Kategorie: Gedanken, eigene und fremde

Gekröntes

Nun ist ja wieder etwas Zeit ins Land gegangen, Corona ist zwar weiterhin da, aber das Gemaule einiger Mitbürger -besonders jener, die ihre Nahrung gewöhnlich unterm Aluhut verzehren, scheint lauter zu werden.
Jamiri vermutet sogar einige seien „Gefangen in den ersten drei Kübler-Ross Phasen„. 😀
Nazis mäkeln, diese ‚undemokratischen‘ Maßnahmen würde die Demokratie gefährden, was in diesem Zusammenhang ähnlich solide klingt, wie die von der AfD gewöhnlich nur in Bezug auf „die Muslime!“ eingeforderten Rechte für Frauen. (Ahoi Polloi hat das Thema Maske und Hitler schön auf den Punkt gebracht.)


Es gibt allen Ernstes Menschen, die sich zu Widerständlern erklären, wie der Vorzeigeveganer mit dem passenden Vornamen für Furor, Attila, der Hildmann.
Denn, so schrieb der Hildmann, Sklaven mussten früher Masken tragen, als Form der Folter und der Demütigung, genauso wie wir heute, weswegen er nun im Untergrund leben wolle, weil die bösen Mächte der Neuen Weltordnung ihm nach dem Leben trachteten. Autsch!
Ein klares Zeichen, dass Irrsinn nicht auf das antisemitische reichbürgerliche rechtsesoterische Gejaule vom „Goldenen Brett vor dem Kopf“ Gewinner 2014, Naidoo beschränkt sein muss.
Die Spinner werden bei den ruhrbaronen imho recht gut aufgelistet und abgearbeitet im Beitrag: COVID-19: Desinformation, Propaganda und Hetze während der Corona-Pandemie – Teil 5.
Wer sich einen recht interessanten Ansatz zum Thema Conspiracy & Pandemic angucken mag,

The pandemic crisis has created what researcher Carl Miller has called the „biggest moment for conspiracy narratives in history“. What draws us to them, and why do they inspire such passion and certainty? In this film, Rebel Wisdom’s David Fuller talks to psychology professor John Vervaeke, philosophy author Jules Evans and Carl Miller, to try to understand a deeper level of conspiracy thinking.

findet dazu etwas bei Rebel Wisdom(mit denen ich inhaltlich nicht sehr oft konform gehe, aber die Art der dargebotenen und auch die qualitative Form der Beiträge macht den Kanal zu einer häufigen Anlaufstelle für mich – da ich bspw. Bret Weinstein für integer -und einen der besten aktuellen Evolutionsbiologen- halte, bin ich über Umweg dort quasi im intellectual dark web gelandet, was eben deutlich mehr ist als ein Jordan Peterson.)


Ich habe ja von der Masse meiner Mitbürger in Bezug auf Verständnis und Begreifen von Dingen eh‘ keine allzu große Meinung und stelle trotzdem immer öfter staunend fest: Wir leben in kuriosen Zeiten, Zeiten in denen man Menschen erklären muss, kein Desinfektionsmittel zu spritzen, keine Handläufe in U-Bahnen abzulecken und sich nach dem Kacken die Hände mit einem Wundermittel namens Seife zu waschen…eigentlich haben wir den Untergang verdient.
Erst horten die Hirnies Klopapier und die anderen kaufen deswegen als Substitut feuchtes Arschpapier -werfens in den Lokus und verstopften die Kläranlagen damit.
Nun rennen sie draußen alle mit Maske vor der Fratze ‚rum -oder hocken alleine damit im Auto-, damit diese Maske dann, bis sie endlich beim Einkaufen angekommen sind, schön durchfeuchtet ist und ihre eh‘ schon geringe Wirkung obsolet macht.


Masken machen ja sonst durchaus Sinn, da das Problem beim aktuellen Virus vermutlich die größte Ansteckungsfracht ca. 1,5 Tage vor Beginn der Symptome liegt und 4 Tage nach Symptombeginn diese bereits schon deutlich reduziert und nach 7 Tagen im Rachen nicht mehr nachweisbar scheinen.
Also, die Gefahr besteht darin, dass quasi gesund scheinende Menschen atmen, sprechen, einkaufen und arbeiten- was ohne eine Maske eben zu mehr Tröpfchen führen dürfte(im Gegensatz zu SARS und MERS, wie Drosten erklärt, da waren die Leute so gezeichnet, als sie infektiös waren, dass man schon deswegen eher Abstand gehalten hat.), aber sie die Virenlast fleißig unters Volk bringen.
Falls nun also alle eine Maske tragen sieht das -wenn diese eben nicht komplett durchfeuchtet ist- vermutlich besser aus, als wenn keiner eine trägt, da man damit unter Umständen die Expositionen von Menschen -die sich nicht mal bewusst sind erkrankt zu sein- schlicht verringert.
Zum Thema „Masken und eine geringe Evidenz auf Verbesserung der Unterbrechung von Tröpfcheninfektion“ hab‘ ich ja im letzten Beitrag schon was zum Thema Hongkong Studie geschrieben.

Die Forderung nach FFP2 / FFP3 Masken als sinnvolleres Mittel der Wahl -wie von unter anderem Montgomery gefordert– ist sicherlich inhaltlich richtig, aber in realiter dürften diese wohl bei den meisten Menschen zu einem Problem führen, so sie die länger tragen müssen.

Drosten weist immer wieder darauf hin, dass es für die Bereiche in denen die dauerhaft eingesetzt werden müssen, arbeitsmedizinische Untersuchungen, Lungenfunktionstests und psychologische Schulung vorgeschrieben sind-, nichts, was man dem gemeinen Asthmatiker oder dem COPD erkrankten Senior mal eben aufnötigen will oder sollte, zumal dann, wenn die Masken aktuell weiterhin durch Mangel besser für die aufgehoben werden sollten, die sie tatsächlich bei ihrer Arbeit brauchen. Nebenbei, ich hab‘ schon mit der normalen Stoffmaske genug zu kämpfen.


Ich habe auch immer öfter das Gefühl, dass einige Mitbürger sich deutlich weniger informiert haben und nun die alten und längst schon argumentativ widerlegten Ideen kommen, weshalb alle Maßnahmen sowieso schon immer scheiße und unnütz waren und nur unsere Wirtschaft kaputt machen.
Es ist ermüdend, wieder und wieder Erklärungsversuche abzugeben, wenn die doch scheinbar nicht zur Kenntnis genommen werden, und der nächste Honk freudestrahlend mit der bösen Verschwörung der Eliten, Bill Gates und Hans Albers– um die Ecke kommt. Wenn wieder was von „wie die Grippe“ gefaselt wird und die ominösen 25.000 Toten der Grippesaison genüsslich auf dem Seziertisch der angeblichen Systemkritik zerstückelt werden.
Wenn Halbwahrheiten und offensichtlich falsches wie im verlinkten Bill Gates Beitrag -Stichwort: Kenia und Sterilisation– zu einem vermeintlich kritischen Amalgam verrührt werden und in scheinbar kritischem Gewand daherkommen, ist der Weg zu den Fakenews nicht weit.
Letztlich scheint es, ist man nur sauer, dass Gates oder Buffet nicht auch noch Juden sind, auch wenn die eigentlich genau so agieren, wie man sich das immer vorstellt… gelle, Weltherrschaft und so…wenn sie nicht gar eine Form von globalen Morgenthau-Plan im Hinterkopf haben. m(

Zum Thema Bill Gates, der bei den Ansammlungen von Aluhüten, rechten Verschwörungsspinner und einfach anderen an sich dummen Menschen, wie Impfgegnern und Esoterikern…einem widerlichen Amalgam von reaktionären selbsternannten Welterklärern… in den Fokus geraten ist, kann man sich gerne bei mimikama.at -oder auch anderen Seiten, die immer noch versuchen (böse) Behauptungen anhand von Fakten zu belegen oder zu widerlegen- informieren.
Meiner Erfahrung nach essen Menschen die gerne und häufig cui bono sagen, gewöhnlich von Alugeschirr und versuchen Unruhe zu stiften und Unsicherheit zu verbreiten indem sie ihre Verschwörungsfantasien herumschwurbeln.
Da empfehle ich aktuell allen die das für bare Münze halten: Geht doch lieber gleich zum #Widerstand2020, denn, AfD ist sowas von out, der Widerstand ist in. m(


