Schlagwort: Rassismus

Die dümmsten Bauern…

…ernten bekanntlich die dicksten Kartoffeln.

Nun bin ich einerseits kein Bauer und andererseits spricht auch die Dicke meiner ersten selbstgeernteten Balkonkartoffeln zum Glück nicht für eine besonders intensive Ausprägung an Dummheit.kartoffel2020
Glaube ich mal. Wobei einem ja bekanntlich die Herren Dunning und Kruger immer hämisch dabei über die Schulter linsen, wenn man solche Aussagen trifft.
Die SD-Karte habe ich nicht geerntet, die ist nur zur Versinnbildlichung der Größenverhältnisse beigelegt. 😉


Und nein, es ist bei mir nicht so, wie es die leider schon lange nicht mehr schreibende mia-meine-mia in ihrem twoday Blog „Watching the wheels … in Damaskus“ anno 2010 schrieb:Seht es mir nach, dass ich nicht viel über mich preisgeben kann, und auch mal kleine Abänderungen in den Texten vornehmen muss. Täte ich das nicht, könnte ich nur noch über Kartoffeln schreiben – ein kleiner arabischer Scherz: wird man nach seiner politischen Meinung gefragt, ist eine gute Antwort „Ich mag Kartoffeln“ – es ist klar, dass man sich hüten wird, irgendeine politische Meinungsäußerung von sich zu geben…(wtw)


Es ist einfach zu warm, die Gemüter sind zu schnell erhitzt, momentan will mich jeder falsch verstehen, Rassismus-Damoklesschwerter schweben dümmlich über allem was ich sage oder schreibe. Da habe ich momentan keinen Bock zu im Blog; es reicht mir, wenn im Forum gestritten und gezankt wird.

Es gäbe sicherlich einiges zu bequatschen.
Von der arg einseitigen Sicht auf die USA durch unsere Qualitätsmedien mit einem schlichten „Trump = böse, BLM = gut“ angefangen, über irrlichternde Corona Diskussionen oder die lustige Idee, der qualmenden Reste der Sozialdemokratie, sich durch eine Olaf-Scholzifizierung (also einem mehr vom Gestern) neue Welten zu erschließen, also vermutlich bundesweit einstellige.

Man könnte über die Qualifikationskriterien Frau und schwarz für die ‚Vizepräsidentin‘ von Joe Biden sprechen und warum das -nach Forderung durch ‚100 Prominente‚ aus der schwarzen Community zwingend notwendig wurde.

Aufgehängt habe ich mich auch an diesem Satz im SPIEGEL Beitrag.
Sie hat eine durchaus beachtliche politische Karriere hinter sich, aber für Biden war vor allem interessant, was sie alles nicht ist: nicht zu links, nicht zu alt, nicht zu unerfahren, nicht weiß.
Was der SPIEGEL dabei eben nicht explizit aufzählt, vermutlich weil man da gar nicht mehr drauf kommt in der eigenen Fantasiewelt obwohl man es doch sonst beständig für wichtig hält, ist, neben der Hautfarbe das wichtige Element, sie hat keinen Penis und sie ist nicht männlich (muss ja nicht zwangsläufig zusammenpassen).

Hautfarbe als wichtiges Element für einen Posten?
Klingt für mich nach einer Weltsicht, die ich nicht teile.
Auch kann man herauslesen, dass der Quotengedanke scheinbar global immer tragfähiger wird, nun ist er noch -natürlich nur im besten Willen und der höchsten Moralität-mit dem Ansatz der Segregation unterfüttert worden.

Ich frage mich dann immer willkürlich, warum ist das zwangsläufig und automatisch richtig, wenn man eine Frau oder einen Nicht-weißen Menschen nominiert?
Wann hat das angefangen, dass uns die Geschlechtsmerkmale, die Sexualität und die Hautfarbe als relevante Kriterien zur Besetzung von politischen Ämtern (oder überhaupt zur Klassifizierung als valide) erscheinen sollen?
Wenn jemand argumentieren würde, dass diese Stelle von einem weißen Mann besetzt werden muss, komme was wolle, würde man sicherlich zurecht die Stirn runzeln und sich was von „Rassismus“ denken.

Mir ist ehrlich gesagt auch nicht klar, woraus man diese Besetzungsnotwendigkeit ableitet.
Die größte Bevölkerungsgruppe jenseits der etwas über 60% Weißen in den USA sind die Latinos / Hispanics. Wäre es da nicht angebrachter einen aus dieser Gruppe zu wählen, wenn man denn schon Minderheitenrechte vertreten sehen möchte und ernsthaft glaubt dies könne mit der Hautfarbe als Kriterium erreicht werden?
Immerhin gabs noch keinen Veep oder PotUS aus dieser Gruppe, wenn mich mein Gedächtnis dabei nicht trügt.

Wenn man -die sonst gerne hergenommenen- Minderheiten als Veep-Pool hätte nehmen wollen, wäre bspw. aus der asiatischen Community auch ein Kandidat präsent gewesen – der war allerdings nur mit Penis zu haben.

Nun ist dieser –Andrew Young -einer der angefragten Kandidaten aus der Demokratischen Partei für die in der deutschen Presse wenig bis gar nicht existente Gruppierung „Unity2020„, neben der Republikanerin Tulsi Gabbard.

Und nur damit das nicht gleich wieder hyperventilierend verurteilt wird. Ich sage nicht, Kamilla Harris sei eine schlechte Wahl nur zweifle ich daran, dass sie die Wahlchancen der Demokraten deutlich erhöht und überlege welchem Gott man mit ihr gehuldigt hat. In den Interviews mit ihr, die ich im Vorwahlkampf gesehen habe, bspw. bei Trevor Noah fand ich sie sympathisch und planvoll, aber ob das letzlich reicht?

