Konsequent?

Eine erheiternde und repräsentative Umfrage zum Thema „Black Friday und Weihnachtsgeschäft:So shoppen die Deutschen im Netz“ gabs vom Branchenverband bitcom.

Der Tenor lautet, ich finde Umwelt voll wichtig, aber entscheide mich doch gerne fürs bewusste Zurückschicken von -zu meiner bequemen Auswahl- bestelltem Zeug, gerne Klamotten oder Latschen, bemängele aber den Verpackungsmüll.
62% denken, dass der innerstädtische Handel vom Onlinehandel gekillt wird – entscheiden aber zu 81%, dass der Preis das wichtige Kriterium ist und kaufen nicht in der Innenstadt. 😀
Klingt für mich in weiten Teilen nach einer wasch-mich-aber-mach-mir-den-Pelz-nicht-nass Dysfunktionalität.
Deswegen irritiert es mich auch nicht, dass sich Frauen dabei geringfügig vor den Männern befinden. 😛
So ähnlich wie es mich inzwischen auch nicht mehr irritiert, wenn bspw. Abiturienten nach dem Schulabschluss zwar keine Ahnung haben, was sie mal machen wollen…am besten was mit Medien!…und das Klima schützen…aber dann fast alle -Scheiß-mal-auf-Mama-Erde unbedingt zum Ausspannen nach Australien fliegen wollen… wenn das die kleine Greta wüsste!

Ich gebe einfach mal zu: Ich bin ein Fan vom Internet und seinen Möglichkeiten dort einzukaufen.
Entgegenkommt mir dabei: Ich mag die meisten Menschen nicht, Versicherungsvertreter und Verkäufertypen sind mir die veritable Hölle auf Erden…und nebenbei, wann gabs den letzten Verkäufer, der zu einem Produkt mehr zu sagen hatte, als das, was ich als mündiger Konsument schon wusste bzw. was auf der Verpackung stand?
Also zumindest in Waren-und Kaufhäuser scheint mir diese Spezies schon lange ausgestorben.
Apropos Kaufhäuser – wann hat es denn begonnen, dass man mit Kaufhäusern und deren Betreibern Mitleid zu haben hat?
Kaufhäuser haben doch den florierenden kleinen Einzelhandel in der Geschichte gekillt, eben weil sie billiger(in großen Mengen) einkaufen, verkaufen und ein breites Sortiment anbieten konnten oder sich häufig über Warengruppen quersubventionierten, was der Kleinkrämer um die Ecke eben nicht konnte – wer erinnert sich noch an die Tante Emma Läden seiner Kindheit?

Und diese Entwicklung ist ja -zumindest wenn man die (finanzielle) Existenz des Kleinkrämers ausblendet- ja eine positive.
Es gab mehr, häufig bessere Auswahl und in der Anfangszeit auch kompetente Verkäufer(eventuell der vorherige Kleinkrämer?).

Nun beschlossen die intellektuellen Größen um Baader und die Pfarrerstochter Gudrun Ensslin schon zu Ende der 60er Jahre, Kaufhäuser anzuzünden um -auch damals schon fleißiges Relativieren von Zusammenhängen in der Linken- auf brennende Menschen in Vietnam hinzuweisen.
In Analogie zum guten, alten Brecht, der einst fragte:„Was ist ein Einbruch in eine Bank gegen die Gründung einer Bank?“, formulierte Fritz Teufel stattdessen: Es ist immer noch besser, ein Warenhaus anzuzünden, als ein Warenhaus zu betreiben.. Tja, was war das? Antimodernes Denken, verfehlte Marxlektüre oder doch nur der Versuch statt zu arbeiten lieber ein witziges Bonmot abzusondern?
Egal, Warenhäuser waren ein wichtiger Schritt bei der konsequenten Allokation von Waren hin zu den Konsumenten.
Denn, der Kapitalismus krankt ja bekanntlich daran, dass es nahezu blindwütige Produzenten gibt, die Waren produzieren, von denen sie nicht wissen, wer sie kauft und wie viele davon über den ‚Markt‘ abzusetzen sein werden.