Man kann sich natürlich mit Experten und deren Thesen zum Thema auseinandersetzen, bspw. Prof. Detlev Krüger der als Virologe sicherlich was sagen kann, wenn aber diese Meinung innerhalb des wissenschaftlichen Konsenses nur eine Randmeinung ist, sollte man da eher dem Mainstream folgen und nicht den Exoten.
Zumindest in einer Phase bei der es um eine Neueinschätzung der Gefährlichkeit einer Infektion geht – das kann in ein paar Jahren ganz anders aussehen; in der Krise erscheint mir zumindest eine vorsichtige Version deutlich menschenfreundlicher zu sein, als eine mit allzu viel laissez-faire.
Ich halte solch ein Vorgehen -bei allen Dingen deren Risikoabschätzung nicht valide absehbar ist- für ein probates Mittel, ob es sich um neuartige Chemikalien im Essen oder dem Acker oder um autonomes Fahren geht.
Eventuell hinkt dann die Innovation etwas hinterher, aber dafür muss man auch nicht zurückrudern wenn Menschen vergiftet oder von amokfahrenden Autos totgemacht wurden. 😉


Was ich hingegen bisher als relativ gesicherte Diskussionsbasis rund um das aktuelle Coronavirus ansehe, scheint mir folgendes zu sein:

  • Die Infektionsrate liegt -ohne social distancing / Kontaktsperre Maßnahmen- deutlich über der von der saisonalen Grippe, aufgrund der Problematik des Ansteckendseins vor Symptombeginn(asymptomatische Verläufe mal ganz rausgelassen) und der relativ langen Inkubationszeit.
  • Es gibt, -da muss man abwarten, was die bspw. die Studie an der Charité zu Tage bringt-, bisher keinen signifikanten Hinweis auf bestehende Immunitäten gegen SARS-CoV-2 in der Gesellschaft.
  • Es erkranken ungefähr 8-10% der – positiv geprüften- Menschen schwer(er) mit Grund zur Hospitalisierung und aktuell ca. 8% davon kommen auf die Intensivstation. (hier sind die Zahlen des RKI leider weit über einen Monat alt; Stand: 17.03.2020; das bedeutet bevor die Krankenhäuser sich deutlicher gefüllt haben)
  • Es sterben ungefähr 30% der auf der Intensivstation liegenden Menschen.
  • Bisher liegt der Median der Verstorbenen bei 82 Jahren, der der Infizierten bei 50 Jahren, 87% der Todesfälle und 19% aller Fälle sind 70 Jahre oder älter.
  • In Deutschland ist die Übersterblichkeit bisher im Normbereich(vermutlich auch trotz oder wegen einer abgeschwächten saisonalen Grippesaison), in anderen europäischen Ländern aber definitiv nicht(Frankreich, Spanien, Italien, England). EuroMOMO schreibt dazu: This overall excess mortality is, however, driven by a very substantial excess mortality in some countries, primarily seen in the age group of 65 years and above, but also in the age group of 15-64 years.
    (Zum Thema Interpretation der Zahlen von EuroMOMO siehe mimikama.
  • Es wird inzwischen über schwere Folgeschäden im Zusammenhang mit Covid-19 berichtet, da bleiben natürlich wissenschaftliche Studien abzuwarten, bisherige Anekdoten sprechen -auch bei sogenannten milden Verläufen- hingegen von bleibenden Lungenschäden, Schlaganfall, Herzschädigungen und Nervenschäden, die gewöhnlich so nicht bei den bekannten Formen der saisonalen Grippe gehäuft zu erwarten sind. Dies übrigens auch bei denen, die in der Hauptgruppe der Infizierten liegen, auch weit unter dem Median der 50 jährigen und vorerkrankten Menschen.
  • In der abgelaufenen Grippesaison 19/20 wurden seit der 40. KW 2019 – [16 KW 2020] (30.09.2019- 17.04.2020) […] insgesamt 460 Todesfälle mit Influenzavirusinfektion übermittelt – diese Zahl kann man gerne mit der aktuellen Zahl an Verstorbenen durch Corona kontrastieren, aktuell sind es laut RKI(26.04.2020 8:30): 5.640, laut JHU: 5.877… ich bitte da den Zeitraum zu beachten( Beginn Ende 01/2020 Webasto; danach fast bis Ende Februar keine weiteren Fälle…wir sprechen also ernsthaft bisher über gut zwei Monate – nicht wie bei der Grippesaison über deren knapp 7 Monate.

Da die Grippewelle 2020 seit Mitte März als beendet gilt, ist es naheliegend, dass diese vergleichsweise hohen Werte in einem Zusammenhang mit der Corona-Pandemie stehen. Normalerweise gehen die Sterbefallzahlen zu dieser Jahreszeit tendenziell zurück. (destatis)

Wenn man sich dann noch vor Augen führt, dass es einen Lockdown(wenn auch im Vergleich zu Spanien, Frankreich oder gar China nur einen kleinen) gegeben hat, der vermutlich die üblichen saisonalen Effekte ebenfalls verringert hat, ist die Aussage zumindest ein Richtwert in welche Richtung der Zug fährt.
Ebenso, wenn man die relativ lange Dauer der Infizierten bis zum Tod anguckt (bis zu 4 Wochen), gibts da eventuell noch einige Verschiebungen in den April -Mai hinein, die logischerweise noch keine Berücksichtigung gefunden haben.
Wenn man sich dann einzelne Orte oder Regionen anguckt, die als sogenannte Hotspots aufgefallen sind, so ist dort die Übersterblichkeit deutlich erhöht.
Demnach zählten die Standesämter im Landkreis Tirschenreuth für den März 146 Todesfälle. Das seien rund 55 Prozent mehr Todesfälle als in einem durchschnittlichen März der vergangenen fünf Jahre, berichtet t-online.de. Im Landkreis Heinsberg seien laut Daten des Landesamts für Statistik NRW und des Landkreises im März ebenfalls mehr Sterbefälle registriert worden als üblich. Je nach Datensatz erscheine eine Übersterblichkeit zwischen 10 und 19 Prozent im Verhältnis zu den Vergleichsmonaten der fünf Vorjahre möglich, heißt es.(DLF)

Zur Übersterblichkeit im europäischen Maßstab gibts bei EUROMOMO gute Übersichten.
Die wichtige Aussage momentan ist: Pooled mortality estimates from the EuroMOMO network continue to show a marked increase in excess all-cause mortality overall for the participating European countries, coinciding with the current COVID-19 pandemic. (EuroMOMO Bulletin, Week 17, 2020).


Um noch kurz einen Blick über den Tümpel der Unwissenheit zu werfen, ein trauriger Blick nach USA-Land.
In den USA liegt die Todesrate wohl deutlich über dem Vorjahr was aber nicht nur an direkten Corona Infektionen liegen muss, sondern auch ein Ergebnis von verschleppten Erkrankungen sein kann, also Menschen die wegen Corona nicht ins Krankenhaus gegangen sind, obwohl sie schwer erkrankt waren. Dies könnte man vermutlich in geringerem Maße auch für Deutschland so annehmen.
Die Washington Post schreibt dazu: The United States recorded an estimated 37,100 excess deaths as the novel coronavirus spread across the country in March and the first two weeks of April, nearly 13,500 more than are now attributed to covid-19 for that same period, according to an analysis of federal data conducted for The Washington Post by a research team led by the Yale School of Public Health.
Wer sich für die USA interessiert, der findet beim CDC auch Übersterblichkeitszahlen und absolute Zahlen als Grafik mit Filtermöglichkeiten.
Was ich aber insgesamt irgendwie belustigend finde, ist, man hängt sich als ‚Kritiker‘ von Corona-Maßnahmen -und zum Relativieren der Todeszahlen- gerne an der Übersterblichkeitszahl von 25.000 der ’schweren Grippesaison‘ auf, findet aber gleichzeitig bei Covid-19 dann mal so, dass die Übersterblichkeit wohl vermutlich von allem anderen außer Corona stammen muss (Magenverstimmung, Hämorrhoiden oder dramatischen Penisverlängerungen)…Übersterblichkeit, eindeutig?…pffff! 😉


