Kategorie: Lebenswasser

Linkwood 1995/2013 Signatory Vintage

Die Destillerie liegt in der Speyside, wie auch Glen Moray und Glen Elgin in der Nähe des Ortes Elgin.
Sie wurde nicht von Pater Brown, sondern von Peter Brown um 1825 gegründet und gehört heute zum Diageo Konzern.

Das meiste, was bei Linkwood produziert wird, wandert in Blends bspw. Dimple 15 oder auch den guten Blended Malt aus dem Hause Johnnie Walker, den Green 15(bei dem mir der alte lieber war, als er neue, *seufz*).
Von der Destillerie selbst gibt es den 12 jährigen Single Malt als Flora & Fauna Abfüllung, die gemeinhin als Originalabfüllung gilt, sowie einige recht alte, 25+ und den Linkwood 37J-1978/2016 im Rahmen der Special Releases.
Das gros des Single Malts von Linkwood, der nicht in Blends landet, wird von unabhängigen Abfüllern angeboten – von G&M über Blackadder bis hin zu eben Signatory Vintage.
Puuh, nun sind wir schon da, wo ich hinwollte.

Signatory Vinatage, der Eigentümer der Edradour Destillerie, füllte den hier besprochenen Whiskys mit 43% in seiner ‚kupfernen‘ Serie ab, ungefärbt, aber vermutlich kühlgefiltert.
Er wurde am 30.01.1995 destilliert und lagerte dann in Fässern(Hogsheads) mit den Nummern 654 und 655 für 18 Jahre. Vermutlich, denn mit Vintage ist das immer so eine Sache.
Der könnte auch nur drei Jahre im Holzfass gelegen haben(dann ist er offizieller Whisky) und weitere 15 schlicht zum Lagern im Stahltank oder in Tante Ernas Aussteuertruhe -nichts genaues weiß man.

Bekannt ist nur, wann er destilliert wurde und wann abgefüllt.
Das ist ja immerhin schon mal viel löblicher, als den Whisky nur dumpf nach Marketingsprech nach alten Wikingern oder Elementen zu benennen, und ohne Alter bzw. ohne sinnvolle Zusatzinformation in den Handel zu stellen, wie es manche Destillerie gerne tut.

Abgefüllt wurde er dann am 11.07.2013, und es kamen dabei 795 Flaschen aus den beiden Fässern zusammen.
Linkwood 1995/2013 Signatory Vintage Flasche
Meine Flasche erstand ich Ende 2013 zum Preis von 39,90€.
Die aktuellen Abfüllungen des Linkwood 1995 von Signatory in der ‚kupfernen‘ Reihe sind inzwischen 21 Jahre alt.
Sie stammen weiter aus 1995 und wurden Anfang 2017 abgefüllt.
Die Preise liegen dabei um die 50-55 €(für einen 21 jährigen immer noch ein guter Preis) und damit meist noch unter dem Preis für die 12 jährige originale, deflorierter Faun Abfüllung.

Wie auch der Glen Moray 12 oder der Glen Elgin 12 gibts beim Linkwood eine schöne, blumig leichte und Aprikosen fruchtige Speyside Nase.
Riecht klar nach Sommerdram. Ganz hinten in der Nase sind hier allerdings noch ein paar Holzspäne mit dabei. Frische, keine brennenden oder glimmenden.
Das lockert die sonst ganz langweiligen einfachen Aromenpartikel etwas auf, das Schnuffeln macht mehr Spaß. Gut so.

Der erste Schluck kommt mit einem sanften Antritt auf die Zunge und dann: BÄMMM!
Es wird hitzig, pfeffrig, es wird trocken und die Zunge belegt sich und einen Assoziation von ganz schwachem Rauch zeigt sich.
Dabei ist er schön süß und macht mit seiner sanften Öligkeit ein fettes Lippenpaar. Spart mir den teuren Lippenfetter, löblich!
Er hat eine wirklich schöne Malznote und ist aber echt feurig, also wirklich, wirklich heiß.
Mit etwas Wasser kann man den lodernden Brand der Feurigkeit etwas ablöschen, der Linkwood wird deutlich gefälliger – verliert aber auch ein wenig an Rückgrat dadurch.
Sehr vorsichtig dosieren mit den Wassertropfen, die 43% sind schnell zu sehr verdünnt. Dann ist er zwar nicht mehr feurig, aber eben tot. Auch nix!
Ich hatte nach dem Verdünnen den Eindruck einer leichten Veilchennote, nicht unangenehm und eher selten.

Die Schwachstelle beim Linkwood 1995/2013 ist leider auch der Abgang. Der entwickelt auch eine papierene Note, wirkt staubig, holzig und spröde. Zusätzlich bittert er dann noch nach und das Amalgam der Geschmackseindrücke ist nicht so dolle.

Dennoch fand ich den einen guten Vertreter für einen gereiften, preislich guten und interessanten Whisky.
Die Kombination aus weicher Speyside und feurigem Pfeffer war ein interessantes Kontrastpaar, der hat überraschenderweise Charakter.

In der Whiskybase gibts dazu: Linkwood 1995/2013 Signatory Vintage

Wertung Single Malt
Linkwood 1995/2013 Signatory Vintage

Geschmack:
Preis-/Leistungsverhältnis:

Fazit: Der Linkwood 1995/2013 #654+655 ist ein spannender Whisky, bei dem sich Gegensätze versuchen im Glas zu arrangieren – und es gelingt. Weich, würzig und feurig machen Spaß, leider patzt er etwas im Abgang, sonst wären es 3-4 Fässer geworden.

