Vermischtes

Ich stelle erstaunt fest: Mir fällt es zunehmend schwerer im Blog was zu schreiben, dies erwähnte ich ja schon in meinem letzten Beitrag, in dem ich schrieb: Es ist einfach zu warm, die Gemüter sind zu schnell erhitzt, momentan will mich jeder falsch verstehen, Rassismus-Damoklesschwerter schweben dümmlich über allem was ich sage oder schreibe. Da habe ich momentan keinen Bock zu im Blog; es reicht mir, wenn im Forum gestritten und gezankt wird. Es sind tatsächlich bereits fast 4 Monate vergangen und draußen vor der Tür lauert weiterhin nicht Borchert, sondern etwas graues, unangenehmes namens Winter.
Und zwar leider nicht das verstorbene Albino Johnny oder der Frankensteinige Edgar. Fucking winter ist nicht mehr coming, sondern da.
Debile Virenspucker können weiterhin nicht an sich halten und unisono erklärt man Weihnachten zur Corona freien Zone. Politiker, solche die an imaginäre Entitäten glauben – und manche noch dümmer – blutgrätschen dafür die Aussagen von Wissenschaftlern weg, wen wunderts?
Wenn es nicht so tragisch wäre, müsste man dem dusseligen Pack dafür mit einem Mistgabel-Fackel-Mob auf die Pelle rücken – aber die dafür notwendigen Vollhonks sind ja in ihren Telegramgruppen damit beschäftig die Realität zu leugnen. Dummheit und Ignoranz allenthalben. Oh‘ du Selige, gnadenspendende Weihnachtszeit. Momentan scheint mir das mit der Gnade eher so zu sein, wie man es aus Soylent Grün oder bei Pferden mit dem Gnadenschuss kennt. Bringt mir eure Alten und ich opfere sie auf dem Altar der christlichen Religion und der Tradition. Hossa!

Wenn der gemeine Deutsche sich was nicht nehmen lassen will, dann Tradition. Gewöhnlich rettet uns dann die Rote Armee vor allzu viel deutscher Tradition, aber deren Nachfolger sind weiterhin damit beschäftigt die Fässer wieder aufzufüllen, die anno tobak der Jelzin Boris leergesüffelt hat. Boris Jelzin, der letzte und einzige Lieblingspräsident der EU und der USA, schwach und radikalmarktwirtschaftlich, ein Traumprinz fürs Ausland – für die Russen war der hingegen der Beginn der Oligarchenherrschaft, aber wen störts, sind ja keine Russen hier.

Man muss also leider konstatieren: Aus dieser Richtung ist diesmal keine Rettung für Deutschland zu erwarten.


Die Pest der Identitätspolitik hat zunehmend an Fahrt aufgenommen, das von uns allen finanzierte Öffentlich-Rechtliche Fernsehen hat vollendete Tatsachen geschaffen, ebenso wie die Frankfurter Rundschau. Man bleibt weiterhin bürgerlich-liberal und fühlt sich dabei als Rammbock der Gerechtigkeit – zumindest sprachlich.
Es wird inzwischen gegendert was das Zeug hält, hier mit Stern, dort mit Doppelpunkt, Hauptsache nicht doch noch eine Minderheit vergessen, bei der Opferolympiade der Entrechteten und Geknechteten.
Was ich von diesem Humbug -analog zum wideraufkeimenden Hautfarbenkladderadatsch halte-, wissen die Leser meiner Hasspostille hier ja bereits – Neuzugängen sei gesagt: wenig bis gar nix, weil es reaktionärer Unfug ist, der von den Klassengegensätzen ablenkt und mit der kapitalistischen Ausbeutung hochkompatibel ist.

Die in der neoliberalen Ideologie angelegte Atomisierung der Bürger, die Rückkehr zum Recht des Stärkeren -gerne gewürzt mit sozialdarwinistischen Geschmacksträgern- wird hier im guten Glauben aufgegriffen und reproduziert. Wenn ich individuelles Empfinden als eine relevante Größe für objektives Handeln zugrunde lege, reproduziere ich die Trennung immer aufs Neue und halte die Maschine am Laufen. Wer permanent trennendes herausarbeitet, Genitalien, Art des sexuellen Verkehrs, Hautfarbe oder Grad der Behinderung bspw. der schafft viele Kleinstgruppen die sich im Verteilungskampf antagonistisch gegenüberstehen; der zersplittert eine mögliche Front zur gesellschaftlichen Wandlung.

