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Zitat des Tages

„Die territoriale Integrität von Staaten ist das fundamentalste Prinzip internationalen Rechts“. So schrieb der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu in der Nacht auf Freitag auf Twitter zu Donald Trumps „Golanhöhen gehören zu Israel“ Aussage. (bspw. hier)Unabhängig davon, dass ich die Entscheidung Trumps richtig finde, worüber wir gerne streiten können, finde ich es eine bewundernswerte Sicht der Dinge, die da der türkische Offizielle anspricht.
Sprechen wir bspw. über türkische Truppen die sich in Teilen Syriens breit machen und sie völkerrechtswidrig besetzt halten.
Sprechen wir auch über Zypern und die immer noch unrechtmäßige Besetzung des Nordteils der Insel durch die Türkei, nach dem Überfall 1974.
Sprechen wir auch von der Türkei in Bezug auf den Nordirak, in dem sie Militärstützpunkte unterhält und Krieg führt.
Allesamt Aktionen die weder durchs Völkerrecht noch durch fundamentalste Prinzipien internationalen Rechts gedeckt sind, wenn man denn den Wortlaut des türkischen Ministers anlegen möchte.

Vor diesem Hintergrund erscheint mir die Aussage des Ministers doch gleich nochmal so gewichtig, oder?
Können wir also in Kürze damit rechnen, dass die Türkei sich aus diesen rechtswidrigen Besetzungen zurückzieht? Oder ist es doch nur mal wieder ein Judenbashing um dem dummen innenpolitischen Islamistenpöbel Futter für ihren Hass zu geben? Wahlkampf und territorialer Machtanspruch der Türkei scheinen hier treibende Feder zu sein, aber unser Außenminister erkennt ja lieber selbsternannte ‚Rebellen des freien Markts‘ in Venezuela an und macht dort Politik eingebunden ins Rektum der U.S.A., anstatt sich von bigotten Doppelwertungen frei zu machen.

Und ehe jetzt die Kritik an meiner Position ansetzt, Israels Politik zu bevorzugen und dort Nägel mit Köpfen zu machen, ich bin kein Repräsentant des deutschen Staates und habe meine Seite gewählt. Das bedeutet: ich kann weiterhin Kritik an bestimmten Positionen äußern(was ich tue, ich kann mit der konservativen Regierung und den Religioten darin gar nichts anfangen -kann ich auch in Deutschland nicht), aber die Richtung an sich ist kein Diskussionspunkt, solange das in letzter Konsequenz immer bedeutet Israel auszulöschen.
Es interessiert mich definitiv nicht, was die armen, arabischen Unterdrückten dieser Welt in ihrem ach so tollen antiimperialistischen Kampf propagieren, solange sie es nicht schaffen in ihrem eigenen Einflussbereich Menschenrechte in höherer Qualität durchzusetzen, als es sie für Araber in Israel gibt.

Ihnen Ihr Blödbabbler

Ben Bracken 22y Islay (2016)

Ebenfalls aus dem Vorweihnachtsgeschäft 2016 stammt der Ben Bracken 22 Jahre Islay,Single Malt, destilliert anno 1993. Ben Bracken 22 Islay (2016) Flasche
Da hatte sich Lidl echt was einfallen lassen und kam mit sehr schicker Klappverpackung und velourartiger Flascheneinlage daher.
Die Informationen auf der Verpackung -und der Flasche- sind Banalitäten, also schlicht Marketingblabla-Blendwerk.
Denn, da man einen schottischen Whisky und spezieller einen Single Malt verkauft, ist es verpflichtend, dass der in Eichenfässern gelagert sein muss(mindestens 3 Jahre) und auch in Kupferbrennblasen(Potstills) destilliert wurde.
Dennoch macht der Auftritt rein optisch deutlich was her; die Rückseite der Verpackung ist vollgemacht mit Farb-und Geschmackseindrücken in englischer Zunge verfasst.

Im Innern ist auf der linken Seite ein Retrokartenausschnitt mit Islay im Zentrum zu sehen, es wiederholt sich der blödsinnige Text von der Vorderseite.Ben Bracken 22 Islay (2016) Flasche
Konsequenterweise hat man den Hinweis auf Kupferbrennblase, Eichenfass und die Destillation, Reifung und Abfüllung in Schottland(ein weiteres Kriterium für einen Scotch Whisky) auch noch aufs Flaschenlabe gedruckt. *Seufz*.
Und um das Farbgeschwätz auf der Verpackung noch völlig ad absurdum zu führen wurde auch diesem Whisky mit E150a Gewalt angetan…was genau soll also noch der Rückschluss auf:“ Amber honey gold with dazzling rays of sunlight.“ bedeuten? Abgemischt, verkorkt und verpfuscht mit Färbemittel. Fuck off!