Ihnen Ihr Blödbabbler

Rating-Info
6 Perfekt – 5 Wunderbar – 4 Lecker – 3 Gut – 2 Brauchbar – 1 Widerlich – 0 Fußbad

Glengoyne 12 Cask Strenght

Die Destillerie Glengoyne liegt sozusagen am Tor zu den Highlands, kurz nachdem man aus Glasgow rausgewandert ist.

Wer mal den Westhighland Way gewandert ist (i did it twice ;-)), der kommt fast zwangsläufig dort vorbei, ich sach‘ nur: Von Milngavie nach Drymen im strömenden Regen.
Nachdem man sich zielstrebig bei den Einheimischen zum Gespött gemacht hat, indem man nach dem Ort „Milngavie“ – so wie mans schreibt- gefragt hat(der aber selbstverständlich irgendwie gälisch ausgesprochen wird:[mɪlgaɪ] oder [mʌlgaɪ]) und alle Angesprochenen stets vorgaben, von diesem Ort noch nie gehört zu haben, kann man es schon gar nicht mehr erwarten sich in Alkohol und Selbstmitleid zu suhlen – quasi irish feelings in Schottland. *eg*
Egal, also da liegt jedenfalls die Destillerie und die machen traditionell nichtrauchige Whiskys.

Einer meiner ersten, die ich von Glengoyne im Glas hatte, war der 10 jährige noch in der grünen Dose und in der Literflasche zu 28.90€ im Jahre 2010, sogar 26.50 im Jahr danach *grins*. D
en fand ich recht lecker, sehr klar und rein von seiner Machart her. Rauchgas assoziiere ich immer mit Glengoyne, keine Ahnung warum und was Rauchgas überhaupt ist. *rolleyes*
Glengoyne 12 Cask Strenght(100proof) Flasche
Nun wars aber der dickere und etwas ältere, dafür leider schon picklige, größere Bruder – der in Fassstärke mit 57.2% abgefüllte 12 jährige (100 proof) in einer 0,7 Literflasche.
Ich habe leider keine Unterlagen mehr gefunden, wann und wo ich den gekauft habe, geschweige was ich dafür bezahlte. War aber deutlich unter 40€ so viel hab ich noch im Urin Unterbewussten gespeichert.

Aaaalso, der Glengoyne lag, bevor man ihn auf Flaschen zog in Fässern, auch wenn in der Whiskybase nur was von American Oak steht, waren es hier auch europäische Eichenfässer, in denen Sherryartiges lagerte. Und auch bei diesem Whisky gibts ein kleines Problem mit Sherrys nasty bitch, dem Schwefel. Dies vorweg.

In der Nase deutlich Sherry, aber es gibt ein ’schiefes‘ Aroma zur Fruchtnote, welches ich auf Schwefeleinfluss zurückführe. Der riecht leider nicht ‚rund‘ für mich.

Im Mund ist er angenehm süß, dabei cremig und schokoladig. Er ist deutlich warm und intensiv, etwas Fassbitterkeit kommt als Würze zur leider deutlich spürbaren Schwefelnote dazu.
Mist, so langsam ist das mit dem Schwefelschmecken echt nervig. Ich frage mich ja, ob das so ein genetisches Ding ist, ob man ‚Schwefelschmecker‘ ist oder nicht. Gar viele, auch jene, die den Stoff „Whiskys“ nicht zu ihrem Gewerbe gemacht haben und Videos drehen, schmecken diese Fehlnote nicht oder eben nicht störend raus. Mir springt das direkt ins Gesicht, voll auf die 12 mit dem schwefligen Arsch!
Notiz an mich: Rausfinden, ob das was Geerbtes ist.

Im Mund bittert der Whisky deutlich nach und er zieht den Mund schwach zusammen, ist also adstringierend.
Mit Wasserzugabe bekommt man im Abgang deutlich mehr staubigen Geschmack, der Marke: Papierstaub. Durch den hohen Alkohol und warum auch immer noch, pelzt die Zunge beim Glengoyne 12 CS deutlich auf.
Rabäää! Könnte eigentlich ein gut trinkbarer Geselle sein, ganz anders in der erahnten Geschmacksrichtung als der kleine 10er, aber durch das qualmende Feuerwerk der unfreiwilligen Geschmackszugabe leider von mir deutlich abgewertet.
Da es den aber auch scheinbar nicht mehr im Handel gibt, sollte das kein Problem sein. Eventuell sind die neuen Cask Strenght von Glengoyne ohne Alter ja wieder etwas weniger schweflig als dieser diabolische Bruder.

In der Whiskybase gibts dazu: Glengoyne 12 Cask Strenght(100proof)

Wertung Single Malt
Glengoyne 12 Cask Strenght

Geschmack:
Ich habe lange geschwankt ob ich nicht nur eins bis zwei Fässer vergeben soll, aber ganz schlecht ist er auch nicht, deswegen gibts mit viel Augen zudrücken doch 2 Fässer.

Preis-/Leistungsverhältnis:

Fazit: Der Glengoyne 12 CS war mir ein deutlich zu schwefliger Geselle. Auch die wohlmeinenden 57,2% retten ihn leider in meinen Augen nicht vorm Absturz.

Ihnen Ihr Blödbabbler

Rating-Info
6 Perfekt – 5 Wunderbar – 4 Lecker – 3 Gut – 2 Brauchbar – 1 Widerlich – 0 Fußbad

Glenfiddich 15 ‘Destillery Edition’

Die Destillerie Glenfiddich, vermutlich jene Destillerie die auch jeder Supermarktbesucher kennt, wird ja von manchen der selbsternannten Whiskyverkosterkönige gerne mal links liegen gelassen, wie ich finde durchaus zu Unrecht.

