Kategorie: Gedanken, eigene und fremde

Alles Banane!

Zitat des Tages -diesmal ein ganzer Absatz- stammt vom formidablen, sehr geschätzten Thomas Fischer und steht bei SpOn in dessen neuster Kolumne „Wo nicht die Banane, sondern die Republik matschig ist„.
Wie immer empfehle ich, es sich mit einer dampfenden Tasse Kaffee, einer Hand voll Popcorn oder Spekulatius vor dem Monitor und diesem Beitrag gemütlich zu machen und selbigen zu genießen.
Der Absatz selbst hat mit der Thematik des Beitrages eigentlich nur am Rande zu tun, trifft aber wohltuend meine Einschätzung zur AfD im Allgemeinen und Herrn Höcke im Besonderen.
Fischer schreibt:
Deshalb ist es auch ziemlich egal, ob man Herrn Höcke „Faschist“ nennen darf, was jetzt manche Antifaschisten gerne tun, vor allem im Fernsehen, in der kindlichen Hoffnung, dann würden „die Menschen“ sagen: Ja wenn das so ist!, und wieder SPD wählen oder wenigstens AKK. Dabei übersehen sie, dass Herr Höcke nicht gewählt wird, obwohl er Faschist ist, sondern weil er es ist. Und dass Herr Höcke sich nicht wie Rumpelstilzchen in der Luft zerreißt, wenn man seinen geheimen Namen herausgefunden hat. Die heutige Jugend jeden Alters glaubt leider an Zauberwörter und denkt, „Faschismus“ sei, wenn man Juden hasst, albern spricht und Antifaschisten zusammenschlägt. Das täuscht.
Touché.

Ihnen Ihr Blödbabbler

Weltmännertag

Letztes Jahr dank eines Comics von Frau Dr. Nadja Hermann aka erzählmirnix erstmalig darauf gestoßen, dass es sowas gibt.

Und wie so oft bei den Comics von erzählmirnix ist man danach schlauer und muss selbst keinen Text mehr zum Thema verfassen.


Wo wir aber auch beim Thema „Lebenserwartung“ sind, sei auf eine positive Entwicklung verwiesen, die im Reich des Bösen beim Teufel Putin stattgefunden hat.
So hat sich die Lebenserwartung zwischen 1994 bis 2016 bei den männlichen Russen von 57 Jahren auf nunmehr knapp 68 Jahren verlängert, russische Frauen sterben im Durchschnitt mit 78 Jahren, wobei insgesamt deutliche Unterschiede im russischen Reich zu betrachten sind.
Gesunkener Alkoholkonsum wird da gerne als signifikante Verbesserung angeführt, die den Männern inzwischen zu einem geringen Teil erlaubt in Rente zu gehen und noch die erste Zahlung zu erhalten.
Nebenbei sei kurz auf den durchschnittlichen Alkoholkonsum hingewiesen, der bei ‚den‘ Russen inzwischen bei 11,7 in Deutschland hingegen bspw. bei 13,4 Liter reinem Alkohol pro Kopf liegt.
Und, wenn ich schon beim Thema Alkohol bin: Gestern habe ich mir zum Anlass des feinen Sieges der Frankfurter Eintracht gegen die Bayern aus München ein gutes Gläschen alten Whisky gegönnt, den ich vermutlich morgen mit einer Notiz hier im Blog vorstellen werde.
Es war der ‚1977er A Speyside Destillery aus der Abfüllung 12/2015‘, von der Whisky-Doris, mein definitiv teuerster Whisky im Schrank.

Und an dieser Stelle ein kurzer Hinweis an meine Mitgeschlechtsgenossen: Schiebt eure fetten Ärschen mal vom Sofa hoch, geht zum Doktor und lasst mal die große Hafenrundfahrt präventiv machen – ihr wollte doch sicher alle später noch mit Enkeln, Kindern oder Frauen spielen.
Krankheiten sind kacke, aber manche kann man tatsächlich gut bekämpfen, wenn man nicht wartet bis einem das Blut aus dem Arsch oder sonstigen Ritzen läuft.

