Schuldig oder nicht?

Schlimm. Überall Schuld, überall Schuldige. Überall sieht man Fehler, andere Menschen sind so fehlbar. Einzig, die eigene Darstellung, egal ob individuell,im eigenen Kollektiv oder durch irgendeine andere Merkwürdigkeit zusammenhängend geprägt, bleibt rein, unschuldig und wahr. m(

Kirchen machen Propaganda auf Kosten der Allgemeinheit, deuten mit dem Finger und laden nicht ein, wen sie als unchristlich empfinden.
Kann man so machen.
Wer allerdings selbst passives oder gar aktives Mitglied einer terroristischen oder kriminellen Vereinigung ist, sollte mit dem Terrorvorwurf vorsichtig sein, sonst wird man nach der Revolution noch beim Wort genommen. 😉
Dem kirchlich etablierten Massensport des Kinderschändens frönen (wer nicht aktiv dagegen aufsteht ist mitschuldig!), aber sich über die unchristlichen Nazis verwirrten Einzeltäter von der AfD aufregen ist nicht besonders konsequent. Strafrecht sollte für alle gelten, auch für geistig verwirrte Frauenkleiderträger und Pimpfeverführer.

Frauenfußball.
Weltmeisterschaft.
Forderungen nach Schließung einer gender-pay-gap bei Sieg und Heil Prämien für BallschupserInnen.
Denn, so die krude Logik, alle laufen schließlich ähnlich oder gleich viel auf dem Grün herum, warum sollten Frauen da dann nur ein Fünftel an Kohle bekommen wie die Herren der Fußbalklzunft mit dem Adler auf der Brust…selbst und auch, wenn der beklagte Bonus mal eben die Höhe eines Jahresgehalts eines Durchschnittsdeutschen deutlich übersteigt, es ist und bleibt zu wenig!
Auch und selbst dann, wenn Frauenfußball weder von der Qualität noch der erbrachten Leistung tatsächlich vergleichbar ist; von den finanziellen Kräften des sogenannten Marktes und den damit verbundenen finanziellen Einnahmen ganz zu schweigen, es muss Geschlechterungerechtigkeit sein, eben genau das, was der gemeine, alte und weiße Mann…blabla.

Dann gestern beim Spiel zwischen den blassen englischen Frauen(ist das jetzt nur frauenfeindlich oder schon rassistisch?) und den Frauen aus Kamerun der Eklat, der natürlich wenigstens rassistisch motiviert sein muss; Männern dafür die Schuld zu geben fiel schwer, waren doch lediglich Frauen an der Farce beteiligt – gabs aber dennoch sicher irgendwo im Feuilleton einer progressiven Zeitung zu lesen.

Man hatte wohl vergessen den Frauen aus Kamerun vorab die Regeln des Spiels zu erklären, weil vermutlich irgendein alter, männlicher und weißer Rassist schlicht angenommen hatte, bei einer Weltmeisterschaft könne man von Regelkenntnis schlicht mal ausgehen. Schwerer und dummer Fehler! Außerdem anmaßend wenn Männer vorwegnehmen was Frauen zu denken haben…also sexistisch irgendwie schon im Ansatz.

Den Rückpass ihrer Verteidigerin -den die Torfrau mit den Händen aufnahm- strafte die fiese, gelbe Chinesin mit einem fälligen Freistoß der -da knapp vor dem 5 Meter Raum gelegen- ohne Probleme zum 1:0 für England verwandelt werden konnte.
Das zweite Tor der Engländer entstand aus einer Situation, in der es ein sogenanntes passives Abseits und ein dennoch sauberes Tor gab.
Passives Abseits bedeutet, es stand zwar eine Spielerin der Engländer im Abseits, die hatte aber mit dem aktuellen Spielgeschehen(dem Ball oder der Torfrau) nix zu schaffen.
In einem solchen Fall gilt der Treffer, der dann eben regulär erzielt wurde.
Die Linienrichterin hatte -wie Usus bei dieser WM- die Fahne sehr spät gehoben und damit angedeutet es gäbe eine Abseitsposition, woraufhin die chinesische Unparteiische das Tor nicht geben wollte.
Der inzwischen etablierte Videoassistent(also Menschen, vermutlich weiß und männlich in einem Studio mit vielen Fernsehern) schaltete sich ein, zeigte der Schiedsfrau die Szene nochmal und sie erkannte dann auf Treffer.
Die Richtigkeit dieser Entscheidung war -sogar für die wabbelbäuchigen Fettsäcke vor dem TV daheim- ohne Probleme zu erkennen.
Einzig die Damen aus Kamerun begannen daraufhin eine Art Streik und weigerten sich weiterzuspielen. Die Schiedsrichterin erklärte der Kapitänin den Sachverhalt und diese versuchte ihre Spielkolleginnen zum Weiterspielen zu animieren, was auch ihr nur mit mäßigem Erfolg gelingen wollte.
Ein Eklat lag in der Luft. Der Pausenpfiff sah dann die Kamerunerinnen im Halbkreis auf dem Platz statt in der Kabine, vermutlich eins von diesen Ritualen mit denen man Schuldige ausdeutet.