Selbst der oftmals mit Verachtung gestrafte 12 jährige ist nicht so übel, wie in sich manche zusammenspinnen wollen in ihrem elitären Großkotzgehabe.
O.k. kein Whisky der mit massiver Komplexität daherkommt, kein Jod, kein Rauch, sondern nur schlichter, dabei gut trinkbarer -fast klassischer-, gereifter Whisky.
Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Und das zu einem ansprechenden Preis(dann allerdings wirklich im Supermarkt kaufen, da gibt’s den im Angebot meist für um die 21-22€). Das nur nebenbei.
Den formidablen 14 jährigen Rich Oak, sowie seinen 1 Jahr älteren 15er Solera habe ich ja bereits vor geraumer Zeit wohlwollend besprochen.

Nun also der 15 jährige ‘Destillery Edition’, der mit satten 51% Alkohol in der feinen 1 Literflasche und nicht kühlgefiltert daherkommt, ich vermute mal der war ursprünglich für den Travel Retail Markt gedacht, die landen dann früher oder später meist an der Tanke bei den Freunden im benachbarten Ausland. 🙂
Inzwischen scheint er -in der 0,7 Literflasche- zur Standardrange bei Glenfiddich zu gehören.

Ich erstand meine Flasche im September 2013, den Liter für 34,99€.
Heute kostet die 0,7 Literflasche ab 45€ aufwärts.
Mindestens bei 2 inländischen Händlern gibts auch die 1 Literflasche noch ab 67€ aufwärts.
Verdammte Inflation treibt die Preise heftig, oder liegts doch an was anderem? 😉
Innerhalb von 4 Jahren knapp 100% Teuerung spricht deutlich gegen „die Inflation“, da passen vermutlich klare Worte wie Gier und dazu apologetisches, stumpfes Gefasel vom „Markt der alles richtet“ besser zu. Seis drum ich hatte ihn ja schon im Glas. :-p
Glenfiddich 15 D.E. Flasche
Der Glenfiddich 15 ’Destillery Edition’ kommt in der dreieckigen, markenspezifischen Dose der Destillerie diesmal in graublau-metallisch daher. Er reifte in amerikanischen (Ex-Bourbon?) und europäischen Eichenfässern(Hering-, Port-Sherry-Rotwein, oder Ziegenkäse? Wir erfahren es leider nicht) für den Zeitraum von mindestens 15 Jahren. Auf der Webseite von Glenfiddich steht spezifischer dazu: spanische Eiche, was auch immer darin war, Sherry könnte eine naheliegende Option sein. 😉

Der Glenfiddich 15 D.E. riecht schön malzig, blumig und fruchtig, Orange und Aprikose. Speyside ick hör dir drapsen.
Nettes Näschen, macht durchaus Spaß auf den ersten Schluck.

Im Geschmack dann -überraschend für mich-, neben der üblichen Honigsüße und Vanille deutlich rauchige Assoziation. Warm, ein wenig pfeffrig und eben rauchig(nee, nicht Islay!), auch staubig und pelzig. Eine Assoziation von getrocknetem Thymian, intensiv und ölig. Dann nasser Rauch.
Wow! Ich oben noch so… kein Rauch…blabla…und dann das. Ich bin mir aber immer noch nicht sicher, ob das wirklich Rauch sein soll, oder obs nicht doch eher vom Fass aus der Holznote stammt. So, oder so. Das macht Spaß, ein ganz anderer Glenfiddich.

Im Abgang dann bleibts deutlich warm(51%!), eine Mentholnote erscheint, es bleibt süß und trocken. Leider wird’s auch bizzelig. Und, es macht einen ’schleimigen‘ Mund, das mag ich gar nicht. Bäh, was soll das?
Vermutlich hätte dem Whisky etwas Wasser gutgetan, 51% sind schon eine ordentliche Hausnummer, aber ich habs nicht gemacht. Zu dumm, doppelt eigentlich. Eventuell wäre dann der Abgang schöner oder für mich angenehmer gewesen.
Ich Esel habe aber den ganzen Liter -über längere Zeit- immer unverdünnt getrunken. Shame on me.

Was bleibt? Ein weiterer, guter und ansprechend leckerer Whisky von Glenfiddich, aus dem Hause der Familie Grant, jener Destillerie, die -was man bei der Menge an Output immer gerne übersieht- eben immer noch in Familienbesitz ist. Gut!

In der Whiskybase gibts dazu: Glenfiddich 15 D.E.

Wertung Single Malt
Glenfiddich 15 D.E.

Geschmack:

Preis-/Leistungsverhältnis:

Fazit: Der Glenfiddich 15 D.E. ist ein alltagstauglicher, leckerer und gereifter Whisky, der durch seine ‚rauchige‘ Note positiv überraschen kann. Leider ist er heute kein Schnäppchen mehr, der Preis für das Gebotene geht aber dennoch in Ordnung.

Ihnen Ihr Blödbabbler

Rating-Info
6 Perfekt – 5 Wunderbar – 4 Lecker – 3 Gut – 2 Brauchbar – 1 Widerlich – 0 Fußbad

Glen Moray 12

Die Destillerie Glen Moray liegt in der Speyside, beim Ort Elgin, wo auch die Destillerie Glen Elgin ihr Dasein fristet.

Sie haben ein paar NAS Abfüllungen mit diversen Fassnachreifungen, einen alten 16 jährigen(eingestellt), neu einen 15 und 18 jährigen Whisky, sowie einen 25 jährigen in ihrer Produktionsrange.