Noch einen gepflegten Weltmännertag,
Ihnen Ihr Blödbabbler

P.S. Mein originaler Text war sensationell, leider habe ich statt Strg+C wieder mal danebengehauen und es hat mir im Browser den gesamten Text bis auf den ersten Buchstaben gelöscht…sehen sie mir also bitte nach, dass der Nachklapp deutlich seichter und ärmlicher daherkommt, als geplant. 😉

Hmm…lecker?

Eben auf der Suche nach einer Anregung für eine fleischlose Mahlzeit in Rezeptform auf folgenden Link

gestoßen, dessen Überschrift mich rätseln lässt.
Wenn alle 50 Rezepte zum Reinsetzen sind, so frage ich mich, ist dann das Essen doppelt fürn Arsch?

Grübelnden Gruß von Ihnen Ihrn Blödbabbler

Kurze Hinweise…

…auf ein paar Beiträge außerhalb des Blödbabblers Blog.


Ein nettes und kurzes Video zum Thema eloquente „Religionskritik“ hat der Herr wvs in seinem Beitrag ‚Eine 2000 Jahre alte Mythologie, die von einer primitiven Hirtenkultur entwickelt worden ist …‘, verlinkt.
Inhaltlich stimme ich -wenig überraschend- voll zu. 😀
Und der Hinweis auf die Diskussion beim hpd zum Thema „Phillip Möller“, den ein Kommentator verlinkt, kann man so sehen wie er und Wakonigg, man kann ihn aber auch anders sehen, wie bspw. in der Replik.
Beim Thema Klimawandel, Untergangspropheten und Fanatikern stimme ich in weiten Teilen mit Frau Ditfurth überein, die sich prägnant im FR Interview so zu Extinction Rebellion äußert:Die Sprecher*innen von XR bleiben die Antwort nach den wissenschaftlichen Quellen für diese Aussagen schuldig, denn es gibt sie nicht. Das sind Endzeitszenarien von Weltuntergangssekten. Die Klimakatastrophe wird sehr viel komplizierter und widersprüchlicher verlaufen. (FR)


Der werte Herr AausB macht mich die Tage auf ein gutes Video mit dem Titel „Boris‘ Secret Brexit Deal, w Stephen Fry“ aufmerksam, dem ich in weiten Teilen zustimme, bis auf den Hinweis auf die Einschätzung zu den Spinnern von XR am Ende.
😉


Einschätzung
XR scheint mir Kindertheater für die grünlich herangewachsenen Millennials zu sein, denen Empfindlichkeit und vorgebliche Individualität den Blick verstellen für die realen Grundlagen und sozialen Strukturen von Herrschaft.
In Form gegossenes „SJW“-Tum eben, das jede Meinung zulässt, solange sie der eigenen entspricht.
Das ist aus meiner bescheidenen Sichtweise heraus ein Teil des Problems und sicherlich nicht die Lösung; der immanente Hang zum Totalitären schimmert zwischen den Prinizipien und Werten durch und stößt zumindest mich ab.

Ich werfe in einem solchen Zusammenhang mal die Stichwörter „Evergreen State College“, Bret Weinstein(nicht Harvey! 😀 ) und SJW ein – da will ich -wenn ich Zeit und Lust finde- mal was zu schreiben.
Solche Form von gelebter Intoleranz wird ja scheinbar auch in Deutschland aktueller, wenn man sich die Reaktionen auf Lucke, Lindner und de Maiziere an Unis oder Lesungen anguckt.
Brüllen, zertrümmern und weg, statt argumentativer Vernichtung gegnerischer Ideologien, scheint mir an sich schon kein probates Mittel zu sein um Diskurse zu führen; an Universitäten als Hort des Austauschs, der Suche nach Erkenntnis und der Wissenschaft sind sie jedoch ein dramatisches Armutszeugnis derselben als Schneeflockenhabitate und Blasen einer selbstgerechten Schar von Erleuchteten. Schade!


