Kategorie: Gedanken, eigene und fremde

Die dümmsten Bauern…

…ernten bekanntlich die dicksten Kartoffeln.

Nun bin ich einerseits kein Bauer und andererseits spricht auch die Dicke meiner ersten selbstgeernteten Balkonkartoffeln zum Glück nicht für eine besonders intensive Ausprägung an Dummheit.kartoffel2020
Glaube ich mal. Wobei einem ja bekanntlich die Herren Dunning und Kruger immer hämisch dabei über die Schulter linsen, wenn man solche Aussagen trifft.
Die SD-Karte habe ich nicht geerntet, die ist nur zur Versinnbildlichung der Größenverhältnisse beigelegt. 😉


Und nein, es ist bei mir nicht so, wie es die leider schon lange nicht mehr schreibende mia-meine-mia in ihrem twoday Blog „Watching the wheels … in Damaskus“ anno 2010 schrieb:Seht es mir nach, dass ich nicht viel über mich preisgeben kann, und auch mal kleine Abänderungen in den Texten vornehmen muss. Täte ich das nicht, könnte ich nur noch über Kartoffeln schreiben – ein kleiner arabischer Scherz: wird man nach seiner politischen Meinung gefragt, ist eine gute Antwort „Ich mag Kartoffeln“ – es ist klar, dass man sich hüten wird, irgendeine politische Meinungsäußerung von sich zu geben…(wtw)


Es ist einfach zu warm, die Gemüter sind zu schnell erhitzt, momentan will mich jeder falsch verstehen, Rassismus-Damoklesschwerter schweben dümmlich über allem was ich sage oder schreibe. Da habe ich momentan keinen Bock zu im Blog; es reicht mir, wenn im Forum gestritten und gezankt wird.

Es gäbe sicherlich einiges zu bequatschen.
Von der arg einseitigen Sicht auf die USA durch unsere Qualitätsmedien mit einem schlichten „Trump = böse, BLM = gut“ angefangen, über irrlichternde Corona Diskussionen oder die lustige Idee, der qualmenden Reste der Sozialdemokratie, sich durch eine Olaf-Scholzifizierung (also einem mehr vom Gestern) neue Welten zu erschließen, also vermutlich bundesweit einstellige.

Man könnte über die Qualifikationskriterien Frau und schwarz für die ‚Vizepräsidentin‘ von Joe Biden sprechen und warum das -nach Forderung durch ‚100 Prominente‚ aus der schwarzen Community zwingend notwendig wurde.

Aufgehängt habe ich mich auch an diesem Satz im SPIEGEL Beitrag.
Sie hat eine durchaus beachtliche politische Karriere hinter sich, aber für Biden war vor allem interessant, was sie alles nicht ist: nicht zu links, nicht zu alt, nicht zu unerfahren, nicht weiß.
Was der SPIEGEL dabei eben nicht explizit aufzählt, vermutlich weil man da gar nicht mehr drauf kommt in der eigenen Fantasiewelt obwohl man es doch sonst beständig für wichtig hält, ist, neben der Hautfarbe das wichtige Element, sie hat keinen Penis und sie ist nicht männlich (muss ja nicht zwangsläufig zusammenpassen).

Hautfarbe als wichtiges Element für einen Posten?
Klingt für mich nach einer Weltsicht, die ich nicht teile.
Auch kann man herauslesen, dass der Quotengedanke scheinbar global immer tragfähiger wird, nun ist er noch -natürlich nur im besten Willen und der höchsten Moralität-mit dem Ansatz der Segregation unterfüttert worden.

Ich frage mich dann immer willkürlich, warum ist das zwangsläufig und automatisch richtig, wenn man eine Frau oder einen Nicht-weißen Menschen nominiert?
Wann hat das angefangen, dass uns die Geschlechtsmerkmale, die Sexualität und die Hautfarbe als relevante Kriterien zur Besetzung von politischen Ämtern (oder überhaupt zur Klassifizierung als valide) erscheinen sollen?
Wenn jemand argumentieren würde, dass diese Stelle von einem weißen Mann besetzt werden muss, komme was wolle, würde man sicherlich zurecht die Stirn runzeln und sich was von „Rassismus“ denken.

Mir ist ehrlich gesagt auch nicht klar, woraus man diese Besetzungsnotwendigkeit ableitet.
Die größte Bevölkerungsgruppe jenseits der etwas über 60% Weißen in den USA sind die Latinos / Hispanics. Wäre es da nicht angebrachter einen aus dieser Gruppe zu wählen, wenn man denn schon Minderheitenrechte vertreten sehen möchte und ernsthaft glaubt dies könne mit der Hautfarbe als Kriterium erreicht werden?
Immerhin gabs noch keinen Veep oder PotUS aus dieser Gruppe, wenn mich mein Gedächtnis dabei nicht trügt.

Wenn man -die sonst gerne hergenommenen- Minderheiten als Veep-Pool hätte nehmen wollen, wäre bspw. aus der asiatischen Community auch ein Kandidat präsent gewesen – der war allerdings nur mit Penis zu haben.

Nun ist dieser –Andrew Young -einer der angefragten Kandidaten aus der Demokratischen Partei für die in der deutschen Presse wenig bis gar nicht existente Gruppierung „Unity2020„, neben der Republikanerin Tulsi Gabbard.

Und nur damit das nicht gleich wieder hyperventilierend verurteilt wird. Ich sage nicht, Kamilla Harris sei eine schlechte Wahl nur zweifle ich daran, dass sie die Wahlchancen der Demokraten deutlich erhöht und überlege welchem Gott man mit ihr gehuldigt hat. In den Interviews mit ihr, die ich im Vorwahlkampf gesehen habe, bspw. bei Trevor Noah fand ich sie sympathisch und planvoll, aber ob das letzlich reicht?

Worum geht es also bei ihrer Kür?
Will man ein ‚Zeichen‘ setzen, Richtung BLM und die schwarze Volksseele damit beschwichtigen und Wählerstimmen abgreifen? Beugt man sich der Lautstärke -wie es der Spiegel schreibt:Eine weiße Frau wie Whitmer hätte die Teile der afroamerikanischen Wählerschaft verärgern können, die lautstark eine schwarze Kandidatin gefordert haben.
Wenn Hautfarbe eines Repräsentanten als Garant für besseres Leben funktioniert, wäre es da nicht erfolgversprechender gewesen, Obama hätte sich da mehr ‚drum gekümmert in seinen beiden Amtsperioden?

Man könnte – so man das wirklich glaubt mit der Hautfarbe- zumindest versuchen zu hinterfragen, warum es unter Obama nicht deutlich besser wurde für die black communities, wenn man vom amazing grace singenden Präsidenten auf Beerdigungen mal absieht.

Oder will man dem eher kleinen, ökonomisch linken Teil innerhalb der Demokratenpartei eins auf die Nase geben und diesen weiter in der Bedeutungslosigkeit und auf Abstand halten? Quasi eine Olaf-Scholzisierung der Esel-Partei?

Erhofft man sich also vom preiswerten und billigen -aber dafür systemkonformen- Erfüllen der bürgerlichen Schneeflockenutopien und deren Identitätstraumata mit Sternchen -für die Kamala Harris eben auch stehen wird- ein ruhiges Weiter-so in Bezug auf die ökonomischen Herrschaftsstrukturen um die Geldgeber nicht zu verschrecken?

Man wird es abwarten müssen – ich vermute ja egal was die democrats tun, dass Trump sowieso weitere vier Jahre das tun wird, was er tut – und zwar als Präsident.

Mist, jetzt hab‘ ich doch wieder mehr geschrieben, als ich eigentlich wollte. Ich sach‘ mal so: Ich mag Kartoffeln!

Ihnen Ihr Blödbabbler

Mörderische Kleingeister

Was im Blues Brothers Film -anno tobak -noch eine lustige Bandbreite an Eindimensionalität aufzeigte, als Elwood auf seine Frage an die Betreiberin des Saloons „What kind of music do you usually have here?“ , als Antwort bekommt: „Oh, we got both kinds. We got country *and* western.“ ist leider nur noch erschreckend und widerlich, wenn man das auf die Religioten der Muslimbruderschaft und deren TV-Sender überträgt.
So konnte man beim hpd, im Beitrag von Joscha Wölbert, nachlesen, die einzige Diskussion der islamischen ‚Gelehrten‘ in der Reaktion des Islams gegenüber Homosexuellen sei nur zwischen „Verbrennen oder Steinigen?“ auszuwählen.
Zumindest dann, wenn man im dortigen Muslimbrüderschafts-TV „Watan TV“ der Moderatorin Hala Samir folgen wollte.