Meine 0,7 Liter Flasche kaufte ich Anfang 2014 für 24 € bei einem Onlineversender, heute kostet die Flasche -wenn man guckt- immer noch ungefähr genauso viel, man kann aber auch fast 30 dafür bezahlen. 😉
Glen Moray 12 Flasche
Der Glen Moray 12 wurde mit 40%, Farbstoff, kühlgefiltert und aus Ex-Bourbonfässern abgefüllt.

Was erwarte ich mir von einem einfachen Speysider aus einem Ex-Bourbonfass?
sehr leichte, süße Nase, check!
Aprikosenaroma, check!
Karamell und etwas Vanille, check!
Einen kleinen alkoholischen Stich…check…äh… nee, der stört, aber fairerweise muss ich sagen, es wurde mit der Zeit besser.
Alkohol sollte tatsächlich atmen, der Ersteindruck direkt nach dem Öffnen ist manchmal anders, als man es sich denkt – meist nicht besser.
Bis hierher keine Überraschung, etwas langweilig, aber nicht schlecht.

Im Mund ist der erste Eindruck holzig und trocken, das habe ich so nicht erwartet, schwache Vanille und Mandel, süße und gute Crème brûlée.
Überraschender Start, aber der ist durchaus lecker und auch süffig wie es ein Speysider sein sollte.

Der Abgang ist dann nicht so seine Paradedisziplin, er ist deutlich warm, etwas sprittig und dabei überraschend lang.
Die Süße ist schnell weg und etwas Pelziges bleibt auf der Zunge zurück, mitsamt einer gefühlten Staubschicht.
Hmpf, nicht das, was ich mag. Besonders diesen staubartigen Belag auf der Zunge finde ich bei Whiskys unschön. Manchmal geht es mehr in Richtung Papierstaub und auch das ist nicht mein absoluter Favorit. So klar, wie sich die Nase darbot, so unrein erscheint mir der Abgang.

In der Whiskybase gibts dazu: Glen Moray 12

Wertung Single Malt
Glen Moray 12

Geschmack: bis

Preis-/Leistungsverhältnis:

Fazit: Der Glen Moray 12 hätte das Zeug zum preiswerten Sommerdram, die Anlagen sind da, ich finde einzig er patzt deutlich im Abgang. Wer sich aber nicht an staubigem Geschmackseindruck Art stört, der kann zuschlagen und bekommt so einen leichten Speysider mit Altersangabe für kleines Geld.

Ihnen Ihr Blödbabbler

Rating-Info
6 Perfekt – 5 Wunderbar – 4 Lecker – 3 Gut – 2 Brauchbar – 1 Widerlich – 0 Fußbad

Strathisla 12

Die Destillerie Strathisla liegt in der Speyside in Keith und hat, zusammen mit Glenturret, Ardmore, Glen Keith und Highland Park, neben schnödem Alkohol noch eine schöne Katzengeschichte anzubieten.
Neben Towser the mouser(Glenturret), Tommy „The three-legged Beast of Ardmore“ und Barley, Malt and Peat bei Highland Park verrichtete Passport ihren Job (nach einer unfreiwilligen Reise von Kentucky im Container zusammen mit gebrauchten Bourboncasks) zuerst in der Glen Keith Destille und wanderte dann später über die Straße zu Strathisla.
Mehr zu den Katzen der Destillerien gibts hier zu lesen.

Aber neben Katzengeschichten wurde und wird in Strathisla natürlich hauptsächlich Whisky produziert, der verbreitetste davon ist vermutlich der 12 jährige, um den es heute hier gehen soll.
Strathisla 12 Flasche
Vieles von den Strathisla Destillaten fließt in den Chivas Regal, dessen Leadmalt eben Strathisla herstellt.

Der Strathisla 12 wurde von mir im Frühjahr 2014 für 34 € für die 1 Literflasche bei einem Onlinehändler gekauft. Heute kostet er- wenn man ein wenig schaut- ca. 38 €; er kann aber auch über 46 € kosten, wenn man nicht so genau hinschaut. 😉
Er wurde mit klassischen 40% abgefüllt und bekam eine Schippe des guten, alten Zuckerkulörs zur Farbharmonisierung verpasst, kühlgefiltert wurde er auch, tippe ich mal.
Abgepackt ist er in einem eher weichen Karton mit rosa Eingriff oben, der Farbe, die auch die 12 auf dem Flaschenlabel ziert. Die Flasche ist dickwandig und schwer, dem des Aberlour a’bunadh nicht unähnlich. Das Label ist hübsch, mit den beiden Pagoden der Destillerie stimmig und beinahe elegant und erwähnt mehrfach, dass Strathisla die älteste Destille der Highlands sei. Meiner ist aber länger! :p
Von der Verpackung kommt hier mein katzenartiger, unvermittelter Sprung in medias res:
Plumps!

In der Nase steht sofort diese typische Speyside Nase, fruchtig, leicht und schönes Aprikosenaroma. Classic Speyside für mich, lecker und überzeugend.

Im Mund wiederholt sich der Jo!-Effekt. Warmes, seidiges Mundgefühl und viel süßer Honig.
Ein wenig Holzeinfluss,in der Richtung nussige Schokolade, gibts vom Fass, dass dann noch ein wenig nachbittert während der Schluck langsam die Zunge verläßt.

Der Abgang ist dann eher kurz, die Zunge pelzt mir ein wenig auf, ein guter Teil der Süße bleibt noch einen Moment stehen als Kontrast zur sanften Bitterkeit.