Die Linke hat ja seit jeher die Tendenzen, sich solange untereinander zu bekriegen, weil sich jeder im Recht der endgültigen Wahrheit wähnt, dass man sich solange bekämpft, bis dann der Faschismus sein siegreiches Banner erhebt und das Rad der Menschheit  und der zivilisatorischen Errungenschaften zurückdreht.

Dieses Atomisieren und seine Gefahr für eine Gesellschaft beschreibt der Konflikt- und Gewaltforscher Heitmeyer in einem Interview in der FR:. Politische Akteure haben soziale Fragen ausgetauscht gegen Identitätsfragen. Das gibt es nicht nur im rechten, sondern auch im linken Spektrum, wenn der Einsatz für bestimmte Minderheiten dazu führt, dass andere sozial benachteiligte Gruppen aus dem Blick geraten. Auch dies halte ich für gesellschaftszerstörerisch.


Ein möglicher Aspekt, meiner steht drüber.

Wie immer erwähne ich wenigstens, damit man mich nicht wieder nur für einen alten, weißen Hassmann hält, einen, der sich kugeln könnte, wenn schneeflockige Menschen mit moralinsaurer Miene darauf hinweisen, man müsse PoC sagen und das soziale Geschlecht richtig benennen, dass ich meine Kritik an dem, was sich heute Identitätslinke schimpft, führe, weil das meine Seite ist. Nicht weil ich neuerdings ultrarechts bin, sondern, weil ich weiterhin links bin, muss diese Kritik so geführt werden.

Ich stehe gegen Rechts, seit ich ein politisches Bewusstsein habe. Da steht der Gegner und da ist der Kampf…ABER…wenn sich meine Seite dazu versteigt Klassengegensätze lieber einer beliebigen, gesellschaftszerstörenden und subjektiven Identitätsfantasterei zu opfern, dann muss ich innehalten und dies heftig angehen.

Der emanzipatorische Kampf für eine bessere und gerechtere Welt wird gerade unter positivem Rassismus, Sprachverhunzung und Genitalienfragen begraben.

Ich bin und stehe weiterhin zu meiner Meinung: Gleichheit und Gerechtigkeit erlangt man nicht durch forcieren von (institutionell verankerte) Ungleichheit.

Wer sich einer Argumentationskette bemüht, in der es eine Erbsünde des weißen Mannes (und in dieser Lesart etwas weniger böse, aber immer noch böse genug, der weißen Frau) gibt, der argumentiert religiös und ahistorisch.

Wer den Unterschied zwischen einem „White Trash“ Trailerparkinsassen und Jeff Bezos nicht dingfest machen kann, sondern auf die Hautfarbe reduziert und dabei übersieht, dass ersterer mehr mit den Ghetto-Schwarzen gemein hat, als bspw. mit Kenneth Frazier, CEO von Merck&Co, der schwarz ist, dem ist nicht zu helfen.

Da ist dann: „Gut gemeint“, die große Schwester von „Scheiße gebastelt“ um den Philosophen Beetlejuice sinngemäß zu zitieren.

Ich lese gerade ein Buch von Caroline Fourest mit dem vielsagenden Titel: „Generation Beleidigt – Von der Sprachpolizei zur Gedankenpolizei. Über den wachsenden Einfluss linker Identitärer. Eine Kritik“, deren Differenzierung von zwei antagonistischen Arten des Antirassismus mir gefällt, und den ich hier kurz zitieren möchte: In dieser Auseinandersetzung stehe sich zwei Konzepte von Antirassismus gegenüber, die einander bekämpfen: einerseits ein Antirassismus der eine Gleichbehandlung im Namen des Universalismus propagiert, andererseits einer, der eine besondere Behandlung im Namen der Identität einfordert. (ebd. S.42).