Worum geht es also bei ihrer Kür?
Will man ein ‚Zeichen‘ setzen, Richtung BLM und die schwarze Volksseele damit beschwichtigen und Wählerstimmen abgreifen? Beugt man sich der Lautstärke -wie es der Spiegel schreibt:Eine weiße Frau wie Whitmer hätte die Teile der afroamerikanischen Wählerschaft verärgern können, die lautstark eine schwarze Kandidatin gefordert haben.
Wenn Hautfarbe eines Repräsentanten als Garant für besseres Leben funktioniert, wäre es da nicht erfolgversprechender gewesen, Obama hätte sich da mehr ‚drum gekümmert in seinen beiden Amtsperioden?

Man könnte – so man das wirklich glaubt mit der Hautfarbe- zumindest versuchen zu hinterfragen, warum es unter Obama nicht deutlich besser wurde für die black communities, wenn man vom amazing grace singenden Präsidenten auf Beerdigungen mal absieht.

Oder will man dem eher kleinen, ökonomisch linken Teil innerhalb der Demokratenpartei eins auf die Nase geben und diesen weiter in der Bedeutungslosigkeit und auf Abstand halten? Quasi eine Olaf-Scholzisierung der Esel-Partei?

Erhofft man sich also vom preiswerten und billigen -aber dafür systemkonformen- Erfüllen der bürgerlichen Schneeflockenutopien und deren Identitätstraumata mit Sternchen -für die Kamala Harris eben auch stehen wird- ein ruhiges Weiter-so in Bezug auf die ökonomischen Herrschaftsstrukturen um die Geldgeber nicht zu verschrecken?

Man wird es abwarten müssen – ich vermute ja egal was die democrats tun, dass Trump sowieso weitere vier Jahre das tun wird, was er tut – und zwar als Präsident.

Mist, jetzt hab‘ ich doch wieder mehr geschrieben, als ich eigentlich wollte. Ich sach‘ mal so: Ich mag Kartoffeln!

Ihnen Ihr Blödbabbler

Gedanken und Salat

In den heutigen Zeiten gäbe es so viel zu schreiben, wenn man denn wollte, aber wer will das schon?


Man könnte sich über die USA oder Stuttgart auslassen, über Polizei und Journalisten – auch gäbe es zu Corona weiterhin genug zu berichten.
Aber all diesen Themen ist gemein, dass sie mich aktuell ziemlich aufregen und es mich unglücklich macht, mich auf dem Niveau der deutschen Medien damit zu beschäftigen.
Bürgerliche Presse und ihre Analysefähigkeit geht nicht über die von bürgerlicher Geschichtsschreibung hinaus, wie sollte sie auch?
Geschichte ist, war und bleibt so die Geschichte von Köpfen (Trump!) – und von marginalen Unterschieden der menschlichen Art, wie Hautfarbe oder Geschlecht.
Dies dann mit der gehörigen moralischen Überheblichkeit des Im-Recht-Seiers sowie dem Brustton des Empörten niedergekritzelt, wird im Allgemeinen in Deutschland für Qualitätsjournalismus gehalten, was mindestens bedauerlich, meist jedoch ein veritabler Quell von Ärgernis ist.


Zum Thema der USA und den dortigen ‚Black Lifes Matter‘ Riots sowie einer allzu schnellen Übertragung auf deutsche Verhältnisse schrieb ich anderswo:
Ich vermute es ist letztlich wohl eher ein Problem der ökomischen Stellung, denn eines der Hautfarbe (wie sich auch in Zeiten von Corona zeigt).
Auch wenn dies -aus ideologischen Gründen- von den beiden Außenseiten des politischen Spektrums gerne anders gesehen wird.
Ob man amerikanische und deutsche Polizei tatsächlich miteinander vergleichen kann oder sollte(ich denke, dass es dramatisch bis zur Verzerrung hinkt), hier beim Thema institutionalisierter Rassismus wage ich anzuzweifeln.
Kurzer Einschub:
Nur, wer den Amerikanischen Traum jemals -jenseits von Propaganda- für bare Münze genommen hat, der wird in Zeiten des hegemonialen Abstiegs verwundert die Augen reiben.
Solange es genug zu verteilen gab(hier wie dort), als man von WTO und anderen Handelsorganisationen profitierte, konnte man das alles noch als identitätsstiftenden Kleister der sozialen Mobilität verkaufen und missbrauchen, heute liegen die Nerven blank, weil immer mehr Teile der Mittelschichten unter die Räder kommen. Zu einer Einschätzung des Verhaltens der USA in der Krise empfiehlt sich hin und wieder ein Blick auf die Thesen von Ulrich Menzel (bspw. hier)


Vor einiger Zeit gabs ja ein merkwürdiges Video jenes Konzerns, der Betrugssoftware als konsequente Umsetzung einer ökologischen Selbstverpflichtung der Industrie in seine Autos verbaut hat. Dort wurde ein schwarzes Männchen von einem weißen Finger geschnipst…was ich ehrlich gesagt nicht wirklich als Aufreger betrachtet habe, aber -so muss man dann ja erfahren- da man selbst nicht schwarz sei, könne man das selbstverständlich auch nicht verstehen. Ist so wie Frausein, also als Mann. Das kann man auch nicht verstehen – außer man definiert sich selbst so, dann ist es o.k., weil Gender gerecht, gelle.
Ich fand das Video also nicht problematisch, bis zu der ‚zufälligen‘ NEGER Buchstabierung am Ende des Clips – da wurde das Ding tatsächlich inakzeptabel und gab dem ganzen Clip rückwirkend einen eindeutigen schlechten Geschmack.