#Update#
Ganz vergessen vorhin einzufügen…passt eigentlich auch in den obigen Tenor mit rein, der aktuelle Kommentar von Thomas Fischer bei SpOn. Ich mag seine Formulierungen. 🙂


Unsere verfickte Gesellschaft hat sich -wie mir scheint- still und leise digitalisiert – es gibt nur noch binäres Handeln, schwarz und weiß, dumm oder erleuchtet…dazwischen ist nix.
Ob das mal richtig sein kann, zweifelt
Ihnen Ihr Blödbabbler

Gegen den Strom?

Nachdem wir im Juli einen neuen Kühl-Gefrierschrank gekauft haben, der zwei alte(>=15Jahre) Geräte ersetzt hat(Kühlschrank und Gefrierschrank), habe ich mal eine erste Hochrechnung angestellt, um zu sehen, ob sich das negativ im Verbrauch, also positiv in den zu erwartenden Kosten, niedergeschlagen hat.

Ich habe einen Ausgangswert vom 17.7. und einen Endwert vom 16.9.2019 genommen…das Delta dabei betrug 224,2 KW/h.
Diesen Wert habe ich platt hochgerechnet (2 Monate *6) aufs Jahr; bedeutet eine Senkung unseres Stromverbrauchs auf ca. 1.350 KW/h p.a. – was eine Differenz zum letztjährigen Verbrauch von ca. 605 KW/h ausmacht.
Und dies, obwohl wir keine amish people sind, sondern Smartphones(die Ms.),Tablets(meinereiner), Mediencenter, PCs, TV, Herd und Backofen sowie Spül- und Waschmaschine und ähnliches befeuern.
Ich fand unsere knapp 2.000 Kw/h p.a. schon akzeptabel, aber 1.350 sind natürlich deutlich akzeptabler, wenn denn nicht noch was Gravierendes hinzukommt und die bisherige Hochrechnung killt.

Den Einkaufspreis für den Kühli -aus dem Bauch- mal mit 650€ angenommen hat sich der neue Kühlschrank spätestens über die Ersparnis beim Stromverbrauch nach 4,25 Jahren amortisiert.

Falls der Kühlschrank allerdings eine ähnliche hohe, angeblich zu erwartende Lebenserwartung wie Energiesparlampen oder LEDs hat, also im Lichte der Marketingpropaganda(10 Jahre1!!11!!!!!!!!) betrachtet, und dann in realiter nach zwei- maximal drei Jahren die Arbeit einstellt, wars leider kein guter Deal, sonst vermutlich schon.
Den letzten Kühlschrank haben wir ziemlich genau 15 Jahre benutzt, beim Kauf der Küche hatte der damals schon Energieklasse C(oh oh!)…die Gefriereinheit war sogar noch ein paar Jahre älter.
Man sollte aber, wie immer bei einem Neukauf (egal ob Auto, Smartphone oder Vibrator), die aufzuwendenden Ressourcen und die Energie/Emissionen die bei der Produktion eines ’neuen‘ Produkts anfallen im Auge behalten. Immerhin musste ein Kleinkind dafür in einer Kobaltmine(Smartphone) im Kongo lange schuften – das sollte man schon zu würdigen wissen, wenn man sich alle halbe Jahre ein neues Telefon holt um seine schwach ausgeprägte ‘Individualität‘ und jammervolle Befindlichkeit zu stärken.
Der Kühlschrank macht sich -in Bezug auf seinen Kaufpreis- natürlich schneller bezahlt, wenn der Strompreis wie von Geisterhand zukünftig weiter steigt… by the way gibts überhaupt noch irgendein produzierendes Unternehmen in diesem Land ohne großzügige Freistellung von der EEG Umlage?