Dadurch habe ich verstanden, warum ich bei vielen der aktuell gehypten Ideologien Unbehagen verspüre und warum meine Kritik seit je her in die andere Richtung ging. So, wie die Menschenrechte nur universalistisch zu denken sind, muss es auch Antirassismus sein.


In der Zwischenzeit wurde Donald Trump weggewählt, ein Vorgang den ich nicht erwartet habe, der aber aus meiner Einschätzung auch nicht wirklich viel Relevanz hat.

Sein Nachfolger wird vermutlich hier etwas gendern, dort etwas Schwarze in Position bringen, aber an der ursächlichen Politik der USA -außer und innerhalb- wird sich nicht viel ändern. Man sieht es in Bezug auf die Außenpolitik zu China bereits, da wird nicht viel zu erwarten sein. Was das deutsche Feuilleton allzu oft übersieht, weil man eben linksliberaler Bürger ist, ist, dass die Charaktermaske, das Individuum, nicht das entscheidende Merkmal darstellt.

Sicherlich ist der Trump für den neutralen Betrachter ein besonders unangenehmes Exemplar Mensch, seine individuellen Schwächen offensichtlich. Aber, trotzdem -oder gerade deswegen- fühlen sich eine ganze Menge Amerikaner in seiner Person vertreten, bedeutet er erfüllt deren Sehnsüchte und Hoffnungen zumindest in der Theorie. Letztlich steht er aber für eine Fraktion des Kapitals, wie es auch Biden tut und macht Politik in dessen Interesse – sein Kampf mit den Institutionen in denen sich immer ein Kräfteverhältnis materialisiert, konnte man ja während der abgelaufenen Amtsperiode zur Genüge sehen. Dortige Widerstände sind manifester Ausdruck anderer Verdichtungen von Kräfteverhältnissen der anderen Teile des Kapitals. Da klopft dann Poulantzas ein wenig an die Hintertür.

Dass die USA auf dem Weg sind ihre Position als Hegemon, abgesichert durch die Funktion als Weltpolizist, zu verlieren und sich daraus eine ganze Menge der Politik unter Trump herleiten lässt, ist den kaffeesatzlesenden Hobbypsychologen in der deutschen Journalistik in weiten Teilen entgangen.
Das sich der Freihandel inzwischen gegen die USA zu richten begann/beginnt, weil sie nicht mehr die uneingeschränkt stärkste Wirtschaftsmacht darstellen, scheint gerne vergessen zu werden.
Chinas Übernahme von weiten Teilen Afrikas, die neue Seidenstraße und seine prosperierende Industrie laufen den USA immer öfter den Rang ab. Freihandel nützt dem stärksten Teilnehmer, den Freihandel abzusichern kostet viel Geld das in die Form von Militär gegossen werden muss.
Mal sehen, ob der neue Hoffnungsträger der liberalen Medieneliten, Gottvater Biden, da die alte Funktion der USA als interventionistische, aggressive Macht wiederherzustellen versucht oder schlicht dem eingeschlagenen Weg des wirren Donald folgt. China ante Rebic portas.

Das waren so ein paar Gedanken die mich aktuell umtreiben.

Jetzt habe ich gar nix mehr zu den Wespen auf unserem Balkon geschrieben, deren Leben ich durch stete Fütterung über den Sommer und Herbst bis in den Winter verlängert habe – bis sie dann qualvoll an der Kälte eingingen.
Naja, vielleicht finde ich ja wieder etwas Lust hier die Taktfrequenz etwas zu erhöhen.

Ihnen Ihr Blödbabbler

P.S. Immer wenn ich mich mit dem Käse um Gendern und ähnliche angelsächsische Konstrukte manifester Dummheit herumärgere, habe ich die weisen Worte des viel zu früh verstorbenen Wiglaf Droste im Ohr, aus seinem legendären „Der Schokoladenonkel bei der Arbeit – eine Opferrolle vorwärts“, in denen er ob der fruchtlosen Suche nach einem guten Stück Käse in Kreuzberg reimte: „Kreuzberg ist kein Käsekiez, den Käse fraß die Kiezmiliz“. Das spendet mir Trost, Danke dafür.