Deswegen die Berufsgruppe der Werber, deren Wegfall -neben obigen Versicherungsvertretern und Gebrauchtwagenhändlern- die Menschheit mit einem Schlag aus dem Reich der Dummheit ins grelle Licht des Wahrhaftigen führen könnte. 😀


Zumindest wars mal so…und wer auf seinem Weg durch die Republik mal an den Massen an unverkauften Autos einer ehemals deutschen Marke, die inzwischen in Frankreich beheimatet ist, vorbeigefahren ist, weiß vielleicht was ich meine.
Man produziert für einen ominösen Markt ohne die Anzahl der Marktteilnehmer tatsächlich zu kennen, das Los des Kapitalisten ist schon ein hartes. 😉

Auch deswegen betrachte ich den Absatz von Waren via Internet prinzipiell positiv, es erscheint mir -auch ökologisch- sinnvoller, wenn nur ein Auto Waren ausliefert, als wenn jeder seinen Privat-PKW dazu benutzt um in der großen Stadt eine Handvoll Schrauben zu kaufen.
Auch wäre ja eine Will-haben-wer-bietet-an-wer-produziert Steuerung übers Internet sicherlich denkbar.
Planwirtschaft – nur halt in funktionierend.
Läuft ja gesellschaftlich inzwischen alles drauf zu.
Die Verdichtungen beim Kapital, die Monopolisierungsprozesse global entwickeln sich ja, wie bei Marx nachzulesen; die Voraussetzungen für eine bessere Gesellschaft auf Basis einer entwickelten Wirtschaft, einer funktionellen Distribution der Waren nähert sich immer weiter an.
Man sollte sich auf jeden Fall hingegen Gedanken machen, ob es eine wirklich gute Idee ist, die Umkleidekabine nebst zu probierender Ware in die Individualhaushalte zu verlegen, ähnlich wie die Lagerteilehaltung inzwischen in weiten Teilen auch ausgelagert und mobil auf unseren Straßen in LKWs stattfindet – statt wie ehedem in Lagerhallen.

Es gab ja bis vor kurzem einen japanischen Anbieter von Kleidung der nähte -nachdem Menschen sich dort einen kostenlosen Suit bestellen konnten, mithilfe dessen sie sich vermessen konnten- Kleidung Maß genau(so die Werbung, war dann aber doch nicht ganz so…aber immerhin). Das Konzept ging nicht auf, aber die Idee dahinter finde ich klasse.
Nachdem jeder Vollhonk inzwischen meint, eine Selbstoptimierung betreiben zu müssen – fängt beim Fitnesstrackerband an, geht dann über Analbleaching direkt zur chirurgischen Schamlippenkorrektur über- wäre es doch nett seine Maße direkt zu haben und dann nur den gewünschten und passenden Artikel zu bestellen, statt zwanzig unterschiedlich großer Derivate von Größe 38, in der Hoffnung eins davon falle aus wie eine 54 damit es dann passt.

Ich bestelle gerne im Internet, weil es den kleinen und gut sortierten Laden mit Computergeraffel um die Ecke schon lange nicht mehr gibt, der Türke meines Vertrauens im Heimatort macht nur noch Enterprise Netzwerktechnik, also Firmen, nicht Raumschiffe – und der Kulttürke in Frankfurt -die Insider wissen, wen ich meine- hat auch in den 90er Jahren die Flügel gestreckt – Internet ist da genau mein Ort.
Katzentreppen, Whisky, Männerklamotten und Erwachsenenspielzeug…alles mit einem Klick zu haben…in unseren Innenstädten regiert hingegen die Ketteneinheitsöde, ich könnte jetzt die üblichen Verdächtigen nennen, aber jeder weiß sicherlich wen und was ich meine -Billigklamotten, Billigschuhe, vegane Nahrung für die gesundheitsbewusste Ökofrau und mindestens ein großer Ankersupermarkt runden das Bild ab, Baumarkt und Bettenlager inklusive.
Dort einzukaufen macht es sicherlich nicht besser, als bei einem Händler des Vertrauens im Internet einzukaufen – sintemalen die Klamotten eh‘ alle von den gleichen drei Kindsfrauen in Bangladesh zusammengeklöppelt werden.