Ihnen Ihr Blödbabbler, Milchmädchen von Nikola Teslas Gnaden

Kinder haben keine Religion…

…es sind Eltern, die sie ihnen zufüttern.

Es ist tatsächlich manchmal ein Kreuz mit dem vorauseilenden Irrsinn bei Teilen der sich als liberal denkenden Journalisten und den Blätter in denen sie schreiben, spätestens und immer dann wenn es um vermeintlich kulturelles Anderssein oder gar Religion geht.
Statt sich mit durchaus nachvollziehbaren Verbot von Kinderkopftüchern auseinanderzusetzen, segelt man -oder im Fall der FR, Frau– lieber auf dem Ticket der konservativsten Auslegung einer Religion und deren Spaltzpilzfunktion für eine westliche und hoffentlich aufgeklärte Gesellschaft.

Statt sich mit der Forderung von Terres des Femmes und dem Gutachten zur Legalität eines Kopftuchverbots für Kinder unter 14 Jahren an deutschen Schulen auseinanderzusetzen, verurteilt man das Ansinnen lieber als ‚Irrweg der Populistinnen‘.
Kann man machen, ist aber ungefähr ähnlich treffsicher, wie weiland der Hoeness Uli beim verschossenen Elfmeter bei der EM 1976, in Belgrad.

Es scheint auch, Achtung Anekdote, dass sich besagte Frau Rüssmann lange nicht an Grundschulen im Rhein-Main Gebiet umgesehen hat, wenn sie behauptet: Dabei sind Kopftuchtragende Schülerinnen unter 14 ein Randphänomen, die Mehrheit auch der gläubigen Muslime hat damit nichts im Sinn.
Man sollte nicht immer nur auf absolute Zahlen gucken, sondern auch deutlich wahrnehmbare Tendenzen betrachten und die sind -zumindest hier im Kaff- sichtbar ansteigend und zunehmend.
Ich vermute mal, beim Kritisieren von rechten Gedankengut und potentiellen Gefahren für die freie und offene Gesellschaft klappt das mit der detaillierten Wahrnehmung noch, nur hier, beim patriarchalischen, zwanghaften und religiös induzierten Blödsinn hat sich Frau ein Stück Scheuklappe angeeignet, frau will ja keine islamophobe Rassistin sein.

Statt also klare Kante gegen das frühe Prägen von Kindern auf ein Kleidungsstück zu beziehen, dass eben gerade in Ländern in denen -egal welcher Form und Spielart des Islam herrscht- gerade nicht freiwillig getragen wird, geht man lieber den Weg des „wer das kritisiert oder gar verbieten will, ist mindestens ein Populist, wenn nicht gar ‚islamophob oder gar Rassist“-Gedankenspiel ein.

Es hilft dann auch nichts, darauf hinzuweisen, dass Religion keine Rasse ist, Rasse, als Kriterium in der Biologie sowieso nicht mehr als relevantes Kriterium in Bezug auf Menschen gilt, da wird dann alles zu einem Amalgam der Dummheit zusammengerührt, aber moralisch könnte es passen. *Seufz*
Und das schlimme daran ist, es wird auch noch aus guten Willen, aus Nachsicht und Empathie angerührt – einzig, wie man es dreht und wendet, es bleibt intellektuelle Wichse die letztlich nur die Stiefel derer poliert, die sie ins Genick der Frauen -im Namen irgendeiner eingebildeten Gottheit- stellen. Schade. Und auch weder frauen- noch allgemein menschenfreundlich.

Ich verstehe immer öfter jene, die darauf hinweisen, nicht das vermeintlich Fremde sollte normsetzend in einer aufnehmenden Gesellschaft sein, sondern das alteingesessene – zumindest dann, wenn es um Werte geht, die sich aus der Aufklärung ableiten lassen.

