Schlagwort: schottland

Ben Bracken 22y Islay (2016)

Ebenfalls aus dem Vorweihnachtsgeschäft 2016 stammt der Ben Bracken 22 Jahre Islay,Single Malt, destilliert anno 1993. Ben Bracken 22 Islay (2016) Flasche
Da hatte sich Lidl echt was einfallen lassen und kam mit sehr schicker Klappverpackung und velourartiger Flascheneinlage daher.
Die Informationen auf der Verpackung -und der Flasche- sind Banalitäten, also schlicht Marketingblabla-Blendwerk.
Denn, da man einen schottischen Whisky und spezieller einen Single Malt verkauft, ist es verpflichtend, dass der in Eichenfässern gelagert sein muss(mindestens 3 Jahre) und auch in Kupferbrennblasen(Potstills) destilliert wurde.
Dennoch macht der Auftritt rein optisch deutlich was her; die Rückseite der Verpackung ist vollgemacht mit Farb-und Geschmackseindrücken in englischer Zunge verfasst.

Im Innern ist auf der linken Seite ein Retrokartenausschnitt mit Islay im Zentrum zu sehen, es wiederholt sich der blödsinnige Text von der Vorderseite.Ben Bracken 22 Islay (2016) Flasche
Konsequenterweise hat man den Hinweis auf Kupferbrennblase, Eichenfass und die Destillation, Reifung und Abfüllung in Schottland(ein weiteres Kriterium für einen Scotch Whisky) auch noch aufs Flaschenlabe gedruckt. *Seufz*.
Und um das Farbgeschwätz auf der Verpackung noch völlig ad absurdum zu führen wurde auch diesem Whisky mit E150a Gewalt angetan…was genau soll also noch der Rückschluss auf:“ Amber honey gold with dazzling rays of sunlight.“ bedeuten? Abgemischt, verkorkt und verpfuscht mit Färbemittel. Fuck off!

Und, weil man ja Geld für die wirklich schöne Verpackung und das Färbemittel ausgeben musste, sowie vermutlich einen Marketingschwätzer zum blöddichten angeheuert hat, konnte man den Whisky dann leider nur mit 40% abfüllen, irgendwo muss man ja sparen. 😉
So, nun aber genug gemeckert, diese Labelfarce macht ja nicht nur der Discounter -viele Destillerien verkaufen immer noch mit 40%, E150a Pansche und nichtssagendem Gewäsch auf dem Label ihre Produkte; ist also ein allgemeines Maulen von mir, hier am Beispiel des Ben Bracken 22 Islay exerziert, gilt aber definitiv für die gesamte Brut die das so macht. Jawoll!

Was diese Abfüllung aber so interessant gemacht hat, war der Preis. Lidl wollte für einen 22 Jahre gereiften, Islay Single Malt lediglich 39.90€ haben.
Das war der Kracher, hinter dem sich meine obige Kritik einreihen musste.
Nur zur Einordnung des Preises: zum damaligen Zeitpunkt kostete eine Flasche Islay Single Malt mit solch einem hohen Alter mindestens das 4 fache…meist aber je nach Destillerie auch gerne deutlich mehr.
Und wir erinnern uns, es gibt ja nicht unbegrenzt Destillerien auf Islay die Whiskys mit solch einem hohen Alter abzugeben hatten, Kilchoman war z.B. definitiv nicht mit von der Partie. 😀

Im Glas muffelt der Ben Bracken 22 Islay nach schwachem Rauch, Heidekraut, süß und süffig. Der Rauch wirkt feucht und insgesamt eher dünn. Nun ja, nach 22 Jahren im Fass ist keine Rauchbombe zu erwarten, die Nase hält sich aber noch gut im Rahmen dessen, was man erwarten konnte oder wollte.

Nachdem der erste Schluck den Mund erobert hat und wärmt, rauchig und malzig, mit überraschend schwacher Holznote, wenig Espresso, dafür süßer Honig an Bord.
Der Geschmack ist weniger wässrig als es die Nase noch vermuten ließ, dennoch tendiert der Ben Bracken 22 Islay in diese Richtung; er ist trotzdem -oder gerade deswegen?- ein sehr süffiger und wie ich finde, fast bowmoreesker Single Malt mit leichter Pfeffrigkeit und feuchtem Rauch. Klasse!
Der Abgang ist dann das schwächste Glied der Kette. Der Whisky bitter leicht nach(darf er, war ja lange im Fass) schmeckt leicht harzig und schwupps-die-wupps ist er auch schon weg.