So schreibt Wölbert: Laut Hala Samir wären beide Partner einer homosexuellen Handlung, egal ob aktiv oder passiv, zum Tode zu verurteilen.
Es ginge also nur um die Form der Hinrichtung, nicht um diese an sich.

Deswegen und nur für den unwahrscheinlichen Fall, dass mal wieder jemand Mitleid für diese islamischen Verbrecher der Muslimbruderschaft haben sollte, bitte auch daran erinnern. Falls man nicht sowieso noch die Kräne im Iran (oh, wir haben beides, sunnitischen und schiitischen Irrsinn!) mit den daran hochgezogenen, ermordeten Menschen im Gedächtnis hat.

Oder natürlich auch, falls jemand weiterhin der irrigen Ansicht sein sollte, es gäbe auch nur den Hauch von Sinn, Kulturrelativismus gut zu heißen.

Menschenrechte sind und bleiben universell, Menschenfeinde auch, egal welcher Hautfarbe oder Religion die angehören mögen.

Ihnen Ihr Blödbabbler

So einfach?

Ein weiteres Thema, aktuell in deutschen Gazetten als Aufreger unterwegs.
Familienplanung der chinesischen Art.

Die Älteren unter uns erinnern sich vermutlich noch, die sogenannte chinesische Ein-Kind-Politik war in alten Zeiten (vor 2015 und nach 1979) immer mal gerne für ein moralisches Schnaufen gut, gerne verbunden mit dem Hinweis auf das böse, totalitäre Element durch diesen staatlichen Eingriff in die individuelle Fortpflanzungsplanung und das unkontrollierte Verbreiten der eigenen Gene.

Nun muss man aber wohl dennoch -trotz der Richtigkeit des Schnaufens-gleichzeitig konstatieren, dass die chinesische Diktatur in Bezug auf ungebremstes Bevölkerungswachstum damit auch Erfolge verzeichnen konnte.
Obwohl es sicherlich diverse signifikante (weiche) Indikatoren gibt die mit sinkenden Geburtenraten korrelieren, bspw. steigender Wohlstand, Bildung für Frauen und Zugang zu Mitteln der Familienplanung, sind harte Maßnahmen -bei Absenz der vorgenannten- sicherlich ein probates Mittel um quasi aus dem Stand regulativ einzugreifen(man spricht im Zusammenhang mit der Ein-Kind-Politik von 300 Millionen weniger Menschen).

So habe ich die chinesische Ein-Kind-Politik bisher verstanden, als ein Mittel endliche Ressourcen länger zu erhalten (bspw. Hungersnöte zu verhindern), indem der Planet nicht zu schnell (über-)bevölkert wird.
Quasi ein flatten-the-curve in Bezug auf die Reproduktion des Menschen.

Das nun dort, im Lande Maos, wohl selbst in den besten Zeiten nicht jedes Paar nur 1 Kind hatte, es qua Vorgaben bereits diverse Ausnahmen(Landbevölkerung, Erstgeborenes Kind ein Mädchen etc.) davon gab, und es dann auch letztlich zu einem demographischen Problem -neben der üblichen „Wenn-wir-die-Technik-schon-haben-machen-wir-den-weiblichen(nutzlosen)-Fötus-mal-weg“ Idiotie- führte, kann, und muss, man dennoch zur Kenntnis nehmen.
Und auch, dass wir den Chinesen für den Versuch dankbar sein dürften, da eben die Geburtsrateneinbrüche -bei einem Wachstum auf hohem Niveau- der Welt insgesamt etwas Luft verschafft haben dürften, bis die oben genannten weichen Faktoren des Fortschritts den Job dann übernehmen.
So lag die Geburtenrate in China noch in den 1960er Jahren bei durchschnittlich 8 Kindern pro Frau, was das in Konsequenz für die Bevölkerungszahl Chinas (und somit der Welt) bedeutet hätte, wenn diese Zahl ungebremst (unwahrscheinlich) oder nur ganz leicht abgeschwächt worden wäre (in Bezug auf Wohlstand wahrscheinlicher) kann man sich anhand einer der aktuell kursierenden Corona Kurven verdeutlichen.

Kommen wir zum aktuellen Problem. Es gibt Bevölkerungsgruppen (meist mit umgekehrt korrelierendem Verhältnis von Religion und Bildung – je mehr Religion, desto weniger Bildung, dafür umso mehr Kind).

Das lässt sich zumeist innerhalb von Ländern (religiöse Menschen haben eher mehr als 2 Kinder) belegen, global, gegeneinander funktioniert das nicht unbedingt immer.
Beispielsweise liegt die Kind-pro-Frau Ratio im Iran bei 1.59 (im Verhältnis Deutschland bei 1.48) und in Israel bei 2.89 (Saudi-Arabien 2.42) und in China bei 1.64. Man kann sich da bspw. via gapminder oder auch im Beitrag von Carsten Frerk angucken und noch mal verdeutlichen.
Auch zum Verhältnis von Geburtenzahlen ‚muslimischer‘ zu Einheimischen in Deutschland, hat Carsten Frerk einen sehr reichhaltigen Beitrag bei der Forschungsgruppe Weltanschauungen geschrieben:Geburtenzahlen von Kindern muslimischer Mütter/Väter
Die Schlussfolgerungen die Carsten Frerk trifft, widersprechen nicht der oben von mir geäußerten Annahme, da innerhalb der Gruppe‘ Muslime‘ eben nicht alle homogen und gleich gläubisch sind, wie auch bei den Durchschnittswerten der Einheimischen, sondern das Mittel bildet gerade die Spanne ab.

Wenn nun also der SPIEGEL und auch andere Leitmedien der sogenannten Qualitätspresse in diesem Land damit aufmachen, „Zwangssterilisierungen in China – „Das ist unvorstellbar„, dann bedienen sie damit erst einmal Emotionen, was ja inzwischen die Hauptwährung in der Presse geworden zu sein scheint.
Wer gruselt sich nicht bei dem Gedanken an eugenische Zwangsmaßnahmen, besonders wenn diese in Lager stattfinden ist die Assoziation zur deutschen Geschichte und dem nationalsozialistischen Rassenhygienewahn nicht weit, der Weg zu Mengele und Auschwitz sprachlich bereist inkludiert. Und so empört sich Herr Zand, der Autor des Artikels: „[…]junge Frauen, denen Verhütungsmittel verabreicht und Spiralen eingesetzt werden; gynäkologische Zwangsuntersuchungen, Zwangssterilisationen, ja Zwangsabtreibungen..

Es geht, so viel ist klar, darum, dass die muslimischen Uiguren, Dorn im Fleisch der chinesischen Offiziellen, scheinbar das tun, was man gemeinhin mit religiös und ungebildeten Menschen in Einklang bringt, sie vermehren sich deutlich jenseits der staatlich vorgegebenen Zwei-Drei-Kind-Politik (wenn ich die mal so nennen darf).
Wir erinnern uns, zwei Kinder bedeuten die Population bleibt ungefähr stabil, drei oder mehr davon und die Population wächst. Übrigens auch eine Vermutung, warum in eher säkulären Gesellschaften die Zahl der Religiösen wieder zunimmt, obwohl Kirchenaustritte eher das Gegenteil vermuten lassen würden. Die Hardcore-Gläubischen, sind zwar in Zahl weniger, bringen aber ihr Erbgut deutlich häufiger ins Spiel und halten so eine potentielle Zukunft von Religion relativ und absolut am Köcheln.

Nun ist die Quelle- etwas salopp- im Beitrag als kommunismuskritisch bezeichnet, mit der Jamestown Foundation eine sicher nicht ganz neutrale Organisation. Das aber nur als Hinweis gedacht, wenn man das folgende Zitat liest.

