Autor: bloedbabbler2

Bon+Bon= Bonbon?

Es gab ja zu Beginn des Jahres einen kleinen Sturm der Entrüstung im Land der Heuchler, Bonpflicht war der Auslöser – Mama Erde muss sterben, so war zu hören, wegen der ausufernden Papierbonflut – Bäume natürlich auch-, Wale stranden ziellos und der leidende Einzelhandel wird auch noch Umsatzrückgänge haben, so orakelte es bei den üblichen Verdächtigen von Wirtschaftsverbänden, FDP bis Grün…man sieht, die ideologische Spanne ist nicht sehr groß.
Kurzum es stand mal wieder ein Weltuntergang an, zum Glück kam dann das Coronavirus -medial nicht in realiter- nach Deutschland und man hatte eine neue Sau gefunden(die scheint nun momentan auch nicht mehr ganz der Bringer zu sein, die Meldungen verschwinden langsam von den vorderen Seiten, man hält sich stattdessen standhaft am bodycount fest um die langsam schale Suppe noch ein wenig am Köcheln zu halten. Wer sich noch zum Thema informieren mag, der könnte den Virologen Christian Drosten von der Charite Berlin im DLF- Interview zuhören, sofern er für Information denn 11.47 min freimachen kann.) die man rittlings durch die Nation der Deppen reiten konnte.

Was ich bisher gelernt habe ist, Kosten die ein Wirtschaftsunternehmen hat, werden gewöhnlich eins zu eins oder gar eins zu zwei an den Endverbraucher weitergereicht; wo das nicht durch eine offene Preiserhöhung möglich ist, werden Verpackungsinhalte kleiner, bei gleichbleibendem Preis. Man drückt auch gerne Personalkosten oder lastet das Personal höher aus, was sich dann Erhöhung der Effizienz nennt, aber letztlich nur eine Erhöhung der Mehrwertproduktion durch Erpressung ist.
So oder so, Kosten die anfallen werden gewöhnlich auf Produkte oder über Bande auf die Mitarbeiter umgelegt, in ganz seltenen Fällen(falls der sogenannte Preiskampf besonders hart ist und man Umsatzeinbußen befürchtet, durch eine Erhöhung, trägt das Unternehmen kurzfristig eine Erhöhung, was gewöhnlich von den shareholdern bei der nächsten Hauptversammlung abgestraft wird, sofern es die Dividende schmälert.

Die anderen jammern über Bisphenol A in den thermoausgedruckten Bons und fürchten wir werden alle störben, wenn es so bleibt – deswegen ist dieser Stoff nun für Kassenbons, Fahrkarten oder Kontoauszüge verboten. Ein Sieg für die Grünen, die, die Flughäfen ausbauen, wenn sie regieren und Nachflugverbote nur dann interessant finden, wenn sie in der Opposition sitzen…solche Grüne.

Ich bin ja ein Fan von Bisphenol A, sagt man diesem hormonell wirksamen Stoff doch nach, die Fertilität männlicher Spermien deutlich zu verringern, imho ein gutes Argument in Zeiten von Überbevölkerung vor Ort seinen Beitrag zur Genesung von Mama Erde zu leisten, statt dies nur von den einheimischen Bewohnern Afrikas oder Asiens einzufordern.
Wenig überraschend sind die, die sich an der politischen Spitze der ökologischen Weltretterfront sehen, die, die dafür sind sich besagte Chemikalie zu sparen.

Aber die Ökos waren ja auch die, die in den 80ern vor dem nahenden Weltuntergang warnten, alles sei schlimm, die Uhr stünde auf kurz vor 12 blabla… Atomkraft, Atomwaffen, Saurons Regen und weißes Patriarchat hätten dafür gesorgt…wir werden alle sterben…aber vorher sollten wir nochmal richtig viele Kinder in die schlechte und schlimme Welt setzen und ein Apfelbäumchen pflanzen.
Da war man muffig ganz dicht frömmelnd am alten Antisemiten Luther, der aber wohl den ihm zugeschriebenen Spruch: „Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch mein Apfelbäumchen pflanzen“, gar nicht verbrochen hat.
Egal, trotzdem schöne protestantische Ethik an der Arbeit – Teile dieses quasi religiösen Muffs liegen heute noch wie Mehltau auf ökologischen Bewegungen.