Aber falls einem die Geschmacksdauer oder -intensität beim Abgang fehlt, gießt man sich halt schnell noch einen kleinen dram ein und süffelt nochmal neu drauflos – kost‘ ja eben nicht die Welt. 🙂

Sehr schön, ein leckerer Stoff, dem man die 22 Jahre allerdings nicht wirklich anmerkt. Dafür ist der Ben Bracken 22 ‚Islay‘ klasse trinkbar und dabei sehr süffig. Und nebenbei: ich mag ja Bowmore Style gerne.

Die Whiskybase hat hier was zum Ben Bracken 22 Islay Cd (2016).

Wertung Single Malt
Ben Bracken 22 ‚Islay‘ (2016)
Geschmack:
Preis-/Leistungsverhältnis:

Fazit: Der Ben Bracken ‚Islay‘ 22 Jahre (2016) ist ein leckerer Single Malt, lecker und süffig mit einem grandiosen und unschlagbaren Preisleistungsverhältnis. Das man da das Alter nicht an jeder Ecke und Kante merkt finde ich nicht wirklich schlimm; gerade auch die manchen älteren Whiskys zu eigene Bitterkeit ist hier sehr gut eingebunden und nicht zu dominant. Easy goin‘ stuff.

Ihnen Ihr Blödbabbler

Rating-Info
6 Perfekt – 5 Wunderbar – 4 Lecker – 3 Gut – 2 Brauchbar – 1 Widerlich – 0 Fußbad

Glenalba 22y (2016)

Nachdem ich nun das Pflichtprogramm des Discounter Einsteigerwhiskys hinter mich gebracht habe, Glen Orchy 5 years, Ben Bracken Speyside, Highland und Islay liegen hinter mir, kann ich mich nun wuschig den gereifteren Semestern zwischen 22 und 30 Jahren zuwenden. Mein Acronym zur guten alten American PieMILF‚ – nenne ich dann wohl schlicht ‚WILD'(Whiskys I’d like (to) drink) *grins*.
O.k. let’s runnin‘ WILD mit dem Glenalba 22 Jahre Sherry Cask Finish aus dem Jahre anno 2016(Vorweihnachtsgeschäft).
Glenalba 22 (2016) Flasche
Der Glenalba 22 ist ein Blended Scotch Whisky, der mit 40% Alkohol und -wie leider immer noch üblich- Zuckerkulör der E150a Variante von Clydesdale für Lidl 2016 abgefüllt wurde.
Die Flasche versteckt sich hinter einer Pappdose die in weiß-grün gestaltet wurde und bei der die Farbwahl und Größe der Schrift meinen Augen beim Versuch sie baräugig zu entziffern nicht wirklich gut tut.
Wer sich diese Schikane ausgedacht hat, sollte mit einer Karotte so lange verprügelt werden bis er Vitamin A spuckt.
Man hat sich bemüht Transparenz auf dem Label darzustellen, ob das allerdings mehr war als ein Marketinggag bezweifle ich mal. So finden wir den Hinweis auf ein Batch: JS/322, ein Lot#0745C, was aber zumindest -Spoiler Alarm!- bei den von mir erstandenen 4 Flaschen immer dieselbe Angabe war – und soweit ich das im Internet verfolgt habe- auch bei allen anderen.
War also wohl ein echt fettes Batch, aber wir mündigen Trinker freuen uns ja bereits über kleinste Anzeichen von Information auf dem Label.
Wie es sich für einen Blended Whisky gehört, wurden hier Single Malts mit Grain Whisky vermischt, von denen der jüngste mindestens 22 Jahre alt sein musste.
Danach ging es nochmal für eine unbestimmte Zeit ins Sherryfass zum sogenannten finish. Warum?
Nun, vermutlich waren die Fässer in denen die Ursprungsdestillate reiften nicht allesamt der absolute Bringer, also eher Brot-und Butter Fässer(nicht buchstäblich!) der Kategorie 2nd, 3rd, oder noch öfter befüllt und ausgelutscht statt Premiumware. Die können zwar noch während der Reifung helfen das Raue des Rohbrandes abzumildern, aber geben selbst meist außer Bitterstoffen(Tanninen) nicht mehr viel her -und manchmal nicht mal mehr das. 😉
Um also in einen eher unterkomplexen Whisky ein wenig Geschmacknuancen zu bekommen(und damit besser und vor allem teurer verkaufen zu können), nutzt man dafür neuere Fässer, die eben kurz(meist ist es leider eben nicht mehr lang) mit Sherry, Portwein oder einer anderen Leckerei befüllt waren, und bei denen sich ins Fass ein paar Liter der Substanz gesogen haben, die es nun an den darin gefüllten Whisky abgibt.
Denn: direkte Zugabe von Sherry in den Whisky ist böse, indirekte hingegen ist ein cleverer Trick um sein Zeug an den Mann zu bringen, Glenmorangie sei Dank!
Und nur damit das nicht falsch ankommt: Es gibt wirklich richtig gute gefinishte Whiskys da draußen und ein indirektes Panschverfahren ist also nicht pauschal zu verurteilen.
Kommt es doch primär aufs Ergebnis an und nicht (nur) aufs Abarbeiten der Dogmatik der SWA. Compass Box Freunde wissen was ich meine. 😉
So kann es auch eine spaßige Versuchung sein, sich mal seinen Whisky daheim mit einem Tropfen Sherry oder Port oder Heringssud oder was weiß ich zu ‚veredeln‘, ein wenig mit Aromen und Geschmäckern zu spielen.
Noch ein paar Eckdaten habe ich anzubieten, dann gehts los mit meinen Eindrücken zum Glenalba 22 Jahre.
Die Whiskys wurden 1993 destilliert -wo auch immer, und von wem auch immer- und 2016 abgefüllt.
Meine Flasche kaufte ich zum Jahresende 2016 für den sensationellen Preis von 24.99€.
So wie es ausschaut gab es 2015 schon einmal den gleichen(?), es finden sich zumindest in der Whiskybase zwei Beiträge dazu.
Meine Flaschen haben alle den Bottlecode L28164, der wohl den 2016er Flaschen zueigen ist.