Einige Menschen fordern inzwischen sie aus der ‚Isolation‘ zu nehmen, damit sie ihre Würde wiederbekommen und im Zweifelsfall sterben können.
So konnte man in der FR einen Beitrag über eine alte Dame lesen, die lieber an Corona sterben mag, als weiter alleine im Pflegeheim zu sitzen(Leider habe ich in der Online-Ausgabe den Beitrag nicht bei der FR gefunden, aber inhaltlich identisch gibts den im Redaktionsnetzwerk Deutschland).
Für mich ist die Aussage ähnlich egoistisch, wie die von anderen Gesellschaftsgruppen.
Sie möchte das und das (ich verstehe den Teil mit der ablaufenden Lebenszeit durchaus) aber was sie dabei übersieht ist eben, dass sie unter Umständen eben den Rest der Menschen im Heim ansteckt und damit wenigstens 25% direkt via Intensivstation in den Sarg schickt (ohne diese zu fragen ob sie es auch so doll finden wie sie).
Auch die Infektion beim Pflegepersonal nimmt sie mit ihrer „ich will darüber entscheiden“ Haltung in Geiselhaft, wie wir wissen verlaufen beim Pflegepersonal unter Umständen Infektionen auch intensiviert…bzw. kann man sich Gedanken über potentielle Spätschäden machen.
Also, ich verstehe es, wenn Menschen Isolation als Problem ansehen, damit psychische Traumata bekommen können etc., aber man sollte doch bitteschön auch berücksichtigen, dass nicht jeder unbedingt von der Dame angesteckt werden möchte, weil sie mit der aktuellen Situation unglücklich ist.
Vielleicht sollten wir tatsächlich einen Landstrich aufmachen und dort alle die mit den Corona-Maßnahmen unglücklich sind zusammensperren und sie dort ihrem Schicksal überlassen.
Man könnte im kleinen Rahmen eine meiner Geld-verdien-Ideen aus der Schulzeit umsetzten: Eine alte Ölplattform in freiem Gewässer kaufen und dort werden Gladiatorenkämpfe ausgeführt…bis zum bitteren Ende.
Das ganze Spektakel wird dann global live übertragen und man kann Geld wetten.
Hier in der aktuellen Lage würde es hingegen schon reichen die Menschen – die meinen immun zu sein oder denen es schlicht egal ist- auf die herumidlenden Kreuzfahrtschiffe zu packen um anhand des Infektionsverlaufs innerhalb der Gruppen mehr wissenschaftliche Erkenntnisse über das Virus zu erlangen. Eine klassische Win-Win Situation, die können nochmal feiern (bis der Arzt kommt oder auch nicht), und die Wissenschaft erhält eine breitere Datenbasis für die Menschen, die keinen Bock haben früher als nötig zu sterben.

Interessant auch die Absicht jener, die da ihren Stoß der Relativierung als Vorwurf Richtung links machen, indem sie glauben RAF Isolationsfoltervorwürfe und Quarantänemaßnahmen gleichsetzen zu müssen.
Wie gesagt, wenn die, die das für eine schlimmere Folter halten -ein paar Wochen isoliert zu sein, als am Virus zu sterben, oder eventuell ihre Lieben, die anderen Heiminsassen oder das Pflegepersonal anzustecken-, sollte man sie sich doch einfach selbst überlassen, sie auf Kreuzfahrtschiffe sperren und dort die Ausbrüche an ihnen studieren. Es geht eben mal nicht um das egoistische Ich-will, auch wenn die Rechte da eindeutig sind, sondern hier gehts aktuell um die Gemeinschaft die es zu schützen gilt.
Individuelle Rechte fallen da manchmal raus, nicht schön, aber eben Teil der gesellschaftlichen Lösung.
Um da Kennedy mal zu persiflieren: Frag‘ nicht was das Heim für dich tun kann, frag lieber, was du für dein Heim tun kannst.

Letztlich geht es nicht nur um den Einen, der will, auch wenn aktuell die Situation auf den Intensivstationen relativ ruhig ist -zumindest was die Auslastungszahlen angeht…heute waren um die 12.000 Betten noch frei auf den Stationen im Land, das Gros nicht wegen Covid-19 dort. ABER…Covid-19 zwingt die Menschen für ca. 20 Tage an die Beatmung und das kann eben durch eine deutliche Erhöhung der Infiziertenzahl und einer -weniger auf Hotspots- sondern die Republik verbreitete Infektionswelle in kürzester Zeit zu einem Problem werden. Auch das bisher die Alten(70+) einen Anteil von 18,8% der bestätigt Infizierten stellten, aber 87% der Todesfälle zeigt, bei einer Infektionswelle, die mehr alte Menschen trifft, wird es zügig eng auf Intensiv – nur falls das jemandem nicht klar sein sollte.


Wie es im Land weitergeht ist ja nicht klar. Es gibt ja diese schöne Grafik, die sich anhand des Verlaufs der Spanischen Grippe ein wenig zum Gruseln aufmacht – was die Relation von sogenannten Zweiten Wellen angeht.

(via fefe)


Und wenn es um Doofnasen geht, sind ja die Religioten gewöhnlich nicht weit.
Nachdem man ja bereits zu Beginn die üblichen Verdächtigen für die Corona-Pandemie ausgedeutet hatte, Israel, oder spezieller, die Juden, musste man sich nun fragen: Gehen den Idioten langsam die Juden als Sündenbock aus?
Der Präsident der türkischen Religionsbehörde Diyanet Ali Erbas[…]stellte bewusst Homosexuelle an den Pranger, indem er den Ausbruch des Coronavirus auf Homosexualität und Ehelosigkeit zurückführte. „Sie verfault die Generation und bringt Krankheiten“. Der Islam verfluche Homosexualität, so der oberste islamische Gelehrte der Türkei. (Deutsche Welle)


Spannend auch die Menschen, die Aussagen von Drosten als Meinung oder Einschätzung ansehen und dann schlussfolgern, andere hätten eine andere Meinung dazu.
Man sollte immer wieder darauf hinweisen, dass diese geäußerten Meinungen vom Drosten eine Hypothese von ihm sind, die er auf Basis der vorhandenen, ihm vorliegenden Studienlage und seiner Expertise als Virologe dazu abgibt.
Also nicht sowas wie: Hab‘ mal mit dem Bauch gedacht!“, was ein gewaltiger Unterschied ist, zu dem, was der Normalsterbliche mit Meinung assoziiert.
Dass sich im Laufe des Erkenntnisgewinns und der ablaufenden Zeit eben potentielle Hypothesen -hin und wieder hat man da noch nix anderes- als falsch erweisen ist und bleibt elementarer Teil des wissenschaftlichen Findungsprozesses.
Ich empfehle tatsächlich beim Drosten im inzwischen zweitägigen podcast reinhören; der macht nämlich seine Aussagen nur sehr vorsichtig und verweist gewöhnlich auf den schlechten Datenbestand bzw. die Problematik das zwar eine Menge an Studien auf Preprint Servern ankommen, aber die eben gerade noch nicht begutachtet worden, und deshalb mit Vorsicht zu bewerten sind.
Dies führt dann bauartspezifisch dazu, dass es eben dort auch sehr schlechte methodische Ansätze neben guten gibt, und man erstmal die Spreu vom Weizen trennen muss.
Trotzdem gelangen solch schlechte Studien, wenn sie spektakulär genug sind gerne mal in die Schlagzeilen oder Eilmeldungen, weil…nun ja verkauft sich besser hinter der Paywall.

Ähnliches konnte man auch im fortlaufenden Darkhorse Podcast Livestream Talk von Bret Weinstein und Heather Heying (beides Evolutionsbiologen) mitbekommen.
Die sind eben auch keine Virologen, haben aber im Falle von Weinstein wenigstens eine geringe Expertise in Bezug auf Fledermäuse (was interessant ist wenn es um die Möglichkeit geht, ob das Virus -was wie ein Fledermausvirus ergänzt um eine Schuppentier(pangolin) Virus-Komponente daherkommt- eben doch aus einem Labor (nicht unbedingt als biologische Waffe) entkommen sein könnte.
Was beide aber definitiv beurteilen können, deswegen erwähne ich das hier, ist, methodisch unsaubere Studien zu erkennen und als problematisch oder gar falsch einzustufen – etwas was die meisten meiner Mitbürger, mich inklusive nicht oder nur sehr schwer können.


Nun zur Wirtschaft.
Meine Lieblingsbuchhändlerin sagte mir gestern, sie freue sich aktuell über eine Art zusätzliches Adventsgeschäft – so Umsatz- und kundenmäßig.
Und immerhin bekommen Zahnärzte jetzt ja auch bis zu 90% ihres letzten Jahresumsatzes (und müssen davon dann wieder etwas zurückzahlen im nächsten Jahr).
Meine Physio hingegen -die auch zur normalen Geschäftszeit dank der in den letzten Jahr(zehnt)en deutlich gesunkenen Zahlungen der Kassen für sinnvolle Leistungen eh‘ schon am rumkrebsen ist (man muss ja den alternativschwurbeligen Scharlatanen stattdessen was geben aus dem Topf der GKV), bekommt lediglich 40% der GKV-Zahlungen vom letzten Quartal 2019.
Sieht mal so aus wiebusiness as usual im System -wer was hat bekommt entsprechend dazu, den Rest fickt der tolle Markt. :/
Ich lehne mich mal mit Popcorn zurück und warte auf die nächste Charge „Geld-für-alle“, diesmal dann für die notleidenden Radiologiepraxen und die Orthopäden.

Zum Schluss noch was zum Schmunzeln…wenn man denn trotz der traurigen Botschaft mag.
Klick mich
(via burks.de)

Ihnen ihr Blödbabbler

Bin da, wer noch?


