Kategorie: Leben, merkwürdiges

Blas', Phemie, blas'!

Heute war ein gar herrlicher Frühlingstag!
Selbst mich zog es nahezu magisch nach draußen; nicht lange nachgedacht, dem Fahrrad mächtig was gepumpt, die Ohren verstöpselt und los ging es.
Und, was soll ich sagen, es machte einfach Spaß durch das kraftvoll Erblühende zu radeln, sanfte Sonnenstrahlen wärmten die üppiger werdenden kahlen Stellen meines Schädels und Mr. Neil Young’s Gesang umschmeichelte aufs Angenehmste meine Ohren.
Wenn ich noch spontan herausgefunden hätte, wie man die Liedwiederholung am mp3-Player, die ich – wie auch immer mir das gelungen war – eingeschaltet hatte, wieder deaktiviert, hätte ich vermutlich auch noch mehr Lieder zur Untermalung gehabt, als nur After the gold rush.
Da das Lied aber ein Feines ist, war auch dies kein wirkliches Drama und der Nachmittag ein rundherum gelungenes schönes An-der-frischen-Luft-sein. Keine Vulkanasche und kein Fluglärm – eine klasse Kombination.
Während ich so dahin radelte, fragte ich mich, ob Hegels Aussage, die der alte Charly Marx einst zitierte : alle Dinge geschehen zwei Mal in der Geschichte, das erste mal als Tragödie, das zweite mal als Farce, nicht auch für nahezu alles sonstige gilt, wie beispielsweise lausige semantische Versuche seinen Arsch zu retten.
Als der damalige Präsident der USA Bill Clinton bei seinen Aussagen über vormaligen Drogengebrauch die feine Differenzierung einführte – nicht auf Lunge geraucht zu haben, übte er nur für spätere wesentlich eiweißhaltigere persönliche Ground Zeros. Mit jener Frau, der dicken Monika, keinen Sex gehabt zu haben, und dabei selbigen auf das klassische Rein-Raus-Spiel sprachlich zu reduzieren, um seine Zigarren – und Pustespielchen auszuklammern, war so ein Kniff, wie er einem gestandenen Jesuiten zur Ehre gereichen würde.
Und damit bin ich, was wäre ein Tag ohne bischöflichen Vertuschungsamok, mal wieder beim Herrn Mixa angelangt, der sich, was seine Züchtigungen an Kindern angeht, nun doch erinnern kann, entsprechend des damaligen Zeitgeistes, Kinder geohrfeigt zu haben. Des Stadtpfarrers Schläge waren aber keine Misshandlungen, sondern eben das, was alle damals taten, in den 70, 80 und 90 er Jahren des letzten Jahrhunderts wenn die Blagen nicht so wollten, wie sie sollten, möchte er uns glauben machen.
Kann sein, das meine Erziehung zuhause und in der Schule eine Ausnahme darstellt und alle anderen Ohrfeigen und Schläge mit dem Teppichklopfer bekamen, glaube ich aber nicht.
Ich glaube der Herr Mixa hat, um die sprachliche Analogie mit Clinton zu bemühen, sich einen blasen lassen, aber nicht gefickt – unterm Strich bleibt es trotzdem Sex, oder im konkreten Fall Misshandlung von Kindern.

Das Zitat des Tages muss natürlich von Bill Clinton stammen:
I did not have sexual relations with that woman
Ihnen Ihr Blödbabbler

#Edit18042010: Links korrigiert – jetzt verweisen sie tatsächlich auf was ;-)#

MILF – April is a cruel time

Der erste April, mit samt seinen Scherzversuchen, ist ungefähr ähnlich lustig, wie eine Karnevalssitzung oder eine Wurzelbehandlung beim Gynäkologen.
Ich vermute außerdem, das die Schnittmenge der Leute, die es lustig finden, ritualisiert Scherze an diesem speziellen Tag zu machen und das dann echt funny und irgendwie total crazy finden, recht groß sein dürfte.
Menschen, die so etwas, wie Cindy aus Marzahn oder Florian Silbereisen unterhaltsam und witzig finden.
Jener Teil meiner Mitmenschen, die das Land mit sich und ihresgleichen vollmachen – quasi der Bastard der entsteht, wenn Spaßgesellschaft und dumpfes Hirn eine unheilvolle Liäson eingehen und als deren Brut, dankbar von den Parasiten der Werbe- und Verschleierungsmafia, als Mainstream in Serienproduktion dauerhaft erbrochen wird.