Ansonsten sehe ich das Problem so: Identitätslinke mit ihren PoC Gefasel sind ein Teil des Problems wie es die rechten Rassisten sind, sie sehen alle das Trennende(Sexualität, Hautfarbe, Geschlecht) und nicht das Übergreifende, das Gleiche und Gemeinsame an den Menschen.
Solange dort -also hüben wie drüben, wenn auch aus unterschiedlicher Intention- Schubladendenken propagiert wird, solange werden wir uns mit diesen Themen beschäftigen müssen, anstatt einen Schritt auf der Zivilisationssleiter nach oben zu steigen.
In einem Interview mit Sam Harris -zum Thema ‚Is Cultural Relativism Racist‚- sagt Yasmine Mohammed sinngemäß(bei ca. 5:20): Wenn du den Terminus P(eople)o(f)C(oleur) benutzt, dann ist das Rassentrennung (segregation), denn du unterstellst, hier gibt es Menschen(people) und dort farbige Menschen(PoC).
Und es ist dabei schlicht egal ob man die besten Absichten hat, wie man sie den liberals unterstellen möchte, man manifestiert und zementiert damit gerade die Teilung, die man gerne aufgehoben haben möchte.
Diese Feststellung ändert natürlich nichts daran, dass es in den meisten Gesellschaften dennoch existenten und in den Institutionen sitzende Ungerechtigkeiten gibt, die sich gerne auf Unterscheidungsmerkmale der Menschen beziehen, die von der Mehrheitsgesellschaft (egal welche) abweichen. Zum Teil ist das historisch bedingt, zum Teil zieht eine bestimmte Arbeit bestimmte Menschentypen an.
Aufgabe eines ’neutralen‘ und gerechten, weil alle Menschen gleich behandelnden Staats kann und muss deswegen sein, den Rahmen so zu stecken, dass dies eben nicht der Fall ist…bzw. dass diese Ungleichheiten mit der Zeit abgebaut werden.
Vermutlich sind die USA heute -im direkten Vergleich zur Zeit bis zur Bürgerrechtsbewegung- deutlich weitergekommen, nicht alle Institutionen, nicht alle Staaten gleich, aber es ist sicherlich besser als früher.
Es ist -so denke ich-zum Teil gerade aktuell so heftig und deutlich, weil die Zeiten stetig besser geworden sind. Es ist Ausdruck davon, dass man sich übergreifend um den Tod von Menschen durch Polizeigewalt erregt und eben nicht einfach zur Tagesordnung übergeht.


Heather Heying hat im DarkHorse Podcast #20 etwas zur Rassensituation in den USA verlesen, was sie 14 True Things nennt.
Ein Ausschnitt aus dem Podcast (reduziert auf die 14 genannten Thesen) kann man hier angucken:


oder dort nachlesen.

Es beruhigt mich, dass ihre Ansicht sich mit den von mir geäußerten in weiten Teilen deckt. Gleichwohl sei darauf verwiesen, dass sie als Evolutionsbiologin keine Expertin für gesellschaftliche Zusammenhänge ist. Dennoch fand ich die Punkte interessant und diskussionswürdig.


Den weitaus besten Artikel zum Thema „Rassismus/USA“ fand ich im Lower Class Magazin.
Dort wird imho der sinnvolle und erkenntnisführende Schluss gezogen, dass es bei den Unruhen eben über Hautfarbe hinausgeht, Hautfarbe (und der daraus abgeleitete Rassismus) allein eben kein Kriterium sind mit dem sich eine kapitalistische Gesellschaft (und ihre Verwerfungen und Strukturen) sinnvoll analysieren lässt.
So wie es Frauen in Führungspositionen und Schwarze als Präsident gibt, gilt es sich klar zu machen, dass es zwischen weißen Abgehängten und den meisten Schwarzen eine ähnliche bis identische ökonomische Struktur besteht, zu Recht wird darauf hingewiesen, einen Absatz zitiere ich mal, der es gut auf den Punkt bringt:
Der Integrationsantirassismus ist im liberalen weißen Mainstream genauso beliebt wie er ideologisch Einfluss auf die gesamte antirassistische Bewegung hat. Die ihm zugrunde liegende These ist so einfach wie falsch: Wenn man die Leitungsfunktionen in Wirtschaft, Politik und bürgerlichen Medien „diverser“ gestaltet, überwindet man Rassismus. (LCM)

Ein Ansatz der sich auch in Deutschland immer mehr durchzusetzen scheint, einer, der häufig gut gemeint (human) ist aber meist nur innerhalb des Systems eine stabilisierende Funktion in der neoliberalen Vereinzelung des Einzelnen bewirkt.
Und in der Kritik dieser ideologischen Fehlannahme(die auch bei Heather Heyings Thesen drin ist, obwohl sie nun eher eine klassisch-bürgerliche liberal ist) und einer Rückbesinnung auf die soziale Lage der Betroffenen kommt man dem Kern des Problems deutlich näher, als im anekdotischen Sammeln von Alltagsrassismuserlebnissen, wie es in weiten Teilen der deutschen Presse aktuell geschieht.


Ich fürchte auch, es ist wenig hilfreich hier im Land nach strukturellem Rassismus zu suchen, selbst das sogenannte racial profiling ist imho nicht eindeutig in dieser Richtung zu interpretieren.
Denn, so frage ich mich, ab welcher statistischen Größe wird bspw. aus dem gerne unterstellten Vorurteil „Rassismus bei Polizisten als Triebfeder solchen Handelns“, die Handlung doch auf Basis von Erfahrung legitimiert und so zu einer Richtlinie oder gar sinnvollen Täterverfolgungsstrategie – eben basierend auf der Alltagserfahrung derer, die draußen den Kopf hinhalten?
Überall bei der Polizei Nazis und Rassisten zu vermuten geht sicherlich fehl, hier im Land, wie auch in den USA.


