Stupido? Stupido!

Ich finde es ja lustig, wieso ich in der Qualitätspresse eigentlich nicht auf den Titelseiten in fetten Lettern lese, wie episch hier in Deutschland aktuell verkackt wird.
Wenn man sich die Zahlen der Todesopfer in Relation zur Einwohnerzahl des Landes anschaut, liegen wir direkt bei den USA, also Kopf-an-Kopf; am 30.12. als wir hier über 1.000 Todesopfer laut RKI hatten, lagen wir sogar vor den USA. Es ist, wie es Frau Ciesek sagte:

«Bei der ersten Welle haben wir schnell reagiert, wir haben viel getestet, die Gesellschaft hatte einen starken Zusammenhalt – das hat sich in der zweiten Welle völlig gedreht.»

Stattdessen heißt es lakonisch zu den USA, hier paradigmatisch beim SPIEGEL

Mit mehr als 3900 an einem Tag gemeldeten Todesfällen hatten die USA erst am Mittwoch einen neuen traurigen Rekord aufgestellt.

Wie es scheint, hat auch der angebliche harte Lockdown nicht die erhoffte Verminderung der Neuinfektionen gebracht, was für mich bedeutet, die Infektionsherde müssen entweder in den noch offenen Märkten und Büros gesucht werden, oder die Masken bringen eher nicht soviel wie erhofft, oder die Luftumwälzungen, Stoßlüften bringen nicht genug an den Orten, an denen sich weiterhin mehr Menschen treffen dürfen.
Die Aussage, alle stecken sich wegen fehlender Disziplin daheim an, klingt für mich eher komisch – wenn èh‘ alle daheim sind, wo haben die sich dann angesteckt?
Das ist der gleiche Quatsch, den man schon wegen der Schulen erzählt hat…Kinder stecken sich bei den Eltern daheim an und nicht in der Schule, und eine Jogginghose ist ein Smoking! m(

Drastisch formuliert sehe ich es so, wenn die Rede auf den bisher angeblich harten Lockdown kommt.

Das sind bestimmt alles alte weiße Männer, die sich das ausgedacht haben mit dem harten Lockdown – deren Ehefrauen kennen diese wachsweiche Ausrede mit ‚ist doch hart‘ ja auch schon die letzten 20 Jahre; obwohl Pfizer bleibt Pfizer egal an welcher Front, gelle!:-D

Und bei uns im Land der aufgehenden Blödheit ist es so, dass wir keinerlei belastbare Zahlen mehr seit knapp 10 Tagen bekommen, weil Gesundheitsämter weiterhin an Feiertagen, ebenso wie Labore nicht liefern.
Für ein einigermaßen sinnvolles Reporting ist das immer noch ein no go.
Wie will man absehen und entsprechend agieren, wie kontrollieren ob Maßnahmen funktionierten oder funktionieren, wenn man keine validen Zahlen hat? O.k. die Orte der Mysterien, wie das Orakel von Hildmann, Kirchen und andere Orte des gepflegten Glaubens sind ja offen, heißt es beten und hoffen.

Ist mir ein echtes Rätsel, wie man das so vernachlässigen kann. Bei uns sind die Zahlen inzwischen schön niedrig, leider schreibt das bei uns zuständige Gesundheitsamt:

Die aktuell niedrige Inzidenz hat jedoch keine Auswirkung auf die Ausgangssperre.

Was konsequent und richtig erscheint, weil die Zahlen wohl nur deswegen niedrig zu sein scheinen, weil keiner mehr testet oder was meldet.

Ein Großmeister des gepflegten Controllings mit dem ich beruflich in der guten alten Zeit für das Imperium zu tun hatte, hat sich auch Corona und Covid-19 geschlagen geben müssen und ist mit 78 Jahren daran gestorben. Trifft also nicht nur die Armen, just said.

Und nun schon wieder blindes Wüten, erst bei den Kultusministern nun von der Madame aus Berlin.
Sinnfreier Pseudoaktionismus, imho.

Fahrt das Land für 14 Tage runter, keine Büros, keine Fleischfabriken etc., kein fucking ÖPNV.
Einkaufen weiterhin erlaubt, ansonsten Heimquarantäne für alle.
Danach solllte es dann ruhiger im Land werden.
Mit den feuchtwarmen Halbheiten und sinnfreien Aktionen die uns jetzt seit Herbst begleiten, verspielt man den letzten Credit und im Gegensatz zum Virtuellen Leben gibt es auch kein Bonusleben on top.
Impfstoffe verkackt, Lockdown verkackt und die Umfragewerte für den irren Spahn sind weiterhin hoch – ich fürchte insgeheim haben wir hier seit Jahrzehnten Rinderwahnsinn als Pandemie gehabt und keiner hats gemerkt, weil nicht getestet wurde außer alle 4 Jahre an der Urne.

