Der nächste…

…Geburtstagsglückwunsch ist heute fällig und trifft die inzwischen 90 jährige Catarina Valente.

Ein Star aus jener Zeit, als man noch Fernsehen in schwarz-weiß genoß, für einen Wechsel des Senders aufstehen musste, und Konrad Adenauer in den Augen mancher tatsächlich ein großer Mann war.
Als Kind meiner Klasse, habe ich deutsche Schlager der 50 und 60er Jahre (und in geringem Maße auch der 70er) aus dem Elternhaus mitbekommen.
Mein Vater sang beim Autofahren gerne mal Quando, Quando vor sich hin, und, auf dem Plattenteller drehten sich Singles von Freddy Quinn, für Muttern Peter Alexander oder Udo Jürgens. Und immer lief irgendwo Heino.
Man rauchte noch zwanglos in der Wohnung (die gelbe Farbe der Vorhänge kann man sich heute kaum noch vorstellen), Aschenbecher waren immer randvoll und auch im Auto wurden Kinder damals weder irgendwo in Kaltschaumgestellen festgeschnallt, noch vor dem Rauch der kippenfressenden Erwachsenen sonderlich geschützt. Der höchste Gipfel an Kinderschutz hieß damals, ein Autofenster kurz herunterzukurbeln, meist erst kurz bevor oder kurz nachdem sich das Kind auf der Rückbank erbrochen hatte.
Müllmänner bekamen damals zu Weihnachten gerne mal ein paar Stangen Reval (ohne) oder auch die legendären Rot-Händle die ich später selber beide eine Zeit lang geraucht habe, bis sie dann von Gauloises (ohne) oder Gitanes Maïs abgelöst wurden, die beide zu Schulzeiten einen etwas intellektuelleren und auch virileren touch hatten – rauchen war ja immer auch posen. Machen wir uns nichts vor.

Die Sehnsuchtslieder der 50er Jahre, Hafen, Meer, fremde Länder erfüllten ihren Zweck; der Kleinbürger träumte von der weiten Welt und Abenteuern – ohne es sich schon leisten zu können,während er buckelnd das Land wieder aufbaute, das die Väter kurz zuvor noch gröhlend durch ihren mörderischen Irrsinn mit in Brand gesteckt hatten.
So reaktionär das Ganze also auch ist, so nett finde ich die Lieder heute noch zum Entspannten anhören.
Auch steckt in vielen Schlagern der 50er Jahre noch gute Musik, jazziger, als bsp. in den Discoschlagern der 70er – Jazz mag ich, Disco eher nicht (wobei es auch Ausnahmen gibt).
Und ich denke: lieber sollen Menschen von der weiten Welt und anderen Ländern träumen, als dort wieder im Gleichschritt Tod und Verderben zu bringen. Und aktuell in Corona Zeiten bleibt ja in großen Teilen auch nur der Traum von Ferne. Mich hat es eh‘ nie herausgezogen, hatte immer das Gefühl hier im Land alles zu haben, was ich will – warum dann noch Geld für eine Fernreise und eine meist schlechtere Unterbringung ausgeben?

Spätestens ab der Pubertät sang ich dann nicht mehr mit Vatern bei der Autofahrt alte Schlager, sondern zog via Walkmen (anfangs und später noch via Ghettoblaster-to-go) mit Heavy-Metal oder Hardrock und den punkigen Vorgängern der NDW durch den Ort. Später, während des Studiums war ich -heute merke ich zu selten- bei meinen Eltern und habe mit Vatern im Hobbykeller gezecht, geredet und Musik dabei gehört.
Da lief dann Hans Albers, den wir beide Klasse fanden, oder ich führte ihn in ein paar Punk Coverversionen alter Lieder ein, von Slime Wir lieben die Stürme oder schwäbelnd auch von Normahl.

Aus solcher Zeit -und auch meiner Sozialisation- stammt vermutlich das faible heute weiterhin auch noch alte Schlager zu hören (das, was aktuell als Schlager daherkommt, ist mir hingegen ein veritables Brechmittel).
Old fashioned, irgendwie. Old style sicher auch. Neumodische Kleinhirne verwenden vermutlich lieber retro.