Auch wenn man beinahe davon ausgehen konnte des Blödbabblers Blog sei im Status abandoned angekommen, so man sich hier die aktuelle Schreibfrequenz oder besser deren Absenz betrachtet, lautet die klare Aussage: Nein! Doch! Oh!…Nöö, ist es nicht. 😀
Einzig, meine Lust bei grassierender Pandemie zu schreiben tendierte gegen Null, die Zeit wurde zügig benagt durch eine tägliche Packung „Drosten Updates“ beim NDR und herumgooglen -großkotziger formuliert: Recherchen- rund um Viren & Konsorten und nackte Frauen. 😀

Tägliches beobachten der Anzahl der Intensivbetten (belegte und freie) im Kreis, dem Land und der Republik und der Versuch, möglichst nicht selbst als Teil der Risikogruppe zu schnell infiziert zu werden, aber dennoch wöchentlich die Mutter zur Bestrahlung in die Klinik zu fahren.
Existenzielle Kämpfe um Klopapier, Mehl und Hefeklümpchen während man schwitzend und Luft anhaltend durch die Flure der Konsumwarenläden mäandert, den zu normalen Zeiten schon verhassten Mitmenschen ausweichend.

Viele lange Telefonate mit den Freunden in der Republik, besorgtes gegenseitiges Verstehen-wollen von Infektionsketten, Katzenvideos und den Grundregeln der Allgemeinen Relativitätstheorie ließen das Stundenglas zügig zur Neige gehen.

Nebenbei harrten viele Serien und Filme darauf endlich mal geguckt zu werden, und selbst die systemrelevante Gefährtin wollte -und will- hin und wieder bespaßt werden; kurzum es fand sich immer ein Grund gerade mal nix zu schreiben.

Da mich passenderweise zum bestehenden Asthma und der Heuschnupfenallergie noch vor 5 Wochen eine Erkältung erwischt hatte, die meine Bronchien bis heute nicht wieder in Ruhe lässt -was zu normalen Zeiten nerviges Pillepalle ist- in der aktuellen Corona-Welle aber immer wieder das Unterbewusste garstig beschäftigt, solange bis es dann tatsächlich zusätzlich als Last empfunden wird, war auch dies eher Löschwasser für meinen kreativen Zündstoff.

Und um mich richtig anzupissen ist jetzt die Apokalypse vor der Tür, für deren Gegenwehr ich Alkohol im Wert eines Kleinwagens in der Wohnung gebunkert habe, und ich armer Blödbabbler bin zwangsweise seit 4 Monaten trocken, weil ich nichts trinken darf wegen Speiseröhrenentzündung dank GERD. Life is a bitch!

Noch ein paar Sätze zu Corona und dann ist es gut.

Donald Trump ist ein Idiot, aber er hat immerhin Kellyanne Conway, die mit ihren lancierten Doofheiten geschickt vom Großmeister der Lüge abzulenken versteht.
Ihre Erklärung, die WHO habe es verschlafen den USA rechtszeitig Bescheid zu geben das eine Pandemie unterwegs sei -immerhin sei dies ja bereits COVID-19 und nicht COVID-1(mithin waren schon 18 unterwegs!111!!!!!)- ist ein veritabler Knaller auf der an Dummheiten nicht armen Skala der amerikanischen Republikaner um den parteilosen Trottel Trump.
Trumps irrlichternde Tweets, die tatsächlich quasi zur Bewaffnung aufrufen um seinen Standpunkt durchzusetzen ist da die andere Seite der gleichen Münze.
LIBERATE MINNESOTA! LIBERATE MICHIGAN! LIBERATE VIRGINIA, and save your great 2nd Amendment. It is under siege!
So dreht man den einen den Geldhahn zu (WHO) und rät den anderen verstärkt Zugang zu Schusswaffen zu suchen um die eigene (in diesem Falle Trumps) Meinung robust zu vertreten. m(
Denn merke auf: Besser, weil effektiver, als ein Mob mit Mistgabeln und Fackeln ist einer, ausgerüstet mit M16 und AR-15 gegen Covid-19 – und die Gegner einer allzu schnellen wirtschaftlichen Öffnung.

Aber wenn man nicht in die Ferne schweifen will, stellt man hier im Land erstaunt fest, wie die Berliner Morgenpost vermeldet, das die Umerziehungsmaßnahmen nach dem Krieg in Deutschland (und in Japan) scheinbar erfolgreich waren:
Die Deutschen nehmen es bei Maßnahmen zur Eindämmung des Virus – Händewaschen oder Einhaltung des Sicherheitsabstands – nicht so genau wie etwa Italiener oder Franzosen und zeigen wenig Disziplin. Lediglich die Japaner erzielen noch schlechtere Werte. Dies ergab eine repräsentative Online-Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Kantar, die unserer Redaktion vorab vorliegt.(da stehts)
Diese Umfrage deckt sich durchaus mit meinen eigenen, anekdotischen Beobachtungen der Mitbürger.

Ich bin man gespannt, nachdem ja die Kirchen bereits fleißig angefangen haben zu trommeln, wie es sich hier mit dem anstehenden Ramadan verhält; global scheinen die Religioten ja meist einen Hotspot gebildet zu haben, bspw. Israel,Pakistan, Südkorea oder auch Frankreich. Dortige Großereignisse scheinen ja gerne genommene Spreader für Viren zu sein, weil doch der gnädige Gott damit sicher einen seiner komplizierten Pläne verfolgt – Unterstützung für FFF vielleicht?

Wenn ich dann -wie vom Priesterversteher der Frankfurter Rundschau heute- etwas im Sinne von: „Gottesdienste zulassen, jetzt!“, lese, weil die Religionsgemeinschaften verantwortlich damit umgingen, im Gegensatz zu den anderen da draußen, schwillt mir der Kamm. So schreibt besagter Joachim Frank in der FR vom 18.04.2020:
Von Kirchgängern ist nicht zu erwarten, dass sie sich leichtfertig oder mutwillig über Schutzbestimmungen hinwegsetzen. Polizei und Ordnungsamt werden mit ihnen keine Probleme haben, anders als mit Sonnenanbetern an diversen öffentlichen Plätzen. Die Kirchen und auch andere Religionsgemeinschaften wie die Muslime, bei denen in einer Woche der Fastenmonat Ramadan beginnt, müssen aber Hygiene und Virenschutz bei allen Zusammenkünften streng gewährleisten.
Er macht also einen absurden Gegensatz auf zwischen vernünftigen Kirchgängern (das darf man übrigens die ganze Zeit, denn die Kirchen sind nicht geschlossen) die ihrem Kult gemeinsam huldigen wollen und unvernünftigen, sogenannten Sonnenanbetern auf der anderen. Hier also die Gläubigen dort die (gottlosen?) Heiden die die Sonne anbeten. Vermutlich erschien ihm das witzig, ist es aber nicht, es ist leider nur blöd.
Die Frechheit mit der er hier Anhänger einer Religion als ‚vernünftig‘ definiert und solche, die Anderen, mal eben als Sonnenanbeter kurz in einer Gruppe der Unvernunft zusammenfasst ist schon ein starkes Stück.

Es geht vielmehr um eine weitere Extrawurst, die hier saftig und lecker den Religion(en) gebraten werden soll.
So schreibt Werner Koch beim hpd zu Recht:Den Kirchen eine Sonderrolle bei der Öffnung einzuräumen, wie von der Politik angedacht, ist nicht vereinbar mit der weltanschaulichen Neutralität des Staates und auch nicht mit dem Schutz der Bürger vor Gläubigen, die sich für immun halten und leichtfertig die Verbreitung des Virus zum Schaden der gesamten Bevölkerung ermöglichen. Religionsfreiheit geht nicht so weit, dass diese über anderen Rechten steht und Sonderbehandlungen von religiösen Gruppen rechtfertigt. (hpd)
Und dem ist wenig hinzuzufügen. Religionsfreiheit kann und darf nämlich nicht bedeuten einseitig und staatlich unterstützt Superspreader auf die Gesellschaft loszulassen.