Zugleich habe der Staat Millionen in neue Maßnahmen der Geburtenkontrolle investiert. Xinjiang, dessen Bevölkerung jahrzehntelang rasch wuchs, zähle inzwischen zu den Regionen mit den niedrigsten Geburtenraten. „Diese Art von Rückgang ist beispiellos“, sagte Zenz der Nachrichten Agentur AP. „Das ist Teil einer umfassenderen Kontrollkampagne, um die Uiguren zu unterwerfen.“

Kommt nur mir der angedeutete Vorwurf -als Vorwurf?!-, der chinesische Staat habe Millionen in Geburtenkontrolle investiert, eher lächerlich vor?
Geburtenkontrolle kann ja viele Bereiche umfassen, Sterilisation, Kindstötung oder ähnliches wären da vermutlich nicht die ersten Mittel der Wahl.
Aufklärung, Wohlstand oder auch das kostenlose Verteilen von Verhütungsmitteln, Brechen von Zwangsheiraten, arrangierten Ehen oder religiös motivierten Fortpflanzungsgeboten könnte man sich ebenfalls darunter vorstellen. Also ich zumindest.

Im nächsten Satz formuliert dann der Zitierte genau das Problem, weshalb dort wohl staatlicherseits eingegriffen wird: die „Bevölkerungszahlen wuchsen rasch“.
Wenn man nun überlegt, dass die Ein-Kind-Politik in China bis 2015 offiziell galt, wäre ein Zeitraum des raschen Wachstums (Geburtenrate deutlich über >2) sicherlich ein klarer Verstoß.

Die sogenannte „beispiellose Kampagne zur Unterwerfung der Uiguren“ wäre zuerst einmal der Versuch -da scheinbar die oben genannten weichen Faktoren im Uigurengebiet nicht zu einem Rückgang der Bevölkerungszunahme geführt haben (also irgendwo hin zwischen 1.5 und 2.5)-, interveniert der Staat in diesem Sektor.
Diese Maßnahmen klingen zuerst einmal individuell drastisch, wobei ich das Einsetzen von Spiralen und Schwangerschaftstest nun -aus meiner patriarchalischen Sicht gesehen- eher am harmloseren Spektrum der Gewaltskala ansiedeln würde.
Ich kenne da den aktuellen Stand zum Thema „Spirale, als Mittel der Verhütung“ nicht, aus meiner Adoleszenzzeit betrachtet, war dies eine nicht ganz unübliche, gerne als Alternative zu Pille oder Schaum etc. genommene Form der freiwilligen Geburtenkontrolle.

Das Treten in den Unterleib hingegen ist erstmal eher eine sehr archaische Form der Geburtenkontrolle, wenn dies immer der Fall war, ist es schlicht systematische Körperverletzung oder gar Folter, über den Zwang zur Abtreibung -und meine Einstellung dazu- brauche ich hoffentlich nichts zu schreiben.

Erwähnen möchte ich aber wenigstens, rund um die Ein-Kind-Politik waren wohl (so las ich das mehrfach) dramatisch hohe Zahlen bei Abtreibungen, staatlich unterstützt und mit finanziellen Anreizen versehen, wohl keine Seltenheit.
Nebenbei ist meine Einstellung zur Abtreibung weiterhin, es ist der Körper der Frau, weswegen ihr der freiwillige Abbruch einer Schwangerschaft mit Loswerden des Zellhaufens gesetzlich erlaubt zu sein hat.
Im aktuellen Beispiel sprechen wir aber über den staatlichen Zugriff auf den Bauch und die Schwangerschaft, und da sind wir dann tatsächlich nicht mehr weit von der verabscheuungswürdigen Nazi-Rassenhygiene entfernt.

Wenn diese Maßnahmen dann tatsächlich nur gegen einzelne Gruppen geführt werden, klingt Willkür an, wobei es eben soweit ich das verstanden habe- hauptsächlich gegen religiöse Gruppen geht, bei denen (ich unterstelle das oben gesagte zum Unterschied bei der Fertilitätsrate gilt auch in China) eben mit gehäuften Verstößen gegen die aktuelle 2-3 Kind-Politik zu rechnen ist.
„Menschenrechtler“, so schreibt der SPIEGEL, sprechen dabei […]von einem „demografischen Genozid“.
Wenn man dafür sorgt, dass sich eine Population stabil hält (2) bzw. wächst (3 Kinder) ist die Aussage völliger Quatsch. Wenn natürlich jede Frau vor der Zahl sterilisiert wird, oder via eingesetzter Spirale künstlich unfruchtbar gemacht wird, wäre in letzter Konsequenz diese Aussage richtig.
Falls es aber -wie am Beispiel des „Mannes mit den 7 Kindern“ im SPIEGEL Beitrag darum geht, die archaisch hohe Zahl an Nachgeborenen auf ein ’normales‘ Maß einzubremsen, erscheint mir die Umsetzung der Politik durchaus richtig. Staatliches, übergeordnetes Handeln bricht dann individuelles Recht, kennt man auch in anderen, sogar noch demokratischeren Gesellschaften, als der Chinesischen.

Und wenn dann quasi als Autorität der „US-Außenminister Mike Pompeo sagte, die jüngsten Berichte aus Xinjiang demonstrierten „eine völlige Missachtung der Unverletzlichkeit des menschlichen Lebens und der grundlegenden Würde des Menschen“.“, dann möchte man ihm mit Goethe zurufen:

Ein jeder kehre vor seiner Tür,
und rein ist jedes Stadtquartier.
Ein jeder übe sein‘ Lektion,
so wird es gut im Rate stohn.

Und nein, ich halte den chinesischen Despotismus nicht für zukunftsträchtig, aber das allzu offensichtliche Abnicken von amerikanischen Kritikern erscheint mir auch nicht wirklich zielführend zu sein.

Ihnen Ihr Blödbabbler

Gedanken und Salat

In den heutigen Zeiten gäbe es so viel zu schreiben, wenn man denn wollte, aber wer will das schon?


Man könnte sich über die USA oder Stuttgart auslassen, über Polizei und Journalisten – auch gäbe es zu Corona weiterhin genug zu berichten.
Aber all diesen Themen ist gemein, dass sie mich aktuell ziemlich aufregen und es mich unglücklich macht, mich auf dem Niveau der deutschen Medien damit zu beschäftigen.
Bürgerliche Presse und ihre Analysefähigkeit geht nicht über die von bürgerlicher Geschichtsschreibung hinaus, wie sollte sie auch?
Geschichte ist, war und bleibt so die Geschichte von Köpfen (Trump!) – und von marginalen Unterschieden der menschlichen Art, wie Hautfarbe oder Geschlecht.
Dies dann mit der gehörigen moralischen Überheblichkeit des Im-Recht-Seiers sowie dem Brustton des Empörten niedergekritzelt, wird im Allgemeinen in Deutschland für Qualitätsjournalismus gehalten, was mindestens bedauerlich, meist jedoch ein veritabler Quell von Ärgernis ist.


Zum Thema der USA und den dortigen ‚Black Lifes Matter‘ Riots sowie einer allzu schnellen Übertragung auf deutsche Verhältnisse schrieb ich anderswo:
Ich vermute es ist letztlich wohl eher ein Problem der ökomischen Stellung, denn eines der Hautfarbe (wie sich auch in Zeiten von Corona zeigt).
Auch wenn dies -aus ideologischen Gründen- von den beiden Außenseiten des politischen Spektrums gerne anders gesehen wird.
Ob man amerikanische und deutsche Polizei tatsächlich miteinander vergleichen kann oder sollte(ich denke, dass es dramatisch bis zur Verzerrung hinkt), hier beim Thema institutionalisierter Rassismus wage ich anzuzweifeln.
Kurzer Einschub:
Nur, wer den Amerikanischen Traum jemals -jenseits von Propaganda- für bare Münze genommen hat, der wird in Zeiten des hegemonialen Abstiegs verwundert die Augen reiben.
Solange es genug zu verteilen gab(hier wie dort), als man von WTO und anderen Handelsorganisationen profitierte, konnte man das alles noch als identitätsstiftenden Kleister der sozialen Mobilität verkaufen und missbrauchen, heute liegen die Nerven blank, weil immer mehr Teile der Mittelschichten unter die Räder kommen. Zu einer Einschätzung des Verhaltens der USA in der Krise empfiehlt sich hin und wieder ein Blick auf die Thesen von Ulrich Menzel (bspw. hier)


Vor einiger Zeit gabs ja ein merkwürdiges Video jenes Konzerns, der Betrugssoftware als konsequente Umsetzung einer ökologischen Selbstverpflichtung der Industrie in seine Autos verbaut hat. Dort wurde ein schwarzes Männchen von einem weißen Finger geschnipst…was ich ehrlich gesagt nicht wirklich als Aufreger betrachtet habe, aber -so muss man dann ja erfahren- da man selbst nicht schwarz sei, könne man das selbstverständlich auch nicht verstehen. Ist so wie Frausein, also als Mann. Das kann man auch nicht verstehen – außer man definiert sich selbst so, dann ist es o.k., weil Gender gerecht, gelle.
Ich fand das Video also nicht problematisch, bis zu der ‚zufälligen‘ NEGER Buchstabierung am Ende des Clips – da wurde das Ding tatsächlich inakzeptabel und gab dem ganzen Clip rückwirkend einen eindeutigen schlechten Geschmack.