Ich finde den Strathisla 12 einen schönen, süffigen all-day-dram>, der seine Stärken in der wärmeren Jahreszeit ausspielt.

In der Whiskybase gibts dazu: Strathisla 12

Wertung Single Malt
Strathisla 12

Geschmack:

Preis-/Leistungsverhältnis:

Fazit: Der Strathisla 12 ist ein sehr schöner Sommerdram, easy drinking und nichts Garstiges drin, was einem den leichten Trinkgenuss verbrämen könnte. O.k., eine Ecke oder Kante für den Bereich Komplexität geht im ab, aber man bekommt dafür einen klassischen Speysider aus dem Lehrbuch, also das, was ich damit verbinde.

Ihnen Ihr Blödbabbler

Rating-Info
6 Perfekt – 5 Wunderbar – 4 Lecker – 3 Gut – 2 Brauchbar – 1 Widerlich – 0 Fußbad

Glenfarclas 18

Der Glenfarclas 18 gehört nicht zum Standardrepertoire der Destillerie, die seit sechs Generationen im Familienbesitz ist, sondern ist war eine „Travel Retail only“ Geschichte.
Inzwischen gibts den aber bei quasi jedem Händler der mit Whisky zu tun hat. Was jedoch geblieben ist, sind die Abfüllung in der 1 Literflasche und ein guter Preis.

Wie bereits zum Glenfarclas 17 geschrieben, ist er deutlich billiger zu haben, als sein um ein Jahr jüngerer Bruder.
Meine Flasche stammte aus dem Jahr 2015 und kostete 49,99 € für den Liter bei den Freunden an der Tanke um die Ecke von Trier.
Glenfarclas 18 Flasche
Im Glenfarclas Stil kommt die runde Dose daher, die allerdings farblich ein wenig nach Weihnachtsedition ausschaut.
Die auf jeder Dose abgebildeten Initialen der Family J&G Grant stechen einem fast körperlich schmerzhaft metallisch-rot ins Auge und generieren eine Art von Moiré-Effekt -auch auf den noch nüchternen Betrachter.
Die Dosenfarbe ist eine rotbraune Farbmischung, wie immer nichtsagend rückseitig beschriftet.
Abgefüllt wird der GF 18, ebenso wie der 12, 17, 21, 25, 30 und 40 jährige mit 43%. Löbliche Ausnahme -mit mehr Umdrehung- in der Standardrange gibts nur beim 15 jährigen mit 46%.

Mit dem 15 jährigen, und scheinbar neuerdings auch mit dem 12er teilt er sich leider auch den Liebesgruß aus der Hölle – in Form von schwefligem Aroma & Geschmack.
Hmpf!
Im Glas riecht es zwar schön nach Sherry, aber leider auch in der bocksfüßigen Variante, unschwer als Schwefelaroma auszumachen, sorgt es für Missmut, zumindest bei mir.
Der Geruch ist dicht, fast cremig in der Nase und es geht in die Richtung von dunkler Schokolade.
Wäre fast schön ohne den muffligen Teufelsfurz im Glas.

Im Geschmack ist der gerade Volljährige trocken und adstringierend. Bittere Einflüsse vom Fass begleiten den im Hintergrund präsenten Streichholzgeschmack, cremige Textur und dunkle, bittere Schokolade übernehmen das Mundgefühl. Fettige Lippen macht der GF 18 auch, bietet sich also zur Prophylaxe und Therapie bei trockenen Lippen an.

Nachdem er sich den Schlund runter gemacht hat, bleibt er dabei warm und fast schon pfeffrig, beinahe schon scharf zu nennen. Alter muffiger Sherry und bitteres Holz bleiben zurück.
Tjo. Hmm. Nicht mein GF Favorit, aber auch -trotz des Schwefeleinflusses- noch trinkbarer Whisky, der aber gegen den ein Jahre jüngeren GF 17 nicht ankommt.
Hier ist der Schwefel das mindernde Element, der Rest ist mir zu eindimensional auf die bitteren Bereiche angelegt. Wer darauf aber steht und sich nicht am Teufelsfurz stört, der kann hier für kleines Geld zuschlagen. Denn richtig schlecht finde ich den GF 18 eben auch nicht.

In der Whiskybase gibts dazu: Glenfarclas 18

Wertung Single Malt
Glenfarclas 18

Geschmack:

Preis-/Leistungsverhältnis:

Fazit: Der Glenfarclas 18 ist ein guter und preiswerter Whisky aus dem Sherryfass. Leider stören mich die Schwefelaromen stark und die sehr einseitige Fixierung auf dunkel und bitter muss man mögen. Aber einen anderen, 18 jährigen Sherryfass Whisky in der Literflasche für unter 50 €, muss man auch erstmal finden. Kann man, muss aber nicht unbedingt.

Ihnen Ihr Blödbabbler

Rating-Info
6 Perfekt – 5 Wunderbar – 4 Lecker – 3 Gut – 2 Brauchbar – 1 Widerlich – 0 Fußbad

Glenfarclas 17

Und weiter gehts mit Whisky aus der Standardrange der privat geführten Destillerie Glenfarclas aus den Highlands.

