Schlagwort: Thomas Fischer

Kurzer Lesetipp zum Wochenende

Wer mal wieder einen durchdachten – und fein formulierten – Text lesen möchte, wird wie fast immer bei Thomas Fischer in dessen Kolumne beim SPIEGEL fündig.

Unter dem Titel „Corona, Spaß und Schuld“, findet man so schöne Textstellen wie:

[…]denn die einen tragen halt prinzipiell keine Aluhüte, und den Aluhutträgern ist es egal, was Kopernikus, Einstein und Hawking sagen, weil sie ja in sich spüren, dass es hilft. Wenn nicht gegen Viren, dann doch gegen die Langeweile.

Ein gesegnetes Wochenende, lassen sie sich nicht anspucken.
Ihnen Ihr Blödbabbler

Alles Banane!

Zitat des Tages -diesmal ein ganzer Absatz- stammt vom formidablen, sehr geschätzten Thomas Fischer und steht bei SpOn in dessen neuster Kolumne „Wo nicht die Banane, sondern die Republik matschig ist„.
Wie immer empfehle ich, es sich mit einer dampfenden Tasse Kaffee, einer Hand voll Popcorn oder Spekulatius vor dem Monitor und diesem Beitrag gemütlich zu machen und selbigen zu genießen.
Der Absatz selbst hat mit der Thematik des Beitrages eigentlich nur am Rande zu tun, trifft aber wohltuend meine Einschätzung zur AfD im Allgemeinen und Herrn Höcke im Besonderen.
Fischer schreibt:
Deshalb ist es auch ziemlich egal, ob man Herrn Höcke „Faschist“ nennen darf, was jetzt manche Antifaschisten gerne tun, vor allem im Fernsehen, in der kindlichen Hoffnung, dann würden „die Menschen“ sagen: Ja wenn das so ist!, und wieder SPD wählen oder wenigstens AKK. Dabei übersehen sie, dass Herr Höcke nicht gewählt wird, obwohl er Faschist ist, sondern weil er es ist. Und dass Herr Höcke sich nicht wie Rumpelstilzchen in der Luft zerreißt, wenn man seinen geheimen Namen herausgefunden hat. Die heutige Jugend jeden Alters glaubt leider an Zauberwörter und denkt, „Faschismus“ sei, wenn man Juden hasst, albern spricht und Antifaschisten zusammenschlägt. Das täuscht.
Touché.

Ihnen Ihr Blödbabbler

Thomas Fischer…

…und seine Kolumnen sind (fast) immer eine intellektuelle Bereicherung, eine Möglichkeit kurz innezuhalten und seinen eigenen Furor oder den, der durchs Land wabert, kritisch zu hinterfragen; Fischers Kolumnen sind Oasen der Entschleunigung. 🙂
Wobei ich auch gestehen muss: Ich liege relativ oft auf einer Gedankenlinie(wobei ich bei den zu juristischen Inhalten qua Wissen eher raus bin)mit ihm, zumindest wenn es um Hygieneartikel für Frauen und Mehrwertsteuersätze oder auch um die Einschätzung von „Rassismus“ geht.
Nun könnte man einwenden: Logisch, zwei reaktionäre alte Säcke…würde damit aber vermutlich deutlich zu kurz springen.

Nachdem sich der Staub der Empörung über Tönnies nicht wirklich gelegt hat und es ein paar Versuche von Relativierung gab, wie bspw. von Friedhelm Funkel
„Was mit ihm jetzt passiert, ist mir aber viel zu viel. Er wird ja regelrecht geschlachtet. Da bringen Leute mit einem Samurai-Schwert Menschen um, darüber wird zwei Tage berichtet, dann ist es vergessen. Er wird nun in eine Ecke gedrängt, in die er sich selbst gebracht hat, in die er aber nicht gehört“, hatte ich kurz damit geliebäugelt was dazu zu schreiben. Denn inhaltlich ist der Ansatz mit „Elektrifizierung“(und sonstiger Infrastruktur) tatsächlich ein elementares Teil bei der möglichen Hebung des Wohlstandsniveaus, was dann in weiterer Tendenz eben zu weniger Kindern führt, wie global zu betrachten ist. Einen Verlauf der historischen Entwicklung kann man sich mit passenden Links in den Kommentaren beim hpd zum Thema:UN schlägt Alarm: Zu viele Menschen hungern gerne angucken(1 und 2).

Dankbarerweise erklärt Herr Fischer auch, dass das Zitat wohl so lautet:Wenn „wir in Deutschland“ 27 Milliarden Euro ausgeben wollen, um 0,006 Prozent des Weltausstoßes an CO2 einzusparen, „warum gehen wir dann nicht her und geben das Geld … unserem Entwicklungsminister? Der spendiert dann jedes Jahr 20 große Kraftwerke nach Afrika. Dann hören die auf, die Bäume zu fällen, und sie hören auf, wenn’s dunkel ist, wenn wir die nämlich elektrifizieren, Kinder zu produzieren“.
Dies hat -auch wenn‘s unglücklich formuliert ist- einen anderen Zungen -und Gedankenschlag, als die schwarzen, aidsverbreitenden Gerne-und-Viel-Schnaksler der Frau von und zu Turnvadder Jahn und seinen Taxis anno tobak.

Aber zum Glück muss ich gar nichts weiter dazu sagen oder schreiben, denn Herr Fischer hat mir in seiner aktuellen SpOn-Kolumne mit dem Titel „Tönnies, Wurst und Wahn“, die Arbeit abgenommen; eloquenter und witziger, als ich es je könnte.

Weiterhin empfehle ich zur Beschäftigung mit der Thematik von Entwicklung sich mit den Zahlen die bspw. via gapminder einsehbar sind, vertraut zu machen, und nicht in ein jämmerliches und moralisierendes Rassismusanklagegeheul zu verfallen oder gar hirnlos einzustimmen; bei diesem Klang verliert man nämlich leider allzu oft den Fokus auf die echten und gefährlichen Realität(en) die Herrschaft und Knechtschaft generieren.

Es gäbe sicherlich manche und viele Gründe sich gegen Herrn Tönnies zu positionieren und Kritik anzubringen, wer sich hingegen an diesem, seinem Redebeitrag aufhängt, verstellt sich und anderen die Sicht auf die eklatanten Punkte im Schlachtviehgewerbe und der kapitalistischen Produktionsweise an sich.

Ihnen Ihr Blödbabbler, Schweinepriester des HErrn.