Ansonsten sehe ich das Problem so: Identitätslinke mit ihren PoC Gefasel sind ein Teil des Problems wie es die rechten Rassisten sind, sie sehen alle das Trennende(Sexualität, Hautfarbe, Geschlecht) und nicht das Übergreifende, das Gleiche und Gemeinsame an den Menschen.
Solange dort -also hüben wie drüben, wenn auch aus unterschiedlicher Intention- Schubladendenken propagiert wird, solange werden wir uns mit diesen Themen beschäftigen müssen, anstatt einen Schritt auf der Zivilisationssleiter nach oben zu steigen.
In einem Interview mit Sam Harris -zum Thema ‚Is Cultural Relativism Racist‚- sagt Yasmine Mohammed sinngemäß(bei ca. 5:20): Wenn du den Terminus P(eople)o(f)C(oleur) benutzt, dann ist das Rassentrennung (segregation), denn du unterstellst, hier gibt es Menschen(people) und dort farbige Menschen(PoC).
Und es ist dabei schlicht egal ob man die besten Absichten hat, wie man sie den liberals unterstellen möchte, man manifestiert und zementiert damit gerade die Teilung, die man gerne aufgehoben haben möchte.
Diese Feststellung ändert natürlich nichts daran, dass es in den meisten Gesellschaften dennoch existenten und in den Institutionen sitzende Ungerechtigkeiten gibt, die sich gerne auf Unterscheidungsmerkmale der Menschen beziehen, die von der Mehrheitsgesellschaft (egal welche) abweichen. Zum Teil ist das historisch bedingt, zum Teil zieht eine bestimmte Arbeit bestimmte Menschentypen an.
Aufgabe eines ’neutralen‘ und gerechten, weil alle Menschen gleich behandelnden Staats kann und muss deswegen sein, den Rahmen so zu stecken, dass dies eben nicht der Fall ist…bzw. dass diese Ungleichheiten mit der Zeit abgebaut werden.
Vermutlich sind die USA heute -im direkten Vergleich zur Zeit bis zur Bürgerrechtsbewegung- deutlich weitergekommen, nicht alle Institutionen, nicht alle Staaten gleich, aber es ist sicherlich besser als früher.
Es ist -so denke ich-zum Teil gerade aktuell so heftig und deutlich, weil die Zeiten stetig besser geworden sind. Es ist Ausdruck davon, dass man sich übergreifend um den Tod von Menschen durch Polizeigewalt erregt und eben nicht einfach zur Tagesordnung übergeht.


Heather Heying hat im DarkHorse Podcast #20 etwas zur Rassensituation in den USA verlesen, was sie 14 True Things nennt.
Ein Ausschnitt aus dem Podcast (reduziert auf die 14 genannten Thesen) kann man hier angucken:


oder dort nachlesen.

Es beruhigt mich, dass ihre Ansicht sich mit den von mir geäußerten in weiten Teilen deckt. Gleichwohl sei darauf verwiesen, dass sie als Evolutionsbiologin keine Expertin für gesellschaftliche Zusammenhänge ist. Dennoch fand ich die Punkte interessant und diskussionswürdig.


Den weitaus besten Artikel zum Thema „Rassismus/USA“ fand ich im Lower Class Magazin.
Dort wird imho der sinnvolle und erkenntnisführende Schluss gezogen, dass es bei den Unruhen eben über Hautfarbe hinausgeht, Hautfarbe (und der daraus abgeleitete Rassismus) allein eben kein Kriterium sind mit dem sich eine kapitalistische Gesellschaft (und ihre Verwerfungen und Strukturen) sinnvoll analysieren lässt.
So wie es Frauen in Führungspositionen und Schwarze als Präsident gibt, gilt es sich klar zu machen, dass es zwischen weißen Abgehängten und den meisten Schwarzen eine ähnliche bis identische ökonomische Struktur besteht, zu Recht wird darauf hingewiesen, einen Absatz zitiere ich mal, der es gut auf den Punkt bringt:
Der Integrationsantirassismus ist im liberalen weißen Mainstream genauso beliebt wie er ideologisch Einfluss auf die gesamte antirassistische Bewegung hat. Die ihm zugrunde liegende These ist so einfach wie falsch: Wenn man die Leitungsfunktionen in Wirtschaft, Politik und bürgerlichen Medien „diverser“ gestaltet, überwindet man Rassismus. (LCM)

Ein Ansatz der sich auch in Deutschland immer mehr durchzusetzen scheint, einer, der häufig gut gemeint (human) ist aber meist nur innerhalb des Systems eine stabilisierende Funktion in der neoliberalen Vereinzelung des Einzelnen bewirkt.
Und in der Kritik dieser ideologischen Fehlannahme(die auch bei Heather Heyings Thesen drin ist, obwohl sie nun eher eine klassisch-bürgerliche liberal ist) und einer Rückbesinnung auf die soziale Lage der Betroffenen kommt man dem Kern des Problems deutlich näher, als im anekdotischen Sammeln von Alltagsrassismuserlebnissen, wie es in weiten Teilen der deutschen Presse aktuell geschieht.


Ich fürchte auch, es ist wenig hilfreich hier im Land nach strukturellem Rassismus zu suchen, selbst das sogenannte racial profiling ist imho nicht eindeutig in dieser Richtung zu interpretieren.
Denn, so frage ich mich, ab welcher statistischen Größe wird bspw. aus dem gerne unterstellten Vorurteil „Rassismus bei Polizisten als Triebfeder solchen Handelns“, die Handlung doch auf Basis von Erfahrung legitimiert und so zu einer Richtlinie oder gar sinnvollen Täterverfolgungsstrategie – eben basierend auf der Alltagserfahrung derer, die draußen den Kopf hinhalten?
Überall bei der Polizei Nazis und Rassisten zu vermuten geht sicherlich fehl, hier im Land, wie auch in den USA.


Ein kritischer Blick auf das aktuelle Geschehen steht in der NZZ als Interview mit Glen Loury, ‚Rassismus existiert, aber er erklärt nicht, was hier passiert
Die Feststellung :Ja, Rassismus ist allgegenwärtig, aber als entscheidender Faktor, der den sozialen Aufstieg ermöglicht oder verhindert, hat er im letzten halben Jahrhundert wesentlich an Gewicht verloren., erscheint mir durchaus diskutabel.


Und über allem schwebt in angeblich linker, aber doch zutiefst bürgerlicher Kritik und Lesart stets der ominöse, alte und weiße Mann, der an allem Schuld trägt.

Man könnte mal einen Blick auf den schwarzen Kontinent werfen und sich bspw. diesen Beitrag mit dem Titel „Rassismus ist universal“ durchlesen, und sich erstaunt die Augen reiben…sind ja nicht nur Alte, nicht nur Weiße und nicht nur Männer.
Ich kann diese sinnfreie Kampfzuschreibung aus dem SJW Milieu kaum noch hören, die besagt nämlich Nullkommanix.
Das Gejammer, alles Schlechte komme von alten und weißen Männern in den letzten 3-400 Jahren mag stimmen, aber eben auch ungefähr alles andere auf diesem Planeten, inklusive Kritische Theorie und Marxismus. Erdbeereis auch! 😛

Bürgerliche Staaten haben eine bürgerliche Ordnungsmacht in Form von Polizei und Spitzeldiensten; deren Vertreter sind dazu nötig, Recht und Ordnung, d.i. die Sphäre der Produktion und das Eigentumsrecht sicherzustellen indem die Gewinnmaximierung betrieben und Mehrwert von denen ohne Kapital abgeschöpft wird.