Mit 43% wird der 17 jährige in 0,7 Liter Flaschen abgefüllt, die typische Dose ist orange-rot, die Ms. sagte dazu Lederrot, und der umseitige Text auf der Dose ist wie immer mit nichtssagendem Marketing- und Gefühlsblabla befüllt.
Der 17 jährige kostete mich 48,99 € an der Tanke im befreundeten Ausland, Anfang 2015, und ist damit deutlich teurer als der in 1 Literflasche abgefüllte 18jährige, der dort zum gleichen Zeitpunkt dort 49,99 kostete.
Lustigerweise ist der Unterschied inzwischen so, dass der 17 jährige sogar überall mehr kostet, als der 18 jährige obwohl der mit 0,3 Litern mehr in der Flasche daherkommt..
Zwischen 54 und 60 Euro kostet der GF 17er momentan bei den Versendern, der 18er liegt meist noch unter der 50.
Glenfarclas 17 Flasche
Aber auch der 8 und der 10 jährige kosten ja umgerechnet mehr, als die 1 Literflasche vom 12er. Wobei ich den 12er angenehmer zu trinken finde, als den 10er; der 8 er liegt da gut dazwischen.
Soviel zur Bepreisung, die man aber insgesamt bei Glenfarclas Originalabfüllungen immer noch als sehr fair honorieren muss.

Doch nun zum Objekt der Begierde.
Der GF 17 hat eine wunderschöne Tabaknote im Aroma – trockener Tabak, kein brennender.
Und er riecht deutlich jünger, als er ist – feine dunkle Ferkelnase, Sherry und Matschfrucht aber wichtiger Absenz von Streichhölzern oder Sylvesterkrachern. Gut!

Im Mund macht er mit einem Schwall dunkler Süße auf, Rosinen sind deutlich präsent. Er ist klar warm, leicht cremig, dunkle Schokolade und etwas Espresso(einfacher, kein doppelter! :-D)
Dann kommt leider ein muffiges, dumpfes und stumpfes Element dazu, sowie eine Holznote der Marke Sandelholz(?). Sherry ist präsent, Malz ebenso.

Im Abgang legt sich der Muff auf die Zunge und klebt wie Scheiße Kaugummi am Schuh daran fest. Er bleibt dabei aber dunkel und süß, leichte Bitterkeit jenseits vom Espresso krabbelt ans Zäpfchen.

Klingt jetzt im gesamten nicht so überzeugend, vor allem wegen des Muffs, den ich im Abgang tatsächlich als deutliche Schwachstelle empfinde, ist aber ein Klasse Whisky.
Ohne den Muff aus tausend Jahren -unter der Daube und den Talaren- wäre der eine glatte 5 geworden, so gibts von mir Abzüge in der B-Note und er landet bei 4 Fässern.

In der Whiskybase gibts dazu: Glenfarclas 17

Wertung Single Malt
Glenfarclas 17

Geschmack:

Preis-/Leistungsverhältnis:

Fazit: Der Glenfarclas 17 ist ein gelungener, schöner und gut gereifter Whisky aus dem Sherryfass. Der Preis erscheint angemessen, wenn aus den Fässern der Muff rausgekratzt ist, schmeckt der sicherlich phänomenal. So bleibt er ein guter und leckerer Whisky für all jene, die sich auch an einer bitteren und cremigen Note nicht stören. Deutliche Steigerung zum 12er aus der Standardrange.

Ihnen Ihr Blödbabbler

Rating-Info
6 Perfekt – 5 Wunderbar – 4 Lecker – 3 Gut – 2 Brauchbar – 1 Widerlich – 0 Fußbad

Glenfarclas 12

Jaa, ich gebe es zu ich mag Glenfarclas recht gerne, auch wenn ich immer wieder in der Vergangenheit über die matschigen Früchte gemault habe.
Mit der Zeit gewöhnt man sich an das ‚Sherry‘ Element bei denen und wird durchaus warm damit.

Die Schwere der Ferkel finde ich im Sommer eher nicht so klasse, aber in der Übergangszeit des Jahres ist mir Glenfarclas meist ein treuer Begleiter geworden.

Nachdem ich bereits in längst vergangenen Zeiten den 105, den Heritage und den 8 jährigen hier im Blog besprochen habe, steht heute der 12 jährige aus der Standardrange zum Rapport.
Glenfarclas 12 Flasche
Ich hatte einige Ausgaben über die letzten Jahre vom ‚guten‘ 12er im Glas, die preiswerten 1 Literflaschen von der Tanke im befreundeten Ausland für knapp 27€ und sogar einmal eine 0,7 Liter Flasche, die aber genauso viel kostet, wie die Literflasche, und somit echt keinen Sinn macht in der Anschaffung.
Es gab leichte Schwankungen, beim letzten, jenen, den ich hier bespreche, gabs leider eine gute Schippe Schwefel umsonst dazu, die hat mir den Spaß am GF12 ein wenig vergällt.
Diese letzte Buddel stammt aus 2015, war eine Literflasche und kostete -wie auch heute noch- um die 27 €, bei den meisten Onlinern liegt sie augenblicklich um die 30.

Der Glenfarclas 12 kommt in der typischen runden Dose von Glenfarclas daher, die Farbe ist blau und die Flasche eine richtige Buddel, nicht Gangnam, sondern Glenfarclas Style.

In der Nase ist der GF12 voll und fast schon schwer, schön dunkel und malzig. Beim Schnuffeln hats noch nix mit Schwefelnote, zumindest nicht spürbar oder gar vordergründig, sodass die Überraschung umso ärger war.

Im Mund ist der 12er erst schön süß mit Honig und dabei auch schon deutlich warm. Mindestens ein Fass wurde dem Teufel entrissen und schwefelte sein Aroma zwischen die leichten, matschigen Faulfrüchte(ganz wenig faul diesmal). Der Schluck ist deutlich warm, fast schon pfeffrig im Antritt und wunderbar malzig dabei. Etwas später kommt noch ein Trockenheitsgefühl und etwas Würze dazu. Gut wie immer, vor allem das Malzige weiß zu gefallen – die Schwefelnote stört mich aber deutlich.