Was hat der Glenalba 22 anzubieten?
In der Nase sammeln sich Kakaonoten, frischer Sherry(nicht die dumpfe und schwere Variante), Karamell und überraschend helle Früchte -Aprikose/Pfirsich- und eine süße Note.
Klasse Näschen.

Im Mund ist es fettig und seidig, deutlich Sherry dabei ein leichtes bisschen säuerlich und adstringierend. Er ist cremig und ein kleines bisschen bitter und bizzelt auch etwas auf der Zunge. Für die 40% Alkohol hat er einen kräftigen Antritt und schmeckt fast singlemaltig, wobei eine crispy Note vom Grain(?) spürbar ist.
Der ist auch im Mund ein leckerer Geselle.

Im Abgang haben wir dann etwas Holz, immer noch Sherry und eine chinesische süß-sauer Variante, insgesamt ein wenig weinig. Er macht fühlbar fettige Lippen und eignet sich so natürlich auch zur täglichen Gesichtspflege als echtes Naturprodukt. Im Schlund brennt er dann leicht, was den Gesamteindruck aber nicht wirklich trübt.

Seufz. Der Glenalba 22 ist ein wirklich leckerer Blended Whisky, und ich verstehe mal wieder die eher niedrige 80er Wertung dazu in der Base nicht.
Wenn ich aber dort sehe, dass auch der Old Perth SC dort sogar noch unter 80 angesiedelt ist, wird vielleicht ein Schuh draus, den ich mir aber nicht anziehen werde. 😀

Die Whiskybase hat hier was zum Glenalba 22 Cd (2016).

Wertung Blended Whisky
Glenalba 22 (2016)
Geschmack:
Preis-/Leistungsverhältnis:

Fazit: Der Glenalba 22 Jahre (2016) ist ein wirklich toller Blend, abwechslungsreich, lecker und süffig mit einem nahezu unschlagbaren Preisleistungsverhältnis. In der gleichen Preisklasse spielt bspw. ein Old Perth Sherry Cask, der aber keine 22 Jahre auf dem Buckel -dafür aber 3% mehr Alk- hat. Ich habe es oben bereits erwähnt, ich habe mir damals 4 Flaschen davon hingestellt, weil ich den für knapp 25€ einen absoluten Knaller fand. Sein Nachfolger(der ein komplett anderer Whisky sein kann, remember, Handelsname) ist ein 23jähriger(gleiche Flasche, gleiches Label) der dann aber eben auch gleich 39.90€ kostet und deswegen den Weg (bisher) nicht zu mir gefunden hat.