Also: Mehr Bisphenol A, statt weniger, wäre ein Forderung gewesen die auch Sinn ergeben hätte.

Zu Jahresbeginn hatte ich einen dieser Gattung von Clowns vor mir an der Kasse.
Einen jener Sorte, der nicht nur mitsamt weiblicher Begleitung und seinem Balg ewig brauchte um in die Pötte- was den Bezahlvorgang anging- zu kommen, sondern der auch noch unbedingt die türkische Kassiererin fragen musste, weil, wie er sagte es ihm sehr wichtig sei, nämlich: „Ob der örtliche Rewe Markt denn schon umgestellt habe auf bisphenolfreie Kassenbons, dies sei ja nun Pflicht blabla…, weil sonst würde er den Kassenzettel nicht mitnehmen“…oh Herr…ich überlegte mir bereits den Weichkeks mit seinem Kassenbon zu füttern, aber er hatte sich ja offensichtlich bereits fortgepflanzt, was mein Unterfangen zumindest diesen Depp an einer erfolgreichen Weitergabe seiner degenerierten Gene zu hindern, nicht zu 100% von Erfolg krönen würde. Die Kassiererin wusste es -Oh Wunder!- nicht, sie sah auch nicht so aus, als wenn es sie interessieren würde, womit ihr Kapitalist die Maschinen bestückt. Trotz seiner schweren Bedenken und seiner unfassbaren Achtsamkeit nahm der Blödmann dann seinen Bon mit und zog schleichend mit seiner Bagage von dannen.

Jetzt habe ich so viel geschrieben und mich glatt wieder über die Doofheit meiner Mitmenschen aufgeregt, aber eigentlich wollte ich doch nur ein Foto meines Kassenbons vom letzten Einkauf posten, bereinigt um Ziffern die den Ort und Markt benennen und meiner wenigen Positionen. Wichtig ist aber es waren 2 Kästen Wasser und zweimal Brotauflage…mit dem zweimal Pfand machte das 6 Zeilen Produkte im weiteren Sinn.
Der Zettel hingegen war so lang, dass mein Scanner beim Versuch in komplett durchlaufen zu lassen mit Papierstau steckenblieb. Nur mit Duplex und anschließendem -quick and dirty- zusammenfügen in Powerpoint gelang es mir den abzubilden.
Der geneigte Leser mache sich selbst einen Eindruck davon:

Und nun lehne ich mich mal ganz weit aus dem Fenster und behaupte: Solange Firmen (und beim Bäcker sieht der Bon nicht deutlich kürzer aus) es sich leisten können das Papier mit ihrem fetten Logos und Unmengen an unerwünschten Rabattwerbemüllspams vollzudrucken, und dadurch die Länge der Bons Rapunzels Haar anzupassen, solange sollen die die Fresse halten von Kosten und Umweltschutz, die das Gesetz gegen Steuerhinterziehung-worum es bei der Bonpflicht geht- generieren würde. Da es um Steuerhinterziehung geht, ist auch klar, wieso die FDP an vorderster Front dabei ist.
Unabhängig auch davon, dass ich vermute es wäre sinnvoller gewesen entsprechende Gesetze zu erlassen und strikt zu verfolgen, bei denen es wirklich um hohe Summen geht, die aber wohl eher im Banken- und Versicherungssektor anzutreffen sind, ist es immerhin ein Schritt in die richtige Richtung.
Die ganz dummen, also jüngeren meiner Mitbürger geben vermutlich sowieso ihre E-Mail Adresse bei Hinz und Kunz an um die Bons stattdessen per E-Mail oder WartsNurAb zu bekommen; die habens ja in Legion nicht so mit Datenschutz und finden Transparenz -oder wie sich es nenne: Sich nackig und gläsern für die Verwertungs- und Überwachungsindustrie machen- voll dufte.

Ihnen Ihr Blödbabbler, bisphenolhaltiger Papiertiger erster Kajüte

Autsch!

Eben beim ziellosen Stöbern auf einer der einschlägigen Schnäppchenseiten auf etwas für mich Verstörendes gestoßen.
Ein Kondomhersteller hat eine seiner Lümmeltüten-Reihen „Fun Explosion“ getauft.
Nun frage ich mich: Bin ich da zu schneeflockig, weil ich das Wort Explosion in Verbindung mit einem Kondom als verunsichernd – und als nicht mit der Kernfunktion des Verhüterli in erwartbare Deckung bringbar- sehe? 😀
Und kommt da dann nach der Explosion, weil sie ja mit Fun geschieht, statt des vorher mühevoll darin platzierten Genitals, ein veritabler Kasper oder Clown heraus?