Und, weil man ja Geld für die wirklich schöne Verpackung und das Färbemittel ausgeben musste, sowie vermutlich einen Marketingschwätzer zum blöddichten angeheuert hat, konnte man den Whisky dann leider nur mit 40% abfüllen, irgendwo muss man ja sparen. 😉
So, nun aber genug gemeckert, diese Labelfarce macht ja nicht nur der Discounter -viele Destillerien verkaufen immer noch mit 40%, E150a Pansche und nichtssagendem Gewäsch auf dem Label ihre Produkte; ist also ein allgemeines Maulen von mir, hier am Beispiel des Ben Bracken 22 Islay exerziert, gilt aber definitiv für die gesamte Brut die das so macht. Jawoll!

Was diese Abfüllung aber so interessant gemacht hat, war der Preis. Lidl wollte für einen 22 Jahre gereiften, Islay Single Malt lediglich 39.90€ haben.
Das war der Kracher, hinter dem sich meine obige Kritik einreihen musste.
Nur zur Einordnung des Preises: zum damaligen Zeitpunkt kostete eine Flasche Islay Single Malt mit solch einem hohen Alter mindestens das 4 fache…meist aber je nach Destillerie auch gerne deutlich mehr.
Und wir erinnern uns, es gibt ja nicht unbegrenzt Destillerien auf Islay die Whiskys mit solch einem hohen Alter abzugeben hatten, Kilchoman war z.B. definitiv nicht mit von der Partie. 😀

Im Glas muffelt der Ben Bracken 22 Islay nach schwachem Rauch, Heidekraut, süß und süffig. Der Rauch wirkt feucht und insgesamt eher dünn. Nun ja, nach 22 Jahren im Fass ist keine Rauchbombe zu erwarten, die Nase hält sich aber noch gut im Rahmen dessen, was man erwarten konnte oder wollte.

Nachdem der erste Schluck den Mund erobert hat und wärmt, rauchig und malzig, mit überraschend schwacher Holznote, wenig Espresso, dafür süßer Honig an Bord.
Der Geschmack ist weniger wässrig als es die Nase noch vermuten ließ, dennoch tendiert der Ben Bracken 22 Islay in diese Richtung; er ist trotzdem -oder gerade deswegen?- ein sehr süffiger und wie ich finde, fast bowmoreesker Single Malt mit leichter Pfeffrigkeit und feuchtem Rauch. Klasse!
Der Abgang ist dann das schwächste Glied der Kette. Der Whisky bitter leicht nach(darf er, war ja lange im Fass) schmeckt leicht harzig und schwupps-die-wupps ist er auch schon weg.

Aber falls einem die Geschmacksdauer oder -intensität beim Abgang fehlt, gießt man sich halt schnell noch einen kleinen dram ein und süffelt nochmal neu drauflos – kost‘ ja eben nicht die Welt. 🙂

Sehr schön, ein leckerer Stoff, dem man die 22 Jahre allerdings nicht wirklich anmerkt. Dafür ist der Ben Bracken 22 ‚Islay‘ klasse trinkbar und dabei sehr süffig. Und nebenbei: ich mag ja Bowmore Style gerne.

Die Whiskybase hat hier was zum Ben Bracken 22 Islay Cd (2016).

Wertung Single Malt
Ben Bracken 22 ‚Islay‘ (2016)
Geschmack:
Preis-/Leistungsverhältnis:

Fazit: Der Ben Bracken ‚Islay‘ 22 Jahre (2016) ist ein leckerer Single Malt, lecker und süffig mit einem grandiosen und unschlagbaren Preisleistungsverhältnis. Das man da das Alter nicht an jeder Ecke und Kante merkt finde ich nicht wirklich schlimm; gerade auch die manchen älteren Whiskys zu eigene Bitterkeit ist hier sehr gut eingebunden und nicht zu dominant. Easy goin‘ stuff.