Wenn ich mir das Verantwortungsbewusstsein meiner Mitbürger allgemein anschaue -und da nehme ich mal eine Anekdote vom Donnerstag her- scheint das nicht sehr weit gediehen zu sein.
So schrieb ich in meinem Heimatforum:Ich hatte heute Morgen den Eindruck, meine Mitbürger aus der hauptsächlichen Infektionsaltersgruppe (15-59) haben -weils ja nur eine Empfehlung ist- beschlossen, Masken nun doch nicht mehr tragen zu wollen. 😦
Ich habe mich also, gesegnet mit Lungenvorerkrankungen, unter der Maske schwitzend, und halb blind mit beschlagener Brille (das alle 30 Sekunden an die Brille packen ist aus Hygienegründen sicherlich auch sehr zu empfehlen) durch den hiesigen REWE gequält.
Weder hatte einer der dort tätigen Helden der Arbeit eine Maske auf – bei den Miteinkäufern sonst auch nur noch eine sehr betagte alte Dame-, noch wurde im Laden auf Abstand geachtet, außer an der Kassenzone.
Das war die letzten Wochen deutlich anders, scheint, als wenn sich der Egoismus bereits prima wieder seine Bahn bricht.
Ich vermute mal, dies hängt mit der langsam durchsickernden Erkenntnis zusammen: Maske schützt MICH ja (angeblich) nicht, warum soll ich die dann für andere tragen!11!!!!!
Stoffmasken gibts ja nun inzwischen zur Genüge, Schal und ähnliches auch -so man die überaus ambitionierten Preise für ‚echte‘ Masken noch nicht bereit ist zu bezahlen.
Muss also ein anderer Grund als Ressourcenknappheit sein.
Da ich ja seit Ostersonntag Kopfschmerzen, grippiges feeling und verstärkt wieder Husten bekommen habe, hoffe ich mal -ganz selbstsüchtiges Schwein das ich bin- heute wenigstens trotz Maske genug gesät zu haben, damit bei meinen arschigen Mitbürgern geerntet werden kann. 😦
Und trotz der sinkenden Zahlen (Reproduktionszahl), die ja nicht aus dem Nichts kamen, sondern durchaus mit den Maßnahmen (mal mehr, mal weniger) stimmig korrelieren, sind die Intensivstationen zu knapp 60% ausgelastet.
Ich bin mal gespannt was wir zu diesem Thema in zwei bzw. drei Wochen nach der vorsichtigen Öffnung hier schreiben müssen – ich befürchte nichts Gutes bzw. Besseres als jetzt.

Deswegen halte ich es für unumgänglich – da es eine leichte Evidenz zu geben scheint, dass selbst die selbstgebastelten Masken eine leichte Verhinderung bei der Tröpfcheninfektion haben können- Maskenpflicht in Supermärkten und dem ÖPNV einzuführen. (In einem der letzten Drosten podcasts beim NDR sprach besagter Virologe eine neue Studie aus Hongkong(Vorcorona Zeit)an, in der man quasi Menge an ausgeatmeten Viren nach einer halben Stunde gemessen hat, das Ergebnis sprach eindeutig zugunsten des Tragens von Masken, es waren nämlich keine in der Luft drin bei der allerdings kleinen Gruppe mit traditionellen Corona Viren(da kann mans nachlesen oder hören…einfach nach Hongkong suchen im Text).

Der Appell an die Verantwortung der Bürger und das Gewissen scheint mir ähnlich zielführend zu sein, wie appellieren an die Selbstverpflichtung der Wirtschaft. Wer unbedingt Schornsteine wieder rauchen lassen will – also zuerst die der Wirtschaft, später dann vermutlich deswegen die der Krematorien- der sollte jede Möglichkeit die eine Verbesserung bei der Übertragbarkeitsverhinderung verspricht auch einfordern.

Der Herr virtualmono hat bereits einen Corona-Song komponiert und betextet – ein Ereignis was mich wesentlich milder stimmt, als die Fressen derer, die uns zügig wieder in Richtung Normalität peitschen wollen, obwohl die Umgebungsparameter nicht dafürsprechen.

Soweit ich die Tage die Belegungen der Intensivbetten verfolgt habe, werden langsam die Anzahl der Abgänge aus dem Intensivbereich denen der Neuzugänge angenähert, bedeutet, es bleibt bei einer aktuellen Durchschnittsauslastung von etwas über 50%. Weiterhin müssen 2/3 der Patienten auf Intensivstation beatmet werden und es stirbt ungefähr ein Drittel davon.
Das sieht punktuell im Land natürlich unterschiedlich aus, einige Kliniken sind im Corona-Idle Modus, andere laufen auf Vollauslastung.
Wie sich bspw. die Schulöffnung auswirken kann, kann man anhand von Modellen der TU Berlin hier angucken, Stichwort…es wird voller auf der Intensivstation…

Noch ein Sprung über den Teich ins Land der gelebten Idiotie, den Vereinigten Staaten von Amerika.
Nachdem ja dank der Maßnahmen Jeff Bezos mal eben um ein paar Milliarden $ reicher durch die Krise geworden ist, kam die Frage auf warum der Sack nix spendet.
Da ich ja täglich Trevor Noah gucke, hatte selbiger zum Thema Spende und Bezos eine gute Darstellung in seinem Beitrag, nachdem der König von Twitter, Jack Dorsey, eine 1 Milliarde Dollar Spende angekündigt hatte.
Noah setzt diese in Relation zu den Zahlungen die Bezos und Zuckerberg gemacht haben (wobei wenn ich es richtig gelesen habe, bitten die ja uns-also die Nicht-Milliardäre- zu spenden. 😀 )
Immerhin sollte man aber fairerweise erwähnen, dass Bezos wohl eine Spende von 10 Milliarden $ für den Klimawandel -wie immer praktischerweise steuergünstig in eine foundation mit seinem Namen stecken will (02/2020).
Nun ja, nachdem der arme Kerl seine Frau bei der Scheidung 50:50 ausbezahlt hat, ist er ja nicht mehr ganz so reich, da sollte man schon einsehen, dass für Corona nix mehr da ist. 😉

Verdammt, sorry, nun ist es doch eher ein Corona-Sabbel-Beitrag geworden…ich hoffe man sieht es mir nochmal nach.

Damit wenigstens noch ein schönes Lied den Tag ausklingen lässt, ein altes Trinklied mit dem Titel „Tod und Mediziner(Gestern Brüder könnt ihrs glauben? (Der Tod))“, Text stammt vom ollen Lessing, Musik von August Harder…hier in der Fassung von Heiter bis Folkig

Ihnen Ihr Blödbabbler

Ballermann als Antwort

Könnte mal einer dem Irren vom Bosporus eine Schelle aufs Maul geben, bitte.
Ich habe mich ja bereits im Oktober des letzten Jahres geäußert was ich davon halte, wenn ein Land in einem anderen meint mit seiner Armee Boden zu beanspruchen und das für legal hält.
Ich möchte am Liebsten mit dem begnadeten Barden Mickie Krause in Richtung Erdogan ausrufen: „Geh doch zu Hause, du alte Scheiße!“, oder einfach nur noch resigniert mit dem weisen Haupte schütteln, ob der unverfrorenen Dreistigkeit des Irren vom Bosporus, die er in Syrien an den Tag legt.

Ich habe in oben verlinkten Beitrag bereits auf den möglichen V-Fall der NATO hingewiesen, falls sich Syrien oder sein Sugar-Daddy Russland erdreisten sollte zurückzuschlagen und der tatsächliche bully dann nach Mama NATO schreit.

Nun, der Sultan der Türkei, der weiterhin Terroristen in Idlib unterstützt und so den Bürgerkrieg, Stellvertreterkrieg, was-auch-immer-Krieg am Köcheln hält, probiert es mit der ihm eigenen Widerlichkeit.
Er öffnet Grenzen zur EU hin, benutzt also die Flüchtlinge im Land als Menschenvieh und Manövriermasse einerseits und bombt in Syrien gegen die syrische Armee.

Wes Geistes Kind der türkische Spinner ist, klingt aus den Sätzen bei „DER SPIEGEL“ gut an. Jede Provokation von syrischer Seite werde mit aller Macht beantwortet werden. Zudem forderte Ankara Beistand der Nato und der internationalen Gemeinschaft.
Wir sprechen wie gesagt von einem Land, dass ohne Kriegserklärung Boden in Syrien besetzt hält, Krieg gegen die dortigen Kurden führt und islamistische Gruppen in Idlib unterstützt. Dieses Land, die Türkei spricht dann davon provoziert worden zu sein, weil Teile seiner Kämpfer getötet wurden…die…äh…nun einfach gar nichts dort zu suchen haben…

Dieses Land, dass helfend für die islamistischen Terroristen in Syrien in den Krieg eingegriffen hat, spricht nun von einem Verteidigungsfall und fordert die Hilfe der NATO an? Und unser eierloser Außenminister Maas fordert vehement:„Maßnahmen zur Bekämpfung des Terrorismus sprechen niemanden von der Einhaltung des humanitären Völkerrechts frei.“, Worte, die man auch gerne mal nach Washington hätte richten können, aber das sind vermutlich unterschiedliche Formen von Völkerrecht, die er meint.

Die legitime Regierung, man muss das nicht mögen, ist die Regierung vom Schlächter Assad. Der Iran und Russland wurden von der gewählten Regierung gerufen, die Amerikaner, die Türken und der IS nicht, die haben sich selbst in Spiel gebracht.