Ihnen Ihr Blödbabbler

Rating-Info
6 Perfekt – 5 Wunderbar – 4 Lecker – 3 Gut – 2 Brauchbar – 1 Widerlich – 0 Fußbad

Glen Orchy 5 years

Ich beginne mein Lidlwhisky-Tastingreihe mit dem billigsten Whisky, den ich mir dort geholt habe – dem Glen Orchy 5 years, Blended Malt.

Wie es sich für einen Whisky in der untersten Einsteigerklasse gehört kommt er ohne Pappmaché -oder Don Blechig ummantelnde Ritterrüstung- nackt wie der Kaiser daher; sein Drehverschluss hingegen ist aus billigem Blech.
Das bedeutet zweierlei: er kann durch den Korken kein G’schmäckle bekommen und man sollte ihn nicht zu lange angebrochen herumstehen lassen, vulgo zügig entleeren, weil er sonst verdunstet. :-O

Wie bei einem Whisky -für Menschen gedacht, die sich sonst eher Gin oder Doppelherzkorn ins Haus holen und bei Whisky deswegen dunkle Farbe erwarten- üblich, wurde er mit Zuckerkulör E150a dummenschick gemacht um was-auch-immer vorzutäuschen, und ist seine Abfüllung mit 40% Alkohol genau an der Untergrenze dessen, was sich noch legal Whisky schimpfen darf.
Doch genug gemault, denn dieser Whisky hat auch Vorteile: einige die offensichtlich sind, wie ein sehr guter und niedriger Preis oder ein informatives Label, andere, die man erst findet, wenn man den Zinken ins Glas gehalten hat oder der Tropfen im Mund aufgeschlagen wurde, dazu gleich mehr.
Glen Orchy 5 Flasche
Was gefällt mir?
Auf dem Label ist eine Altersangabe, es ist also kein NAS -und man scheut sich auch nicht ’nur‘ 5 Jahre draufzuschreiben-, 5 sind immerhin 2 mehr als das Minimum fordert, damit man es überhaupt erst legal Whisky nennen darf.

Eine niedrige, einstellige Altersangabe ist bei einigen Single Malts inzwischen scheinbar schon fast trendy geworden, zumindest sehe ich immer mehr davon, einzig dafür kosten diese dann mit ihren 5+ Jahren im Fass meist auch so viel Schotter, wie noch vor wenigen Jahren die 18 bis 20 Jahre im Fass gereiften.
Nun ja.

Mit dem Glen Orchy habe ich einen Blended Malt vor mir, also ein Amalgam aus Malts verschiedener Destillerien – bei völliger Absenz von Grainwhisky, denn sonst wäre es ein Blended Whisky. /Klugscheissmodus off

Im speziellen Fall wurden laut ‚Inhaltangabe‘ auf dem Rückenlabel Whiskys aus den Regionen Highland, Lowland, Campbeltown und Islay verwendet und nachträglich, also vermutlich nachdem sie gevatted wurden, in Sherryfässern einem finish unterzogen. Meist ein Zeichen dafür, dass der Ausgangsstoff nicht so intensiv gereift war, die Fässer eher schon einer mehrfachen Verwendung anheimgefallen sind. Aber wir sprechen ja auch von einem Einsteiger – und nicht von einem Premiumschnaps.
Als wichtiger Hinweis gilt zu bedenken, Whisky ist ein Naturprodukt(mal mehr, mal weniger) und unterliegt geschmacklichen und qualitativen Schwankungen. Das ist bei Originalabfüllungen der Fall, bei Handelsmarken aber oftmals noch deutlich stärker auffällig, da sich deren Zusammensetzung je nach bestem Liefervertrag etc. ja von jetzt auf gleich ändern kann. Danach ist es im schlimmsten Fall zwar der gleiche Name, aber eigentlich ein komplett anderes Produkt; beim nächsten Mal kann das Zeug komplett anders schmecken, weil nicht klar ist, welche Whiskys in welcher Zusammensetzung vermählt wurden.