Ihnen Ihr Blödbabbler

Rating-Info
6 Perfekt – 5 Wunderbar – 4 Lecker – 3 Gut – 2 Brauchbar – 1 Widerlich – 0 Fußbad

Glenalba 22y (2016)

Nachdem ich nun das Pflichtprogramm des Discounter Einsteigerwhiskys hinter mich gebracht habe, Glen Orchy 5 years, Ben Bracken Speyside, Highland und Islay liegen hinter mir, kann ich mich nun wuschig den gereifteren Semestern zwischen 22 und 30 Jahren zuwenden. Mein Acronym zur guten alten American PieMILF‚ – nenne ich dann wohl schlicht ‚WILD'(Whiskys I’d like (to) drink) *grins*.
O.k. let’s runnin‘ WILD mit dem Glenalba 22 Jahre Sherry Cask Finish aus dem Jahre anno 2016(Vorweihnachtsgeschäft).
Glenalba 22 (2016) Flasche
Der Glenalba 22 ist ein Blended Scotch Whisky, der mit 40% Alkohol und -wie leider immer noch üblich- Zuckerkulör der E150a Variante von Clydesdale für Lidl 2016 abgefüllt wurde.
Die Flasche versteckt sich hinter einer Pappdose die in weiß-grün gestaltet wurde und bei der die Farbwahl und Größe der Schrift meinen Augen beim Versuch sie baräugig zu entziffern nicht wirklich gut tut.
Wer sich diese Schikane ausgedacht hat, sollte mit einer Karotte so lange verprügelt werden bis er Vitamin A spuckt.
Man hat sich bemüht Transparenz auf dem Label darzustellen, ob das allerdings mehr war als ein Marketinggag bezweifle ich mal. So finden wir den Hinweis auf ein Batch: JS/322, ein Lot#0745C, was aber zumindest -Spoiler Alarm!- bei den von mir erstandenen 4 Flaschen immer dieselbe Angabe war – und soweit ich das im Internet verfolgt habe- auch bei allen anderen.
War also wohl ein echt fettes Batch, aber wir mündigen Trinker freuen uns ja bereits über kleinste Anzeichen von Information auf dem Label.
Wie es sich für einen Blended Whisky gehört, wurden hier Single Malts mit Grain Whisky vermischt, von denen der jüngste mindestens 22 Jahre alt sein musste.
Danach ging es nochmal für eine unbestimmte Zeit ins Sherryfass zum sogenannten finish. Warum?
Nun, vermutlich waren die Fässer in denen die Ursprungsdestillate reiften nicht allesamt der absolute Bringer, also eher Brot-und Butter Fässer(nicht buchstäblich!) der Kategorie 2nd, 3rd, oder noch öfter befüllt und ausgelutscht statt Premiumware. Die können zwar noch während der Reifung helfen das Raue des Rohbrandes abzumildern, aber geben selbst meist außer Bitterstoffen(Tanninen) nicht mehr viel her -und manchmal nicht mal mehr das. 😉
Um also in einen eher unterkomplexen Whisky ein wenig Geschmacknuancen zu bekommen(und damit besser und vor allem teurer verkaufen zu können), nutzt man dafür neuere Fässer, die eben kurz(meist ist es leider eben nicht mehr lang) mit Sherry, Portwein oder einer anderen Leckerei befüllt waren, und bei denen sich ins Fass ein paar Liter der Substanz gesogen haben, die es nun an den darin gefüllten Whisky abgibt.
Denn: direkte Zugabe von Sherry in den Whisky ist böse, indirekte hingegen ist ein cleverer Trick um sein Zeug an den Mann zu bringen, Glenmorangie sei Dank!
Und nur damit das nicht falsch ankommt: Es gibt wirklich richtig gute gefinishte Whiskys da draußen und ein indirektes Panschverfahren ist also nicht pauschal zu verurteilen.
Kommt es doch primär aufs Ergebnis an und nicht (nur) aufs Abarbeiten der Dogmatik der SWA. Compass Box Freunde wissen was ich meine. 😉
So kann es auch eine spaßige Versuchung sein, sich mal seinen Whisky daheim mit einem Tropfen Sherry oder Port oder Heringssud oder was weiß ich zu ‚veredeln‘, ein wenig mit Aromen und Geschmäckern zu spielen.
Noch ein paar Eckdaten habe ich anzubieten, dann gehts los mit meinen Eindrücken zum Glenalba 22 Jahre.
Die Whiskys wurden 1993 destilliert -wo auch immer, und von wem auch immer- und 2016 abgefüllt.
Meine Flasche kaufte ich zum Jahresende 2016 für den sensationellen Preis von 24.99€.
So wie es ausschaut gab es 2015 schon einmal den gleichen(?), es finden sich zumindest in der Whiskybase zwei Beiträge dazu.
Meine Flaschen haben alle den Bottlecode L28164, der wohl den 2016er Flaschen zueigen ist.