Black Friday statt Black Summer!
Ihnen Ihr Blödbabbler

Wenn die bunten Fahnen wehen…

…geht die Fahrt wohl übers Meer, sangen die Altvorderen einst…heute steht in Kürze stattdessen vermutlich nur ein Schulbesuch an – zumindest wenn es nach den Geistesgrößen der CDU geht.
Man sagt einigen Politikern ja gerne einen gehobenen Hang zur Fahne nach – also manchen sogar schon zur Mittagszeit… und siehe, gar manche Jobs erhöhen scheinbar das Risiko zum unkontrollierten Alkoholkonsum um Langeweile und die eigene Bedeutungslosigkeit zu verdrängen. Schlimm!

Leider klingen manche Vorschläge dann aber auch so, als wenn sie von dauerbesoffenen oder bereits dementen Trinkern erdacht wurden.

Man will nun also mal wieder die mufflige Fahne in den Wind hängen und proklamiert im Brustton der Überzeugungstäter, Zitat: In den Schulen geht es nicht nur um Lesen, Schreiben, Rechnen. Es geht auch darum, den Kindern und Jugendlichen unsere Werte zu vermitteln – Werte, die aus unserem Grundgesetz folgen., was ja inhaltlich nicht komplett falsch ist. Falsch wird es spätestens dann, wenn man die Fahne nun als starkes Symbol für die Vermittlung eben diese Werte sieht, oder netter formuliert: es eine kindische Annahme.

Die fühlbare Angst, die AfD könnte sich die schwarz-rot-güldene Flagge aneignen, obwohl denen mit großer Wahrscheinlichkeit die schwarz-weiß-rote deutlich lieber ist(manchen davon die vom ollen Willy Zwo, manchen aber auch die, bei der noch die mit dem Kreuz drauf nebendran gehisst wurde), scheint hier dem wirren Geist voranzuwehen.

So, wie bereits das absurde Nationalhymnentheater zum Sendeschluss sicherlich keinen deutschen Demokraten geschaffen hat, die Älteren unter uns erinnern sich noch daran: es gab mal einen Sendeschluss im TV und davor noch einen sogenannten Kulenkampff…danach wurde dann -Hand aufs Herz und strammgestanden- die Hymne der Deutschen gespielt…danach gabs dann nur noch Rauschen…kennen die noch älteren deutschen Bürger auch noch…erst kommt der Hang zur Fahne und zur Hymne…danach kommt der Schnee und alles ist kaputt.

Jetzt also zur ‚Vermittlung‘ von demokratischen Werten Dauerbeflaggung vor den Schulen des Landes, und so ein klein wenig im Hinterkopf sicherlich auch die geile Hoffnung später noch einen Fahnenapell dranzuhängen -natürlich mit Gottesbezug-und alles wird wieder gut im Land. m(

Ich sach‘ ma‘ so: „Steckt euch eure Fahne und eure feuchten Träume von Patriotismus dahin, wo die Sonne nicht scheint und macht lieber Geld frei für ausreichend Lehrer, Schulmaterialien(die nicht von den Lobbygruppen zusammengeschustert wurden) und passende Infrastruktur. Bestückt Universitäten und gebt reichlich Geld für Grundlagenforschung und bitte, bitte, hört endlich auf damit Kinder in der Schulpflicht mit Seiteneinsteigervolkssturmlehrerderivaten und Internet abzuspeisen. Und ganz wichtig: Fangt gar nicht erst an sie sinnfrei an der deutschen Fahne genesen lassen zu wollen, ihr Hohlbratzen!

Ihnen Ihr Blödbabbler

Zuckerkugeln für die Gesundheit?!