Wenn nun um den Bürgerkrieg, wenn man das so nennen will, nicht beendet werden kann, weil sich Reste der Terroristen, von der Türkei unterstützt, nicht ergeben oder abziehen wollen, sondern das Gebiet zur Kampfzone machen, sollte sich doch niemand wundern, dass dann dort geschieht, was nun mal in Kampf- und Kriegszonen immer passiert:Unmenschliches Schlachten, mörderische ‚Kollateralschäden‘, Unschuldige werden getötet, Schuldige töten etc.pp.

Nun so zu tun, als sei dies eine einseitige, nämlich rein syrische Schuld erscheint zumindest mir zweifelhaft.
Lustigerweise forderte nun der Despot aus der Türkei „[…]einen Rückzug der Regierungsanhänger und drohte mit einem Militäreinsatz, sollte das nicht bis Ende Februar geschehen.(Tagesspiegel)„.

Wer wirklich glaubt, wenn er mit dem Irren vom Bosporus gemeinsame Sache macht, er unterstütze Menschenrechte oder ähnliches, der irrt gewaltig und macht sich mitschuldig.

Es geht schlicht um die geostrategische Vormachtstellung der Türkei, eventuell auch noch ein wenig um innenpolitischen Schulterschluss durch Aggression nach außen.

Es ist an der Zeit die Verbindungen zur Türkei zu kappen, Gelder einzufrieren, Subventionen zu beenden und den unsäglichen EU-Beitrittsgesuch endlich abzusagen.

Lasst die im Mittelalter versinken, eventuell putscht vielleicht doch nochmal das Militär und die besinnen sich wieder auf einen Weg in eine anständige Zukunft. Aktuell ist mit der Türkei kein Staat zu machen.

Ihnen Ihr Blödbabbler

Rassismus geht viral

Da haben wir ja nochmal Glück gehabt, dass sich die Thüringer auf ihre Wurzel besonnen haben und sich aus den Reihen der dortigen FDP -mithilfe der Schmuddelkinder der AFD- einen König haben krönen lassen, der nun schon wieder weniger ist, als ein Fliegenschiss in der neueren deutschen Geschichte.
Ich gestehe: Eine weitere Woche mit Corona-Virus Hysterie in den hiesigen Medien wäre mir deutlich zu viel geworden.

Ich predige seit Beginn der Bekanntwerdung der ersten Zahlen,Coronavirus, nicht glatzköpfige Kriegsgewinnler, auch weil ich mir die nicht sehr große Mühe gemacht hatte einfach mal nachzurechnen- dass es sich zwar um ein Problem, aber eben bisher um kein großes handelt.
Ich weise darauf hin, dass man es beobachten und nicht auf die leichte Schulter nehmen sollte, aber, dass es aus meiner Laiensicht betrachtet, eben auch keinen Grund zu übermäßigem Reagieren gibt.
Die Todeszahlen sind prozentual -soweit die nicht alle falsch und verlogen sind- seit Beginn der ersten Zahlen -entgegen der bei Spiegel und FR und Konsorten anzutreffenden Wahrnehmung- eher gesunken, denn gestiegen.

Ich wies am 25.01 in meinem Heimatforum auf den leider viel zu früh verstorbenen Hans Rosling hin, der in seinem weiterhin von mir empfohlenen Buch „Factfullness“ zur Wahrnehmung von Verzerrung in den Medien schrieb:


TUBERKULOSE UND SCHWEINEGRIPPE
Und nicht nur bei Bären und Axtmördern verzerren die Medien die Verhältnisse.
1918 tötete die Spanische Grippe rund 2,7 Prozent der Weltbevölkerung. Die Gefahr des Ausbruchs einer Grippeepidemie, gegen die keine Impfung existiert, bleibt eine ständige Bedrohung, die wir alle ausgesprochen ernst nehmen sollten. In den ersten Monaten des Jahres 2009 starben Tausende Menschen an der Schweinegrippe. Zwei Wochen lang waren die Medien voll davon. Aber anders als bei Ebola 2014 verdoppelte sich die Anzahl der Erkrankungen nicht. Sie nahm noch nicht einmal kontinuierlich zu. Ich und andere schlossen daraus, dass diese Form der Grippe weniger aggressiv war, als die ersten Alarmsignale hätten vermuten lassen. Aber die Journalisten hielten die Angst wochenlang am Köcheln.
Letztlich wurde ich der Hysterie müde und berechnete das Verhältnis zwischen Medienberichten und Todesfällen. Über einen Zeitraum von zwei Wochen waren 31 Menschen an der Schweinegrippe gestorben, und eine Mediensuche in Google ergab 253 442 Artikel über die Krankheit. Das waren 8176 Artikel pro Todesfall. Im gleichen Zeitraum von zwei Wochen waren, wie ich ausrechnete, etwa 63 066 Menschen an Tuberkulose (TB) gestorben. Fast alle TB-Todesopfer stammten aus Ländern der Stufen 1 und 2, wo TB immer noch zu den wichtigsten Todesursachen gehört, obwohl sie heutzutage behandelbar ist. Aber TB ist ansteckend, und TB-Stämme können Resistenzen entwickeln und auch viele Menschen in Ländern der Stufe 4 töten. Die mediale Beachtung der TB lag bei 0,1 Artikeln pro Todesfall. Jedes Todesopfer der Schweinegrippe erfuhr somit 82 000-mal mehr Aufmerksamkeit als die nicht minder tragischen Todesfälle durch TB.((ich hab hier mal den Teil aus der deutschen Übersetzung zitiert)


Und genau eine solche Verzerrung können wir in der aktuellen Corona-Krise beobachten.
Ich habe am 27.01. im gleichen Forum platt die bekannten Zahlen dargestellt, als Reaktion auf einen „Der Spiegel“ Artikel vom gleichen Tag, der fabulierte:
Dennoch steigen die Zahlen der Opfer und Infizierten sprunghaft an, und damit eben unterschwellig eine Dramatisierung betreibt, die aus der Relation nicht ersichtlich und rechtfertigbar ist.

Infiziert Todesfall % Tag
28018 563 2,01% 06. Feb
2.744 80 2,92% 26. Jan
1300 41 3,15% 25. Jan
870 26 2,99% 24. Jan

Aktuell liegen wir bei einer Letalitätsrate von knapp über 2%, die Todesfallrate sinkt also eher, denn dass sie steigt. Und wir können davon ausgehen, dass es eine Dunkelziffer gibt, von Menschen, die erkrankt sind, aber deswegen kein Krankenhaus oder einen Arzt aufsuchen, die mithin aus der Statistik der Infizierten herausfallen. In Konsequenz sänke dadurch die Letalitätsrate weiter.

Stattdessen lese ich in der Online-Ausgabe der Frankfurter Rundschau vom 06.02. 8:01 „Zahl der Toten durch das Coronavirus 2019-nCoV so stark angestiegen wie nie zuvor „.(FRkann sein, dass der genaue Wortlaut nicht mehr auffindbar ist, die ändern scheinbar gerne via update ihre Beiträge)
Hmpf. Selbstverständlich steigt die absolute Zahl an, muss sie ja, wenn wir von einer Sterberate von um die 2% ausgehen, dann sind eben mehr Todesfälle zu erwarten, wenn die Anzahl der Infizierten zunimmt. Da der Scheitelpunkt der Infektionswelle noch nicht erreicht scheint, man fabuliert was von jetzt an bis zu zwei Wochen, ist logischerweise mit einem weiteren Anstieg an Infektionen zu rechnen.
Bis dahin ist anzunehmen, dass sich weitere Menschen infiziert haben und eben weitere Menschen sterben werden, dass ist nicht schön, aber schlichte Mathematik.

Da ich mich die letzte Zeit öfter in Krankenhäusern herumtreiben musste, konnte ich folgendes beobachten: Direkt am Eingang des Krankenhauses in dem ich mit Muttern war, ist eine Art Sitzgruppenarrangement für die Wartenden. Aufs Warten auf Godot in deutschen Krankenhäusern, einer Prozedur an der man nicht vorbeikommt – denn es dauert trotz Termin hin und wieder einige Stunden (in unserem Fall derer drei, aber dies nur am Rande bemerkt) bis man verrichteter Dinge gehen kann- muss man teilhaben; und somit auch an der gemeinsam begangenen Vergesellschaftung sämtlicher, zuvor nur eigengenutzten Viren und Bakterien, in und an besagter Sitz- und Warteecke.
Gleich nach unserm Erreichen der Sitzgruppe sitzt dort eine Asiatin mit Mundschutz und zwei weitere -ohne einen solchen- sitzen daneben.

Eigenes, rationales Denken hin oder her gewendet, man guckt trotzdem spontan irgendwie zuerst anders auf diese Szenerie, als man sich das selbst eingestehen möchte, und es auch vermutlich ohne das Viren-werden-uns-alle-killen Szenario im Hinterkopf auch würde.