Was hat der Glenalba 22 anzubieten?
In der Nase sammeln sich Kakaonoten, frischer Sherry(nicht die dumpfe und schwere Variante), Karamell und überraschend helle Früchte -Aprikose/Pfirsich- und eine süße Note.
Klasse Näschen.

Im Mund ist es fettig und seidig, deutlich Sherry dabei ein leichtes bisschen säuerlich und adstringierend. Er ist cremig und ein kleines bisschen bitter und bizzelt auch etwas auf der Zunge. Für die 40% Alkohol hat er einen kräftigen Antritt und schmeckt fast singlemaltig, wobei eine crispy Note vom Grain(?) spürbar ist.
Der ist auch im Mund ein leckerer Geselle.

Im Abgang haben wir dann etwas Holz, immer noch Sherry und eine chinesische süß-sauer Variante, insgesamt ein wenig weinig. Er macht fühlbar fettige Lippen und eignet sich so natürlich auch zur täglichen Gesichtspflege als echtes Naturprodukt. Im Schlund brennt er dann leicht, was den Gesamteindruck aber nicht wirklich trübt.

Seufz. Der Glenalba 22 ist ein wirklich leckerer Blended Whisky, und ich verstehe mal wieder die eher niedrige 80er Wertung dazu in der Base nicht.
Wenn ich aber dort sehe, dass auch der Old Perth SC dort sogar noch unter 80 angesiedelt ist, wird vielleicht ein Schuh draus, den ich mir aber nicht anziehen werde. 😀

Die Whiskybase hat hier was zum Glenalba 22 Cd (2016).

Wertung Blended Whisky
Glenalba 22 (2016)
Geschmack:
Preis-/Leistungsverhältnis:

Fazit: Der Glenalba 22 Jahre (2016) ist ein wirklich toller Blend, abwechslungsreich, lecker und süffig mit einem nahezu unschlagbaren Preisleistungsverhältnis. In der gleichen Preisklasse spielt bspw. ein Old Perth Sherry Cask, der aber keine 22 Jahre auf dem Buckel -dafür aber 3% mehr Alk- hat. Ich habe es oben bereits erwähnt, ich habe mir damals 4 Flaschen davon hingestellt, weil ich den für knapp 25€ einen absoluten Knaller fand. Sein Nachfolger(der ein komplett anderer Whisky sein kann, remember, Handelsname) ist ein 23jähriger(gleiche Flasche, gleiches Label) der dann aber eben auch gleich 39.90€ kostet und deswegen den Weg (bisher) nicht zu mir gefunden hat.

Ihnen Ihr Blödbabbler

Rating-Info
6 Perfekt – 5 Wunderbar – 4 Lecker – 3 Gut – 2 Brauchbar – 1 Widerlich – 0 Fußbad

Ben Bracken ‚Islay‘ (2017)

Heute wirds (vermutlich) rauchig; denn heute stammt der getestete Ben Bracken von der Insel Islay, land of the bog, and home of the peat. 😀
Dadurch erhoffe ich mir deutlich mehr Geschmackseindruck als bei seinen eher farblosen Brüdern aus den Highlands und der Speyside.

Denn junge, rauchige Whiskys haben gewöhnlich zwei Vorzüge: erstens sie sind meist noch deutlich rauchiger, als länger gereifte ihrer Zunft, und zweitens stört eine jugendliche Eindimensionalität darin(der Rauch, der Rauch!) mich nicht, dennoch Spaß an dem Whisky zu haben. Auch die -hin und wieder- metallischen Eindrücke, die man bei jungem Whisky finden kann, werden meist gut -auf jeden Fall besser als bei ungetorften Vertretern der Gattung Whisky- durch den Rauch camoufliert.Ben Bracken Islay (2017) Flasche
Kurz zu den banalen Eckpunkten: Der Ben Bracken Islay kommt in einer grünen Papptube daher, 40% Alkohol und E150a vulgo Zuckerkulör fürs Gemüt und die sinnfreie Bespaßung für Freunde orangefarbener Getränke.
Die Aufmachung ist identisch zu der vom Ben Bracken ‚Speyside‘ oder dem ‚Highland‘, bei Interesse daran also einfach beim Ben Bracken Speyside nachlesen.