Aber wir brühen ja auch Kaffee schon seit langer Zeit in einem Porzellankaffeefilter jener Marke, die auch den passenden Filter dazu erfand.
Vor kurzem fiel mir leider, weil ich Hirnie mir das kochende Wasser beim Überbrühen, statt in den Filter über meine Flossen gekippt habe – und darauf mit einer eher hektischen Bewegung und veitstanzartigen Zuckungen reagierte- unser alter Filter zu Boden und zerbrach in garstig viele Scherben.
Die Mrs. entfernte netterweise the mess, da sie zu deutlich mehr Gründlichkeit dabei neigt, als ich es tue – einzig und vielleicht trotzdem fand mein Fuß des Nachts unfreiwillig noch einen Splitter und wollte sich kaum wieder davon trennen.
Zum Glück haben uns die bärtchentragenden Sensibelchen, die sich heute für echte Männer halten, weil sie das Wort „Barber“ größtenteils buchstabieren können und sich parfümiertes Öl in den Gesichtswuchs massieren lassen, den Trend des Kaffee-selber-zu-überbrühens wieder modisch gemacht, so dass ich ohne Probleme einen hübschen Ersatz derselben Firma -nur in Rot (die Mrs. wollte das)- erstehen konnte. Wenigstens sind die also mal zu einer Sache gut.

Als Lied des Tages, auch, weil ich das feine Lied ‚Tipi tipi tipso, col calipso‘ bereits beim Spiel der deutschen Pfandflaschen gegen Mexiko hier im Blog hatte, greife ich stattdessen auf das naseweise und düsterere Lied ‚Spiel noch einmal für mich, Habanero‘ zurück. Auch, weil das bestimmt als eine Form von cultural appropriation (Italienerin besingt  kubanische Zustände) von irgendwelchen Jammerhirnies gesehen werden kann, alleine dewegen lohnt es sich.

Ihnen Ihr Blödbabbler, devoter Kaffeeüberbrüher des HErrn der Mrs.

 

Den Preis…

Arschloch des Tages verleihe ich heute dem Pressesprecher des „Hessischen Ministeriums des Innern und für Sport“, für seine Aussage zum Thema „Impfung, 80+ jährige Mitbürger und die peinlichen, fucking 6 Impfzentren, die man in Hessen aktuell aufmachen wird“, die ich hier mal nach der FR zitiere.

Wem der Weg zu beschwerlich sei, der müsse ja „nur wenige Wochen“ warten, sagt Ministeriumssprecher Schaich. „Wir bitten da um Geduld.“

Die offensichtlich von ausgesuchten Politikern vorbereitete Impfstrategie des Landes Hessen, bei der -weil, oh Wunder, zu wenig Impfstoffe da sind- zuerst nur in Großstädten, derer an der Zahl 6, die Impfzentren öffnen, ist ein veritabler Stinkefinger in Richtung der für Covid-19 anfälligsten Bevölkerungsgruppe.
Sie bedeutet in Konsequenz, die, die am verletztlichsten sind -und, die den höchsten bodycount in Bezug auf eine Covid-19 Erkrankung tragen, Menschen ab 80+, sollen sich auf Schusters Rappen machen und zum Teil bis zu 100 km ins nächste Impfzentrum fahren, laufen, fliegen oder kriechen.
Sagte ich nächstes Impfzentrum?
Nun ja, bei uns hier im Kreis wäre das nächste Impfzentrum ca. 5 km von der Wohnung meiner Mutter (80+, Krebsvorerkrankung, Herz-Kreislaufvorerkrankung, Asthma etc.) entfernt. Von dort werden auch die mobilen Impfteams die aktuell in den Pflegeheimen Menschen geimpft haben, schon logistisch aufmunitioniert.
Aber, weil man es für sinnvoller hält, stattdessen Frankfurt/ Messe als Ziel des Impfzentrums auszurufen, kann Muttern nun gucken wo sie bleibt.
Soll ich stattdessen Muttern in die S-Bahn setzen?
Muttern mit dem Bus hinfahren lassen, mit dem Taxi oder mit einem Pflegedienst (der, der die Nachbarin versorgt hatte immerhin erst knapp 90% Covid-Erkrankungen bei seinen Pflegekräften)? Ich Wurm kann aus eigenen gesundheitlichen Vorerkrankungen schlecht Muttern dorthin fahren, wenn auch nur die Chance besteht, dass ich dort länger im Auto warten muss.