Ein kritischer Blick auf das aktuelle Geschehen steht in der NZZ als Interview mit Glen Loury, ‚Rassismus existiert, aber er erklärt nicht, was hier passiert
Die Feststellung :Ja, Rassismus ist allgegenwärtig, aber als entscheidender Faktor, der den sozialen Aufstieg ermöglicht oder verhindert, hat er im letzten halben Jahrhundert wesentlich an Gewicht verloren., erscheint mir durchaus diskutabel.


Und über allem schwebt in angeblich linker, aber doch zutiefst bürgerlicher Kritik und Lesart stets der ominöse, alte und weiße Mann, der an allem Schuld trägt.

Man könnte mal einen Blick auf den schwarzen Kontinent werfen und sich bspw. diesen Beitrag mit dem Titel „Rassismus ist universal“ durchlesen, und sich erstaunt die Augen reiben…sind ja nicht nur Alte, nicht nur Weiße und nicht nur Männer.
Ich kann diese sinnfreie Kampfzuschreibung aus dem SJW Milieu kaum noch hören, die besagt nämlich Nullkommanix.
Das Gejammer, alles Schlechte komme von alten und weißen Männern in den letzten 3-400 Jahren mag stimmen, aber eben auch ungefähr alles andere auf diesem Planeten, inklusive Kritische Theorie und Marxismus. Erdbeereis auch! 😛

Bürgerliche Staaten haben eine bürgerliche Ordnungsmacht in Form von Polizei und Spitzeldiensten; deren Vertreter sind dazu nötig, Recht und Ordnung, d.i. die Sphäre der Produktion und das Eigentumsrecht sicherzustellen indem die Gewinnmaximierung betrieben und Mehrwert von denen ohne Kapital abgeschöpft wird.

Wenn bestimmte Ethnien nun ökonomisch in der Nahrungskette dort stehen, wo man häufiger mit diesen Stützpfeilern einer hegemonialen und kapitalistischen Produktionsweise zusammenstößt, kommt man schlicht häufiger mit denen in Konflikt.

Das kann in Teilen auch -muss aber nicht- aus anderen Gründen als denen der Ökonomie passieren, bspw. Hautfarbe, Geschlecht oder Gesinnung.
Sklaverei wurde vor langer Zeit in den USA abgeschafft, volle Bürgerrechte hat man inzwischen auch bereits seit über 50 Jahren.
Leider scheinen viele der Ansicht, es sei heute schlechter als vor 100 oder 50 Jahren für die schwarze Bevölkerung in den USA bestellt, dies ist aber wohl -zumindest nach dem was ich so lese-, nicht der Fall.
Also, wenn man von den üblichen Verwerfungen der neoliberalen Verarmung der Habenichtse mal absieht – die betraf aber auch die zum Dank als white trash denunzierten abgestiegenen und abgehängten Arbeiter in den sterbenden Industrien einer welkenden Hegemonialmacht.

Ich denke, indem man die Kritik lediglich auf die Hautfarbe verengt, verstellt es den Blick fürs große Ganze.

Man darf mich da bitte nicht falsch verstehen. Sicherlich gibt es Rassismus in den USA -wie andernorts-, sicher gibt es dort eine quasi militärische Ordnungsstruktur mit einem merkwürdigen Hang zum Machtmissbrauch, der in Folge statistisch überproportional häufig Schwarze im Handlungsumfeld hat. Das kann man ja aus einer Menge Zahlen ablesen.

Ob dies nun aber en gros aus Gründen von white supremacy einzelner Cops geschieht (oder, wie manche sagen aus den Strukturen des Polizeiwesens) oder eben, weil Habenichtse eher dazu neigen Eigentumsrechte zu negieren, kann ich nicht sagen. Aus dem Bauch und meinem marxistisch verseuchten Gehirn heraus tippe aber auf letzteres.


Wir hören viel vom Erbe der europäischen Kolonisation, Denkmäler werden gestürzt und ahistorische Urteile der Nachgeborenen hängen in der Luft.
Ich frage mich dabei immer, ist Kolonisation nur dann schlecht, wenn sie von europäischen Mächten, also alten, weißem Männern, betrieben wird? Oder richtet man den Blick aktuell auch mal nach Afrika und betrachtet sich das dortige chinesische Engagement etwas genauer?
Ehrlich, ich bin kein Freund von Annahmen, die Welt sei `heute besser und weniger blutig, wenn Azteken oder Inkas ihre Macht über die Zeit gerettet hätten – dies scheint mir romantisierender ‚Edler Wilder‚- Kitschkram für die Esoterik-Kommode zu sein.
Auch glaube ich nicht das archaisches Stammesfürstentum die Welt besser gemacht hätte.
Nebenbei sei die Anmerkung erlaubt, dass sich die europäischen Mächte in den letzten 500 Jahren einen deutlich höheren Blutzoll und bodycount im Umgang untereinander erlaubt haben, als man es den Conquistadores (Epidemien mal ausgenommen davon) in Bezug auf die Landeroberungen in Lateinamerika anlasten könnte.

Wenn man also freudestrahlend über alte, weiße Männer pauschalisiert und das für einen legitimen Umgang oder gar eine Form von Analyse hält, sollte man sich gleichzeitig über den „Gutmenschen“ als Klassifizierung durch die rechte Brut nicht aufregen; dieser Begriff tut nämlich das gleiche nur von der anderen Seite her.
Zur Analyse von Themenbereichen eigenen sich beide nicht, sie sind lediglich Provokation und somit Teil eines destruktiven Diskursversuchs – quasi die Metaebene von ad hominem.
Somit sind das lediglich zwei Seiten der gleichen unproduktiven Medaille und abzulehnen.