Als nun in der zweiten Hälfte des Spiels eine Spielerin von Kamerun ein irreguläres Tor schoss und dieses zu recht nicht anerkannt wurde, tobte der Bär, Streikdrohungen, schupsen der Schiedsrichterin und so fort. Im Laufe der Zeit wurde dann noch eine englische Spielerin angespuckt(zwar nicht ganz ein Rudi-Völler-Gedächtnis-Treffer-ins-Haar, sondern nur an den Arm- aber dennoch eklig).
Ein paar garstige Tritte gabs auch noch im Spielverlauf und am Ende einen verdienten Sieger aus England.
Nach dem Spiel kursierten dann die Opferphrasen…“die Schiedsrichterin will, dass England heute siegt“, „das Gefühl, dass der Videobeweis sich nur gegen die afrikanischen Teams richtet“, „hätten die Offiziellen etwas anderes gewollt als einen Sieg Kameruns“.
Kann man so sehen, oder einfach zugeben, dass man oder frau nicht gut gespielt, Regeln nicht eingehalten haben und letztlich so was von verdient rausgeflogen sind. Stattdessen Opferrolle vorwärts nebst Rassismusvorwurf. Schäbig.

Wo ich gerade beim Thema bin, der geschätzte Herr Fischer, der ja inzwischen als Kommunist…äh Kolumnist bei SpOn gelandet scheint, hat wieder einen Beitrag verfasst,Feminismus:Skandale am Rande des Nervenzusammenbruchs, bei dem ich sexistisches Schwein einen inneren Reichsparteitag…äh…sacht man ja nicht mehr, sorry…bei dem ich mich ganz dolle gefreut und zustimmend mit meinem Penis gewunken habe.
Das mit Fakten ist immer wieder ein guter Ansatz wie ich finde, und seine Hinweise darauf, nicht alles mit einer blasenbehafteten rosa Brille zu betrachten erhellend und zielführend.
Außerdem formuliert er meistens schön.
Er ist fast ein Kachelmann, der mich auch mit seinem unermüdlichen Kampf gegen das „sich im Sommer verbarrikadieren“ um dem „lebensgefährlichen Durchzug“ zu entkommen auch stetig erheitert und beglückt.
Oder um es mit dem Meister der Wetterschwankungen zu sagen: Durchzug ist das, was auf Mallorca „angenehmer Wind“ heisst. Er hat nur in Jammerland das Pech, Durchzug zu heissen.(da)

Aber es gab auch etwas erfreuliches, der werte Herr virtualmono hat sich nach 5 Jahren twoday Abstinenz heute zurück gemeldet und einen feinen (eigenen?)Sommerhit im Beitrag verlinkt.
Ich empfehle: Mal vorbeischauen und reinhören.

Ihnen Ihr Blödbabbler

4 Gedanken zu “Schuldig oder nicht?

  1. „.. Überall Schuld, überall Schuldige. Überall sieht man Fehler, andere Menschen sind so fehlbar. Einzig, die eigene Darstellung, .. bleibt rein, unschuldig und wahr ..“

    Wo wir gerade dabei sind:
    Lassen Sie doch ‚mal die Sau raus und sagen Sie mir ‚was zu meinen Fehlern. Vielleicht lässt sich noch etwas zum Besseren kehren, man soll die Hoffnung nie aufgeben …. ;c)

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    1. Ich weiß nicht genau worauf sie hinauswollen.
      Falls es Ihnen um mein ‚Nicht-mehr-in-ihrem-Blog-kommentieren‘ geht, da habe ich im Beitrag zum Brand von Notre Dame ja mit meinem EOD im letzten Beitrag angekündigt, dass dem so sein wird. Meine Lust und meine Zeit zu schreiben, wenn meine Beiträge dort als ‚Unterstellung‘ und ‚unverschämt‘ wahrgenommen werden, hat sich auf Null reduziert; ich nutze diese jetzt lieber um mich um die Menschen in meiner Umgebung zu kümmern, bei denen ich eben nicht damit rechnen muss, so wahrgenommen zu werden.

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