Bei solch einer Situation kommt also der Pressesprecher Michael Schaich und haut obigen Satz raus.

Es ist ja nun nicht so, dass mit jedem Tag der verstreicht, das Risiko für die Menschen 80+ weniger wird. Der arschige Hinweis dieses Pressefutzis, doch ein paar Wochen zu warten, bedeutet in klaren Worten und Taten, das Damoklesschwert eines siechvollen Todes auf der Intensivstation oder doch in der Garage? -bei uns sind inzwischen nämlich alle Intensivstationen im Kreis dicht, 25% davon geht auf Covid-19 zurück- zu verlängern.
Was ist mit denen, die zwar zuhause leben, aber nicht mobil genug sind. Wir erinnern uns, die Regierungskoalition in Hessen stellt mit der  CDU eine Partei, die zwar jeden Zellhaufen bereits gegen weibliche Autonomie des eigene Körpers schützen will, aber bei lebenden Menschen hat man sich da eh‘ noch nie sehr viel Mühe gegeben. Bitte bei der nächsten Wahl daran denken, liebe ältere Menschen – wer weiterhin bei der CDU sein Kreuz macht, der hat sich eventuell sein eigenes Kreuz damit aufs Grab gestellt, um es etwas pathetisch zu formulieren.

Die Impfzentren auch auf dem Land erst dann zu öffnen, wenn genug Impfstoffe da seien – wahrscheinlich dann, wenn Polizisten und Feuerwehrmänner geimpft werden sollen, erscheint mir so absurd, dass ich am liebsten den Zuständigen einen kräftigen Tritt gegen den Hinterkopf geben würde. Das soll ja- als Schlag bereits das Denken ankurbeln- als Tritt reicht es vielleicht sogar um politische Beamte oder Politiker per se zumindest ihn den Bereich der Minderbegabung zu erheben. Arschgeigen, allesamt! Ich wünsche euch kompletten Zahnausfall, bis auf einen und der soll eitern bis ans Ende eurer Tage.

Ihnen Ihr Blödbabbler, angespisster Sohn einer mal wieder von der hessischen Politik verarschten Frau aus der Risikogruppe

Happy birthday…

… Joan Baez.

Eine Frau, ein Leben mit Charakter und politischer Überzeugung, 80 Jahre jung.
Habe sie immer gerne gehört, wobei mir ihre Trillerstimme dabei manchmal schon auf den Sack gegangen ist – also gerade das, weswegen sie wohl von den meisten eher gemocht wurde.
Mein all-time-favourite ist und bleibt Diamonds & Rust, aber ich mag -gerade im Herbst und Winter, beim Autofahren die Live von 1989 und die ganz traurigen Stücke wie Sasha.

Ihnen Ihr Blödbabbler, gedanklich gerade 500 miles away.

Stupido? Stupido!

Ich finde es ja lustig, wieso ich in der Qualitätspresse eigentlich nicht auf den Titelseiten in fetten Lettern lese, wie episch hier in Deutschland aktuell verkackt wird.
Wenn man sich die Zahlen der Todesopfer in Relation zur Einwohnerzahl des Landes anschaut, liegen wir direkt bei den USA, also Kopf-an-Kopf; am 30.12. als wir hier über 1.000 Todesopfer laut RKI hatten, lagen wir sogar vor den USA. Es ist, wie es Frau Ciesek sagte:

«Bei der ersten Welle haben wir schnell reagiert, wir haben viel getestet, die Gesellschaft hatte einen starken Zusammenhalt – das hat sich in der zweiten Welle völlig gedreht.»

Stattdessen heißt es lakonisch zu den USA, hier paradigmatisch beim SPIEGEL

Mit mehr als 3900 an einem Tag gemeldeten Todesfällen hatten die USA erst am Mittwoch einen neuen traurigen Rekord aufgestellt.