Wenn bestimmte Ethnien nun ökonomisch in der Nahrungskette dort stehen, wo man häufiger mit diesen Stützpfeilern einer hegemonialen und kapitalistischen Produktionsweise zusammenstößt, kommt man schlicht häufiger mit denen in Konflikt.

Das kann in Teilen auch -muss aber nicht- aus anderen Gründen als denen der Ökonomie passieren, bspw. Hautfarbe, Geschlecht oder Gesinnung.
Sklaverei wurde vor langer Zeit in den USA abgeschafft, volle Bürgerrechte hat man inzwischen auch bereits seit über 50 Jahren.
Leider scheinen viele der Ansicht, es sei heute schlechter als vor 100 oder 50 Jahren für die schwarze Bevölkerung in den USA bestellt, dies ist aber wohl -zumindest nach dem was ich so lese-, nicht der Fall.
Also, wenn man von den üblichen Verwerfungen der neoliberalen Verarmung der Habenichtse mal absieht – die betraf aber auch die zum Dank als white trash denunzierten abgestiegenen und abgehängten Arbeiter in den sterbenden Industrien einer welkenden Hegemonialmacht.

Ich denke, indem man die Kritik lediglich auf die Hautfarbe verengt, verstellt es den Blick fürs große Ganze.

Man darf mich da bitte nicht falsch verstehen. Sicherlich gibt es Rassismus in den USA -wie andernorts-, sicher gibt es dort eine quasi militärische Ordnungsstruktur mit einem merkwürdigen Hang zum Machtmissbrauch, der in Folge statistisch überproportional häufig Schwarze im Handlungsumfeld hat. Das kann man ja aus einer Menge Zahlen ablesen.

Ob dies nun aber en gros aus Gründen von white supremacy einzelner Cops geschieht (oder, wie manche sagen aus den Strukturen des Polizeiwesens) oder eben, weil Habenichtse eher dazu neigen Eigentumsrechte zu negieren, kann ich nicht sagen. Aus dem Bauch und meinem marxistisch verseuchten Gehirn heraus tippe aber auf letzteres.


Wir hören viel vom Erbe der europäischen Kolonisation, Denkmäler werden gestürzt und ahistorische Urteile der Nachgeborenen hängen in der Luft.
Ich frage mich dabei immer, ist Kolonisation nur dann schlecht, wenn sie von europäischen Mächten, also alten, weißem Männern, betrieben wird? Oder richtet man den Blick aktuell auch mal nach Afrika und betrachtet sich das dortige chinesische Engagement etwas genauer?
Ehrlich, ich bin kein Freund von Annahmen, die Welt sei `heute besser und weniger blutig, wenn Azteken oder Inkas ihre Macht über die Zeit gerettet hätten – dies scheint mir romantisierender ‚Edler Wilder‚- Kitschkram für die Esoterik-Kommode zu sein.
Auch glaube ich nicht das archaisches Stammesfürstentum die Welt besser gemacht hätte.
Nebenbei sei die Anmerkung erlaubt, dass sich die europäischen Mächte in den letzten 500 Jahren einen deutlich höheren Blutzoll und bodycount im Umgang untereinander erlaubt haben, als man es den Conquistadores (Epidemien mal ausgenommen davon) in Bezug auf die Landeroberungen in Lateinamerika anlasten könnte.

Wenn man also freudestrahlend über alte, weiße Männer pauschalisiert und das für einen legitimen Umgang oder gar eine Form von Analyse hält, sollte man sich gleichzeitig über den „Gutmenschen“ als Klassifizierung durch die rechte Brut nicht aufregen; dieser Begriff tut nämlich das gleiche nur von der anderen Seite her.
Zur Analyse von Themenbereichen eigenen sich beide nicht, sie sind lediglich Provokation und somit Teil eines destruktiven Diskursversuchs – quasi die Metaebene von ad hominem.
Somit sind das lediglich zwei Seiten der gleichen unproduktiven Medaille und abzulehnen.


Meist kommt in einem solchen Argumentationszusammenhang, der Hinweis auf die Notwendigkeit von Feminismus zum Brechen der Vorherrschaft des Patriarchats, also jener Herrschaftsform, die sich alte und weiße Männer gaben um den Rest der Welt zu knechten. Was ungefähr genauso gruselig ist, wie es klingt.
Nebenbei zeigen bspw. Studien aus der Wirtschaftspsychologie, dass es keinen signifikanten Unterschied in der Art des Führens bei Frauen in Führungspositionen zu ihren männlichen Geschlechtsgenossen gibt, sondern sie sich ihrer Schicht und Klassenzugehörigkeit entsprechend verhalten.
Ich empfehle für einen leichten Zugang zum Thema mal bei Prof. Kanning in seinen Youtube- Kanal reinzuschnuppern, bspw. in den Beitrag: „Führen Frauen anders als Männer? „.
Und es sind ebenfalls in weiten Teilen Frauen, die alte überkommene gesellschaftliche Verhaltensmuster reproduzieren, bspw. indem sie Kinder weiter beschneiden lassen – weswegen auch der zukunftsträchtige Weg über die Mutter gehen muss, um solche Teufelskreisläufe zu durchbrechen.
Wer Frauen oder Schwarze nur als Opfer denkt – oder sie alternativ als Superhelden aufbietet, der bewegt sich in einer positiven Rassismusbegrifflichkeit und verstärkt so die Probleme eher noch, als dass er sie löst.
Ich behaupte deswegen einfach mal, es kommt weniger aufs Geschlecht an, als vielmehr auf die Strukturen in denen sich selbiges bewegt. Ist quasi die Analogie zur Hautfarbe.


Argumentationsversuche in diese Mono-Richtung, Geschlecht oder Hautfarbe sind ein ernstes analytisches Problem, und in Konsequenz, Agens einer gesellschaftlichen Zerfaserung, verbunden mit einer einhergehenden Entsolidarisierung.
Sie finden -obwohl progressiv gemeint- nur in der Funktion des hilfreichen Idioten der vorherrschenden Produktionsweise statt.
Statt eines Unten gegen Oben, Ausgebeutete gegen Ausbeuter zersplittert man die eigene Kraft und reibt sich auf in Abgrenzungskriegen bei der Suche nach Klein-und Kleinstopfergruppen und Gendersternchenmystik. Schubladendenken par excellence.


Mein Aufhänger, was gerade bei sich als links verstehenden Gruppen schiefläuft, sind Geschichten wie „Evergreen College“ und die zunehmende Verselbstständigung von autoritärem Gehabe eben auf jener Seite, auf der ich mich selbst stehend sehe: im linken Bereich des politischen Spektrums.
Das ist nun ja nicht neu, ganz sinnvoll haben auf das Problem musikalisch ja schon die Schwarzen Schafe im letzten Jahrtausend hingewiesen.

Das totalitäre Element in den sich immer weiter zerfasernden Kleinstopfergruppen, spielt dem ideellen Gesamtkapitalist prima in die profitmaximierenden Griffel und macht den schmutzigen Job für die neoliberale Agenda sogar noch kostenlos und im Pathos der moralischen Überlegenheit. Man sollte immer dran denken, so wie man mit seinen Gegnern umgeht, der hämische Beifall, wenn man denen ein Ei an die Rübe zimmert oder ein Auto abfackelt, hallt genau berechtigt zurück, wenn es die eigenen Leute trifft.
Nun ist Trump als Soziopath und PotUS natürlich ein gefundenes Fressen und -klar ist es nett, wenn er vor einer leeren Halle steht, aber das ist doch unterm Strich…Kinderkram und eine Art von Umgang in der politischen Sphäre, die man sich überlegen sollte, wenn man sie an sich selbst nicht wiederfinden möchte.
Was ich von Trump als Person halte ist hoffentlich klar. Ich beobachte gespannt, was er als Präsident macht, weil ich daran interessiert bin zu verstehen, wie sich die USA gerade darstellen, als absteigender -oder zumindest vom Abstieg gefährdeten- Hegemon, wie sich eine neue Weltordnung daraus herauskristallisiert. Das Puppenkasperletheater der bürgerlichen Geschichtsbetrachtung interessiert mich dabei wirklich nur auf anekdotischer Ebene um einen Smalltalk für eventuelle Partys in der Nach-Coronazeit zu haben.