Grübelnden Gruß von ihnen Ihrm Blödbabbler

50. Jahrestag des mörderischen Terrors

Morgen jährt sich zum 50 mal jener Tag, an dem in Deutschland wieder Juden verbrannt wurden, und einige Medien schreiben ein paar Zeilen dazu, exemplarisch bspw. DER SPIEGEL oder die Frankfurter Rundschau.

Auf den damaligen Anschlag gegen das jüdische Gemeindezentrum in München und weitere Terrorakte gegen Juden in Deutschland hatte ich bereits 2018 in einem anderen Beitrag hin -und auf eine gute Dokumentation verwiesen.
Diese Dokumentation, „München 1970“, ist weiterhin über die Mediathek der ARD einsehbar, aktuell mit Verfallsdatum 08.09.2020 ∙ 09:00 Uhr(Danke an die Arschlöcher von der Contentmafia für den erzwungenen Alzheimer namens Depublikation!).

Nur um sich mal wieder klar zu machen: Antisemitismus konnten wir in Westdeutschland auch schon ganz gut ohne die Brüder aus dem Osten oder die muslimischen Zuwanderer; nur für den unwahrscheinlichen Fall, dass sich jemand dieser Illusion hingeben sollte.

Ihnen Ihr Blödbabbler

Rassismus geht viral

Da haben wir ja nochmal Glück gehabt, dass sich die Thüringer auf ihre Wurzel besonnen haben und sich aus den Reihen der dortigen FDP -mithilfe der Schmuddelkinder der AFD- einen König haben krönen lassen, der nun schon wieder weniger ist, als ein Fliegenschiss in der neueren deutschen Geschichte.
Ich gestehe: Eine weitere Woche mit Corona-Virus Hysterie in den hiesigen Medien wäre mir deutlich zu viel geworden.

Ich predige seit Beginn der Bekanntwerdung der ersten Zahlen,Coronavirus, nicht glatzköpfige Kriegsgewinnler, auch weil ich mir die nicht sehr große Mühe gemacht hatte einfach mal nachzurechnen- dass es sich zwar um ein Problem, aber eben bisher um kein großes handelt.
Ich weise darauf hin, dass man es beobachten und nicht auf die leichte Schulter nehmen sollte, aber, dass es aus meiner Laiensicht betrachtet, eben auch keinen Grund zu übermäßigem Reagieren gibt.
Die Todeszahlen sind prozentual -soweit die nicht alle falsch und verlogen sind- seit Beginn der ersten Zahlen -entgegen der bei Spiegel und FR und Konsorten anzutreffenden Wahrnehmung- eher gesunken, denn gestiegen.

Ich wies am 25.01 in meinem Heimatforum auf den leider viel zu früh verstorbenen Hans Rosling hin, der in seinem weiterhin von mir empfohlenen Buch „Factfullness“ zur Wahrnehmung von Verzerrung in den Medien schrieb:


TUBERKULOSE UND SCHWEINEGRIPPE
Und nicht nur bei Bären und Axtmördern verzerren die Medien die Verhältnisse.
1918 tötete die Spanische Grippe rund 2,7 Prozent der Weltbevölkerung. Die Gefahr des Ausbruchs einer Grippeepidemie, gegen die keine Impfung existiert, bleibt eine ständige Bedrohung, die wir alle ausgesprochen ernst nehmen sollten. In den ersten Monaten des Jahres 2009 starben Tausende Menschen an der Schweinegrippe. Zwei Wochen lang waren die Medien voll davon. Aber anders als bei Ebola 2014 verdoppelte sich die Anzahl der Erkrankungen nicht. Sie nahm noch nicht einmal kontinuierlich zu. Ich und andere schlossen daraus, dass diese Form der Grippe weniger aggressiv war, als die ersten Alarmsignale hätten vermuten lassen. Aber die Journalisten hielten die Angst wochenlang am Köcheln.
Letztlich wurde ich der Hysterie müde und berechnete das Verhältnis zwischen Medienberichten und Todesfällen. Über einen Zeitraum von zwei Wochen waren 31 Menschen an der Schweinegrippe gestorben, und eine Mediensuche in Google ergab 253 442 Artikel über die Krankheit. Das waren 8176 Artikel pro Todesfall. Im gleichen Zeitraum von zwei Wochen waren, wie ich ausrechnete, etwa 63 066 Menschen an Tuberkulose (TB) gestorben. Fast alle TB-Todesopfer stammten aus Ländern der Stufen 1 und 2, wo TB immer noch zu den wichtigsten Todesursachen gehört, obwohl sie heutzutage behandelbar ist. Aber TB ist ansteckend, und TB-Stämme können Resistenzen entwickeln und auch viele Menschen in Ländern der Stufe 4 töten. Die mediale Beachtung der TB lag bei 0,1 Artikeln pro Todesfall. Jedes Todesopfer der Schweinegrippe erfuhr somit 82 000-mal mehr Aufmerksamkeit als die nicht minder tragischen Todesfälle durch TB.((ich hab hier mal den Teil aus der deutschen Übersetzung zitiert)