Wie es scheint, hat auch der angebliche harte Lockdown nicht die erhoffte Verminderung der Neuinfektionen gebracht, was für mich bedeutet, die Infektionsherde müssen entweder in den noch offenen Märkten und Büros gesucht werden, oder die Masken bringen eher nicht soviel wie erhofft, oder die Luftumwälzungen, Stoßlüften bringen nicht genug an den Orten, an denen sich weiterhin mehr Menschen treffen dürfen.
Die Aussage, alle stecken sich wegen fehlender Disziplin daheim an, klingt für mich eher komisch – wenn èh‘ alle daheim sind, wo haben die sich dann angesteckt?
Das ist der gleiche Quatsch, den man schon wegen der Schulen erzählt hat…Kinder stecken sich bei den Eltern daheim an und nicht in der Schule, und eine Jogginghose ist ein Smoking! m(

Drastisch formuliert sehe ich es so, wenn die Rede auf den bisher angeblich harten Lockdown kommt.

Das sind bestimmt alles alte weiße Männer, die sich das ausgedacht haben mit dem harten Lockdown – deren Ehefrauen kennen diese wachsweiche Ausrede mit ‚ist doch hart‘ ja auch schon die letzten 20 Jahre; obwohl Pfizer bleibt Pfizer egal an welcher Front, gelle!:-D

Und bei uns im Land der aufgehenden Blödheit ist es so, dass wir keinerlei belastbare Zahlen mehr seit knapp 10 Tagen bekommen, weil Gesundheitsämter weiterhin an Feiertagen, ebenso wie Labore nicht liefern.
Für ein einigermaßen sinnvolles Reporting ist das immer noch ein no go.
Wie will man absehen und entsprechend agieren, wie kontrollieren ob Maßnahmen funktionierten oder funktionieren, wenn man keine validen Zahlen hat? O.k. die Orte der Mysterien, wie das Orakel von Hildmann, Kirchen und andere Orte des gepflegten Glaubens sind ja offen, heißt es beten und hoffen.

Ist mir ein echtes Rätsel, wie man das so vernachlässigen kann. Bei uns sind die Zahlen inzwischen schön niedrig, leider schreibt das bei uns zuständige Gesundheitsamt:

Die aktuell niedrige Inzidenz hat jedoch keine Auswirkung auf die Ausgangssperre.

Was konsequent und richtig erscheint, weil die Zahlen wohl nur deswegen niedrig zu sein scheinen, weil keiner mehr testet oder was meldet.

Ein Großmeister des gepflegten Controllings mit dem ich beruflich in der guten alten Zeit für das Imperium zu tun hatte, hat sich auch Corona und Covid-19 geschlagen geben müssen und ist mit 78 Jahren daran gestorben. Trifft also nicht nur die Armen, just said.

Und nun schon wieder blindes Wüten, erst bei den Kultusministern nun von der Madame aus Berlin.
Sinnfreier Pseudoaktionismus, imho.

Fahrt das Land für 14 Tage runter, keine Büros, keine Fleischfabriken etc., kein fucking ÖPNV.
Einkaufen weiterhin erlaubt, ansonsten Heimquarantäne für alle.
Danach solllte es dann ruhiger im Land werden.
Mit den feuchtwarmen Halbheiten und sinnfreien Aktionen die uns jetzt seit Herbst begleiten, verspielt man den letzten Credit und im Gegensatz zum Virtuellen Leben gibt es auch kein Bonusleben on top.
Impfstoffe verkackt, Lockdown verkackt und die Umfragewerte für den irren Spahn sind weiterhin hoch – ich fürchte insgeheim haben wir hier seit Jahrzehnten Rinderwahnsinn als Pandemie gehabt und keiner hats gemerkt, weil nicht getestet wurde außer alle 4 Jahre an der Urne.

Man könnte inzwischen den Eindruck gewinnen, die wollen die Spinner -nebst AfD- weiter stärken mit ihrer epidemiologischen Salamitaktik, gleich einer erektilen Dysfunktion, bei den dringend notwendigen Maßnahmen. Hart? Ich lache!

So langsam bin echt pissed.

Ihnen Ihr Blödbabbler

Schönes…

… Neues und so.

Ich hoffe mal, ihr seid alle noch fit und bei geistiger Gesundheit durch die letzten Tage des fucking Corona Jahres 2020 gekommen.

Bin gestern beim Stöbern in den alten Vinyls über das feine Album „33 Tage in Ketten“ von den Fehlfarben gestolpert, aus solchen Gründen hab‘ ich mir ja vor zwei Jahren nochmal einen Plattenspieler gekauft. Und nein, früher war nicht alles besser – nur geiler!