Dieser linke Pluralismus (das Sektierertum) hat in der bisherigen Geschichte dazu geführt, dass man sich von einem gemeinsamen Kampf gegen die Ausbeutung und die kapitalistische Produktionsweise hin zu einem geschwächten Zerrbild entwickelt hat. Wenn man sich in Kleinstkriegen selbst bekämpft, bleibt der tatsächliche Gegner freudig erregt als Sieger auf dem Schlachtfeld zurück.
Diese Art der Destruktion scheint linken (aber auch rechten) Gruppen inhärent zu sein, das was ich mal in Bezug auf die (bürgerliche) Französische Revolution und deren Radikalisierungsprozess in etwas anderem Zusammenhang schrieb.
Am Ende gibts dann eben Napoleon statt Marat oder Robespierre, Königtum statt Republik.

Was mich unglücklich macht sind die autoritären Tendenzen, die scheinbar immer öfter Fuß fassen können, das SJW Unwesen, die Denunziationen und Beweis- und Rechtsumkehr die stattfindet, wenn man solchen Leuten nicht entschieden entgegentritt, auch und gerade weil sie die eigene Bewegung damit untergraben und schwächen.

Und mir ist das tatsächlich wumpe, ob dann Rechte es sind die die Freiheit abschaffen wollen, oder jene, die in ihrer identitären Verblendung gefangen, sich selbst als Progressiv wahrnehmende vermeintliche Verbündete.

Es sind auch solche Geschichten, wie eben bei fefe gefunden, die man sich angucken muss.

Nebenbei sollte man beim Thema Kulturindustrie und wer dort aktuell die ideologische Hegemonie in der führenden Hollywoodisierung der Welt trägt, auch im Auge behalten, dass dort tatsächlich absurde Zerrbilder von Kleinstgruppen aufgepumpt werden um in den Serien des Alltags ihre Propaganda zu entfalten. Ganz schlimme wokeness Serien wie die „Watchmen“ bspw. kann ich mir schon gar nicht mehr antun, dass inzwischen in jeder Serie die Führungspersonen weiblich und lesbisch sind, kann man zur Kenntnis nehmen, auch wenn die gerade stattfindende Häufung wohl nicht mal mehr in einer Relation zum tatsächlichen Vorkommen in der Gesellschaft(in den meisten Fällen die us-amerikanische) steht.
Sobald das aber mit dem didaktischen Holzhammer eingeprügelt wird, sträubt sich bei mir immer mehr dagegen und erreicht genau das Gegenteil dessen, was wohl beabsichtigt ist.
Mag sein, dass dies bei jüngeren Menschen noch besser klappt, mich kriegt man damit nicht mehr.

Mir war es in meinem Leben bisher immer egal, welche Hautfarbe (o.k. das habe ich wenig Menschen vorzuweisen mit denen sich meine Wege gekreuzt haben), Geschlecht oder Religion jemand hatte.
Ich habe meine Unterscheidung immer nach dem Kriterium getroffen, ob jemand ein Arschloch ist oder nicht. Und falls es ein Arschloch war, von dem ich was lernen konnte, war mir das auch egal – ich muss ja nicht alles von jedem mögen oder nach meinem Kriterium bewerten. 😉

Nebenbei bin ich der Meinung: Wer Recht und moralisch anständiges, faires Verhalten nur seiner Clique zubilligen mag, aber es Andersdenkenden abspricht ist ein totalitärer Arsch, egal wo er sich selbst politisch und moralisch verlotet.


Da ich ja auch ein gehässiger und böser Mensch bin, brauche ich hin und wieder etwas, was mir auch Spaß macht.
Um also den von den Rechten gekaperten Gutmenschen als Kampfbegriff zu vermeiden bietet es sich vermutlich an, einen chinesischen Begriff zu kultivieren, mit dem ich -dank Großmeister Burks seinem Beitrag– in Kontakt geraten bin: Baizuo
Eventuell deckt der chinesische Spottbegriff Baizuo das Problem der unterschiedlichen und problematischen Diskurswelten im Land aktuell ganz gut ab.
Dieser, so zitiere ich mal: „bezeichne […] Personen, die sich nur für Themen wie Einwanderung, Minderheiten, LGBT und Umwelt interessierten und keine Ahnung von Problemen der realen Welt hätten, und scheinheilige Humanitaristen, die für Frieden und Gleichheit einträten, nur um ihr eigenes Gefühl moralischer Überlegenheit zu befriedigen. Diese seien so sehr von politischer Korrektheit besessen, dass sie dem Multikulturalismus zuliebe rückwärtsgewandte islamische Werte tolerierten, und glaubten an den Wohlfahrtsstaat, der nur Faulenzer und Trittbrettfahrer begünstige. Sie seien ignorante und arrogante Westler, die den Rest der Welt bedauerten und sich für Retter hielten.(ebenda)“
Rumms! Chinesen, man muss sie einfach mögen. 😊


Und, um den Schleier ein wenig zu lüften. Da kann man lesen, wo der Zug hinfahren müßte, sofern man sich vom Schein der Rassismusdebatte lösen und sich dem realen Problem zuwenden mag. We don’t want Black landlords and Black bosses. We want to abolish private property and the capitalist system.
Eigentlich wollte ich dazu ja nix schreiben und nun ist es doch wieder etwas mehr geworden.


EIGENTLICH wollte ich doch nur zwei Bilder posten und berichten, wie gut sich meine Salatabschnitte auf dem Balkon entwickeln, und, dass die Kartoffeln fleißig giftiges Grün angesetzt haben.


Inzwischen stopfe ich keimende Kartoffeln oder keimende Zwiebeln auch einfach in einen Topf.
Bei den Kartoffeln bin ich im Herbst mal gespannt, was da dranhängt – das Zwiebelgrün hingegen schmeckt prima im Salat oder -wenn es blüht- freuen sich die Insekten, zumindest die, die noch da sind.


Zum Abschluss und zum Tag des alten, weißen Mannes ein Lied von Funny van Dannen mit dem Titel: „Lesbische, schwarze Behinderte“.

Einen entspannten Feierabend wünscht Ihnen Ihr Blödbabbler, Unkraut des HErrn!

Zitat des Tages

…leider etwas verspätet, da mich WP nicht reingelassen hat die letzten Tage (waren wohl ’ne Menge brute-force Spinner unterwegs). :-/

Kapitalismus ist, wenn die Wirtschaft kollabiert, weil die Leute ein paar Wochen lang nur das kaufen, was sie wirklich brauchen.(Tweet)

Und zur Feier des Tages -und in Anlehnung fürs Zitat oben- noch was hoffnungsfrohes, gespielt vom ollen Quetschenpaua aka Yok, Desillusioniert.

Einen schönen Vaddertach wünscht
Ihnen Ihr Blödbabbler

Kurzer Lesetipp zum Wochenende

Wer mal wieder einen durchdachten – und fein formulierten – Text lesen möchte, wird wie fast immer bei Thomas Fischer in dessen Kolumne beim SPIEGEL fündig.

Unter dem Titel „Corona, Spaß und Schuld“, findet man so schöne Textstellen wie:

[…]denn die einen tragen halt prinzipiell keine Aluhüte, und den Aluhutträgern ist es egal, was Kopernikus, Einstein und Hawking sagen, weil sie ja in sich spüren, dass es hilft. Wenn nicht gegen Viren, dann doch gegen die Langeweile.

Ein gesegnetes Wochenende, lassen sie sich nicht anspucken.
Ihnen Ihr Blödbabbler

Gelesen und bedacht

Der SPIEGEL schrieb:Nun gibt es nach SPIEGEL-Informationen Hinweise, dass ein inhaftierter KSK-Soldat Teil eines rechtsextremen Netzwerks innerhalb der Bundeswehr-Eliteeinheit sein könnte.
Als interessierter Laie frage ich mich nun natürlich:
Ist ein rechtsextremes Netzwerk innerhalb der KSK sowas wie der Flügel bei der AfD?
Also, quasi die fiesen Hardcore-Nazis innerhalb der Gesamtgruppe der ‚lieben‘ Nazis-von-nebenan?

Macht es tatsächlich noch Sinn von Teil- und Untergruppen zu sprechen, gar hetrogenes im eigentlich homogenen Sud zu vermuten?