Wohlan, Flasche aufgemacht, Whisky ins Schnuffelglas gleiten gelassen und schon die erste Überraschung: sehr wenig Rauch in der Nase anzutreffen. Schonmal kein veritabler ‚Stinker‘ vor dem Herrn.
Hier also -im Gegensatz zum ‚Speyside‘ oder dem ‚Highland‘ Ben Bracken- für mich eine leichte Enttäuschung, hatte ich mir doch deutlich mehr erwartet, die schlichte Gleichung: junger Raucher=starker Stinker, klappt also wohl doch nur bei Zigarettenmenschen.
Aber, dies ist ja primär mein Problem; kann der Schnaps ja nix dafür, wenn ich eine andere Erwartung habe beim Riechen, oder? 😉
Denn fairerweise muss ich feststellen: das was noch an Rauchigkeit ankommt ist allemal genug um die Nase der Vereinigung „Freunde rauchiger Whiskys“ dort abzuholen wo sie ist…in your face .
Der Rauch des Ben Bracken Islay geht eher in die medizinische Richtung, also kein totes, aschiges Lagerfeuer Horsd’œuvre oder gar feinster, kalter Kamingeruch.
Viel mehr, auch das sei angemerkt, ist da aber nicht mehr mit dabei… eine leichte ölige Gewürznote vielleicht noch (noch jemand der da Thymian assoziiert?)stört mich aber nicht – deckt sich da durchaus mit meiner Erfahrung über junge und rauchige Whiskys die ich schon im Glas hatte. Zumindest denen in der Preisklasse bis 40€, bei 40% Alkohol.

Im Mund teilt er sich leider das Schicksal seiner eierlosen Glaubensbrüder –Bruder Highland und Bruder Speyside– aus dem Orden „Zum schändlich verwässerten Destillat“.
Allerdings -und das ist wichtig für meine Bewertung- ist er schön süffig und lädt ein wenig zum Zechen damit ein. Leichter, nasser Rauch und honigsüße Pfeffrigkeit stehen auf der Agenda.
Leider kommt noch diese ölige Thymiannote, die ich bei einigen der jungen NAS kennenlernen durfte, dazu. Die stört, zumindest mich, spätestens nach dem zweiten dram deutlich -und ist so eine natürliche Bremse gegen allzu lockeren Umgang mit der Spirituose im Glas.
Der Ben Bracken hat aber -bei aller Komplexitätseinschränkung- etwas was den anderen beiden Brüdern abgeht: der macht nämlich fast schon Spaß und ist somit quasi der Einbeinige unter den Blindfischen, hey-ho!

Im Abgang erwischt er einen dann auch doch noch mit deutlichem Bizzeln und Pfeffer auf der Zunge, aber wie heißt es so schön? Jung kaputt spart Altersheime!
Hierbei stört mich das häufig bemängelte Bizzeln aber auch nicht ganz so sehr, wie bspw. bei den beiden anderen getesteten Vertretern der Lidl-Zunft, weil der Rauch noch einen Moment –mittellang- im Mund verharrt und versucht dagegen anzustinken, not literally…oder doch? 😀

Um einen Vergleich auf der 100 Punkte Skaleneinordnung zu seinen beiden schwächeren Brüdern zu vollziehen: der läge bei mir in den höheren 70ern aber wegen der Kräuternote -die ich mit Thymian assoziiere- kommt er doch nicht ganz an die 80 Punkte ran.
Ich habe den Ben Bracken Islay gestern nochmal verkostet und danach -zum Komplexitätsvergleich- mal einen Laphroaig Triple Wood dagegen verkostet, was solche gigantischen Welten Unterschied sind, oh my dear, obwohl ich auch den Triple Wood nun nicht zu den echten must-haves zählen würde. Geschmacklich ein komplett anderes Kaliber, was mich kurz hat überlegen lassen, ob ich den Ben Bracken Islay vielleicht doch zu hoch bewertet habe; ich bleibe aber -mit den Einschränkungen die ich oben und auch im Fazit gemacht habe- dabei, weil da eben auch preislich Welten zwischen liegen…naja, ungefähr das Doppelte und der gedacht als rauchiger Einsteiger schon nicht allzu viel falsch macht.