Wie die meisten (der Lidl) Whiskys hat auch der Glen Orchy 5 natürlich eine Auszeichnung bekommen, hier ist es der IWSC 2014 in Silber.
Das mit den Auszeichnungen bei Whiskys ist ein wenig so, wie mit den Eisernen Kreuzen 2.Klasse gegen Ende des Zweiten Weltkriegs, es war schon schwer keins zu bekommen.
Aber besser als nix isses vermutlich doch, wenn auch nicht viel. 😉

Die Flaschenform ist eigenwillig und erinnert entfernt an die typischen Glenfiddich Prismen, nur deutlich weniger elegant, dafür liegt sie gut in der Hand…eventuell das Kriterium der Wahl?
Der normale Preis für den Glen Orchy 5 Jahre im Onlineshop scheint 9.99€ zu sein, ich habe meinen im Jahre 2017 für knappe 7.20€ erstanden…irgendein Gutschein geht ja immer. 😀

Damit ist nun der Umschweife und der Bürokratie genüge getan und ich kann was zum Geschmack und Aroma schreiben.

Nachdem der Glen Orchy sich ins Glas gemacht hat, wohlweislich jedem Tropfen Wasser ausweichend, erlaubt er mir an seinem ungebadeten Zustand teil zu haben.
Der Eindruck seines Aromas ist sehr schwach und flüchtig, wenn überhaupt riecht man die Speyside(Apfel, helle Frucht) hervor, obwohl die ja offiziell gar nicht vertreten ist, aber als Teil der Highlands natürlich doch irgendwie blabla… alles sehr luftig, auch ein wenig malzig und eine etwas komische Parfümnote ist ebenfalls präsent; von Islay hingegen gibts kein verbranntes Torf on board.
Sehr unspektakulär insgesamt, aber auch akzeptabel und gefällig.
Zumindest keine garstige Fehlnote in Form von Schwefel, wie sie inzwischen nach meiner Meinung den einst leckeren und feinen Teacher‘s Highland Cream komplett übernommen hat.
Und das ist mir schon mal viel wert.
(Notiz an mich: SM-Modus anwerfen und ein Re-Tasting vom Teacher‘s machen, damit meine alte Wertung heute niemanden blind dazu verleitet zuzuschlagen).

Im Mund findet -nach dem Schnuffelauftakt nicht völlig überraschend- ein seidiges, leichtes und fast flaches Erlebnis statt, sanfte Würze, Honig und Holz mit insgesamt gefälliger leichter Wärmebildung.
Er bittert kaum auf und bleibt insgesamt ein easy-going Whisky.
Eher was zum Schlucken denn zum Degoustieren, aber dafür ist er im Glas ein guter und ehrlicher Geselle.

Im Nachklapp staubt er dann etwas, aber sehr wenig und noch gut im Rahmen um den Gesamteindruck nicht zu verderben.
Die Wärme saugt sich am Gaumen fest, seidig und süß ummantelt.
Und dann, mit einem Wimpernschlag ist der Geschmack auch schon weg; heißer Anwärter für die Sprintstrecke „Abgang“, eventuell reicht‘s da dann sogar fürs Gold, wer weiß?

Also, was bleibt?
Ein Whisky, der mir Spaß gemacht hat und -trommelwirbel- den ich mir gerade für 6.40€ nochmal nachbestellt habe, ich sagte doch, irgendein Gutschein geht immer! 😀
Wer für einen Whisky unter 10€ hingegen erwartet, dass er sich mit einem Macallen 25 Jahre messen kann, der ist hier definitiv fehl am Platze und sollte sich da auch nicht verirren.
Wer sonst Queen Margot, Bradan Orach oder gar Bushmills Blend trinkt, der wird hier aus meiner Sicht mehr Spaß finden.
Wer für kleines Geld Whisky auch mal trinken mag, bei der Pokerrunde oder im Sommer am Grill, der wird sicherlich nichts falsch machen.
Ein feiner und billiger Blended Malt.

In der Whiskybase gibts dazu: Glen Orchy 5

Wertung Blended Malt
Glen Orchy 5

Geschmack:

Preis-/Leistungsverhältnis:

Fazit: Der Glen Orchy 5 years ist ein leckeres und süffiges Kerlchen mit einem guten bis sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis. Meine Gesamtnote liegt mit 4 Fässern über der Summe der Einzelteile(2-3/3/3-4), weil ich den Spaßfaktor on top draufgehauen habe. Die meisten ’normalen‘ Käufer werden den vermutlich, wie einen Ballantine’s Finest oder einen Tullamore Dew in eine Cola reinkippen, aus meiner Sicht ein Fehler, weil der eben wie die beiden genannten auch so gut trinkbar ist.

Ihnen Ihr Blödbabbler

Rating-Info
6 Perfekt – 5 Wunderbar – 4 Lecker – 3 Gut – 2 Brauchbar – 1 Widerlich – 0 Fußbad