Überraschendes Ergebnis in Bayern bezüglich des grotesken Antrags der CSU , FDP, SPD und AfD auf der Seite der Vernunft gegen CSU, Freie Wähler und natürlich die Grünen.
(via SPD)

Man erwägt also ernsthaft eine Studie anzuwerfen, die klären soll, ob nicht Homöopathie anstelle von Antibiotika ein sinnvoller Weg sein kann um mögliche Antibiotikaresistenzen zu verringern. 😀
Studien wären ja ganz hilfreich um einen Sachverhalt zu erhärten und mit Fakten zu untermauern…einzig, zum Thema „Homöopathie“ ist eigentlich bereits alles gesagt, „wirkt nicht über den Placeboeffekt hinaus“, fasst die Studienlage zu der über 200 Jahre existenten Scharlatanerie recht treffend zusammen. Kann man sich eigentlich 300-400.000 € sparen und dafür vielleicht lieber was Sinnvolles mit machen,etwas, bei dem die Nutzlosigkeit und die Lobbyarbeit nicht durch jede Ritze trieft.

Was ist denn aus dem guten alten Beten geworden, dem Blutopfer oder dem Bösen Blick, so frage ich mich angesichts dieses Antrags.
Diese alten Methoden helfen auch gut dabei, Resistenzbildungen durch exzessive Antibiotikagabe zu vermeiden, keine Antibiose, keine Resistenzen – und die alten, natürlichen Zeiten, bei denen man einfach am Wundbrand oder einer Sepsis starb, waren doch super, irgendwie, oder?
O.k. der Patient starb vielleicht oder litt deutlich länger als nötig, bzw. erkrankte chronisch daran sobald man diese -erwiesener Maßen unnützen- Mittel zur ‚Heilung‘ des Erkrankten einsetzte, aber hey, dafür kostet es (manchmal) auch weniger wenn der nette Scharlatan von nebenan Onkel Doktor spielt und Zuckerkügelchen verteilt.
Aber-ganz wichtig- diese Form der Therapie schafft keine multiresistenten Keime höchstens einen Diabetes Typ 2. m(

Trotzdem erfreut es mich auch zu sehen, dass offensichtlicher Aberglaube und der Hang zur Esoterik nicht nur bei den sattsam dafür bekannten Grünen und deren Unterstützern zu finden ist, sondern auch die gottesgläubige Schar der Freien und CSU’ler offenbar fest im Griff hat.
Esoterischer Heilglauben kennt -wie weiland Adolf Hitler- keine Grenzen mehr – und hierbei wären geschlossene Grenzen wirklich mal was Gutes. 😉

Wer sich hingegen aus Wissenschaft und Religion nur das raussucht, was die eigene Agenda füttert und nährt, der ist ein bigotter Arsch oder wenigstens ein Idiot – beides gehört nicht in einen Landtag,
findet Ihnen Ihr Blödbabbler

‚A Speyside Distillery 1977 (WD)‘

Der heutig präsentierte Whisky ist der teuerste, den ich mir bisher gekauft habe -und das hatte einen speziellen und traurigen Grund.

Eine gute und langjährige Freundin von mir -Wegbegleiterin über 35 Jahre- verstarb innerhalb von einem sehr kurzen Zeitraum an den Folgen einer erneuten Krebserkrankung; es blieb nicht mal mehr genug Zeit sich zu verabschieden.
Da sie gut wusste, dass ich dem edlen Tropfen nicht abgeneigt bin, aber zu geizig vernünftig bin, für Alkohol dreistellige Beträge auszugeben…Leute, hallo, es bleibt Schnaps…selbst wenn der älter und fassgelagert wurde, bedachte sie mich mit einem kleinen Auftrag in ihrem Testament.


Doch kurz noch was zu Alkohol und Preisen:
Es gibt aus meiner Sicht keinen Grund dafür 100€ aufwärts bezahlen zu müssen, außer, dass der ominöse Markt auf Spekulanten und gesteigerte Nachfrage in zwei Formen reagiert hat.
Einerseits kommt immer mehr maximal durchschnittlicher Whisky auf den Markt, zu Preisen, die einem die Tränen fürs dargebotene in die Augen treiben… meist jedoch vor Lachen.
Die alten -und seltenen- Abfüllungen hingegen verstauben gerne als Geldanlage getarnt bei irgendwelchen Hedgefonds oder Privatiers im dunklen Kämmerlein, vulgo Lagerhalle und treiben die Preise weiter hoch, da sie des Trinkers Zirkulationssphäre verlassen haben und sich vollständig von ihrem Gebrauchswert entfremdet haben.
Ist mir aber egal, zwingt einen ja noch keiner sich am Rennen um das dickste Portemonnaie für den dünnsten Fusel zu beteiligen, Lemminge sind schon immer abgestürzt.