3 Gedanken zu “Vermischtes

  1. Lange nichts von Ihnen gelesen. Sie sind mir abgegangen. Das war ja ganz schön viel Schleim heute. Gegen nichts davon würde ich argumentieren. Ich denke, dass es wenigstens einige wenige Seelenverwandte gibt, falls man das in diesem Kontext überhaupt so ausdrücken will.
    Ich möchte nur zwei Aspekte hinzufügen.
    Der eine betrifft die Deutschen, der andere die Chinesen bzw. die Amerikaner.
    Ad Deutsche: ich beziehe mich auf eine Viertelmillion Demonstranten, die sich als Querdenker sehen wollen. Die Dunkelziffer ist vermutlich 20 mal größer, wenn ich mir so die Kommentare in manchen social networks ansehe. Sämtliche hygienische Vorsichtsmaßnahmen werden als die absolute Freiheitsbeschränkung angesehen. Die Anhänger von Bakhdi finden sich überall. Doch einmal vom Virus abgesehen. Die Freiheit ist den Deutschen ja wohl ihr höchstes Gut. Deswegen darf es keine Geschwindigkeitsbeschränkungen geben, auch wenn es überall staut. Als wäre das nicht schon ein Aberwitz, eine Geschwindigkeitsbeschränkung mit Freiheitsbeschränkung gleichzusetzen, spielt der deutsche Kapitalismus hier noch eine weitere Primadonnenrolle. Mit großer Begeisterung werden SUVs erzeugt, die eine Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h erreichen müssen. Die meisten SUVs fahren in der Stadt, wo sie ihre PS wunderbar auf die 20 km/h verteilen. Ich würde ja jedem deutschen Besitzer eines SUVs die Freiheit gönnen, im Gelände mit 250 km/h herumzugurken und sich nach spätestens zwei Minuten um den nächsten Baum zu wuzeln. Frei nach dem Motto: es gibt eh zu viele Menschen auf der Welt. Es ist doch eine wunderbare Sterbehilfe, vor allem die Deutschen an den nächsten Baum zu fahren, um etwas gegen die Weltbevölkerung zu tun.
    Nummer zwei fängt mit der deutschen Dummheit an, die sich einmal am Rassismus festrankt. Das war doch wohl ein wirklicher Schuss ins Knie, als man die besten Wissenschaftler, in den meisten Fällen waren das jüdische, verfolgt hat und sie dann gnadenhalber ins Ausland emigrieren ließ. Ich will jetzt gar nicht die Namen nennen, die an der Entwicklung der Atombombe gearbeitet haben. Wie kann man „dem Fend“ so in die Hände spielen.
    Na gut, das ist ja schon einige Jahre her. Das gleiche machen jetzt die Amerikaner mit ihrer Chinesenphobie. Ich lese, dass 1000 chinesische Wissenschaftler aus den USA ausgewandert sind. Freiwillig. Die Chinesen können jetzt Sachen entwickeln, für die amerikanische Rednecks einfach zu dumm wären. Und die ganze amerikanische Häme kann nicht verhindern, dass die Chinesen mit einer langmütigen Geduld überall mit einer Handelspolitik (gepaart mit Infrastrukturentwicklung, die schon beim Spiel DKT eine Gewinnstrategie gezeigt hat) mehr und mehr auf vollkommen „friedliche“ Weise einen Machtzuwachs erreichen, der vermutlich nur mehr von wenigen anderen Ländern herausgefordert werden könnte, – wenn das überhaupt jemand beabsichtigen würde.
    Eine interessante Studie habe ich gelesen. Auch wenn die USA militärisch noch haushoch in finanziellen Aufwendungen führen, wären sie heute nicht mehr in der Lage sich gegen Russland und China zu behaupten, falls die sich einmal auf ein Scherzerl zusammen hauen. Natürlich ist so ein Szenario momentan noch nicht sehr wahrscheinlich. Ich habe sowohl mit Russen als auch mit Chinesen gesprochen. Es gibt eine Übereinstimmung: sie sind sich gegenseitig feind. Allerdings würden sie schon gegen die USA zusammenhalten.
    Na gut. Amerika schießt sich jetzt ebenso ins Knie, wie das einst die Nazis getan haben. Ich hatte einmal geschrieben, dass ihre Bedeutungslosigkeit in spätestens 400 Jahren Tatsache werden würde. Heute würde ich behaupten, dass ihre Bedeutung in spätestens 40-100 Jahren für jeden sichtbar werden wird.