Grüblerischen Gruß vom Blödbabbler

Diktatur? Ich geb‘ dir gleich Diktatur!

„Falls die Menschen sich nicht an die Abstands- und Hygienemaßnahmen hielten, sei aber schon im Juli eine zweite Welle möglich.“, so der Vize-Präsident des RKI, Prof. Dr. Lars Schaade.
Eine neue deutsche Welle(NDW) also, nur leider mit noch merkwürdigerem Unterton als wir sie aus den 80ern noch kennen.

Ich denke, man muss kein Fachmann sein, um diese kommende Welle aus dem aktuellen Verhalten der Mitbürger (Abstandhalten ist nur was für Pussys!) und den sich füllenden Sammelpunkten für inhaltlich leere Konsumhüllen – in den Shoppingtempeln unserer Innenstädten und den wiedereröffneten Malls – zu prophezeien.
Ich freue mich, falls ich mich da täuschen sollte, bin aber skeptisch.

Nachdem sich einige tausend, der üblichen Dumpfhirne am Wochenende zusammengerottet haben und ihre Hohlheit medienwirksam -sicherlich hier und da auch zusammen mit Virenlast- in die Luft geblasen haben, sehe ich es so, wie Jörg Schneider im Kommentar „Corona-Krise 2020: Die Herdendummheit wächst rapide“ in der FR.

Und ja, ich glaube, dass unter den Demonstranten auch nicht wenige waren, die sich finanziell bedroht fühlen oder es tatsächlich sind. Trotzdem muss man sich deswegen nciht wie ein Arsch verhalten.
Es gab mal für die USA die Aussage, 40% der Amerikaner hätten keine Reserve für eine dringende Ausgabe über 400 Dollar.
Falls wir ähnliches für Deutschland annehmen wollen -wobei ich mal gelernt habe, man sollte einen Laden so planen, dass man zur Not ein Jahr ohne Einkommen stemmen kann- steht es vermutlich bei einigen nicht zum Besten.
Wobei Kurzarbeit, kurzfristige Darlehen der KfW oder das geschenkte Geld in Höhe von max. 9.000 oder 10.000€ wenigstens einen Monat überbrücken können sollte.

Bei den Kleinen. Bei den Großen ist es immer wieder lustig zu sehen, wie bspw. Adidas Staatshilfen bekommt, obwohl der Konzern 2019 2 Milliarden Euro an Gewinn zu verzeichnen hatte und damit auch fleißig Aktienrückkäufe seit 2016 betreibt(die jetzt, wie die Dividende wegen Corona ruhen).

Man sollte also nicht den Fehler machen, den man schon bei der AfD gemacht hat und alle Teilnehmer dort als homogene Masse an Nazis -analog als Aluhüte- ansehen, sondern berechtigte oder rationale Argumente abwägen und diskutieren – sonst zieht sich der nicht komplett verblödetet Teil auch schnell den Schutz aus Alupapier über die Rübe, vulgo radikalisiert sich gegen wichtige Elemente dieser demokratischen Gesellschaft.

Der Rest jedoch ist der übliche Bodensatz an Dumpfnasen, der jeder Meinung bei youtube, facebook oder instagram folgen mag, die nur wirr genug gegen die Vernunft hetzt, Hauptsache es ist kein Experte, der sowas vielleicht studiert und zur Profession erhoben haben mag. 2 Stunden youtube Video ersetzen leider immer noch keinen Studiengang und erreichen leider auch selten ein höheres Niveau als ein Schulabbrecher an der örtlichen Clownsakademie.

Wo sich Menschen theatralisch zu Widerstandkämpfern erklären, weil sie keine Maske tragen wollen und so mit geringen Einschränkungen zugunsten der Gesundheit der Allgemeinheit nicht einverstanden sind, sieht man eher jenen Teil Mensch, welcher auch schon den Sinn von Impfungen nicht einschätzen konnte (ich kenne hier keinen mit Kinderlähmung, braucht man also nicht den Scheiß!), oder der mit Hilfe eines Feng-shui Könners sein Bett quer zu den Wasseradern und Erdstrahlen aufstellen ließ.

Antimoderne Menschen, den Aberglauben kultivierend beim Nachmittagstee mit der Yogagruppe „Mütter gegen faschistische Restaurants, die das Windelwechseln auf dem Essenstisch nicht erlauben wollen“.
Das Antimodere ist ebenso konstituierendes Element der AfD, wie anderer (proto-) faschistischer Vereinigungen die einer absurden plakativen „Früher-war-alles-besser“ Ideologie anhängen.
Da trifft sich dann -ideologisch in der Schnittmenge- die grünalternative Akademiker-Pilates-Mama vom Prenzlauer Berg, die alles nur natürlich und biologisch will(und nicht diese Chemie!) – weil früher gings ja auch ohne die böse Pharmaindustrie und das Impfdiktat- und der rechtsextreme Mittelständler, der sich bedroht fühlt von internationaler Arbeitsteilung und denen, die nach seiner Ansicht undeutsch sind, und der träumend zurück möchte zu einer Zeit in der der deutsche Kasernenton maßgebend war.
Geeint in ihrer Kritik am status quo der demokratischen Republik, deren diktatorische Maßnahmen sie angeblich in ihren Rechten beschneiden würde.

Das Netz ist voll mit dem Müll, den dieses Arschpack absondern darf, so voll, dass sogar das Internet selbst meint kotzen zu müssen.
Es finden Demonstrationen statt, bei denen die Teilnehmer bewusst die geltenden Rechte brechen und von der Polizei ermahnt werden…that’s it.
Nix mit Festnahmen oder Strafzetteln wegen des Verstoßes…die Polizei begleitet deeskalierend und lässt sich bewerfen, bespucken und betatschen.
Davon träumt jeder, der mal auf einer Demo war, die bspw. gegen das Finanzsystem und seine Auswüchse oder gegen unterirdische Bahnhöfe ging.
Da war die Staatsmacht deutlich robuster in ihrer Ausdrucksform, aber das waren vermutlich auch „die Feinde“ und nicht der nette Corona-Leugner von Nebenan.

Also, trotz einer im Land stehenden Pandemie ist es allen Spinnern erlaubt zu demonstrieren. Ihre Scheiße erzählen sie sowieso permanent im Netz und sobald man ihnen ein Mikrofon hinhält; draußen sind sie auch und wenn sie wollen dürfen sie im Baumarkt Holz für den Sargbau der Eltern kaufen, und Sonntags Hostien fressen bis die Marienstatue anfängt zu bluten in der Kirche.
Das war selbst während der Zeit des sogenannten lockdowns nicht deutlich anders.
Und diese Irren erzählen was von Diktatur, während man parallell dazu gläubig alle Infos der Russen und Chinesen für bare Münze und eine glaubwürdige Gegenöffentlichkeit nimmt, vermutlich, weil keiner der Hirnies überhaupt eine Ahnung hat, was Staatspresse und eine Diktatur tatsächlich bedeuten.

Ich habe mir gestern die 13. Folge vom darkhorse podcast mit Bret Weinstein und Heather Heying angeguckt, spannend darin war die Überlegung über die Räume, die das Virus gerade bekommt um sich weiter auszubreiten und zu ‚verbessern‘. „Exploring spaces“, mit der Erhöhnung der Möglichkeit einer Entstehung von -im darwinschen Sinne- besser angepassten Version des Virus. Sie diskutieren darüber, dass das ‚dauerhafte Bleiben‘ des Virus (quasi saisonales Corona) uns in Zukunft wesentlich mehr kosten wird, als bspw. aktuell eine deutlich restriktivere und längere Form eines lockdowns.
Etwas, was bspw. den Lautsprechern des Kapitals, wie Herrn Lindner vermutlich nie klar sein dürfte, da sie -ebenso wie die aktuelle Form des Kapitalismus- lediglich für kurzfristige Profitmaximierung stehen…ihre Reichweite der Vorausplanung nur noch in Quartalen zu existieren scheint. Kleingeistige Controller einer verspielten Zukunftsplanung.

Zum Abschluss noch das Bildchen, was mir im Netz vorhin entgegensprang – auch wenn ich Titanic Analogien nicht treffend finde (hier übersteigerter Fortschrittsglaube, da eine ’natürliche‘ Form von RNA) fand ich dieses trotzdem erheiternd.