Nicht egal war mir hingegen, dass besagte Freundin mir einen dreistelligen Betrag hinterließ, mit der Auflage, davon eine teure Flasche Whisky zu kaufen, eine, die ich mir sonst nie kaufen würde und an ihrem Geburtstag((und meinem – wir sind beide am gleichen Tag geborene) mit einem Glas auf sie anzustoßen – woran ich mich bis heute gehalten habe.

Nun leidet Whisky noch nicht stark, aber ein wenig doch schon, wenn er über einen längeren Zeitraum eröffnet ist, sodass ich das Spiel nicht beliebig oft in der Zukunft noch tun werden kann – zumindest nicht, ohne dass der Whisky deutlich an Aroma und Geschmack verliert.
Und ich mag auch nicht mit Plastikfolien und Gasen anfangen…hatte ich erwähnt…ist nur Alkohol. 😉
Nun habe ich jedoch – außer der Reihe- zu einem profanen, dennoch -für den geneigten Eintracht Frankfurt Fan- wichtigen Ereignis mit einem feinen Gläschen des besagten Whiskys gefeiert; Micha hätte das sicherlich-obwohl Kickers Offenbach Fan 😯 – gutgeheißen.

'A Speyside Distillery 1977 (WD) FlascheNun genug der Vorrede und ab in medias res.

Der Whisky ist ein Single Malt Whisky, genauer sogar eine Single Cask Abfüllung, dessen Destillerie unbekannt bleibt und der zu den Eigenabfüllungen von Whisky-Doris zählt und auch eben dort gekauft wurde.
So kündet das Frontetikett, auf dem ein Aquarell von Horst Mantheé mit dem Old Leanach Farmhouse abgebildet ist, lediglich:“Distilled 1977 at a Speyside Distillery“, die Rückseite nennt 10/1977 als Datum der Destillation und 12/2015 als Monat der Abfüllung.
Der Whisky reifte in einem Sherry Butt mit der Nummer 25 und hatte -als man ihn auf Flasche zog- angenehme 47% Vol. Alkohol.
Es wurden aus dem Fass 578(auf der Webseite von Whisky-Doris im Archiv steht noch 577!) Flaschen abgefüllt, meine Flaschennummer behalte ich für mich. 😛
Der damalige Preis belief sich auf 280€, der Whisky ist leider nicht mehr erhältlich.
Vorweg, man sollte diesem Whisky, darauf wurde auf der Webseite damals auch hingewiesen, ein gutes Maß Zeit im Glas geben damit er es sich auch richtig gemütlich machen kann.
Aus der Buddel direkt in den Rachen ist, neben der Höhe des Preises auch geschmacklich nicht sinnvoll – wie bei den meisten Whiskys – dies nur nebenbei bemerkt.
Es gibt da irgendwo die Empfehlung: Eine Minute im Glas pro Jahr im Fass…oder so ähnlich.
Wie man dies dann mit einem fucking NAS Whisky, als No Age Statement nicht Network Attached Storage hält…who knows?
Also, ich habe den „A Speyside Distillery 1977“ definitiv bisher keine 38 Minuten ruhen lassen, eher so was um die 20-25, aber das ist -denke ich- auch akzeptabel. Vielleicht entwickle ich mal die Geduld fast 40 Minuten vor einem Glas zu sitzen und nur zu schnuffeln, bisher ist es mir noch nicht gelungen…shame on me!

Im Glas, wie auch in der Flasche zeigt sich ein schöner, dunkler Whisky der ungefärbt(also kein E150a, aber schon Farbe ausm Fass, logo!) und nicht kühlgefiltert auf seinen Lebenszweck wartet.
Die Nase ist dunkel wie meine Seele, süß und schwer und insgesamt ‚rund‘ in meiner Wahrnehmung.
Es muffelt nach Schokoladenpralinen mit Rosinenmatsch, aber, auch überraschend frisch für 38 Jahre in einem dunklen Fass.
Durch Wasserbeigabe bekommt er eine schmutzige Note, geht in Richtung Fabrikboden mit Zitrusfruchtaroma eins Spülmittels.
Ohne Wasser gefällts mir deutlich besser, da ist die Nase für mich glatt 5 Fässer wert, appetitanregend und süffig – verheißt Spaß.