Natürlich ist die Wahrscheinlichkeit eher nicht vorhanden, hier eine mit dem aktuellen Coronavirus Typ Wuhan infizierte Person sitzen zu haben, auch ist die selbst errechnete Letalitätsrate im Hinterkopf ein vermeintliches Ruhekissen, obwohl ich zugegebenermaßen eher zur Zielgruppe der 2% gehöre – Vorerkrankungen lassen grüßen.
Wir setzten uns dennoch nicht direkt neben besagte Frauen, sondern, was ich allerdings auch zu anderen Zeiten favorisiere, eher abseits in den zu dieser Uhrzeit noch leereren Teil der Wartezone.

Kurz darauf setzte sich eine ältere Frau aus -ich würde tippen- Restjugoslawien zügig neben meine Mutter und raunte uns zu: „Hoffentlich hat die nicht das Virus!“, während sie in Richtung der beschutzmasketen Asiatin deutet, denn sie „hätte Angst davor“.

Arschloch, das ich nun mal bin, fragte ich sie, ob sie denn „Grippeschutz geimpft“ sei, worauf sie verneinte.
Ich sagte ihr daraufhin höflich, dass dann ihre Chance an der normalen Influenza zu sterben vermutlich deutlich höher sei, als bei der aktuell gehypten Coronavirus-Mediensau durch die dort sitzende Asiatin von Nebenan.
Überraschenderweise schien sie das zu beruhigen, sie bedankte sich für meinen Hinweis, der „ihr etwas ihrer Angst genommen hätte“.
Well, mission accomplished!

Immer wieder schön, dass die Berichterstattung hier im Land zum Glück keinerlei sinnfreie Panik aufkommen lässt und wie immer Wahrscheinlichkeiten und Risiken komplett richtig wahrgenommen werden in der Bevölkerung. m(

Nun musste ich zu meiner bemerkten Reaktion (Asiatin mit Mundschutz in einer Krankenhauswartezone, nicht direkt daneben setzen) in der ach so liberalen Frankfurter Rundschau dann lesen, solches Verhalten -wie das Meine- sei, man ahnt es schon, ‚rassistisch‘.
Puhh, da habe ich ja Glück gehabt, hätte ja sogar ‚faschistisch‘ oder gar frauenfeindlich sein können, was auf der nach oben offenen Woke-Skala vermutlich weiter Minuspunkte für den alten, weißen Mann, also mich, gebracht hätte später im Diversity-Schneeflockenhimmel.

Ich rettete mich selbst gedanklich aus der unschönen Situation ein Rassist zu sein, damit, dass ich es für eine sinnvolle Überlebensstrategie halte, mich von potentiellen Überträgern von Krankheiten fern zu halten, was -so klang im Artikel auch an, eben auch die chinesische Community in Bankfurt so hält – vermutlich aber auch die alle verkappte Rassisten.

Da das Virus nun seine Heimat in China zu haben scheint – wenn man die üblichen Verschwörungsspinnerphantasie der debilen Evolutionsirrläufer mal – wie man es immer tun sollte- unberücksichtigt lässt- erscheint es mir nur folgerichtig sich dem gemeinen Chinesen nicht unbedingt näher zu nähern als Nötig; aus potentieller -wenn auch geringer- Wahrscheinlichkeit für eine Infektion und eben nicht aus einem überlegenen Herrenmenschenduktus heraus.
Sobald diese ’neue‘ Infektion sich erstmal heimisch gemacht hat in Deutschland und Öztürk, Hinz, Kunz und Adolf daran prozentual genauso häufig erkranken, wird man sich wohl auch keine Gedanken mehr dazu machen müssen, sondern pauschal jedes und jeden misstrauisch beäugen, der einem seinen Rotz an die Backe schmieren will.

Wem dieser Unterschied zwischen Vorsicht und Rassismus nicht klar ist, der wird vermutlich auch jeden sonst als Nazi, Rassist oder Menschenfeind titulieren, der nicht seiner Meinung ist – und sich der darin innewohnenden Ironie traurigerweise noch nicht mal gewiss sein.

Letztlich landet man dann auf einem Heidi Klum Niveau der gesellschaftlichen Wahrnehmung, einem bei dem man überall als Primat jeglichen moralischen Handlens die Phrase „Diversity“ draufklebt (um ihre Meedchen zu promoten und doch bei aller vorgeblichen Weltoffenheit und wokeness einfach nur den neuen Markt der kapitalistischen Nachfrage bedient) und eben gerade nicht sieht, dass das konzentrierte Herausarbeiten, Klassifizieren und Schubladisieren von banalsten menschlichen Unterschieden eben genau diese weiterbestehen lässt und das Trennende im menschlichen Gemeinsamen zur Norm setzt und zementiert. Wer mit Opferpunkten hantiert ist nicht besser, als die, die dieser Schlag Mensch gewöhnlich zurecht kritisiert für deren Menschenverachtung.

Was einem zu denken geben sollte, ist, so stelle ich nicht ganz überrascht fest, dass es wohl eine gewisse Ungleichzeitigkeit bei der Dringlichkeit beim Entwickeln von potentiellen Impfstoffen zu geben scheint, wenn ich mir die Geschichte des Ebolavirus und seiner Folgen und das ’neuartige‘ Coronavirus Typ Wuhan anschaue. Bei ersterem dauerte es so roundabout 40 Jahre, bei letzterem geht man davon aus spätestens zur nächsten Saison etwas funktionierendes fertig zu haben.

Deswegen nochmal: Selbstredent sind Infektionen global -und globale Infektionen- ein Problem – nur, ich wundere mich auch, warum all die „Wir haben eh‘ zu viele Menschen auf dem Planeten“ Vertreter(zu denen ich mich selbst auch zähle) irgendwie merkwürdig panisch sind, wenn ein Virus mal an der eigenen Tür klingelt, statt wie üblich nur bei den Negern im Busch auf selbigen klopft.
Wird bei den zu vielen Menschen auf dem Planeten doch eher nur an die anderen gedacht und nicht an einen selbst wenns um Planetenhygiene geht?

Grübelnde Grüße von Ihnen Ihrm Blödbabbler

Vor allem Gesundheit…

Zum Ausklang aus dem Alten bzw. Neueinstieg ins sogenannte Neue Jahr das beste Lied, was ich zum Thema kenne:“PROST NEUJAUR JR.“, von den Boxhamsters.

Falls es schwierig ist den Text zu verstehen, hab‘ ich den mal hier hineingesteckt – klick mich du Luder!


(Hier geht’s zur HP der Boxhamsters, da stehen die Texte und auch die launige Entstehungsgeschichte der Band).


Nachdem bisher im deutschen Winter leider nur die Schneeflocken von rechts und links ihr Gejammer angestimmt haben – Omas, Hühnerställe und ähnlich Relevantes waren da treibendes Agens-, wünsche ich lieber allen jenen einen verzauberten Jahresbeginn, die nicht sofort das Hyperventilieren beginnen, sobald sich etwas nicht gleich zu 100% mit ihrer Wohlfühlblase deckt, jenen, die die noch zuhören können und wollen.

Ein gutes und gesundes ‚Reinkommen‘ in 2020 wünscht den verbliebenen Lesern und -innen Ihnen Ihr Blödbabbler

Was ist wichtig?

So, so der Spiegel berichtet über einen Streik in Indien, bei dem Tausende auf die Straße gingen unter dem Aufreißer „Massendemos in Indien„. Ich will jetzt gar nicht über Sinn oder Unsinn dieser Demonstrationen oder des Anlaßes dazu spekulieren, frage mich aber, was der Spiegel zu den ‚größten Protesten der Menschheitsgeschichte‚ im Januar 2019 gebracht hatte…ich fand da nix.

Der Unterschied: damals ging es wohl primär gegen „das Kapital“, diesmal gehts um eine nationalistische Gesetzgebung, die wohl überwiegend Muslime benachteiligt. Will ich gar nicht gegeneinander ausspielen, einzig die Frage bleibt, warum berichtet man über das Eine und verschweigt das Andere?
Ist es eine gewollte Priorisierung? Oder Zufall?
Denn mit der Quantität der Teilnehmer hats wohl nichts zu tun; im Januar waren es wohl um die 200 Millionen Streikende, diesmal zum Schluss hin -wie das Blatt am Anfang des Artikels schreibt- noch ein paar Hundert, da muss man wohl abwägen was Relevanz hat für den deutschen Michel, so als ehemaliges linkes Blatt.
In Relation zu der Gesamtzahl der jeweiligen Inhabitanten der Länder haben da die Arschgeigen bei Montagsdemonstrationen in der ehemaligen Zone wohl mehr Leute hinter sich, als die aktuelle Protestbewegung in Indien.
Auch wegen solcher Gewichtungen und der bewussten Setzung von Relevanz sollte man mindestens eine internationale Zeitung lesen; deutsche Zeitungen waren schon immer provinziell und gehören eben auch wenigen -nicht armen- Menschen, die den Kampf gegen „das Kapital“ nicht unbedingt auf ihre Agenda geschrieben haben.