    So genug geschleimt von meiner Wiener Seite. Aber ich darf hinzufügen, dass bei uns alle gesund geblieben sind (bis jetzt) und dass es speziell meiner Frau und mir an nichts fehlt. Traurig ist nur, dass ich heuer bereits um vier geplante Konzerte umgefallen bin. Aber damit kann ich leben.

    SIe hoffentlich auch. Wie geht es Ihnen denn gesundheitlich?

    Liebe Grüße vom Steppenhund

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    1. Hallo Herr steppenhund,
      es freut mich zu hören, dass sowohl sie, als auch die werte Gattin bei Gesundheit sind.
      Es ist natürlich ärgerlich, mit den ausgefallenen Konzerten, aber wir hoffen ja alle noch, dass sich die Lage in den nächsten Monaten langsam wieder etwas entspannen könnte, und wir dann verlorenes Leben in vollen Zügen nachholen.
      Da ich nun leider so unmusikalisch bin, wie ein Stück unbearbeitetes Holz, kann ich nur vermuten, wie mistig es ist, wenn man sich intensiv vorbereitet hat und dann nicht vor Publikum abliefern darf. Da fehlt dann einfach die Sahnehaube auf der Torte oder umgekehrt.

      Ich muss nachfragen und gestehe, ich kann das Wort: ‚Schleim‘ und ‚geschleimt‘ in obigem Zusammenhang nicht einordnen.
      Ist das eine spezielle österreichische (oder wienerische) Variante, wie bspw. Paradeiser für Tomate?
      In meiner Sprachwelt ist Schleim nicht wirklich positiv konnotiert, sondern steht eben für inhaltlichen Rotz oder schlichtes heranwanzen aka Honig ums Maul schmieren. Ich hoffe das meinten sie nicht. *grübel*

      Was des Deutschen Hang zur Freiheit angeht, habe ich das bis heute nicht verstanden.
      Ich verstehe unter Freiheit in den meisten Fällen etwas anderes als die maßgeblichen politischen Entscheider oder auch Volkes Stimme.
      Freiheit bedeutet für mich nicht die absurde Entscheidung zwischen einem IPhone oder einem Androidsmartphone wählen zu können, auch der merkwürdige Hang zum Geschwindigkeitsrauschs in einer rollenden Penisverlängerung ist mir suspekt.
      Das viele Deutsche wie die Doofen SUVs kaufen, erschließt sich mir schon eher.
      Mit einer unangenehmen Eigenart dieser Nation – die Dinger sehen nicht nur aus wie Spähpanzer, sie fungieren auch ähnlich – das freut dann die Volksseele und insgeheim plant man sicherlich schon das KBA vor die Tore Moskaus zu verlegen – am besten diesmal nach dem Winter.
      Was Bäume und deutsche Autos angeht, war ja vor kurzem wieder dieser lustige österreichische Feiertag, den der Cartoonist Perscheid hier schön dokumentiert hat.