Zum Thema Unlustig fällt mir eine Begebenheit ein, die mir vor kurzem vor einer Schule dargeboten wurde.
Ich fuhr langsamst, nahezu schleichend an diesem Ort vorüber, vor dessen Zaun ein Auto stand, welches mich, ob seiner Kennzeichenkombination, zur Nachdenklichkeit und ein wenig zum Träumen verführte.
Auf dem Kennzeichen las ich MI-LF xxx.
Natürlich war ich gespannt, ob das Benamste im Inneren denn auch hielt, was der Name versprach. Doch, oh weh! Bei näherem Augenschein, als das Benamste dem Auto entstieg, entpuppte es sich weder als eine MILF im klassischen Sinne und, da die Philippinen weit weg sind, noch nicht einmal als islamistischer Terrorist.
Das Auto verließ ein kleiner untersetzter Mann, geschätzt Mitte 30, der so gar nicht als Protagonist meines Tagtraumes passen wollte.

Ein abruptes Zerplatzten meiner Traumblase, in der sich eine attraktive älter Frau nackt an einem philippischen Strand räkelte, derweil im Hintergrund ein bärtiger Gotteskrieger Sprengstoffgürtel häkelte, in Ton, Steine und Scherben brachte mich erbarmungslos zurück ins Hier und Jetzt.

Hoffnungslos desillusioniert fuhr ich weiter, unwillkürlich auch etwas schneller und ich fragte mich:
Wem, auf diesem Planeten kann man noch glauben, wenn nicht einmal mehr die Autokennzeichen Wahres künden?

Ein nachdenklicher Gruß zum ersten April

Ihnen Ihr Blödbabbler
#Edit wikipedia links ergänzt#

Qualitätsjournalismus on the rocks

Im Rahmen der White-Star-Line Jungfernfahrt der RMS Qualitätsjournalismus wurden gestern die Journalisten des Jahres 2009 in Berlin geehrt.

An Bord waren 2 wegweisende Koryphäen der schreibenden Zunft ohne die wir heute sicherlich eine bessere andere Republik hätten.

Den Ehrenpreis für das „Lebenswerk“ erhält in diesem Jahr der Focus-Gründer und Herausgeber Helmut Markwort , während im Bereich „Unterhaltung“: Kai Diekmann, Chefredakteur „Bild“ als „Videoblogger in Chief“ ausgezeichnet wurde.

HAHAHA!

Ganz großes Kino; 2 die es mit journalistischer Sorgfaltpflicht -wie in man in Permanenz immer wieder dankbarerweise bei BILDblog nachlesen kann- nicht sonderlich Ernst nehmen. 2 die dafür im Gegenzug gerne andere ratzfatz abmahnen, wenn sie das Gefühl haben, ihrer Gottesähnlichkeit werde nicht genug gehuldigt. So wird denn die Fähigkeit >Das Streichholz im Auge des Gegenüber wahrnehmen aber den Sequoioideae im Eigenen hegen und pflegen und beflissentlich unbetrachtet lassen< offensichtlich honoriert.

Herzlichen Glückwunsch! – und so ist mir ist auch in Zukunft nicht bange, das es in diesem Land neben dem Qualitätsjournalismus Markwort und Diekmanscher Prägung, sicherlich immer genug Platz für richtigen Journalismus geben wird.

Das Zitat des Tages, welches ich den beiden Ehrenträgern mitgeben möchte, kommt vom Mann mit den Schweinderln, Robert Lembke zum Thema ‚Journalist‘:

Ein Mann, der die eine Hälfte des Lebens damit verbringt, über Dinge zu schreiben, von denen er nichts weiß und die andere Hälfte, nicht über Dinge zu schreiben, die er genau weiß.

Ihnen Ihr Blödbabbler

P.S. Dort kann man – schon seit Dezember die ganzen Preisträger sehen.
#Edit Überflüssiges entkernt#

Ein Tor der sich hier Böses denkt,…

… weil Kapital das Handeln lenkt.

Es erstaunt mich tatsächlich immer noch , wie mit zweierlei Maß gemessen wird. Wenn es darum geht sich kaufen zu lassen, wird das gerne unter den Attributen ’seriös‘, kalkulierbar und realistisch / pragmatisch verkauft. Bei unseren Freunden von der Umwelt-FDP auch gerne Realo -Flügel genannt.
Während beim Versuch die gewählte Partei ‚Die Linke‘ in Regierungsverantwortung zu bringen von der gleichgeschalteten Presse und den Kassandras der Pfründeinhaber gerne die Worte ‚populistisch‘, ‚unverantwortlich‘ ‚unkalkulierbar‘ und ‚unseriös‘ zur Denunziation benutzt werden.
Und da ja inzwischen wohl auch die Inhalte der Parteien als Koalitionskriterium (zumindest bei denen die sich selbst als links der Mitte definieren) von einer verqueren Personal-Antipathie-Haltung abgelöst zu sein scheinen, findet man sich eben bei Meldungen wie denen wieder, die sich heute bei SpOn finden lassen.
Grünen-Chef hatte enge Verbindung zu FDP-Politiker