Meist kommt in einem solchen Argumentationszusammenhang, der Hinweis auf die Notwendigkeit von Feminismus zum Brechen der Vorherrschaft des Patriarchats, also jener Herrschaftsform, die sich alte und weiße Männer gaben um den Rest der Welt zu knechten. Was ungefähr genauso gruselig ist, wie es klingt.
Nebenbei zeigen bspw. Studien aus der Wirtschaftspsychologie, dass es keinen signifikanten Unterschied in der Art des Führens bei Frauen in Führungspositionen zu ihren männlichen Geschlechtsgenossen gibt, sondern sie sich ihrer Schicht und Klassenzugehörigkeit entsprechend verhalten.
Ich empfehle für einen leichten Zugang zum Thema mal bei Prof. Kanning in seinen Youtube- Kanal reinzuschnuppern, bspw. in den Beitrag: „Führen Frauen anders als Männer? „.
Und es sind ebenfalls in weiten Teilen Frauen, die alte überkommene gesellschaftliche Verhaltensmuster reproduzieren, bspw. indem sie Kinder weiter beschneiden lassen – weswegen auch der zukunftsträchtige Weg über die Mutter gehen muss, um solche Teufelskreisläufe zu durchbrechen.
Wer Frauen oder Schwarze nur als Opfer denkt – oder sie alternativ als Superhelden aufbietet, der bewegt sich in einer positiven Rassismusbegrifflichkeit und verstärkt so die Probleme eher noch, als dass er sie löst.
Ich behaupte deswegen einfach mal, es kommt weniger aufs Geschlecht an, als vielmehr auf die Strukturen in denen sich selbiges bewegt. Ist quasi die Analogie zur Hautfarbe.


Argumentationsversuche in diese Mono-Richtung, Geschlecht oder Hautfarbe sind ein ernstes analytisches Problem, und in Konsequenz, Agens einer gesellschaftlichen Zerfaserung, verbunden mit einer einhergehenden Entsolidarisierung.
Sie finden -obwohl progressiv gemeint- nur in der Funktion des hilfreichen Idioten der vorherrschenden Produktionsweise statt.
Statt eines Unten gegen Oben, Ausgebeutete gegen Ausbeuter zersplittert man die eigene Kraft und reibt sich auf in Abgrenzungskriegen bei der Suche nach Klein-und Kleinstopfergruppen und Gendersternchenmystik. Schubladendenken par excellence.


Mein Aufhänger, was gerade bei sich als links verstehenden Gruppen schiefläuft, sind Geschichten wie „Evergreen College“ und die zunehmende Verselbstständigung von autoritärem Gehabe eben auf jener Seite, auf der ich mich selbst stehend sehe: im linken Bereich des politischen Spektrums.
Das ist nun ja nicht neu, ganz sinnvoll haben auf das Problem musikalisch ja schon die Schwarzen Schafe im letzten Jahrtausend hingewiesen.

Das totalitäre Element in den sich immer weiter zerfasernden Kleinstopfergruppen, spielt dem ideellen Gesamtkapitalist prima in die profitmaximierenden Griffel und macht den schmutzigen Job für die neoliberale Agenda sogar noch kostenlos und im Pathos der moralischen Überlegenheit. Man sollte immer dran denken, so wie man mit seinen Gegnern umgeht, der hämische Beifall, wenn man denen ein Ei an die Rübe zimmert oder ein Auto abfackelt, hallt genau berechtigt zurück, wenn es die eigenen Leute trifft.
Nun ist Trump als Soziopath und PotUS natürlich ein gefundenes Fressen und -klar ist es nett, wenn er vor einer leeren Halle steht, aber das ist doch unterm Strich…Kinderkram und eine Art von Umgang in der politischen Sphäre, die man sich überlegen sollte, wenn man sie an sich selbst nicht wiederfinden möchte.
Was ich von Trump als Person halte ist hoffentlich klar. Ich beobachte gespannt, was er als Präsident macht, weil ich daran interessiert bin zu verstehen, wie sich die USA gerade darstellen, als absteigender -oder zumindest vom Abstieg gefährdeten- Hegemon, wie sich eine neue Weltordnung daraus herauskristallisiert. Das Puppenkasperletheater der bürgerlichen Geschichtsbetrachtung interessiert mich dabei wirklich nur auf anekdotischer Ebene um einen Smalltalk für eventuelle Partys in der Nach-Coronazeit zu haben.

Dieser linke Pluralismus (das Sektierertum) hat in der bisherigen Geschichte dazu geführt, dass man sich von einem gemeinsamen Kampf gegen die Ausbeutung und die kapitalistische Produktionsweise hin zu einem geschwächten Zerrbild entwickelt hat. Wenn man sich in Kleinstkriegen selbst bekämpft, bleibt der tatsächliche Gegner freudig erregt als Sieger auf dem Schlachtfeld zurück.
Diese Art der Destruktion scheint linken (aber auch rechten) Gruppen inhärent zu sein, das was ich mal in Bezug auf die (bürgerliche) Französische Revolution und deren Radikalisierungsprozess in etwas anderem Zusammenhang schrieb.
Am Ende gibts dann eben Napoleon statt Marat oder Robespierre, Königtum statt Republik.

Was mich unglücklich macht sind die autoritären Tendenzen, die scheinbar immer öfter Fuß fassen können, das SJW Unwesen, die Denunziationen und Beweis- und Rechtsumkehr die stattfindet, wenn man solchen Leuten nicht entschieden entgegentritt, auch und gerade weil sie die eigene Bewegung damit untergraben und schwächen.