Und genau eine solche Verzerrung können wir in der aktuellen Corona-Krise beobachten.
Ich habe am 27.01. im gleichen Forum platt die bekannten Zahlen dargestellt, als Reaktion auf einen „Der Spiegel“ Artikel vom gleichen Tag, der fabulierte:
Dennoch steigen die Zahlen der Opfer und Infizierten sprunghaft an, und damit eben unterschwellig eine Dramatisierung betreibt, die aus der Relation nicht ersichtlich und rechtfertigbar ist.

Infiziert Todesfall % Tag
28018 563 2,01% 06. Feb
2.744 80 2,92% 26. Jan
1300 41 3,15% 25. Jan
870 26 2,99% 24. Jan

Aktuell liegen wir bei einer Letalitätsrate von knapp über 2%, die Todesfallrate sinkt also eher, denn dass sie steigt. Und wir können davon ausgehen, dass es eine Dunkelziffer gibt, von Menschen, die erkrankt sind, aber deswegen kein Krankenhaus oder einen Arzt aufsuchen, die mithin aus der Statistik der Infizierten herausfallen. In Konsequenz sänke dadurch die Letalitätsrate weiter.

Stattdessen lese ich in der Online-Ausgabe der Frankfurter Rundschau vom 06.02. 8:01 „Zahl der Toten durch das Coronavirus 2019-nCoV so stark angestiegen wie nie zuvor „.(FRkann sein, dass der genaue Wortlaut nicht mehr auffindbar ist, die ändern scheinbar gerne via update ihre Beiträge)
Hmpf. Selbstverständlich steigt die absolute Zahl an, muss sie ja, wenn wir von einer Sterberate von um die 2% ausgehen, dann sind eben mehr Todesfälle zu erwarten, wenn die Anzahl der Infizierten zunimmt. Da der Scheitelpunkt der Infektionswelle noch nicht erreicht scheint, man fabuliert was von jetzt an bis zu zwei Wochen, ist logischerweise mit einem weiteren Anstieg an Infektionen zu rechnen.
Bis dahin ist anzunehmen, dass sich weitere Menschen infiziert haben und eben weitere Menschen sterben werden, dass ist nicht schön, aber schlichte Mathematik.

Da ich mich die letzte Zeit öfter in Krankenhäusern herumtreiben musste, konnte ich folgendes beobachten: Direkt am Eingang des Krankenhauses in dem ich mit Muttern war, ist eine Art Sitzgruppenarrangement für die Wartenden. Aufs Warten auf Godot in deutschen Krankenhäusern, einer Prozedur an der man nicht vorbeikommt – denn es dauert trotz Termin hin und wieder einige Stunden (in unserem Fall derer drei, aber dies nur am Rande bemerkt) bis man verrichteter Dinge gehen kann- muss man teilhaben; und somit auch an der gemeinsam begangenen Vergesellschaftung sämtlicher, zuvor nur eigengenutzten Viren und Bakterien, in und an besagter Sitz- und Warteecke.
Gleich nach unserm Erreichen der Sitzgruppe sitzt dort eine Asiatin mit Mundschutz und zwei weitere -ohne einen solchen- sitzen daneben.