Es ist schon schlimm und absurd genug, dass an öffentlichen Schulen Kindern etwas vom ‚Schöpfer‘ erzählt wird, während bspw. die Evolution hoffen muss, überhaupt gelehrt zu werden.
Man kann auch immer wieder darauf hinweisen, dass Frauen in einigen islamisch beherrschten Ländern versuchen den dort staatlich etablierten Zwang zur Verschleierung abzulegen und man ihnen als westliche, linksliberale Bionadefrau durch seine vorauseilende Absolution vor Ort krass und brutal in den Rücken fällt; es wird dennoch nicht als legitime Kritik an religiösen Zwängen und patriarchalischen Herrschaftsformen wahrgenommen.

Vor kurzem gabs im Iran dazu Gefängnisstrafen von 16 und 23 Jahren für zwei Frauen die sich gegen den Kopftuchzwang engagiert haben.

Ich weise deswegen hiermit nochmal auf die Petition von Terres des Femme hin, das sogenannte ‚Kinderkopftuch‘ verbieten zu lassen und empfehle, wenn man denn etwas von Petitionen hält, dort zu zeichnen.

Was mich aber -und das ist bei dem Thema an sich schon der Tenor- tatsächlich traurig stimmt, ist der jämmerliche Zustand im Onlinebereich aktueller Medien, indem man mittels Kommentarsperren bei Artikeln die sich mit dieser Thematik beschäftigen, eine Diskussion unterbindet.

Klar, vermutlich übernehmen sonst Unmengen der irren rechten Spinner dort das Szepter, oder -was leider auch sein kann- man verweigert schlicht die Diskussion in Bereichen, die sich kritisch mit Themen auseinandersetzen, die die religiöse Deutungshoheit hinterfragen könnten, weil sie fälschlich als kulturell gleichwertig interpretiert wird, was aber definitiv nicht der Fall ist.
Religion und deren Handlungsvorgaben sind ein überkommener Versuch das unerklärliche zu erklären, Menschen im 21. Jahrhundert nehmen dazu Wissenschaft und freies Denken.
Wenn ich nun beginne solche Themen zu tabuisieren, indem ich Kritik nur dem Kommentator selbst zubillige, dann füttere ich die Verschwörungsidioten genauso, wie die daran angeflanschten rechten Xenophobiker, jene Narren, die immer und überall eine gegen sie gerichtete Aktion vermuten.
Und -das sei wenigstens nochmal klar gemacht- stütze durch meine Apologetik ebenfalls die konservativsten Teile einer reaktionären Ideologie die immer weiter ihre Gewaltform etabliert, verrate damit alle Muslime, die davon und dadurch immer öfter und stärker unter Druck der Extremisten geraten.

Fuckin‘ Appeasement vom Feinsten – vermutlich mit ähnlichem Erfolg wie der historischen Variante. Ich bin mal auf den tipping point gespannt und ob’s dann wieder keiner gewesen sein will.

Ihnen Ihr Blödbabbler, Hetzer gegen Kinderkopftücher!

Demokratie?!

Ich rätsele ja schon eine geraume Zeit über den Zustand von Demokratie in Europa.
Wieweit und wie lange ist Demokratie als Herrschaftsform tragbar, wenn deren Formalien nicht eingehalten werden?

Man ahnt es, es geht mir um den Umgang mit „Rechten“, gerne auch als Rechtspopulisten bezeichnet.
Also AfD, Lega Nord oder FPÖ und wie die sumpfigen Sammelbecken auch heißen mögen.

In der Frankfurter Rundschau Printausgabe konnte ich vor zwei Tagen, also in der Ausgabe vom 21.8.2019 auf der Titelseite unten rechts(haha!) unter dem Titel „Conte wirft hin“, folgenden Satz lesen:Salvini fordert nun eine schnelle Neuwahl, in Umfragen ist die Lega dank seines Anti-Einwanderungs-Kurses die mit Abstand stärkste Partei.