Oder um es mit dem ollen Westernhagen zu sagen, als der noch einen Vornamen und Klasse hatte:

<cite>Ich brauche kein Geld
Ich brauch‘ keine Fraun
Ich brauch‘ kein‘ Ferarri
Kein Baden mit Schaum
Ich brauch‘ auch kein Schloss
Und keinen Sonnenschein
Ich muss auch kein
Rock’n’Roll Star sein
Ich brauche kein‘ Whiskey
Und kein Kokain
Aber geiler is‘ schon
Als in der Gosse zu liegen</cite>

Immerhin gabs gestern genug Whisky, und mit einer Buddel Arschberg Zehn kann man selbst an Sylvester nix falsch machen.

Grüße und virtuelles Geknuddel von Ihnen Ihrm Blödbabbler.

Actio oder Reactio?

Ich frage mich bei der Berichterstattung deutscher Medien inzwischen immer öfter ob die schlicht einem antisemitischen Narrativ folgen, oder ob einfach nur so doof sind. Wobei ich mir das in Personalunion auch vorstellen kann.

So überschreibt der SPIEGEL, nicht zum ersten und sicherlich auch leider nicht zum letzten Mal, einen weiteren Raketenangriff der widerlichen, islamistischen Verbrecher- und Terrororganisation Hamas auf Israel mit: „Israel greift Hamas-Ziele im Gazastreifen an“, dann kleiner darunter, „Mit Luftangriffen haben die Streitkräfte Israels auf eine Attacke aus dem Gazastreifen reagiert“. Ähnlich macht es die ZEIT, „Armee schießt auf Hamas-Ziele im Gazastreifen“.

Wäre als Überschrift nicht eher “ Hamas attackiert Israel -wie so oft- mit Raketen und erhält dafür die berechtigte Quittung der IDF.“ geeignet um den Aggressor zu benennen? Oder wenn man es schon so macht, wie die ZEIT, es mit dem Nachsatz“…als Reaktion auf einen Angriff der Hamas“ klarzustellen?

Beim inzwischen weitverbreiteten ‚Überschriftenlesen ist bereits Wissen‚- Analphabetismus, auch als Folge von eiligem Leseverhalten, bei gleichzeitig mangelndem Verständnis vieler Mitbürger zu einer komplexen Aufnahme von Inhalten – auch dank Twitter und Co.- bleibt einzig das hängen: Israel, der alte und ewige staatgewordene Jude beschießt mal wieder arme unterdrückte Araber, weil sie es immer so tun, die Juden1!11!!1.

Und ich fürchte, da nützen dann auch keine Antisemitismusbeauftragten -oder ein präsidialer Appell gegen Judenhass mehr; das so servierte Buchstabenmahl ist schleichendes Gift, die Gewöhnungsdosis leider eher schon hoch in diesem Land, gerade auch bei der sich selbst als liberal dünkenden Presse, jener, die sonst hinter jedem unbedarften Nebensatz eines C-Promis gerne Frauenfeindlichkeit, Islamophobie und Nazis lauern sieht.

Ihnen Ihr Blödbabbler

Alle Jahre wieder

Inzwischen ist Lemmy schon 5 Jahre weg und wir haben überall Corona. Zufall?

Da sich allerdings einige der Verantwortlichen in diesem Land nicht entblöden, wieder Menschenopfer bringen zu wollen – im Namen des Herrn, wie bspw. der unsägliche Sabberkopp Kretschmann, sollte man die Augen aufmachen und Unrecht auch als solches benennen. Spätestens bei der nächsten Wahl gilt es.

Ich könnte kotzen, wenn ich folgendes lesen muss.