Man könnte inzwischen den Eindruck gewinnen, die wollen die Spinner -nebst AfD- weiter stärken mit ihrer epidemiologischen Salamitaktik, gleich einer erektilen Dysfunktion, bei den dringend notwendigen Maßnahmen. Hart? Ich lache!

So langsam bin echt pissed.

Ihnen Ihr Blödbabbler

6 Gedanken zu “Stupido? Stupido!

  1. Das wäre theoretisch mal ein konsequenter Versuch im Vergleich zu dem, was jetzt läuft, nur leider ist es ziemlich unrealistisch. Es gibt einfach Berufsgruppen die werden weiterhin gebraucht und die müssen sich trotz allem unter Menschen begeben. Pflegepersonal, Ärzte, Energieunternehmen, Produktionsunternehmen für notwendige Alltagsgüter, Kassierer usw. usf. Wie sollen die zur Arbeit kommen ohne Öffentliche Verkehrsmittel? Nicht jeder kann sich ein Auto leisten. Aber selbst wenn man evtl. kostenlose Taxitransfers zu den Arbeitsplätzen organisiert, wird sich an diesen Orten das Virus weiterhin ausbreiten und von dort mit nach Hause gebracht, ob man nun will oder nicht.

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    1. Hallo Frau zuckerwattewolkenmond, ein herzliches Willkommen im neuen Jahr, von mir.
      Ehrlich gesagt, ich denke dies käme auf einen Versuch an. Sicher gibt es genug Menschen, die, die tatsächlich für das Funktionieren eines Landes relevant sind, die meisten sind es aus meiner Sicht nicht. Ob eine Excel Liste im Büro mausgeschupst werden muss, oder daheim brauchen wir kaum diskutieren. Auch Fleisch und Wurstwaren, Toilettenpapier und Zahnpasta sollten genug vorproduziert sein, um damit 14 Tage zu strecken. Wasserver-und entsorgung muss gewährleistet sein, Strom und Gas/Öl/Kohle sollte da sein. Jeder kauft einmal ein bevor zugemacht wird und in 14 Tagen kann man Nachschub einsacken gehen. Sicher wird man in der Logistik ein paar LKW und Züge rollen lassen müssen – es müssen ja auch nicht 100% daheim sein, es würde reichen die meisten in Quarantäne zu versetzen – das Land leidet unter dem Käse, den die hier abziehen mehr, als wenn 14 Tage alle Räder stillstünden, da bin ich mir sicher.
      Man muss eben die Orte ausmachen, die als Infektionsherde weiterhin anstehen, was natürlich deutlich einfacher wäre, wenn man sich mal bemühen würde, Daten auch zusammenzubekommen. Gesundheitsämter, die per Fax und mit Radiergummi in der Hand, Meldungen ans RKI machen, verspätet (weil Weihnachten/Sylvester, Barmitzwas oder what-the-fuck noch) sollten der Vergangenheit angehören. Um Zahlen zusammenzutragen braucht man auch keine große Ausbildung, man hätte ein paar Studentenköppe hinter den PC geschnallt und die die Arbeit machen lassen, während die Profis sich um das kümmern, was Profis machen sollten. Stattdessen holt man die Bundeswehr. Fakt scheint zu sein, wir können seit inzwischen 14+ Tagen keine belastbaren Zahlen interpretieren um zu sehen, was wirkt, was ist Mist und was muss mehr getan werden. Stattdessen Symbolpolitik: 15 Kilometer Radien, Haushaltstreffen verkleinern, Empfehlung die Kinder nicht in den Präsenzunterricht zu schicken…omfg…

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  2. Ich finde nicht, dass sich die Zahlen in den USA überhaupt mit denen in Dtl. vergleichen lassen. Das liegt vor allem an der flächenmäßigen Unwucht, die selbst dann noch bliebe, wenn wir das alles so schön hochrechnen.
    Und zu der Salamitaktik: Ich arbeite in diesem hochsensiblen Bereich, der unerklärlicher Weise ein dramatisches Sinken der Inzidenz aufweist, nachdem man ihn komplett geschlossen hat – die Schule.

