Ist das so?

Kommt es nur mir so vor, dass der Vorwurf: „Selbst schuld, hast ja ein unsicheres Passwort gewählt!“, ein wenig klingt wie: „Selbst schuld, hättest ja keinen kurzen und aufreizenden Rock anziehen müssen!“?

Grübelnden Gruß vom blödbabbler

5 Gedanken zu “Ist das so?

  1. Den Vergleich halte ich nicht für zulässig. Warum? Bezüglich der Passwörter gibt es seit 40 Jahren entsprechende Hinweise und Tipps, wie man sich etwas besser schützen kann. Dass Politiker zu blöd sind, die Problematik überhaupt zu erkennen, ist unseren Wählern geschuldet, die tatsächlich am liebsten die wählen, die am dümmsten agieren.
    Meine Passwörter sind auch nicht sehr sicher. Aber ich habe mich während meiner Berufstätigkeit in der Sovwetunion daran gewöhnt, überwacht zu werden. Aber man könnte ja auch fragen, warum Autos mit einer Höchstgeschwindigkeit von mehr als 200km/h gebaut und verkauft werden, was ja vor allem in Deutschland ein besonderes Licht auf den Geisteszustand wirft. Und mit jemandem, der sich bei 200km/h umbringt, habe ich auch nicht mehr Mitleid sondern freue mich, dass ein Depp weniger auf der Strasse ist.

    Liken

    1. Hallo Herr steppenhund,

      wenn die Raser ja wenigstens nur sich umbringen würden, wäre schon viel gewonnen…leider zersägen die am Ende dann doch wieder deutlich öfter unschuldige Menschen die mit ihrem Kleinwagen schlicht nur von A nach B wollten und dort blöderweise im Weg waren.

      Zu den Passwörtern. Es ist meiner Meinung nach schon immer möglich sicherere Passwörter zu erzwingen…diverse Seiten tun dies inzwischen, indem sie die Eingabe von mindestens einer Zahl, Groß -und Kleinbuchstaben, Sonderzeichen und einer Zeichenlänge >10 Zeichen und keine Zahlenabfolgen >3 zur Voraussetzung fürs Erstellen eines Passwortes machen. Wenn ich natürlich als Eingabe ein mindestens dreistelliges Passwort erlaube, ohne Restriktionen, dann wählt der gewöhnliche, bequeme Hohlkopf 123 oder ähnliches. So wie der Hohlkopf auch das schöne HTML in seiner E-Mail aktiviert hat, bequem und wichtiger, man kann mit einem Klick Sachen fett machen und Smileys setzen – o.k. man sieht halt nicht wohin der link geht und kann auch eine gefakte E-Mail-Adresse nicht erkennen, aber dafür alles so schön bunt hier. :-/

      Dennoch: Viele der bspw. unter ‚;–have i been pwned? abrufbaren kompromittierten E-Mail Adressen oder Passwörter stammen ja gerade nicht aus einem individuellen Hack, sondern sind Datenreichtum, bei dem der Anbieter verkackt hat. Passwörter, wie bei twoday.net im Klartext zu speichern oder Sicherheitslücken nicht zu beheben(hier nicht auf twoday bezogen) verschärft die Situation deutlich stärker, als ein schwaches Passwort von Müller, Meier oder Schulze.

      So ist meine etwas hinkende Analogie zu sehen.
      Man sollte eben nicht zu sehr versuchen die Schuld (nur) beim Ersteller des Passworts zu sehen(so wie der altbackene Versuch die Schuld an sexualisierter Gewalt der Kleidung zuzuschreiben), sondern den Blick lieber auf die richten, die dafür sorgen könnten, dass es eben sicherere Passwörter gibt, weil man die Vorgaben entsprechend setzt; die Profis.

      Phishing etc. mal davon ausgenommen, bei dem in der Vergangenheit meist ein funktionierendes Gehirn geholfen hat. Nachdem inzwischen aber aus aufgemachten Datenbanken echte Namen, E-Mail Adressen und Anschriften nebst Passwörtern kursieren, muss häufig ein mindestens zweiter kritischer Blick auf einkommende E-Mails gerichtet werden.

      Liken

  2. Na ja, mit dem unsicheren Passwort – das würde ich eher mit einer ungesicherten Wohnungstüre vergleichen. Solche Situationen habe ich in meiner beruflichen Zeit zu oft erlebt, wenn ich nach Einbrüchen in Wohnungen oder Häuser gerufen wurde. Das standen Fenster „auf Kipp“, oder Türen waren nur einfach hinter sich zugezogen worden, ohne abzuschließen. Da gab es Türen mit von außen abschraubbaren Türschildern, die es den Tätern kinderleicht machten.
    Ich bin aktuell auch gerade damit beschäftigt, meine Passwörter neu und so phantasievoll wie möglich und hoffentlich für mich auch so merkbar wie möglich zu erfinden.
    Kurzer Rock würde mir nicht stehen 😉

    Liken

    1. Hallo Herr Lo, dass mit der Wohnungstür ist zwar eine gerne genommen Analogie, aus meiner Sicht aber, siehe Erklärung oben, weniger treffend als meine sexistische. 😉 Hier wird bewusst fahrlässig gehandelt, dass ist beim Erstellen von vermeintlich unsicheren Passwörtern nicht unbedingt der Fall, stammen doch -wie oben erwähnt- die meisten Daten aus kaputten Datenbanken. Was nützt das beste Passwort, wenn dafür die Daten bei einem Verlust bzw. Einsicht der erlaubten Mitarbeiter danach ‚broken‘ sind, weil sie unverschlüsselt in der Datenbank liegen.

      Zu Passwörtern und der Merkbarkeit. Ich bin vor einiger Zeit dazu übergegangen für jede Aktion im Netz ein eigenes Passwort zu benutzen, welches ich ganz oldschoolig in einer Papierkladde notiere. Umständlicher, aber -außer bei einem Einbruch in die Wohnung- sicherer. Man kann natürlich auch die Daten in der Kladde nochmal mit einer eigenen Logik verschlüsseln. So könnte man als Beispiel falls man das Wort FRANKFURT verwendet tatsächlich München meinen… so wäre auch nach einem Einbruch die Kladde mehr oder minder nutzlos für einen Dieb.

      Alternativ gibt es mit Keepass ein durchaus brauchbares Programm um der Flut an Passwörter Herr zu werden.

      Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.