Die Whiskybase hat hier was zum Ben Bracken Islay(2017).

Wertung Single Malt
Ben Bracken Islay (2017)
Geschmack:
Preis-/Leistungsverhältnis:

Fazit: Der Ben Bracken Islay (2017) ist definitiv der Whisky von den drei getesteten Highland, Speyside und Islay den ich ohne Scham empfehlen würde; im Gegensatz zu Ben Bracken Speyside / Highland macht mir der nämlich weitgehend Spaß. Und ja, der Geschmack der mich öfter zu dieser Flasche greifen lassen würde ist definitiv da, auch trotz Thymian. Für knappe 18 € ist das sicherlich ein fairer und durchweg akzeptabler Islay-Single Malt. Ich gestehe: ich habe mir davon tatsächlich -ein Gutschein! ein Gutschein! nochmal einen nachgekauft…für Tage an denen die Nasennebenhöhlen dicht sind oder der Kohlgeruch in der Wohnung eine Verschwendung beim Genuss von teureren Whiskys wäre; insgesamt aus meiner Sicht kein schlechter Kauf. Zur Beachtung: Es ist kein Konkurrent für bspw. einen Laphroaig 10, andere Klasse, sowohl preislich als auch geschmacklich.

Ihnen Ihr Blödbabbler

Rating-Info
6 Perfekt – 5 Wunderbar – 4 Lecker – 3 Gut – 2 Brauchbar – 1 Widerlich – 0 Fußbad

Ben Bracken ‚Highland‘ (2017)

Heute gibts meine Einschätzung zum Lidl Single Malt, Ben Bracken ‚Highland‘, gekauft im Jahre 2017.

Wie seine Brüder im Geiste, Speyside und Islay ist der Ben Bracken ein altersloser Geselle, in blauer Papptube versteckt und mit 40% Alkohol und Färbemittelzugabe in Schottland abgefüllt.
Meine Buddel kostete 2017 17.99€, wie auch die beiden anderen aus der Trilogie, aktuell kostet der Highland im Shop wohl 14.99€, ob das nun ein kurzfristiges Angebot ist und/oder die dauerhafte preisliche Konsequenz zu dieser Abfüllung weiß ich augenblicklich nicht. Sobald ich das überblicke liefere ich die Info als Edit nach.
Alles was ich bereits zum Ben Bracken ‚Speyside'(2017) in Bezug auf Sinnhaftigkeit der Abfüllung bzw. Verpackungsgedöns etc. schrieb, tritt auch hier zu; wen das also interessiert einfach hier nachlesen.Ben Bracken Highland (2017) Flasche

Im Glas ist der Highlander ebenso wie auch sein Bruder aus der Speyside leicht und schwach in der Aromaausprägung, Euphemistiker nennen dies dann vermutlich ‚elegant‘.
Orangefarbene Frucht, Richtung Aprikose und Pfirsich, also eher frisches Aroma als dumpfe Matschfrucht wie Rosine oder ähnliches.
Ein unspektakuläre Nase, aber nicht unangenehm, ähnlich wie beim Speyside könnte das was werden…hofft man ein wenig um dann fast stante pede auf dem Boden der traurigen Realität anzukommen.

Beim Ersteindruck, als der Ben Bracken ‚Highland‘ im Mund aufschlägt, denkt man noch: das könnten glatt 2-3 Fässer werden, doch trotz 40% Alkohol ernüchtert man in dieser Hinsicht zügig.
Und im Hintergrund rotiert Ernst Bloch.
Wie auch der ‚Speyside‘ ist er (der Highland, nicht Ernst Bloch! :-D) leider von eher etwas wässriger Natur, zwar mit seidig-fettigem Beiwerk, süßlich einem Hauch Malz und deutlich warm und … er beginnt Ratzfatz das verdammte Bizzeln auf der Zunge. WTF!
Der macht mir im Mund so gar keinen Spaß, sprittig und bei Weitem zu jung im banalen Geschmack; leider haben auch die Fässer wohl nur Tannine abgegeben, der Mund wird trockener und der Geschmackseindruck bitter. Bah!

Im Abgang bleibt es warm und die Zunge wird aufgepelzt, die Bitterkeit überwiegt.