Jetzt überlege ich -gerne auch analog zur AfD in Deutschland- ob, solange eine Partei nicht durch die etablierten demokratischen Institutionen als ‚verboten‘ anzusehen ist, also in Deutschland explizit: Solange eine Partei nicht als verfassungswidrig vom Bundesverfassungsgericht eingestuft wurde und sie somit solange als legaler Teil des demokratischen Prozesses anzusehen ist, wie man damit in realiter umgeht.

Wer sich darüber echauffierte, wie mit der Linken in Deutschland umgegangen wird/wurde, der sollte sich der Problematik nicht verschließen, nur weil sie die politischen Feinde betrifft.

Denn, wenn demokratische Regeln nur für einen Kreis gelten, andere jedoch davon ausgesperrt bleiben, dann ist in meinen Augen die Demokratie keinen Schuss Pulver wert.
Wenn also -so im obigen Beispiel mit der Lega Nord- eine Mehrheit der Wähler(hier bitte ich jedoch den möglichen Unterschied zwischen Umfrage und Wahl zu beachten)sich zu denen und ihrer Politik der Ausgrenzung positiv verhält und sie womöglich gerade deswegen in Legion wählt, was ist dann daran falsch, wenn die dann die Regierung bilden – also demokratietheoretisch gesehen?

Wie ist es, wenn die AfD aus ihrer bundesweiten 20% Wählerschaft beim nächsten Mal 40% macht, und trotz ihrer problematischen Landesvergiftung und Hetze weiterhin vielleicht als verfassungsfeindlich(ein Begriff ohne Konsequenz), aber eben nicht verboten, als verfassungswidrig eingestuft wird.

Augenblicklich sieht man ja am -wie ich finde beschämenden- Klamauk um den Posten des Bundestagsvizepräsidenten, wie hier demokratische Spielregeln verbogen werden, um missliebige Konkurrenten auszugrenzen.
Und wie immer gilt, bitte nicht falsch verstehen: Ich scheiße einen dicken Haufen auf diese braune Partei, die sich camoufliert in blau gewandet hat.

Ich halte aber jede Form, die eben elementare Grundlagen des demokratischen Gedankens formal nicht einhält, für eine Gefahr und gleichzeitig Antriebskraft der Legitimationskrise des augenblicklichen Rechtsstaates.

Wenn Bürgerwille, der sich ja lediglich via Wahlen in einer Demokratie manifestiert(wenn wir von Latschdemos mal absehen), ignoriert wird, dann ist demokratisches Handeln selbst karikiert.

Oder anders betrachtet, wenn eine Mehrheit der stimmberechtigten Bevölkerung eine autoritäre Herrschaftsform nicht nur toleriert, sondern herbeiwählt, sollte Demokratie dann tatsächlich dagegen kämpfen oder schlicht –ohne Blutvergießen-Platz machen?

Was bleibt von wehrhafter Demokratie, wenn die Kriterien zur Klassifizierung der Feinde der Demokratie scheinbar Papiertiger sind oder -schlimmer- nicht exekutiert werden?

Was ist von einer Demokratie als Herrschaftsform zu halten, die die Grundideen –und regeln ihrer eigenen Existenz in Frage stellt, um gesellschaftliche Teile aus dem Prozess auszuschließen?

Und, es sollte jedem auch klar sein, dass Demokratie nicht zwangsläufig die Herrschaftsform sein muss, die der zugrundeliegenden kapitalistischen Produktionsweise natürlich entspricht.
Autoritäre Formen von Herrschaft, wie aktuell bspw. in China, passen da auch, zum Teil eventuell sogar besser – von Faschismus als offener Terrorherrschaft zur Sicherung der Produktionssphäre ganz zu schweigen.

Es sind jeweils unterschiedliche Phasen der Akkumulationsregime, die unterschiedlichen Formen von Herrschaft bedürfen.
Demokratie ist nur eine darunter, in Bezug auf Menschenrecht und individuelle Freiheit aus meiner Sicht die alternativloseste, aber sie ist eben nicht gottgegeben, sondern Ergebnis langer und alter Kämpfe.

Ihnen Ihr Blödbabbler, Schwarzseher