Und mir ist das tatsächlich wumpe, ob dann Rechte es sind die die Freiheit abschaffen wollen, oder jene, die in ihrer identitären Verblendung gefangen, sich selbst als Progressiv wahrnehmende vermeintliche Verbündete.

Es sind auch solche Geschichten, wie eben bei fefe gefunden, die man sich angucken muss.

Nebenbei sollte man beim Thema Kulturindustrie und wer dort aktuell die ideologische Hegemonie in der führenden Hollywoodisierung der Welt trägt, auch im Auge behalten, dass dort tatsächlich absurde Zerrbilder von Kleinstgruppen aufgepumpt werden um in den Serien des Alltags ihre Propaganda zu entfalten. Ganz schlimme wokeness Serien wie die „Watchmen“ bspw. kann ich mir schon gar nicht mehr antun, dass inzwischen in jeder Serie die Führungspersonen weiblich und lesbisch sind, kann man zur Kenntnis nehmen, auch wenn die gerade stattfindende Häufung wohl nicht mal mehr in einer Relation zum tatsächlichen Vorkommen in der Gesellschaft(in den meisten Fällen die us-amerikanische) steht.
Sobald das aber mit dem didaktischen Holzhammer eingeprügelt wird, sträubt sich bei mir immer mehr dagegen und erreicht genau das Gegenteil dessen, was wohl beabsichtigt ist.
Mag sein, dass dies bei jüngeren Menschen noch besser klappt, mich kriegt man damit nicht mehr.

Mir war es in meinem Leben bisher immer egal, welche Hautfarbe (o.k. das habe ich wenig Menschen vorzuweisen mit denen sich meine Wege gekreuzt haben), Geschlecht oder Religion jemand hatte.
Ich habe meine Unterscheidung immer nach dem Kriterium getroffen, ob jemand ein Arschloch ist oder nicht. Und falls es ein Arschloch war, von dem ich was lernen konnte, war mir das auch egal – ich muss ja nicht alles von jedem mögen oder nach meinem Kriterium bewerten. 😉

Nebenbei bin ich der Meinung: Wer Recht und moralisch anständiges, faires Verhalten nur seiner Clique zubilligen mag, aber es Andersdenkenden abspricht ist ein totalitärer Arsch, egal wo er sich selbst politisch und moralisch verlotet.


Da ich ja auch ein gehässiger und böser Mensch bin, brauche ich hin und wieder etwas, was mir auch Spaß macht.
Um also den von den Rechten gekaperten Gutmenschen als Kampfbegriff zu vermeiden bietet es sich vermutlich an, einen chinesischen Begriff zu kultivieren, mit dem ich -dank Großmeister Burks seinem Beitrag– in Kontakt geraten bin: Baizuo
Eventuell deckt der chinesische Spottbegriff Baizuo das Problem der unterschiedlichen und problematischen Diskurswelten im Land aktuell ganz gut ab.
Dieser, so zitiere ich mal: „bezeichne […] Personen, die sich nur für Themen wie Einwanderung, Minderheiten, LGBT und Umwelt interessierten und keine Ahnung von Problemen der realen Welt hätten, und scheinheilige Humanitaristen, die für Frieden und Gleichheit einträten, nur um ihr eigenes Gefühl moralischer Überlegenheit zu befriedigen. Diese seien so sehr von politischer Korrektheit besessen, dass sie dem Multikulturalismus zuliebe rückwärtsgewandte islamische Werte tolerierten, und glaubten an den Wohlfahrtsstaat, der nur Faulenzer und Trittbrettfahrer begünstige. Sie seien ignorante und arrogante Westler, die den Rest der Welt bedauerten und sich für Retter hielten.(ebenda)“
Rumms! Chinesen, man muss sie einfach mögen. 😊


Und, um den Schleier ein wenig zu lüften. Da kann man lesen, wo der Zug hinfahren müßte, sofern man sich vom Schein der Rassismusdebatte lösen und sich dem realen Problem zuwenden mag. We don’t want Black landlords and Black bosses. We want to abolish private property and the capitalist system.
Eigentlich wollte ich dazu ja nix schreiben und nun ist es doch wieder etwas mehr geworden.


EIGENTLICH wollte ich doch nur zwei Bilder posten und berichten, wie gut sich meine Salatabschnitte auf dem Balkon entwickeln, und, dass die Kartoffeln fleißig giftiges Grün angesetzt haben.


Inzwischen stopfe ich keimende Kartoffeln oder keimende Zwiebeln auch einfach in einen Topf.
Bei den Kartoffeln bin ich im Herbst mal gespannt, was da dranhängt – das Zwiebelgrün hingegen schmeckt prima im Salat oder -wenn es blüht- freuen sich die Insekten, zumindest die, die noch da sind.


Zum Abschluss und zum Tag des alten, weißen Mannes ein Lied von Funny van Dannen mit dem Titel: „Lesbische, schwarze Behinderte“.

Einen entspannten Feierabend wünscht Ihnen Ihr Blödbabbler, Unkraut des HErrn!

Thomas Fischer…

…und seine Kolumnen sind (fast) immer eine intellektuelle Bereicherung, eine Möglichkeit kurz innezuhalten und seinen eigenen Furor oder den, der durchs Land wabert, kritisch zu hinterfragen; Fischers Kolumnen sind Oasen der Entschleunigung. 🙂
Wobei ich auch gestehen muss: Ich liege relativ oft auf einer Gedankenlinie(wobei ich bei den zu juristischen Inhalten qua Wissen eher raus bin)mit ihm, zumindest wenn es um Hygieneartikel für Frauen und Mehrwertsteuersätze oder auch um die Einschätzung von „Rassismus“ geht.
Nun könnte man einwenden: Logisch, zwei reaktionäre alte Säcke…würde damit aber vermutlich deutlich zu kurz springen.