Das jemand in diesem Land allerdings tatsächlich glaubt, das jene, welche in die Ohren der Exekutive und Legislative das Mantra ihrer Herren aus der Industrie wiederkäuen, im Politikersprech – externe Berater genannt, eben objektiv oder im Sinne des Wählerauftrags agieren, kann ich mir nicht ernsthaft vorstellen.
Um so etwas für Real zu halten und zu propagieren, muss man schon hochgradig verblödet oder skrupellos genug sein und das unterstelle ich nur wenigen in diesem Land.
Vor allem nicht in einem halb-öffentlichen Blog, solange es genug Winkeladvokados gibt die ihre miese Gesinnung immer gerne bereit sind in klingende Münze durch das Ablaß Abmahnwesen zu verwandeln.
http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,657146,00.html

Das heutige Zitat des Tages stammt vom alten Charly Marx:
Die Wahlphilosophie der Parlamentskandidaten besteht demnach einfach darin, dass sie ihrer linken Hand erlauben, nicht zu wissen, was ihre rechte Hand tut, und so waschen sie beide Hände in Unschuld. Ihre Hosentaschen zu öffnen, keine Fragen zu stellen und an die allgemeine Tugend der Menschheit zu glauben – das dient ihren Absichten am allerbesten.“

Ihnen Ihr Blödbabbler

Olfaktorische Ärgernisse

Es gibt diese Zeiten, in denen man merkt, das einem eine ganze Menge stinkt und das im wahrsten Sinne des Wortes.
Heute traf ich ein Mädchen bei der Arbeit, mit welcher ich bereits mehrere Male in der Vergangenheit zu tun hatte. Leider roch sie heute, wie auch die letzten dreimal, nach altem Schweiss , der sich nach einiger Zeit gemütlich im Raum ausbreitete, wie ein Urinfleck im Nichtschwimmerbecken.
Nun muss ein Mensch nicht klinisch rein sein und Rosen-Flieder-Nelken-Duftbaum-Aromen verströmen, aber frischer Schweiß muffelt nicht so, das war schon wie in die Kleider eingenäht.
Gut, nach einem intensiven Wochenende faulenzen und fleißigem nicht aus dem Bett raus kommen, riecht man ähnlich; aber als einigermaßen zivilisierter Mensch, mit der Möglichkeit fließendes Wasser in der Wohnung vorzufinden, reinige ich mich doch, bevor ich wieder unter Menschen gehe, vor allem wenn ich mich in geschlossenen Räumen aufhalte. Bbbbbrrrrr!

Als ich, auf der Fahrt zur Arbeit, über die Dörfer fuhr, stellte ich fest, das die Bauern nicht untätig waren in der letzten Zeit. Sie müssen Unmengen an Scheiße gesammelt und auf die Felder geworfen haben; die Wuchtigkeit des Aufpralls auf meine Geruchsnerven hatte etwas dampframmenartiges und ließ mich die Frischluftlöcher im Auto stante pede verriegeln. Ein bisschen ländlich ist nett, aber wenn es so intensiv riecht , als würde mein Kopf im Anus eines Schweines stecken, dann ist das ein eher missliches Flair, mithin unerwünscht.

Vergangene Woche begab es sich, das diverse Frauen mir ihre Finger in den Mund zu stecken beliebten. Einige hantierten mit Instrumenten, andere nur mit gummierten Fingerlingen und die Prozeduren schoben sich, wohl wegen erschwerter Lage des maladen Zahnes, immer wieder über mehr als jeweils eine Stunde hin. Nun ist es dem alten Blödsack nicht unangenehm, wenn junge attraktive Damen sich bemühen und ihre Arbeitszeit für die Hege und Pflege des Blödbabblers Maulwerk opfern; einzig auch hier wurde ich auf das Unangenehmste, nahezu eiskalt, erwischt.
Eine der zahnmedizinischen Fachangestellten, eine junge Frau -ich vermute mal persischen Eltern- mit den schönsten Augen, die ich bewusst seit langem gesehen habe, beugte sich, beim Versuch mit dem Provisorium den Zahn zu deckeln, sehr Nahe mit ihrem Kopf über mein Gesicht und atmete mir etwas entgegen, das mir das Gefühl gab, sie habe vorher aus des Bauern Trog genascht, bevor jener die Felder damit übergoss.
So etwas wiederliches ist mir bewusst, aus dem Mund eines Menschen, noch nie entgegen gewabert – und ich will so etwas auch nie wieder erleben müssen.
Es gibt viele Orte, an denen ich solch eine Form von Umweltverschmutzung erwartet hätte, eine Zahnarztpraxies war nicht unter meinen Top100 gelistet!

Das Zitat des Tages stammt aus einem alten Gedicht des Blödbabblers – „Hymne auf den Suff“:

Menschen laufen hin und her
Sie mögen uns nicht sehr
Weil wir ihr Bier getrunken
Und aus dem Hals gestunken

Ihnen Ihr Blödbabbler