Im Mund ist er adstringierend, trocken und etwas fettig. Dunkle Schokolade, cremig und süß mit Rosinen…aber, ich hab‘ da ganz wenig und ganz weit hinten auch eine Ahnung von Schwefel der Marke Sylvesterkracher…stört aber nicht und macht auch nichts kaputt, was ja leider nicht immer der Fall ist. Das Mundgefühl ist voll, etwas pfeffrig kommt der alte Geselle daher und auch vom Fassmuff bleibt man nicht ganz verschont(Glenfarclas nicht unähnlich, da habe ich den Muff in bisher jeder Abfüllung gehabt).

Beim Abgang ist die dominante Note Espressobitterkeit, die hält sich auch etwas länger auf der Zunge…da merkt man dann das Alter und das Fass.

Vorweg, ich mag die Eigenabfüllungen von Whisky-Doris.
Ich mochte die Christmas Malts, obwohl es dort durchaus spürbar schwefelte, und auch einiges aus der Nose Art Reihe schmeckte mir – da war bisher keiner dabei, der nicht gut bis sehr gut war.
Nun also der „A Speyside Distillery 1977“.
Ich finde den sehr gelungen und er schmeckt auch prima…und da ich damit ja quasi einen letzten Willen umsetze, finde ich den für den mir wichtigen Anlass sehr gut geeignet.
Ob mir der Whisky allerdings 280€ wert wäre? Definitiv nein, sorry.
Nicht falsch verstehen, der Whisky bekommt von mir satte 5 Fässer, der ist deutlich besser als der Durchschnitt, den man gewöhnlich kauft (und meist auch teuer bezahlt), aber mein persönliches PLV passt trotzdem nicht, man bekommt ja leider fürs hohe Alter nicht unbedingt (und immer)ein mehr an Geschmacksexplosion oder mehr Aroma.
Wenn man sich das klar gemacht hat, wird man vermutlich eher wieder in den Bereich der guten 20-28 jährigen Whiskys übersiedeln – zumindest wenn man keinen Dukatenscheißer sein eigen nennen kann, oder aber man erfreut sich an der Masse an guten Abfüllungen bis 18 Jahre für den kleineren Geldbeutel. Das ist weder ehrenrührig, noch dumm oder ‚anfängerhaft‘ – Geschmäcker sind verschieden und nicht alles was weniger kostet ist automatisch deswegen schlechter. Als Stichwörter seien hier mal Ardbeg Ten, Laphroaig Q.C. oder auch der klassische Lagavulin16 in die Runde geworfen .
Ich habe noch Whiskys hier stehen -und auch bereits getrunken- die waren mit 25 Jahren oder auch 24 für unter Hundert € noch vor 2 Jahren zu haben – so bekam man die grandiose Glenscoma Eigenabfüllung bei Scoma Ben Nevis 1990 bspw. für ‚nur‘ 89€.
Ja, ich weiß der Vergleich hinkt…hier 38Jahre Sherryfass, dort 24 Jahre Bourbonfass, aber was ich damit sagen möchte, ist einfach, es muss nicht immer ein Schielen nach dem Alter sein, oftmals bezahlt man dann einfach deutlich mehr, als es einem mehr an Geschmack zuträglich ist – andere Mütter haben eben auch hin-und wieder jüngere und hübschere Töchter…hüstel.

Die Whiskybase hat hier was zum A Speyside Distillery 1977 (WD).

Wertung Single Malt Whisky
A Speyside Distillery 1977 (WD)
Geschmack:
Preis-/Leistungsverhältnis:

Fazit: Der ‚A Speyside Distillery 1977 (WD)‘ ist ein wunderbarer, sehr alter Sherrywhisky, der Spaß macht und denn man entsprechend zelebrieren sollte; mal eben zum Tatort gucken ist da definitiv nicht das richtige Umfeld für. 😉 Was bleibt ist ein damals bereits hoher Preis für Alkohol, wer da ohne mit der Wimpern zu zucken und ohne Kreditaufnahme mit zurechtkommt, der bekommt einen gut gereiften oldfashioned Whisky aus dem Einzelfass mit ansprechendem Geschmack.