Im Abgang bleibt der Whisky warm, brennt fast schon; die Zunge bizzelt und ein abgestandener Sherry-Geschmack krallt sich katzengleich an den Papillen fest.
Es überwiegt dooferweise ein Geschmack nach Papier und Holz, der sich mittel- bis deutlich zu lang hält.

In der Whiskybase gibts dazu: Glenfarclas 12

Wertung Single Malt
Glenfarclas 12

Geschmack: bis

Preis-/Leistungsverhältnis:

Fazit: Der Glenfarclas 12 ist ein sehr schöner, sherrytöniger Einsteigerwhisky, der -wenn nicht gerade die Schwefelhexe ins Fass gespuckt hat- immer seinen Kauf wert ist. Ich habe hier die Erfahrung mit den weiteren Flaschen mit in die Wertung einbezogen, sonst wäre es für diese Ausgabe nur eine 3 geworden. Normalerweise liegt der 12er bei mir bei einer 4.

Ihnen Ihr Blödbabbler

Rating-Info
6 Perfekt – 5 Wunderbar – 4 Lecker – 3 Gut – 2 Brauchbar – 1 Widerlich – 0 Fußbad

Cameronbridge 1995/2013 SV

Es begab sich vor langer Zeit, dass der Blödbabbler meinte, auch diverse Grain Whiskys verkosten zu müssen.

Grain Whisky, wie erinnern uns ist ein Destillat gemacht aus was-man-halt-so-da-hat. Meistens Mais oder Weizen, sollte eben billig und hoch verfügbar sein.
Die Maische daraus wird dann in Gollum Column Stills hochdestilliert, nix mit Kupferköpfchen Romantik und mundgeschöpftem Wasser von kleinen Elfen.
In den unheiligen Hallen von Cameronbridge werden auch Gordon’s Gin, Tanqueray Gin und Smirnoff Vodka hergestellt, die vermutlich genauso schmecken würden, wie der getestete Whisky, wenn man sie denn in ein altes Fass stopfte und rotten dort reifen ließe. Aber das nur am Rande.

Um das Jahr 2015 herum kaufte ich mir eine Flasche Cameronbridge 17 Jahre alt, mit 43% abgefüllt und für 27.90€ vom Abfüller Signatory Vintage.
Der Whisky wurde am 31.1.1995 destilliert und am 24.10.2013 abgefüllt, wenn er die ganze Zeit im Fass war, wovon man bei Vintage Abfüllungen ja leider nie ganz sicher sein kann, dann wäre er 18 Jahre alte gewesen.
So ganz wie ein Erwachsener kam er leider nicht daher, denn trotz der vermeintlichen langen Jahre zum Reifen im Fass hat er sich da nicht sehr viel rausgeholt.
Nach dem durchaus guten Greenore 8 war ich gespannt auf einen Single Grain Whisky, der über die doppelte Zeit gereift sein sollte, und wurde leider etwas enttäuscht.

Im Glas macht er wie ein typischer, leichter Whisky auf. Ich schnuffele das unvermeidliche Karamell, Vanille und sanfte Süße – also fast so etwas wie eine schwache Bourbonnote ohne Klebstoffalarm.
Nicht übel, aber halt auch nichts, wofür man unbedingt Geld ausgeben will oder muss.
Leider kam da auch nach einer Wartezeit(o.k. ich gebe es zu, es waren keine 18 Minuten, ralfys shame on me)nicht mehr Aromen zum Vorschein, das Ergebnis bliebt blass.

Also zügig, nach Art des Feinschmeckers, den Kopf in den Nacken gelegt und einen kräftigen Schluck des Single Grain Whiskys über den Glasrand ins blödbabblerische Erlebnisloch laufen lassen.
Zum Glück getroffen und nicht die Nase geflutet!
Cameronbridge 1995/2013 Flasche

Der Cameronbridge ist adstringierend, schön süß und getreidig im Mund, bei einer leichten Holzwürze und fettet elegant nebenbei noch leicht die Lippen.
Vanille und Karamell sind präsent.
Der Ersteindruck zeigt eine Wässrigkeit, die aber schnell durch einen kraftvollen, fast wuchtigen Schub Alkohol(gefühlt deutlich über 43%) abgelöst wird.
Für einen Grain, wenn ich ihn mit dem Greenore 8 vergleiche, ist er überraschend pfeffrig und warm. Er fühlt sich im Mund deutlich stärker an, als der Ire und entgegen der leichten Nase.

Nachdem der Schluck den Mund verlassen hat, bleibt dieser deutlich warm, der Mund, nicht der Schluck. Das pfeffrige verschwindet ebenso schnell, wie auch der Rest des Geschmacks, samt Vanille und Karamell.
Was zurückbleibt ist eine pelzige Zunge und leichter Papiergeschmack darauf. Örks!
O.k. um fair zu sein, auch das bleibt zum Glück nicht lange bestehen, sondern verschwindet still und leise in den unendlichen Weiten des Universums.
Zurück bleibt ein etwas enttäuschter Blödbabbler.

Hier steht der probierte Whisky in der Whiskybase: Cameronbridge 1995/2013

Wertung Single Grain
Cameronbridge Signatory Vintage 31.01.1995/24.10.2013

Geschmack:
Preis-/Leistungsverhältnis:

Fazit: Leider aus meiner Sicht ein echter Langweiler, ohne schöne Ecken und Kanten, und mit einer Pfeffrigkeit, die ich darin nicht wirklich brauche. Für ähnliches Geld gabs den deutlich jüngeren Greenore 8 aus dem Hause Cooley. Der ‚Nachfolger‘ dort heißt Kilbeggan 8 – ob der auch so lecker ist, wie der alte Greenore, weiß ich leider nicht. Mein Bedarf an Grainwhisky unter 30-40 Jahren ist nämlich erstmal gedeckt.