Ihnen Ihr Blödbabbler

P.S. Wie der Herr Schockwellenreiter es sieht, so geht es mir auch; seit dem Abgang von Herrn Lieb bei den Nachdenkseiten haben sich diese zu einem Hort der Gegenaufklärung gemausert, Querfrontgesabbel und Russlandfantasien treten dort immer deutlich vor – deswegen fliegen die bei mir jetzt auch aus den Linkempfehlungen raus.

Tja…

…was da wohl passiert ist.
A Streetcar Named Desire A blackbox named Corona…

Trump stellt fest, wieso das mit den Corona Tests nicht so dolle ist…erst wird man eine ganze Zeit lang negativ getestet und dann passiert irgendetwas…und…surprise…auf einmal ist man dann positiv…da kann man sich doch gar nicht mehr drauf verlassen auf diese Tests…wenn die nicht immer negativ bleiben! m (

Kurzer Tipp vom Blödbabbler: Meiden sie Schlachthöfe und immer daran denken was laut HEUTE die AGES (Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit) zum Fleischgenuss gesagt hat: Von rohem Fleisch oder Blut von Wildtieren wie Schlangen, Fledermäusen, etc. rät die AGES allerdings „dringend ab“.
Also: Finger weg von Schlangenblut am Wochenende!

Ihnen Ihr Blödbabbler

Sex sells

Nach einem längeren Vorwahlkampf haben sich die Demokraten ja bekanntlich für den jugendlich-frischen Joe ‚two fingers‘ Biden entschieden.

Es gab auf dem Weg dorthin aus meiner Sicht tatsächlich Kandidaten mit interessanten Ideen, die aber wohl -auch wenn die Kandidaten schwer in Rechts-Links Schemata gepresst werden können- eher progressiven Ideen anhingen.
Solche wären dem gemeinen, amerikanischen Wähler aber vermutlich nicht – oder nur schwer zu vermitteln gewesen.
Alter (und weißer) Mann zu sein reichte auch nicht aus, sonst wäre Bernie Sanders vermutlich mehr unterstützt worden…aber da waren die Ideen ja fast schon des Teufels, vulgo sozialistisch, wenn nicht sogar kommunistisch -selbst in den Augen des demokratischen Mainstreams, geschweige denn bei den Menschen im Bible- oder wankenden Rust Belt der USA.
O.k., als Deutscher schmunzelt man bei dieser Einschätzung mal kurz und verbucht das alles maximal als rechts-sozialdemokratisches Gedankengut was der gute Bernie da wollte, also weit entfernt von einem Systemwechsel; aber wir im westlichen Europa kennen ja auch noch die Errungenschaften, die ein Wohlfahrtsstaat mit sich bringen kann und sind damit sozialisiert worden.
Selbst wenn wir heute vor den rauchenden Trümmern stehen, die uns das neoliberale Selbstbedienen eingebrockt hat, haben wir wenigstens noch Trümmer, etwas was dem gemeinen Amerikaner weiterhin fehlt.


Das ist so ein wenig wie das Beispiel mit der Evolution des Auges.
Idioten gehen ja davon aus, so etwas komplexes könne nicht durch Zufall entstanden sein, weswegen sie ein höheres Wesen bemühen, welches dieses „intelligent designt“ haben muss.
Intelligentere Menschen, wie bspw. Richard Dawkins, weisen dann gerne mit einem greifbaren Beispiel auf den Weg der Entwicklung des Organs hin, indem sie ein Gleichnis anwenden.
Es führen zwei Wege auf einen Berg, der eine ist eine quasi senkrechte Steilwand, die andere auf der Rückseite ist ein angenehm zu gehender Pfad, der langsam -aber lange- ansteigt, und so entspannt ermöglicht zur Spitze des Berges (menschliches Auge) zu gelangen.
Der lange Weg ist der evolutionäre Prozess, der durch Mutation und Selektion zu einem besser an die Umstände angepassten Art führt, sehr stark vereinfacht ausgedrückt, man sehe mir das bitte nach.
So gibt es gibt viele Abstufung bei einem Auge, selbst die schlechteste davon ist besser um zu überleben und seine Gene an die nächste Generation weiterzugeben, als keins zu haben bzw. ist es für den Replikator Gen auf lange Sicht erfolgreicher seine Reproduktion sicherzustellen und auszuweiten.
Langsame Mutationen der Gene können so -über den Faktor Zeit- zu komplexen Systemen führen. So gesehen wäre z.B. schon ein etwas besseres Gesundheitssystem ein Vorteil gegenüber einem, dass nur wenigen den Zugang ermöglicht – wenn man denn Überleben oder Gesundheit des Einzelnen für ein maßgebliches Kriterium zur Stabilität von Gesellschaft hält.


Worauf ich aber eigentlich mit meinem Beitrag heute hinauswill ist es einen platten Altherrenwitz unterzubringen – tut ja sonst keiner mehr in diesen Zeiten. 😀


Um die Widerwahl Trumps zu verhindern, benötigt man etwas, was den Demokraten bisher leider abging, weil sie sich mit Michelle Obamas Formel: „When they go low, we go high“, im Dickicht des Anspruchs verheddert haben.
Trump wurde ja nicht gewählt, obwohl er ein sexistisches Schwein ist – ebenso wenig wie die AfD gewählt wird, obwohl sie rechtsextremistische, xenophobe Positionen vertritt- bei beiden ist es gerade weil sie diese Positionen vertreten. Das ist der einzige Grund.

Manche Menschen sind angenervt von einem -aus ihrer Sicht falschen Fokus- den die Gesellschaft inmzwischen eingenommen hat.
Einer Gesellschaft, die gerade sie hat aus dem Blickwinkel fallen lassen – und wenn sie sie wahrnimmt, dann nur noch als Verlierer oder gar trashiges, zu überwindendes Hindernis auf den Weg ins Paradies der wokeness ansehen.
Eine Gesellschaft, die sich Antidiskriminierung auf die Fahnen geschrieben -und entsprechende neue Pfründe zu verteilen- hat , aber selbst hart diskriminierend mit eben denen umgeht, die diesen Traum nicht so teilen mögen.
Natürlich gibt es gute Gründe warum ‚diskriminierende Sprache‘, gesundheitliches Fehlverhalten und der Hang zur Gewalt inzwischen ein wenig vom Glanz alter Zeiten verloren haben -zumindest bei den meisten Menschen in westlichen Gesellschaften- die Anwesenheit von Bildung könnte da ein Indikator sein, aber was bedeutet das im Umkehrschluss?
Statistiken geben her, dass die Chance im Gefängnis zu landen mit dem Grad der (Aus)Bildung in Bezug steht(letztlich geht dies aber freilich auf die Klassenlage/ökonomischen Lage zurück)
Man sehe mir bitte nach, dass ich hier aus einer Studie der Bertelmann Stiftung zitiere:
Im Rahmen des Projektes „Folgekosten unzureichender Bildung“ der Bertelsmann Stiftung ist es ihnen gelungen, erstmals für Deutschland zu belegen, dass es einen kausalen Zusammenhang zwischen unzureichender Bildung in Form eines fehlenden Hauptschulabschlusses und kriminellem Verhalten gibt. (da, als pdf)


Aber darauf wollte ich auch nicht hinaus…


Also, ich behaupte mal, Donald Trump wurde gewählt, weil er Grab them by the pussy. You can do anything. gesagt hat, nicht obwohl.
Wenn nun also der demokratische Präsidentschaftskandidat Grandpa Moses Joe Biden mit dem Vorwurf konfrontiert ist, eine Frau zu Beginn der 90er Jahre sexuell angegriffen zu haben, verfällt er in die alte, klassische Rolle und bestreitet das.
Um aber neuer Präsident der USA zu werden, sollte er besser stolz dazu stehen(unabhängig ob er es getan hat oder nicht), zwei Finger in seiner Angestellten versteckt zu haben und eventuell mit der Variation des alten Wowereit Spruchs:
„Ich bin ein übergriffiges Schwein – und das ist auch gut so!“, werben.
Die Amerikaner werden ihn lieben und er kann gesichert ins Weiße Haus einziehen, und dort dann Fingerspiele mit der Gattin(finger games statt hunger games!) zum Wohle der Nation abhalten.

Ihnen Ihr Blödbabbler