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) warb um Verständnis für die Öffnung der Kirchen zu Weihnachten. Gottesdienste gehören demnach zu den triftigen Gründen, das Haus trotz Corona-Ausgangsbeschränkung zu verlassen. Für Gläubige sei das Fest wichtig, gerade auch in Pandemie-Zeiten. „Es geht um existenzielle Fragen für die Menschen, die den Gottesdienst besuchen“, sagte Kretschmann. Zudem stünden Sonn- und Feiertage unter dem besonderen Schutz des Grundgesetzes. „Daher werbe ich dafür, offene Kirchen in dieser Zeit zu tolerieren, ähnlich wie bei Demonstrationen. Geburtstagsfeiern sind eben nicht durch das Grundgesetz geschützt.“ Der Grünen-Politiker betonte, dass auch ihm sein Glaube den Umgang mit der Krise erleichtere. (dazu bspw. die der Tweet beim SWR)

Anders sieht es Dr. Ute Teichert und ich bin da sicherlich bei ihrer rationalen Aussage anzutreffen.

Die Vorsitzende des Bundesverbands der Ärztinnen und Ärzte im öffentlichen Gesundheitsdienst, Ute Teichert, appellierte an die Politik, Präsenzgottesdienste an den Feiertagen zu verbieten. Teichert sagte der Presse: „In diesem Jahr sollten Präsenzgottesdienste bundesweit untersagt werden.“ „Weil wir wissen, wie leicht sich das Virus gerade bei Gottesdiensten übertragen kann, dürfen wir zu Weihnachten angesichts der hohen Infektionszahlen kein zusätzliches Risiko eingehen“, fügte die Medizinerin hinzu.

Ich verstehe weiterhin nicht, wieso der Staat seine neutrale Rolle bezüglich Religionsgemeinschaften nicht auch einnimmt, sondern meint Extrawürste auf den Gräbern seines Souveräns braten zu müssen, während der Pandemie. Da teile ich inhaltlich die Kritik von Florian Chefai, die er in seinem Beitrag beim hpd anspricht.

Missachtung der weltanschaulichen Neutralität
Ein gewichtiger Punkt, der in der Debatte über Ausnahmeregelungen für Gottesdienste bislang kaum Beachtung fand, liegt in der weltanschaulichen Neutralität des Staates begründet. Denn der Staat darf keine bestimmte Weltanschauung priviligieren – erst recht nicht, wenn dadurch die Gesundheit des Einzelnen und das Gemeinwohl gefährdet werden. Durch den aktuellen Beschluss geschieht aber genau das: Es wird impliziert, dass die religiöse Glaubenspraxis einen höheren Stellenwert habe als andere Formen kultureller beziehungsweise weltanschaulicher Praxis. Dies ist inakzeptabel. Für so manchen Atheisten mag beispielsweise der Besuch einer Theaterinszenierung von Albert Camus‘ „Die Pest“ den gleichen Stellenwert besitzen wie der Weihnachtsgottesdienst für den gläubigen Katholiken. Beides kann gleichermaßen sinn- und identitätsstiftend sein. Der Staat darf hier kein weltanschauliches Werturteil fällen. Er darf den Glauben an einen Gott nicht als Kriterium heranziehen, um den Geltungsbereich der Freiheit auszuloten. Zugespitzt formuliert: Mit Gottesdiensten sollte genauso verfahren werden wie mit jeder anderen Theaterveranstaltung auch. Jedenfalls ist es nicht einsichtig, vernünftige Maßnahmen des Infektionsschutzes zugunsten religiöser Befindlichkeiten außer Kraft zu setzen. Hier wie da werden elementare Grundrechte tangiert – unter anderem die Religionsfreiheit, die Versammlungsfreiheit und die Kunstfreiheit. Ihre Einschränkung bedarf einer sorgfältigen, umsichtigen und unparteiischen Begründung, die nur unter säkularen Vorzeichen gefällt werden kann. (hpd)

Wird wohl langsam Zeit, dass mal die Kirchenrepublik Deutschland genauer unter die Lupe genommen und dort hingestellt wird, wo sie hingehört: ins Private, unsubventioniert und sicherlich ohne eigenes (Arbeits)Recht.

Zum Geburtstagsfeste ein paar Takte vom Geburtstagskind, „God was never on your Side“.
Und immer schön dran denken, „for there is no heaven in the sky“

Bleiben Sie gesund und mir wohlgesonnen. Ihnen Ihr Blödbabbler

Warnung?

Heute mal wieder bei lebensmittelwarnungen.de auf was Lustiges gestoßen.

Eine große Drogeriekette ruft vegane Lebkuchen zurück, weil dort Teile von Plastik enthalten sein könnten. Und nein, falls ihr euch das fragen solltet, nicht als Geschmacksträger, sondern diese sollen irrtümlich hineingeraten sein.