Ihnen Ihr Blödbabbler

Rating-Info
6 Perfekt – 5 Wunderbar – 4 Lecker – 3 Gut – 2 Brauchbar – 1 Widerlich – 0 Fußbad

Danke

Gestern gabs einen kleinen Umtrunk beim Blödbabbler, schlicht als Whiskytasting getarnt.
Frau IausL, Herr AausL, Herr AausB und der werte Herr virtualmono waren gekommen, leider alle ein wenig angeschlagen und deswegen etwas reserviert beim Trinken Verkosten.
Als Vorschlag standen Old Perth Sherry Cask, Mackmyra Svensk Rök, Mackmyra Bruks, Glen Grant 21J-1995/2016, Glentauchers 5 Jahre – 2010 und ein Paul John Brilliance auf dem Tisch.
Wie immer galt, es durfte auch was anderes aus den Regalen gewählt werden.
Der Herr virtualmono brachte noch einen Port Charlotte An Turas Mor von Bruichladdich mit und bot diesen zur Verkostung an.

Tjo, tatsächlich haben wir uns dann an den Old Perth Sherry Cask als Starter gemacht, was sich im Nachhinein als Fehler erwies. Der von allen als lecker eingestufte Blended Malt eröffnete zu gut, der danach folgende Mackmyra Bruks kam nicht so richtig an. Zu jung, zu eigenbrötlerisch , was so auch später auf den Rök zutraf. Ich fand den Geschmack zwar interessant, aber beide scheinen noch ein wenig Ruhe im Fass zu brauchen um ein bisschen die garstigeren Noten abgemildert zu bekommen. Mal gucken, ob aber nicht schon das Öffnen der Flasche die gröbsten Spitzen in der nächsten Zeit nimmt.

Frau IausL die sich schon immer im Vorfeld vor dem Paul John fürchtet, nur weil ich ihr einst sagte, dass dieser Whisky aus Indien stammend eine sehr dubiose, lockere Kapsel hatte, konnte auch gestern beruhigt werden, der Brilliance blieb zu. Um da mal den werten Herrn DHL – Teslakönig vor dem Herrn(wie ich durch Herrn virtualmono gestern erfuhr)- von http://whisky.de grob zu zitieren: Man kann da schon mal ein Auge riskieren. 😉

Die beste aller Ms., die Ms. Blödbabbler, hatte sich bereits morgens in der Frühe aufgeopfert und Apfelstreuselkuchen, sowie aus nicht benutztem Teigrest noch ein paar Plätzchen gebacken.
Sinnigerweise waren es – im Haus des Herrn Blödbabblers – Engelplätzchen, gestochen mit der einzigen Form die wir besitzen. Mein Versuch diese als Schutzengelsplätzchen gegen den Paul John zu verkaufen fruchtete leider nicht, auch da blieb die Flasche zu. 😀
Wegen der gestern enttäuschenden Schwedenwhiskys, den Blomstertid hebe ich mal fürs Frühjahr auf, versöhnte ich die meisten der Verkoster mit einem Tomatin 18, einzig der Herr virtualmono war sich nicht ganz klar, was er -ob der enthaltenen Schärfe- davon halten sollte. Herr AausB und Frau IausL signalisierten Wohlwollen, Herr AausL, als erklärter Whiskynichtmöger, nuckelte derweil scheinbar glücklich an selbstgebasteltem Eierlikör in seiner Ecke der Couch.

Nachdem leider sowohl der werte Herr AausB, als auch Frau IausL von gesundheitlichen Einschränkungen sprachen, beschränkten wir uns noch auf eine zu öffnende Flasche Old Ballantruan 10 Jahre aus den Hallen von Tomintoul, der uns allen sehr gut mundete. Ein wirklich guter Whisky, der direkt nach dem Öffnen schon wunderbar harmonisch im Glas war. Selbstredend tranken wir nicht die Flasche leer, sondern nur ca. 1-2cl davon.

Weil einzig Herr virtualmono und der Blödbabbler noch konnten wollen hätten können, die Ms. Blödbabbler war bereits auf leckeren fränkischen Silvaner umgestiegen, und der Rest schwächelte aus akzeptierten Gründen, ließen wir den An Turas Mor dicht – denn den gibts ja auch nicht mehr zu einem akzeptablen Preis zu kaufen, so kann dann der Herr virtualmono erst mal seine Reste Laphroaig QC und die noch rareren Reste vom 3D leeren. Sonst verliert der Port Charlotte zu viel Rauch wenn er sinnfrei offen rumsteht. Brav wie wir im gesetzten Alter inzwischen sind, fuhr der Herr virtualmono mit der Bahn heim und ließ sein Auto stehen.

Wie immer blieben Kuchenstücke übrig, der Kaffee ward geleert und der Blödbabbler hat mal wieder alle totgesabbelt. Business as usual. Wie immer war es zu kurz, zu selten und was-weiß-ich-noch-alles. Es bleibt der fromme Wunsch, man sollte sich einfach öfter sehen und dummes Zeug babbeln, was Schönes trinken und sich an Freunden erfreuen.
Ich sage einfach mal: Danke, dass ihr da ward. Ich freue mich schon darauf euch hoffentlich in Bälde mal wieder hier zu haben – oder die Ms. und ich suchen euch heim!

Euer Blödbabbler