Serien. 😉
      Ich kann nach nahezu der ersten Staffel feststellen, alles wesentlich unaufgeregter als in heutigen Serien, behäbig und ruhig, allerdings furchtbare 80er Jahre Frisuren, hölzerne Schauspielerei und gruselige Dialoge. Schauspiel hat sich -auch und gerade in Serien- dramatisch verbessert und weiterentwickelt, der alte Rest ist auf Lindenstraßen Niveau.

      Ich schaue schon immer ungerne bis gar nicht Krimis, versteh aber was sie mit ihrer Kritik meinen. Ich halte hingegen Krimis für mitverantwortlich für die ‚gefühlte‘ Unsicherheitslage in der Republik, und damit für einen wichtigen Teil der gegenwärtigen Unkultur im Lande.

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