Jetzt leck mich in de Täsch, seit wann ist denn Plastik nicht mehr vegan?
Ist Plastik nicht bei veganem Industriefood das, was sonst bei echtem Essen sekundäre Pflanzenstoffe sind?

Ein Witz an der Religion des Veganismus ist doch gerade, dass man da hoch aufbereitete -industriell erzeugte- Kunststoffe zufügen muss, damit der Krempel ansatzweise schmeckt und nicht auch noch komplett Scheiße aussieht. Weil, alles sogenannt Natürliche entspringt ja eben der Ausbeutung von anderen Lebewesen, wie Hefepilzen oder Bakterien oder sogar höheren Viechern wie der Biene. Oder anders, wie es Hamlet, der alte weiße Prinz, einst sagte: the rest is plastic.

Moralinsaures Essen für die verwöhnten Kinder der ersten Welt.

Ihnen Ihr Blödbabbler, alter weißer Carnivore

Vermischtes

Ich stelle erstaunt fest: Mir fällt es zunehmend schwerer im Blog was zu schreiben, dies erwähnte ich ja schon in meinem letzten Beitrag, in dem ich schrieb: Es ist einfach zu warm, die Gemüter sind zu schnell erhitzt, momentan will mich jeder falsch verstehen, Rassismus-Damoklesschwerter schweben dümmlich über allem was ich sage oder schreibe. Da habe ich momentan keinen Bock zu im Blog; es reicht mir, wenn im Forum gestritten und gezankt wird. Es sind tatsächlich bereits fast 4 Monate vergangen und draußen vor der Tür lauert weiterhin nicht Borchert, sondern etwas graues, unangenehmes namens Winter.
Und zwar leider nicht das verstorbene Albino Johnny oder der Frankensteinige Edgar. Fucking winter ist nicht mehr coming, sondern da.
Debile Virenspucker können weiterhin nicht an sich halten und unisono erklärt man Weihnachten zur Corona freien Zone. Politiker, solche die an imaginäre Entitäten glauben – und manche noch dümmer – blutgrätschen dafür die Aussagen von Wissenschaftlern weg, wen wunderts?
Wenn es nicht so tragisch wäre, müsste man dem dusseligen Pack dafür mit einem Mistgabel-Fackel-Mob auf die Pelle rücken – aber die dafür notwendigen Vollhonks sind ja in ihren Telegramgruppen damit beschäftig die Realität zu leugnen. Dummheit und Ignoranz allenthalben. Oh‘ du Selige, gnadenspendende Weihnachtszeit. Momentan scheint mir das mit der Gnade eher so zu sein, wie man es aus Soylent Grün oder bei Pferden mit dem Gnadenschuss kennt. Bringt mir eure Alten und ich opfere sie auf dem Altar der christlichen Religion und der Tradition. Hossa!

Wenn der gemeine Deutsche sich was nicht nehmen lassen will, dann Tradition. Gewöhnlich rettet uns dann die Rote Armee vor allzu viel deutscher Tradition, aber deren Nachfolger sind weiterhin damit beschäftigt die Fässer wieder aufzufüllen, die anno tobak der Jelzin Boris leergesüffelt hat. Boris Jelzin, der letzte und einzige Lieblingspräsident der EU und der USA, schwach und radikalmarktwirtschaftlich, ein Traumprinz fürs Ausland – für die Russen war der hingegen der Beginn der Oligarchenherrschaft, aber wen störts, sind ja keine Russen hier.

Man muss also leider konstatieren: Aus dieser Richtung ist diesmal keine Rettung für Deutschland zu erwarten.


Die Pest der Identitätspolitik hat zunehmend an Fahrt aufgenommen, das von uns allen finanzierte Öffentlich-Rechtliche Fernsehen hat vollendete Tatsachen geschaffen, ebenso wie die Frankfurter Rundschau. Man bleibt weiterhin bürgerlich-liberal und fühlt sich dabei als Rammbock der Gerechtigkeit – zumindest sprachlich.
Es wird inzwischen gegendert was das Zeug hält, hier mit Stern, dort mit Doppelpunkt, Hauptsache nicht doch noch eine Minderheit vergessen, bei der Opferolympiade der Entrechteten und Geknechteten.
Was ich von diesem Humbug -analog zum wideraufkeimenden Hautfarbenkladderadatsch halte-, wissen die Leser meiner Hasspostille hier ja bereits – Neuzugängen sei gesagt: wenig bis gar nix, weil es reaktionärer Unfug ist, der von den Klassengegensätzen ablenkt und mit der kapitalistischen Ausbeutung hochkompatibel ist.