Ihnen Ihr Blödbabbler

Alles Banane!

Zitat des Tages -diesmal ein ganzer Absatz- stammt vom formidablen, sehr geschätzten Thomas Fischer und steht bei SpOn in dessen neuster Kolumne „Wo nicht die Banane, sondern die Republik matschig ist„.
Wie immer empfehle ich, es sich mit einer dampfenden Tasse Kaffee, einer Hand voll Popcorn oder Spekulatius vor dem Monitor und diesem Beitrag gemütlich zu machen und selbigen zu genießen.
Der Absatz selbst hat mit der Thematik des Beitrages eigentlich nur am Rande zu tun, trifft aber wohltuend meine Einschätzung zur AfD im Allgemeinen und Herrn Höcke im Besonderen.
Fischer schreibt:
Deshalb ist es auch ziemlich egal, ob man Herrn Höcke „Faschist“ nennen darf, was jetzt manche Antifaschisten gerne tun, vor allem im Fernsehen, in der kindlichen Hoffnung, dann würden „die Menschen“ sagen: Ja wenn das so ist!, und wieder SPD wählen oder wenigstens AKK. Dabei übersehen sie, dass Herr Höcke nicht gewählt wird, obwohl er Faschist ist, sondern weil er es ist. Und dass Herr Höcke sich nicht wie Rumpelstilzchen in der Luft zerreißt, wenn man seinen geheimen Namen herausgefunden hat. Die heutige Jugend jeden Alters glaubt leider an Zauberwörter und denkt, „Faschismus“ sei, wenn man Juden hasst, albern spricht und Antifaschisten zusammenschlägt. Das täuscht.
Touché.

Ihnen Ihr Blödbabbler

Weltmännertag

Letztes Jahr dank eines Comics von Frau Dr. Nadja Hermann aka erzählmirnix erstmalig darauf gestoßen, dass es sowas gibt.

Und wie so oft bei den Comics von erzählmirnix ist man danach schlauer und muss selbst keinen Text mehr zum Thema verfassen.


Wo wir aber auch beim Thema „Lebenserwartung“ sind, sei auf eine positive Entwicklung verwiesen, die im Reich des Bösen beim Teufel Putin stattgefunden hat.
So hat sich die Lebenserwartung zwischen 1994 bis 2016 bei den männlichen Russen von 57 Jahren auf nunmehr knapp 68 Jahren verlängert, russische Frauen sterben im Durchschnitt mit 78 Jahren, wobei insgesamt deutliche Unterschiede im russischen Reich zu betrachten sind.
Gesunkener Alkoholkonsum wird da gerne als signifikante Verbesserung angeführt, die den Männern inzwischen zu einem geringen Teil erlaubt in Rente zu gehen und noch die erste Zahlung zu erhalten.
Nebenbei sei kurz auf den durchschnittlichen Alkoholkonsum hingewiesen, der bei ‚den‘ Russen inzwischen bei 11,7 in Deutschland hingegen bspw. bei 13,4 Liter reinem Alkohol pro Kopf liegt.
Und, wenn ich schon beim Thema Alkohol bin: Gestern habe ich mir zum Anlass des feinen Sieges der Frankfurter Eintracht gegen die Bayern aus München ein gutes Gläschen alten Whisky gegönnt, den ich vermutlich morgen mit einer Notiz hier im Blog vorstellen werde.
Es war der ‚1977er A Speyside Destillery aus der Abfüllung 12/2015‘, von der Whisky-Doris, mein definitiv teuerster Whisky im Schrank.

Und an dieser Stelle ein kurzer Hinweis an meine Mitgeschlechtsgenossen: Schiebt eure fetten Ärschen mal vom Sofa hoch, geht zum Doktor und lasst mal die große Hafenrundfahrt präventiv machen – ihr wollte doch sicher alle später noch mit Enkeln, Kindern oder Frauen spielen.
Krankheiten sind kacke, aber manche kann man tatsächlich gut bekämpfen, wenn man nicht wartet bis einem das Blut aus dem Arsch oder sonstigen Ritzen läuft.

Noch einen gepflegten Weltmännertag,
Ihnen Ihr Blödbabbler

P.S. Mein originaler Text war sensationell, leider habe ich statt Strg+C wieder mal danebengehauen und es hat mir im Browser den gesamten Text bis auf den ersten Buchstaben gelöscht…sehen sie mir also bitte nach, dass der Nachklapp deutlich seichter und ärmlicher daherkommt, als geplant. 😉

Hmm…lecker?

Eben auf der Suche nach einer Anregung für eine fleischlose Mahlzeit in Rezeptform auf folgenden Link

gestoßen, dessen Überschrift mich rätseln lässt.
Wenn alle 50 Rezepte zum Reinsetzen sind, so frage ich mich, ist dann das Essen doppelt fürn Arsch?

Grübelnden Gruß von Ihnen Ihrn Blödbabbler

Kurze Hinweise…

…auf ein paar Beiträge außerhalb des Blödbabblers Blog.


Ein nettes und kurzes Video zum Thema eloquente „Religionskritik“ hat der Herr wvs in seinem Beitrag ‚Eine 2000 Jahre alte Mythologie, die von einer primitiven Hirtenkultur entwickelt worden ist …‘, verlinkt.
Inhaltlich stimme ich -wenig überraschend- voll zu. 😀
Und der Hinweis auf die Diskussion beim hpd zum Thema „Phillip Möller“, den ein Kommentator verlinkt, kann man so sehen wie er und Wakonigg, man kann ihn aber auch anders sehen, wie bspw. in der Replik.
Beim Thema Klimawandel, Untergangspropheten und Fanatikern stimme ich in weiten Teilen mit Frau Ditfurth überein, die sich prägnant im FR Interview so zu Extinction Rebellion äußert:Die Sprecher*innen von XR bleiben die Antwort nach den wissenschaftlichen Quellen für diese Aussagen schuldig, denn es gibt sie nicht. Das sind Endzeitszenarien von Weltuntergangssekten. Die Klimakatastrophe wird sehr viel komplizierter und widersprüchlicher verlaufen. (FR)


Der werte Herr AausB macht mich die Tage auf ein gutes Video mit dem Titel „Boris‘ Secret Brexit Deal, w Stephen Fry“ aufmerksam, dem ich in weiten Teilen zustimme, bis auf den Hinweis auf die Einschätzung zu den Spinnern von XR am Ende.
😉


Einschätzung
XR scheint mir Kindertheater für die grünlich herangewachsenen Millennials zu sein, denen Empfindlichkeit und vorgebliche Individualität den Blick verstellen für die realen Grundlagen und sozialen Strukturen von Herrschaft.
In Form gegossenes „SJW“-Tum eben, das jede Meinung zulässt, solange sie der eigenen entspricht.
Das ist aus meiner bescheidenen Sichtweise heraus ein Teil des Problems und sicherlich nicht die Lösung; der immanente Hang zum Totalitären schimmert zwischen den Prinizipien und Werten durch und stößt zumindest mich ab.

Ich werfe in einem solchen Zusammenhang mal die Stichwörter „Evergreen State College“, Bret Weinstein(nicht Harvey! 😀 ) und SJW ein – da will ich -wenn ich Zeit und Lust finde- mal was zu schreiben.
Solche Form von gelebter Intoleranz wird ja scheinbar auch in Deutschland aktueller, wenn man sich die Reaktionen auf Lucke, Lindner und de Maiziere an Unis oder Lesungen anguckt.
Brüllen, zertrümmern und weg, statt argumentativer Vernichtung gegnerischer Ideologien, scheint mir an sich schon kein probates Mittel zu sein um Diskurse zu führen; an Universitäten als Hort des Austauschs, der Suche nach Erkenntnis und der Wissenschaft sind sie jedoch ein dramatisches Armutszeugnis derselben als Schneeflockenhabitate und Blasen einer selbstgerechten Schar von Erleuchteten. Schade!


#Update#
Ganz vergessen vorhin einzufügen…passt eigentlich auch in den obigen Tenor mit rein, der aktuelle Kommentar von Thomas Fischer bei SpOn. Ich mag seine Formulierungen. 🙂


Unsere verfickte Gesellschaft hat sich -wie mir scheint- still und leise digitalisiert – es gibt nur noch binäres Handeln, schwarz und weiß, dumm oder erleuchtet…dazwischen ist nix.
Ob das mal richtig sein kann, zweifelt
Ihnen Ihr Blödbabbler