Nachdem sich der Staub der Empörung über Tönnies nicht wirklich gelegt hat und es ein paar Versuche von Relativierung gab, wie bspw. von Friedhelm Funkel
„Was mit ihm jetzt passiert, ist mir aber viel zu viel. Er wird ja regelrecht geschlachtet. Da bringen Leute mit einem Samurai-Schwert Menschen um, darüber wird zwei Tage berichtet, dann ist es vergessen. Er wird nun in eine Ecke gedrängt, in die er sich selbst gebracht hat, in die er aber nicht gehört“, hatte ich kurz damit geliebäugelt was dazu zu schreiben. Denn inhaltlich ist der Ansatz mit „Elektrifizierung“(und sonstiger Infrastruktur) tatsächlich ein elementares Teil bei der möglichen Hebung des Wohlstandsniveaus, was dann in weiterer Tendenz eben zu weniger Kindern führt, wie global zu betrachten ist. Einen Verlauf der historischen Entwicklung kann man sich mit passenden Links in den Kommentaren beim hpd zum Thema:UN schlägt Alarm: Zu viele Menschen hungern gerne angucken(1 und 2).

Dankbarerweise erklärt Herr Fischer auch, dass das Zitat wohl so lautet:Wenn „wir in Deutschland“ 27 Milliarden Euro ausgeben wollen, um 0,006 Prozent des Weltausstoßes an CO2 einzusparen, „warum gehen wir dann nicht her und geben das Geld … unserem Entwicklungsminister? Der spendiert dann jedes Jahr 20 große Kraftwerke nach Afrika. Dann hören die auf, die Bäume zu fällen, und sie hören auf, wenn’s dunkel ist, wenn wir die nämlich elektrifizieren, Kinder zu produzieren“.
Dies hat -auch wenn‘s unglücklich formuliert ist- einen anderen Zungen -und Gedankenschlag, als die schwarzen, aidsverbreitenden Gerne-und-Viel-Schnaksler der Frau von und zu Turnvadder Jahn und seinen Taxis anno tobak.

Aber zum Glück muss ich gar nichts weiter dazu sagen oder schreiben, denn Herr Fischer hat mir in seiner aktuellen SpOn-Kolumne mit dem Titel „Tönnies, Wurst und Wahn“, die Arbeit abgenommen; eloquenter und witziger, als ich es je könnte.

Weiterhin empfehle ich zur Beschäftigung mit der Thematik von Entwicklung sich mit den Zahlen die bspw. via gapminder einsehbar sind, vertraut zu machen, und nicht in ein jämmerliches und moralisierendes Rassismusanklagegeheul zu verfallen oder gar hirnlos einzustimmen; bei diesem Klang verliert man nämlich leider allzu oft den Fokus auf die echten und gefährlichen Realität(en) die Herrschaft und Knechtschaft generieren.

Es gäbe sicherlich manche und viele Gründe sich gegen Herrn Tönnies zu positionieren und Kritik anzubringen, wer sich hingegen an diesem, seinem Redebeitrag aufhängt, verstellt sich und anderen die Sicht auf die eklatanten Punkte im Schlachtviehgewerbe und der kapitalistischen Produktionsweise an sich.

Ihnen Ihr Blödbabbler, Schweinepriester des HErrn.

Moon River

So. Nachdem ich mich nun eine ganze Zeit lang aus meiner geplanten Kategorie „Lieder die der Blödbabbler“ mag, verabschiedet hatte, bin ich vor kurzem getriggert worden, wie es neudeutsch so unschön heißt
Und, wann immer ich mit sehr monokausalen Analyseversuchen -oder sind es schlicht Polemiken, wer weiß das schon?- konfrontiert werde, will ich, ganz trotziges Kind, ja eigentlich immer ganz dolle viel von dem haben, was angeblich Kritikpunkt -und also zu verachten ist.

So begab ich mich auf Spurensuche nach bösen, alten und selbstredend weißen Männern die der Hauptgrund seien, warum alles so so scheißig sei, wie es nun mal sei; suhlte ich mich in Unterdrückungsfantasien, spielte mit schwarz-weißen Formen kultureller Aneignung und wurde so gewaltiges Teil der Bewegung „Alter, weißer Mann“. m(

Um mir aber -hedonistisches Arschloch, dass ich nun mal bin, den Spaß nicht zu kurz kommen zu lassen, zog ich es vor, statt mich mit weinerlichem Soziologengejammer zu langweilen, mich stattdessen lieber mit „Frühstück bei Tiffany“ zu vergnügen, einem Film aus der ‚guten alten Zeit‘, als Rassismus noch keiner Erklärung bedurfte und Rassisten sich -im Gegensatz zu heute- auch dazu bekannten Rassisten zu sein. 😉
Wir befinden uns also in der Zeit, bevor die Bürgerrechtsbewegung in den USA – und etwas weniger sklavenhalterisches Denken- in der Gesellschaft sich durchgesetzt haben, zumindest in Teilen, wie man ehrlicherweise zugeben muss, so man die aktuelle Situation in den USA betrachtet. Und da spreche ich nicht nur von Black Lifes Matter. 😉