Ihnen Ihr Blödbabbler

Rating-Info
6 Perfekt – 5 Wunderbar – 4 Lecker – 3 Gut – 2 Brauchbar – 1 Widerlich – 0 Fußbad

P.S. Neuerdings muss man ja dazuschreiben, dass man sich den Schnaps selbst gekauft hat, keine Werbung betreibt und auch sonst eben kein fucking Influencer oder Marketingfuzzi ist oder von den im Beitrag genannten Shops bestochen wurde…dies sei hiermit getan.
Nebenbei bemerkt: Ihr macht das Internet immer arschiger und kaputter…:-( !

Weltmännertag

Letztes Jahr dank eines Comics von Frau Dr. Nadja Hermann aka erzählmirnix erstmalig darauf gestoßen, dass es sowas gibt.

Und wie so oft bei den Comics von erzählmirnix ist man danach schlauer und muss selbst keinen Text mehr zum Thema verfassen.


Wo wir aber auch beim Thema „Lebenserwartung“ sind, sei auf eine positive Entwicklung verwiesen, die im Reich des Bösen beim Teufel Putin stattgefunden hat.
So hat sich die Lebenserwartung zwischen 1994 bis 2016 bei den männlichen Russen von 57 Jahren auf nunmehr knapp 68 Jahren verlängert, russische Frauen sterben im Durchschnitt mit 78 Jahren, wobei insgesamt deutliche Unterschiede im russischen Reich zu betrachten sind.
Gesunkener Alkoholkonsum wird da gerne als signifikante Verbesserung angeführt, die den Männern inzwischen zu einem geringen Teil erlaubt in Rente zu gehen und noch die erste Zahlung zu erhalten.
Nebenbei sei kurz auf den durchschnittlichen Alkoholkonsum hingewiesen, der bei ‚den‘ Russen inzwischen bei 11,7 in Deutschland hingegen bspw. bei 13,4 Liter reinem Alkohol pro Kopf liegt.
Und, wenn ich schon beim Thema Alkohol bin: Gestern habe ich mir zum Anlass des feinen Sieges der Frankfurter Eintracht gegen die Bayern aus München ein gutes Gläschen alten Whisky gegönnt, den ich vermutlich morgen mit einer Notiz hier im Blog vorstellen werde.
Es war der ‚1977er A Speyside Destillery aus der Abfüllung 12/2015‘, von der Whisky-Doris, mein definitiv teuerster Whisky im Schrank.

Und an dieser Stelle ein kurzer Hinweis an meine Mitgeschlechtsgenossen: Schiebt eure fetten Ärschen mal vom Sofa hoch, geht zum Doktor und lasst mal die große Hafenrundfahrt präventiv machen – ihr wollte doch sicher alle später noch mit Enkeln, Kindern oder Frauen spielen.
Krankheiten sind kacke, aber manche kann man tatsächlich gut bekämpfen, wenn man nicht wartet bis einem das Blut aus dem Arsch oder sonstigen Ritzen läuft.

Noch einen gepflegten Weltmännertag,
Ihnen Ihr Blödbabbler

P.S. Mein originaler Text war sensationell, leider habe ich statt Strg+C wieder mal danebengehauen und es hat mir im Browser den gesamten Text bis auf den ersten Buchstaben gelöscht…sehen sie mir also bitte nach, dass der Nachklapp deutlich seichter und ärmlicher daherkommt, als geplant. 😉

Hmm…lecker?

Eben auf der Suche nach einer Anregung für eine fleischlose Mahlzeit in Rezeptform auf folgenden Link

gestoßen, dessen Überschrift mich rätseln lässt.
Wenn alle 50 Rezepte zum Reinsetzen sind, so frage ich mich, ist dann das Essen doppelt fürn Arsch?

Grübelnden Gruß von Ihnen Ihrn Blödbabbler