Eigenes, rationales Denken hin oder her gewendet, man guckt trotzdem spontan irgendwie zuerst anders auf diese Szenerie, als man sich das selbst eingestehen möchte, und es auch vermutlich ohne das Viren-werden-uns-alle-killen Szenario im Hinterkopf auch würde.

Natürlich ist die Wahrscheinlichkeit eher nicht vorhanden, hier eine mit dem aktuellen Coronavirus Typ Wuhan infizierte Person sitzen zu haben, auch ist die selbst errechnete Letalitätsrate im Hinterkopf ein vermeintliches Ruhekissen, obwohl ich zugegebenermaßen eher zur Zielgruppe der 2% gehöre – Vorerkrankungen lassen grüßen.
Wir setzten uns dennoch nicht direkt neben besagte Frauen, sondern, was ich allerdings auch zu anderen Zeiten favorisiere, eher abseits in den zu dieser Uhrzeit noch leereren Teil der Wartezone.

Kurz darauf setzte sich eine ältere Frau aus -ich würde tippen- Restjugoslawien zügig neben meine Mutter und raunte uns zu: „Hoffentlich hat die nicht das Virus!“, während sie in Richtung der beschutzmasketen Asiatin deutet, denn sie „hätte Angst davor“.

Arschloch, das ich nun mal bin, fragte ich sie, ob sie denn „Grippeschutz geimpft“ sei, worauf sie verneinte.
Ich sagte ihr daraufhin höflich, dass dann ihre Chance an der normalen Influenza zu sterben vermutlich deutlich höher sei, als bei der aktuell gehypten Coronavirus-Mediensau durch die dort sitzende Asiatin von Nebenan.
Überraschenderweise schien sie das zu beruhigen, sie bedankte sich für meinen Hinweis, der „ihr etwas ihrer Angst genommen hätte“.
Well, mission accomplished!

Immer wieder schön, dass die Berichterstattung hier im Land zum Glück keinerlei sinnfreie Panik aufkommen lässt und wie immer Wahrscheinlichkeiten und Risiken komplett richtig wahrgenommen werden in der Bevölkerung. m(

Nun musste ich zu meiner bemerkten Reaktion (Asiatin mit Mundschutz in einer Krankenhauswartezone, nicht direkt daneben setzen) in der ach so liberalen Frankfurter Rundschau dann lesen, solches Verhalten -wie das Meine- sei, man ahnt es schon, ‚rassistisch‘.
Puhh, da habe ich ja Glück gehabt, hätte ja sogar ‚faschistisch‘ oder gar frauenfeindlich sein können, was auf der nach oben offenen Woke-Skala vermutlich weiter Minuspunkte für den alten, weißen Mann, also mich, gebracht hätte später im Diversity-Schneeflockenhimmel.

Ich rettete mich selbst gedanklich aus der unschönen Situation ein Rassist zu sein, damit, dass ich es für eine sinnvolle Überlebensstrategie halte, mich von potentiellen Überträgern von Krankheiten fern zu halten, was -so klang im Artikel auch an, eben auch die chinesische Community in Bankfurt so hält – vermutlich aber auch die alle verkappte Rassisten.

Da das Virus nun seine Heimat in China zu haben scheint – wenn man die üblichen Verschwörungsspinnerphantasie der debilen Evolutionsirrläufer mal – wie man es immer tun sollte- unberücksichtigt lässt- erscheint es mir nur folgerichtig sich dem gemeinen Chinesen nicht unbedingt näher zu nähern als Nötig; aus potentieller -wenn auch geringer- Wahrscheinlichkeit für eine Infektion und eben nicht aus einem überlegenen Herrenmenschenduktus heraus.
Sobald diese ’neue‘ Infektion sich erstmal heimisch gemacht hat in Deutschland und Öztürk, Hinz, Kunz und Adolf daran prozentual genauso häufig erkranken, wird man sich wohl auch keine Gedanken mehr dazu machen müssen, sondern pauschal jedes und jeden misstrauisch beäugen, der einem seinen Rotz an die Backe schmieren will.

Wem dieser Unterschied zwischen Vorsicht und Rassismus nicht klar ist, der wird vermutlich auch jeden sonst als Nazi, Rassist oder Menschenfeind titulieren, der nicht seiner Meinung ist – und sich der darin innewohnenden Ironie traurigerweise noch nicht mal gewiss sein.

