Actio oder Reactio?

Ich frage mich bei der Berichterstattung deutscher Medien inzwischen immer öfter ob die schlicht einem antisemitischen Narrativ folgen, oder ob einfach nur so doof sind. Wobei ich mir das in Personalunion auch vorstellen kann.

So überschreibt der SPIEGEL, nicht zum ersten und sicherlich auch leider nicht zum letzten Mal, einen weiteren Raketenangriff der widerlichen, islamistischen Verbrecher- und Terrororganisation Hamas auf Israel mit: „Israel greift Hamas-Ziele im Gazastreifen an“, dann kleiner darunter, „Mit Luftangriffen haben die Streitkräfte Israels auf eine Attacke aus dem Gazastreifen reagiert“. Ähnlich macht es die ZEIT, „Armee schießt auf Hamas-Ziele im Gazastreifen“.

Wäre als Überschrift nicht eher “ Hamas attackiert Israel -wie so oft- mit Raketen und erhält dafür die berechtigte Quittung der IDF.“ geeignet um den Aggressor zu benennen? Oder wenn man es schon so macht, wie die ZEIT, es mit dem Nachsatz“…als Reaktion auf einen Angriff der Hamas“ klarzustellen?

Beim inzwischen weitverbreiteten ‚Überschriftenlesen ist bereits Wissen‚- Analphabetismus, auch als Folge von eiligem Leseverhalten, bei gleichzeitig mangelndem Verständnis vieler Mitbürger zu einer komplexen Aufnahme von Inhalten – auch dank Twitter und Co.- bleibt einzig das hängen: Israel, der alte und ewige staatgewordene Jude beschießt mal wieder arme unterdrückte Araber, weil sie es immer so tun, die Juden1!11!!1.

Und ich fürchte, da nützen dann auch keine Antisemitismusbeauftragten -oder ein präsidialer Appell gegen Judenhass mehr; das so servierte Buchstabenmahl ist schleichendes Gift, die Gewöhnungsdosis leider eher schon hoch in diesem Land, gerade auch bei der sich selbst als liberal dünkenden Presse, jener, die sonst hinter jedem unbedarften Nebensatz eines C-Promis gerne Frauenfeindlichkeit, Islamophobie und Nazis lauern sieht.

Ihnen Ihr Blödbabbler

2 Gedanken zu “Actio oder Reactio?

  1. Ich würde aber antiisraelische (d.h. negativ konnotierte) Berichterstattung und Antiisraelismus generell nicht mit Antisemitismus gleichsetzen, darüber hinaus stimme ich Ihnen freilich zu.

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    1. Hallo Herr nömix, ich denke die Art so wie da insgesamt -wie ich es schrieb- mit den Überschriften hantiert wird, wird eben genau einer der Doppelstandards bedient die man gerne an Israel anlegt, man könnte auch eine Dämonisierung Israels sehen, wenn man es denn wollte.
      Das wären schon zwei der drei Kriterien nach dem 3-D-Test für Antisemitismus. Antiisraelismus (=Antizionismus?) würde ich als Verweigerung des Existenzrechtes Israel ansehen und sicherlich deutlich darunter fallen sehen. Kritik hingegen an der aktuellen Politik der rechten Regierung dort, kann man selbstverständlich üben, wenn man das auch bei anderen Ländern genauso tut; wäre so mein Ansatz dabei.

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