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    1. Hallo Herr spraakvansmaak, schön von Ihnen zu lesen.
      Mir ging es bei dem Vergleich zwischen den USA und Deutschland -bei den täglichen Todeszahlen im Gefolge von Covid-19- schlicht um einen bodycount, um es mal so prosaisch zu formulieren. Wir haben aktuell fast 1.100 Tote pro Tag zu beklagen, wenn ich das schlicht in Bezug zur Anzahl des Personals in Deutschland (ca.83 Mio.) und den Einwohnern der USA (ca.328 Mio.) setze, halte ich meine Aussage -bei allen sonstigen Unterschieden (Pappnasen pro km² etc.) für treffend. Wir hören -nicht zu Unrecht, wie die USA und auch GB verkacken- seit Beginn der Coronazeit. Wir haben im Frühjahr, einfach Dusel gehabt, dass wir mit den ersten Ausbrüchen zwei Wochen hinterhergehinkt sind und aus den schockierenden Bildern aus bspw. Italien lernen konnten. Der Dusel hat sich dann über den Sommer der Tat- und Sorglosigkeit hinweg gedreht, und fällt uns aktuell sehr schmerzhaft auf die Füße. Man bekam den Eindruck, die politischen Entscheidungsträger waren völlig davon überrascht, dass- wie es alle seriösen Experten vorausgesagt hatten- tatsächlich ein Herbst und ein Winter anstanden – mit den dann zu erwartenden deutlichen Steigerungen der Fallzahlen und somit der zu erwartenden Sterbenden. Man ignoriert konsequent die Hinweise – und da bin ich bei ihrem Beruf- aus den Schulen und Kitas, in denen die Inzidenzen bei den Kindern zwischen 10 und 19 Jahren zum Teil deutlich über den Inzidenzen der sie umgebenden Kreise und Städte waren. Der lapidare Hinweis, die Kinder hätten sich außerhalb der Schulen angesteckt muss da wie Hohn klingen, spielt es doch keine Rolle bei welchem Teil der Kinderlogistik (Bushaltestelle, Bus, Bahn, Klassenraum oder Schulhof) Infektionen stattfinden, es geht immer ums Gesamtgebilde „Unterricht“. Prof. Christian Drosten hat Mitte Dezember nochmal in einem Tweet auf die Zahlen in UK hingewiesen, und das die Infektionsereignisse sich dort bis in die Grundschulen herunter ausgebreitet haben, wie es scheint wieder mal nicht laut genug damit den Kultusministern die Problematik bewusst wird.
      Boris ‚Wirrkopf‘ Johnson hat ja für einen Tag die Schulen aufgemacht und dann wieder zu, nach Weihnachten, worüber sich Jonathan Pie in gewohnter Manier echauffiert. Der hessische Blobfisch und sein Kultusminister machen die Grundschulen wieder auf, empfehlen aber den Eltern die Kinder daheim zu lassen, weil da würden sie genauso intellektuell bespaßt werden von den Lehrern. Wenn es nicht so traurig wäre, müsste man denen von morgens bis abends die Eselskappe aufsetzen und ihnen den Arsch versohlen, also, nicht den Kindern, sondern den beiden Clowns in Wiesbaden.
      Die Infos die ich aus dem Freundeskreis von Lehrern erhalten habe, klangen alles andere als witzig, die waren alle froh sich in die Weihnachtsferien gerettet zu haben ohne eigene Infektion. Alle hatten gehofft, die Politik käme mit einem überzeigenden Konzept aus den Weihnachtsferien, aber, Überraschung!, es war der gleiche Blödsinn, den sie auch schon vor Monaten erzählt haben. Einsicht, Verständnis, Fehlanzeige. Und über allem thront der bigotte Verbrecher Spahn, der Menschen in Bezug auf Sterbehilfe weiterhin -entgegen des Verfassungsgerichtsurteils vom Februar 2020- im Verbund mit den Kirchen das Recht auf ihr eigenes Leben (und der Möglichkeit es zu beenden) abspricht und der während der Corona-Krise mehrfach deutlich verkackt hat. Davon würde ich gerne mehr lesen, inzwischen kommen ja erste Beiträge, weil sich andere Fraktionen im Bundestag das auch nicht länger gefallen lassen. Mal abwarten, wie sich das die nächste Zeit darstellt.
      Der neue Superplan ist ja hier in Hessen in 6 Großstädten die Impfzentren aufzumachen und alle 80+ Menschen dann zu bitten statt in den Nachbarort lieber die lange Strecke zu wählen, weil – es gibt nicht genug Impfstoffe, damit sich die Zentren schon rentieren würden. Logo, Menschen ab 80+ sind ja für ihre uneingeschränkte Mobilität bekannt, wenn nicht dafür, wofür sonst noch? Eben, den Krieg haben die ja auch geschafft. So ein elendes Arschvolk in den Regierungen, ich krieg Blutdruck, sobald ich daran nur denke.

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  3. Stichwort „Haushaltstreffen verkleinern“:
    Ich darf als Einzelperson zu der Familie meines Sohnes (2 Erwachsene, 2 Kinder) ‚dazukommen‘. Umgekehrt darf mein Sohn mich mit Familie nicht besuchen, denn dass vier Personen zu einer einzelnen Person ‚dazukommen‘ – nein, das geht gar nicht!

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    1. Hallo Frau iGing, ein schönes neues Jahr wünsche ich Ihnen.
      Tja, die Verordnungen schlagen Kapriolen, die eine Akzeptanz des gesamten Projekts immer stärker beschädigt. Wir sehen die aktuellen Zahlen und stellen fest, hat keine deutliche Reduktion und Entspannung gebracht. Solange das Arbeitsleben nicht deutlich eingeschränkt wird, vermute ich es wird sich da auch nix ändern, leider. Ich hoffe sie ignorieren diese blödsinnige Verordnung, wie eine rote Ampel nachts alleine im Nirgendwo.

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