Letztlich landet man dann auf einem Heidi Klum Niveau der gesellschaftlichen Wahrnehmung, einem bei dem man überall als Primat jeglichen moralischen Handlens die Phrase „Diversity“ draufklebt (um ihre Meedchen zu promoten und doch bei aller vorgeblichen Weltoffenheit und wokeness einfach nur den neuen Markt der kapitalistischen Nachfrage bedient) und eben gerade nicht sieht, dass das konzentrierte Herausarbeiten, Klassifizieren und Schubladisieren von banalsten menschlichen Unterschieden eben genau diese weiterbestehen lässt und das Trennende im menschlichen Gemeinsamen zur Norm setzt und zementiert. Wer mit Opferpunkten hantiert ist nicht besser, als die, die dieser Schlag Mensch gewöhnlich zurecht kritisiert für deren Menschenverachtung.

Was einem zu denken geben sollte, ist, so stelle ich nicht ganz überrascht fest, dass es wohl eine gewisse Ungleichzeitigkeit bei der Dringlichkeit beim Entwickeln von potentiellen Impfstoffen zu geben scheint, wenn ich mir die Geschichte des Ebolavirus und seiner Folgen und das ’neuartige‘ Coronavirus Typ Wuhan anschaue. Bei ersterem dauerte es so roundabout 40 Jahre, bei letzterem geht man davon aus spätestens zur nächsten Saison etwas funktionierendes fertig zu haben.

Deswegen nochmal: Selbstredent sind Infektionen global -und globale Infektionen- ein Problem – nur, ich wundere mich auch, warum all die „Wir haben eh‘ zu viele Menschen auf dem Planeten“ Vertreter(zu denen ich mich selbst auch zähle) irgendwie merkwürdig panisch sind, wenn ein Virus mal an der eigenen Tür klingelt, statt wie üblich nur bei den Negern im Busch auf selbigen klopft.
Wird bei den zu vielen Menschen auf dem Planeten doch eher nur an die anderen gedacht und nicht an einen selbst wenns um Planetenhygiene geht?

Grübelnde Grüße von Ihnen Ihrm Blödbabbler

Vor allem Gesundheit…

Zum Ausklang aus dem Alten bzw. Neueinstieg ins sogenannte Neue Jahr das beste Lied, was ich zum Thema kenne:“PROST NEUJAUR JR.“, von den Boxhamsters.

Falls es schwierig ist den Text zu verstehen, hab‘ ich den mal hier hineingesteckt – klick mich du Luder!


(Hier geht’s zur HP der Boxhamsters, da stehen die Texte und auch die launige Entstehungsgeschichte der Band).


Nachdem bisher im deutschen Winter leider nur die Schneeflocken von rechts und links ihr Gejammer angestimmt haben – Omas, Hühnerställe und ähnlich Relevantes waren da treibendes Agens-, wünsche ich lieber allen jenen einen verzauberten Jahresbeginn, die nicht sofort das Hyperventilieren beginnen, sobald sich etwas nicht gleich zu 100% mit ihrer Wohlfühlblase deckt, jenen, die die noch zuhören können und wollen.

Ein gutes und gesundes ‚Reinkommen‘ in 2020 wünscht den verbliebenen Lesern und -innen Ihnen Ihr Blödbabbler

Was ist wichtig?

So, so der Spiegel berichtet über einen Streik in Indien, bei dem Tausende auf die Straße gingen unter dem Aufreißer „Massendemos in Indien„. Ich will jetzt gar nicht über Sinn oder Unsinn dieser Demonstrationen oder des Anlaßes dazu spekulieren, frage mich aber, was der Spiegel zu den ‚größten Protesten der Menschheitsgeschichte‚ im Januar 2019 gebracht hatte…ich fand da nix.