Nun muss ich gestehen, die Persiflage eines Asiaten – dargeboten durch Mickey Rooney- eher als peinliches Intermezzo und sinnfreien Klamauk im Film wahrgenommen zu haben, denn als offenen Rassismus, aber vermutlich war’s dennoch nicht weit davon entfernt – und aus heutiger Sicht sogar deutlich dran und drüber.
Aber ich muss gestehen, die haben im Film auch wie die Schlote gequalmt, ein Zustand den die meisten meiner Generation noch knapp kennen(und selbst mitgemacht haben), der aber wohl in der Form kaum einem millenial vermittelbar ist. Wer also Entwicklungen vielleicht nicht versteht, weil er nur den aktuellen Zustand sieht und davon ausgehend beschreiben kann, wer Zusammenhänge gesellschaftlichen Denkens und Handelns nicht als Veränderungen und wandelnden Normen begreift, dem muss das alles ganz dolle schlimm vorkommen. Wenn sich das mit mangelndem Humor per se und der schwarzen Form davon im Besonderen rückkoppelt, dann wird es schwer Handeln der Altvorderen zu verstehen, zu analysieren oder gar als Grundlage der eigenen Existenz zu begreifen. Dann erscheint alles, was in der Vergangenheit stattfand, per definitionem als Fehler und die eigene (selbstherrliche) Meinung als gotterreichter Endstand menschlicher Zivilisation.
Aber, so, wie natürlich heute jeder im Dritten Reich ein unfassbar toller Widerstandkämpfer oder -in gewesen wäre, Abstand und historische Abläufe machen es sicher, dies so zu verlautbaren, wären wohl viele davon -mich inklusive eher der klassische Typ „Mitläufer“ geworden. Leider doch mehr Badenweiler Marsch als Bella Ciao. Aber ich schweife ab.

In der verfilmten Romanze des Buchs von Truman Capote, ist das Lied „Moon River“ von Henry Mancini quasi ein musikalischer ‚Roter Faden‘, der sich durch den Film schlängelt.
Ich mag die Fassung von Audrey Hepburn lieber, als die von Sinatra und Satchmo, obwohl ich die beiden -weil auf meiner Küchenplaylist- öfter höre als sie.

Ihnen Ihr Blödbabbler
P.S. Wenn der Blödbabbler nach alten, weißen Männern sucht, findet er stattdessen eine junge und agile Frau…im nächsten Beitrag gibts dafür dann was zum verhassten Sujet.

Rassistin? Ernsthaft? Dummschwätzer!

So sehr ich auch Alice Schwarzer für ihre unangenehme und via BILD Zeitung verbreitete Verleumdung -und Vorverurteilungskampagne gegen Kachelmann ablehnte, so schrieb ich 2011:
Montag weinte der Himmel und Kachelmann ward freigesprochen, was mir ziemlich am Poppes vorbei ging.
Was mich eher interessierte war, das es der BILD Zeitung ein weiteres Mal – nach der versuchten Heiligsprechung des Lügenbarons- nicht gelungen ist, mit ihrer Dreck-und Schmutzkampagne in Bezug auf den Wettersabbler ihre Leserschichten einzunehmen.
Nicht einmal der Coup mit der -leider immer unerträglicher werdenden- Alice Schwätzer gelang, eventuell war aber das auch der Fehler bereits im Ansatz. ((da)

und 2014 schrieb ich:
Wir haben Vorzeigemenschenfreunde wie Alice Schwarzer, deren giftige Sabber in ihrer Hauspostille, nein nicht der Emma, sondern der Bild, den Kachelmann Prozess begleitete und deren Verdikt offenbar schon feststand, bevor sie den Gerichtssaal erstmalig betrat. Ich weiß nicht ob der schuldig war, aber was geht es die Öffentlichkeit an, wie viele Frauen er beglückt und ob er es ihnen deftig oder sanft besorgt. (da)… so sehr muss ich sie loben für ihre klare Kante gegen jene Mitmenschen die im Relativieren von Unterdrückung durch angebebliche kulturelle Eigenarten ganz vorne marschieren, im Glauben fest und mit sicherlich guter Absicht, aber eben auf Seiten der Unterdrücker.

Jene, die gerne das Wort Rassist wählen um Kritik an Religion zu denunzieren.
Der sanfte Hinweis, Kritik an Religion sei per definitionem nicht rassistisch, da man sich Religion erwähle, seine Hautfarbe oder ethnische Zugehörigkeit aber nicht, wirkt da dann leider auch meist nicht zielführend, stattdessen fordern die dümmeren dann via twitter – falls sie nicht gerade Blödsinn aus Auschwitz schreiben-: Müssen endlich ehrlich über antimuslimischen Rassismus sprechen u. handeln.(da)
Frau Schwarzer kritisiert schon lange solche Formen von Feministinnen, die meinen Kopftücher seien lediglich kulturelle Eigenarten, die man hinzunehmen habe, genauso eben wie sogenannte Ehrenmorde und Polygamie.
Also jene, die hinter jeder Form der Kritik sofort Faschismus wittern, anstatt sich mit dem Subjekt der Kritik auseinandersetzen.

Nun erhält eine Cartoonistin namens Franziska Becker, die wohl seit Beginn des Pleistozän auch für die EMMA zeichnet, den Hedwig-Dohm-Preis.
Spontan tauchen dann die üblichen Verdächtigen auf um deren Arbeit und sie selbst als rassistisch, bzw. Rassistin zu denunzieren, und es verwundert zumindest mich nicht sehr, Herrn Augstein im Chor der kulturrealtivistsichen Torfnasen wiederzufinden.
Jetzt warte ich noch auf den tweet von Sawsan Chebli um den Chor der kulturrelativistischen Dummschwätzer abzurunden.

Der kämpferische Artikel von Frau Schwarzer zum Thema sagt alles, was es zu diesem Thema zu sagen gibt, Danke dafür.

Ihnen Ihr Blödbabbler