      Ich bedauere, dass sich mit China und Russland zwei Akteure mit autoritären Systemen als neuer Hegemon anbieten – wobei Russland imho eher bedeutungslos ist und bleiben wird, maximal die Nummer drei hinter den Chinesen und den USA.
      Man kann zu den Problemen der USA stehen wie man mag, aber immerhin hatten die eine formale Demokratie und Menschen fallen dort nicht einfach aus dem Fenster oder haben komisch schmeckenden Saft auf dem Frühstücksbuffet, zumindest nicht so oft und so offensichtlich. Auch fährt dort niemand mit dem Panzer über Demonstranten, zumindest noch nicht. Wir kriegen aktuell gezeigt, dass Kapitalismus Demokratie nicht als Herrschaftsform benötigt um zu funktionieren, schlimmer noch, dass in mancher Situation sogar das autokratische System besser dastehen kann.
      Das ist eine schlechte Grundlage für das noch junge Jahrhundert, zumindest dann, wenn man Menschenrechte als wichtig und notwendig ansieht.
      Das ist Freiheit um die ich besorgt bin, nicht ob jemand Mund-Nase-Schutz als diktatorisch ablehnt oder Impfungen für gefährlich hält. Demokratie muss eben auch mit dummen Menschen zurecht kommen -und- solange die keinen gefährden kann man das auch und sollte das.
      Ansonsten gilt, was so oft gilt: Wir haben ausreichend Gesetze zur Sanktionierung, vielleicht sollte man die einfach mal exekutieren, also die Gesetze, nicht die Spinner. 😉

      Gesundheitlich sind sowohl die Mrs. als auch Meinereiner mehr oder minder wohlauf – ich laboriere zwar an einem Reizhusten seit knapp 5 Wochen herum – seit Montag ist das ein wenig ’schleimiger‘ geworden, weshalb ich mich aktuell ein wenig von Menschen separiere – bis ich sicher bin, dass das nichts Gefährlicheres ist, was meine Mitmenschen schädigen könnte. Guter Mensch, der ich bin. 🙂

      Lieben Gruß nach Österreich vom blödbabbler

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  2. Lieber Herr Blödbabbler,

    also das von mir verwendete Wort Schleim oder Ausschleimen ist in folgender Bedeutung unterschwellig angesprochen:
    „deprimierend · miesmacherisch · mutlos · negativ · schwarzmalerisch · schwarzseherisch · spielverderberisch · wenig optimistisch“.

    es ist allerdings keinesfalls als Beleidigung für den Schreiber beabsichtigt. Ich würde also die Begrifflichkeit auf
    „deprimierend · negativ · schwarzmalerisch · schwarzseherisch · wenig optimistisch“ eingrenzen.

    Wie bereits geschrieben kann ich mich den Ausführungen ja vollinhaltlich anschließen.

    Mir hat der Cartoon über Haiders „Gedenktag“ besonders gut gefallen.

    Über die Weltsituation können wir ja abwarten, wie sie sich entwickelt.

    Über eine Argumentation, welche in Bezug auf die USA den Begriff Demokratie verwendet, könnte ich diskutieren.
    In meinen Augen gibt es in den USA keine Demokratie, sondern höchstens eine Plutokratie, bei der mittlerweile auch
    der amerikanische Traum bereits abgeschafft wurde.
    Ich habe auch kein Lösung, wenn ich mir überlege, dass ich die chinesische Handhabung zwar nicht gutheiße, aber trotzdem zugestehe, dass ab einer bestimmten Menschenmenge nur mehr eine „strenge“ Führung machbar ist.
    Oft wird Demokratie mit dem Beispiel aus Griechenland versucht, darzustellen. Das ist, wie Sie sicher wissen, ein Holler. In Griechenland gab es eine Abfolge von Demokratie, Plutokratie, Diktatur. Danach fing der Zyklus wieder mit der Demokratie an.
    Allerdings war das in Griechenland eher eine Meritokratie. Nicht das Volk hatte das Sagen, sondern eine Gruppe besonders ausgezeichneter Bürger, zu denen lange nicht alle gehörten.

    Ich sehe das Problem eher in unserer Überbevölkerung. Wenn große Menschenmengen zusammenkommen, gibt es kaum ein Argument, um sie friedlich bei Stange zu halten. Da sind nicht einmal die Deutschen ein entsprechendes Beispiel.

    Allerdings fangen die Massen bereits bei 200 Menschen an, die leicht zu indoktrinieren sind. (Ich habe mich selber einmal bei einem Fussballspiel im Stadion beobachtet. Dabei bin ich kein großer Fussballfan.)

    Ich empfehle Elias Canetti: Masse und Macht. Aber das kennen Sie vermutlich eh bereits.

    ein vergnügliches Wochenende wünscht Ihnen

    Ihr Steppenwolf

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