Der Unterschied: damals ging es wohl primär gegen „das Kapital“, diesmal gehts um eine nationalistische Gesetzgebung, die wohl überwiegend Muslime benachteiligt. Will ich gar nicht gegeneinander ausspielen, einzig die Frage bleibt, warum berichtet man über das Eine und verschweigt das Andere?
Ist es eine gewollte Priorisierung? Oder Zufall?
Denn mit der Quantität der Teilnehmer hats wohl nichts zu tun; im Januar waren es wohl um die 200 Millionen Streikende, diesmal zum Schluss hin -wie das Blatt am Anfang des Artikels schreibt- noch ein paar Hundert, da muss man wohl abwägen was Relevanz hat für den deutschen Michel, so als ehemaliges linkes Blatt.
In Relation zu der Gesamtzahl der jeweiligen Inhabitanten der Länder haben da die Arschgeigen bei Montagsdemonstrationen in der ehemaligen Zone wohl mehr Leute hinter sich, als die aktuelle Protestbewegung in Indien.
Auch wegen solcher Gewichtungen und der bewussten Setzung von Relevanz sollte man mindestens eine internationale Zeitung lesen; deutsche Zeitungen waren schon immer provinziell und gehören eben auch wenigen -nicht armen- Menschen, die den Kampf gegen „das Kapital“ nicht unbedingt auf ihre Agenda geschrieben haben.

Ihnen Ihr Blödbabbler

Schönen Wochenbeginn…

…wünsche ich.

Zum aktuellen Wochenbeginn -nach einem regnerischen Wochenende voller Peinlichkeiten(Klimakonferenz in Madrid, Deutsches Frauenbiathlon in Hochfilzen und Eintracht Frankfurt auf Schalke)- finde ich mal ein schönes Lied angebracht, jawoll!

Inhaltlich klingt darin leider noch viel Kindergärtnerinnensemantik an, aber die Stimme und die musikalische Form(ich steh‘ auf Liedermachermucke) finde ich -trotz der im Text auftauchenden Götter- fein und die Richtung ist politisch ja auch o.k. …*zwinkerzwinker*

Auch-wie ich bei Tante Wiki lesen durfte-, wurde das Lied von einigen rechten Gruppen im Netz geteilt und was-weiß-ich wie das sonst noch heißt, wenn man sich was Fremdes zu Eigen machen mag und was auch immer das dann fürs Lied an sich bedeutet oder meine moralische Gesinnung.
Denn, da bin ich ehrlich: Es stört mich nicht die Bohne,denn nur weil auch Idioten was gut finden, wird ja nicht das Gut an sich idiotisch oder ich der es auch gut findet, hoffe ich zumindest. 😉

Sollte uns dieser Sachverhalt nicht viel eher Hoffnung geben, so fragt sich der puritanische Priester in mir, wenn es doch noch Gemeinsamkeiten gibt zwischen Menschen und Nazis? *eg*

Worauf ich aber kurz hinweisen mag, da es ein potentielles Problem aufzeigt, ist, nämlich indem es zwei Stoßrichtungen oder Interpretationen ermöglicht (ich nenne es das „Tote Hosen“ Dilemma), dass als Folge textlicher Beliebigkeit ein möglicher Missbrauch durch den politischen Feind(bewusst Feind und nicht Gegner!) machbar wird.
Wenn du in deinen Texten (inzwischen) so belanglos geworden bist, dass deine Songs selbst durch die CDU als Wahlkampfsiegermusik gespielt werden können, dann hast du was falsch gemacht – so einfach ist das, zumindest dann, wenn du ein Punkrocker mit Rückgrat und gefühlt eher links bist.
Ich denke, da gibt es keine zwei Meinungen.

Die zweite Möglichkeit eines möglichen Missbrauchs besteht darin, dass die Rezipienten einfach und schlicht zu doof sind – was bei Nazis und auch religiösen Gruppen genetisch sehr oft der Fall ist-, dass sie bspw. Lieder auch dann dufte finden, selbst wenn sie gegen sie und ihre widerliche kleine Gedankenwelt gerichtet sind, eben schlicht deswegen, weil sie es nicht raffen. „Ob Musik, ob Lumpen -Alles ist vom Feind geklaut“, sangen NOE in ‚Störsaft‚(gegen Störkraft) und das gilt imho in weiteren Bereichen: Che Bilder, Klamottenstyle oder sogar diverse Musikstücke von Quetschenpaua; und -quasi historisch- wenn man Figuren wie Florian Geyer und dessen Adaption durch die Nazis und auch die DDR-Realsozialisten betrachtet, so sieht man einen verwickelten und blutigen roten Faden am Baum der Erkenntnis baumeln.

So, aber genug geschwafelt. Hier nun das schöne Lied -mit dem Titel „Testament“- von Sarah Lesch, vom Blödbabbler zum Wochenauftakt verlinkt.

Guten Wochenanfang.