Hmpf.
Ok, hier bin ich versucht nach guter alter Connor MacLeod Manier zu sagen „Es kann nur einen geben!“, nicht jedoch ohne anzufügen: „Und dieser hier ist es definitiv nicht!“.
Aus meiner Sicht definitiv der schwächste der drei Einsteiger Single Malts; vielleicht deswegen die aktuelle Preisdifferenz zu den Brüdern?
Eventuell kann man da noch was retten, so man einen dicken Tropfen feinsten Sherry angießt?
Oder etwas vom Ben Bracken ‚Islay‘ damit verblendet? Einen Versuch ist es wert, denn schlimmer geht (fast) nimmer.
Nebenbei stelle ich fest, es rächt sich hier meine etwas grobe Einteilung mit den 6 Fässern, liegt doch dadurch der Speyside relativ dicht dran am Highland (beide 2 Fässer) lediglich über das PLV konnte ich leicht gegensteuern. Denn richtig „Widerlich“ ist der nun auch nicht, belanglos und unattraktiv ja, trinkbar auch, aber eben noch brauchbar, allerdings eher 2- Fass…
… falls ich in der 100er Skala bewerten würde, wäre der Speyside vermutlich ungefähr bei 74/75 gelanded, der Highland bei maximal 70, also knapp ein Rating dazwischen.

Die Whiskybase hat hier was zum Ben Bracken Highland (2017).

Wertung Single Malt
Ben Bracken Highland (2017)
Geschmack:
Preis-/Leistungsverhältnis:

Fazit: Der Ben Bracken Highland (2017) ist definitiv nicht mein Whisky; wie schon beim Ben Bracken Speyside fehlt mir dabei der Spaß oder der Geschmack der mich öfter zu dieser Flasche greifen lassen würde.
Lieblos käme mir in den Sinn. Naja, man soll ja das Beste aus allem machen, deswegen: Eventuell wird das meine neue Flasche für die Küchenzutaten; dann kann sie den bald leeren Bushmills Blend als Marinier-Destillat ablösen.
Wer sich noch an den Geschmack des alten Loch Lomond in der blauen Metalldose erinnert, der hier gefällt mir noch weniger; nur um das einzuordnen.

Ihnen Ihr Blödbabbler

Rating-Info
6 Perfekt – 5 Wunderbar – 4 Lecker – 3 Gut – 2 Brauchbar – 1 Widerlich – 0 Fußbad

Zitat des Tages…

Wir sind aber auch nicht in den USA, wir gehen einen anderen, einen eigenen Weg.
Wir lassen uns von unserem christlichen Menschenbild leiten, jeder technologische Fortschritt hat sich dahinter einzureihen.
[Heute Show(ab 26.20m ff.), noch bis 22.5.2019 in der Mediathek des ZDF, dann wird’s auf dem Tempel der Depublizität geopfert(link)].
…stammt von der Ministerin für Bildung und Forschung, Anja Karliczek.
Hmmm…o.k.?!
Wer ist nochmal der Meinung, dass ‚die Quote‘ oder speziell Frauen als Geschlecht per se qualifizierter und besser für was-auch-immer seien?
Wer hat das Gefühl es gäbe keinen relevanten Einfluß der Religion(en) auf die Gesellschaft?
War das Dorfdeppentreffen in Minsk dieses Jahr früher aus?

Was kommt als nächstes? Doch zurück zu Hexenverbrennungen oder der pauschalen Annahme es gäbe Hexen?
In Amerika, die aber nach unserer Bildungsministerin des Bundes, ja einen ganz anderen Weg gehen, trug sich folgendes zu…bitte beim Herrn wvs unter dem Beitrag „Die Hexe von Brooklyn“ nachlesen.

So weit sind wir da nicht mehr entfernt. Um mich herum macht man inzwischen in Achtsamkeit und Ganzheitlichkeit, bei nahezu vollständiger Absenz von Realität und Rationalität, Tendenz leider steigend.

Und nachdem wir ja inzwischen wissen, dass es nur noch eine Frage der Zeit ist, wann uns die Zombieapokalypse dahinrafft, und nicht grundsätzlich ob überhaupt, sollten wir vielleicht die letzten Tage der Menschheit nutzen und bitte nicht ins Mittelalter zurückfallen.
Spätestens die Zombies werden einen „March for brains“ beginnen, ich hoffe wir deutlich vorher.

Braiiiiinnnnnsss, Ihnen Ihr Blödbabbler