Die in der neoliberalen Ideologie angelegte Atomisierung der Bürger, die Rückkehr zum Recht des Stärkeren -gerne gewürzt mit sozialdarwinistischen Geschmacksträgern- wird hier im guten Glauben aufgegriffen und reproduziert. Wenn ich individuelles Empfinden als eine relevante Größe für objektives Handeln zugrunde lege, reproduziere ich die Trennung immer aufs Neue und halte die Maschine am Laufen. Wer permanent trennendes herausarbeitet, Genitalien, Art des sexuellen Verkehrs, Hautfarbe oder Grad der Behinderung bspw. der schafft viele Kleinstgruppen die sich im Verteilungskampf antagonistisch gegenüberstehen; der zersplittert eine mögliche Front zur gesellschaftlichen Wandlung.

Die Linke hat ja seit jeher die Tendenzen, sich solange untereinander zu bekriegen, weil sich jeder im Recht der endgültigen Wahrheit wähnt, dass man sich solange bekämpft, bis dann der Faschismus sein siegreiches Banner erhebt und das Rad der Menschheit  und der zivilisatorischen Errungenschaften zurückdreht.

Dieses Atomisieren und seine Gefahr für eine Gesellschaft beschreibt der Konflikt- und Gewaltforscher Heitmeyer in einem Interview in der FR:. Politische Akteure haben soziale Fragen ausgetauscht gegen Identitätsfragen. Das gibt es nicht nur im rechten, sondern auch im linken Spektrum, wenn der Einsatz für bestimmte Minderheiten dazu führt, dass andere sozial benachteiligte Gruppen aus dem Blick geraten. Auch dies halte ich für gesellschaftszerstörerisch.


Ein möglicher Aspekt, meiner steht drüber.

Wie immer erwähne ich wenigstens, damit man mich nicht wieder nur für einen alten, weißen Hassmann hält, einen, der sich kugeln könnte, wenn schneeflockige Menschen mit moralinsaurer Miene darauf hinweisen, man müsse PoC sagen und das soziale Geschlecht richtig benennen, dass ich meine Kritik an dem, was sich heute Identitätslinke schimpft, führe, weil das meine Seite ist. Nicht weil ich neuerdings ultrarechts bin, sondern, weil ich weiterhin links bin, muss diese Kritik so geführt werden.

Ich stehe gegen Rechts, seit ich ein politisches Bewusstsein habe. Da steht der Gegner und da ist der Kampf…ABER…wenn sich meine Seite dazu versteigt Klassengegensätze lieber einer beliebigen, gesellschaftszerstörenden und subjektiven Identitätsfantasterei zu opfern, dann muss ich innehalten und dies heftig angehen.

Der emanzipatorische Kampf für eine bessere und gerechtere Welt wird gerade unter positivem Rassismus, Sprachverhunzung und Genitalienfragen begraben.

Ich bin und stehe weiterhin zu meiner Meinung: Gleichheit und Gerechtigkeit erlangt man nicht durch forcieren von (institutionell verankerte) Ungleichheit.

Wer sich einer Argumentationskette bemüht, in der es eine Erbsünde des weißen Mannes (und in dieser Lesart etwas weniger böse, aber immer noch böse genug, der weißen Frau) gibt, der argumentiert religiös und ahistorisch.

Wer den Unterschied zwischen einem „White Trash“ Trailerparkinsassen und Jeff Bezos nicht dingfest machen kann, sondern auf die Hautfarbe reduziert und dabei übersieht, dass ersterer mehr mit den Ghetto-Schwarzen gemein hat, als bspw. mit Kenneth Frazier, CEO von Merck&Co, der schwarz ist, dem ist nicht zu helfen.

Da ist dann: „Gut gemeint“, die große Schwester von „Scheiße gebastelt“ um den Philosophen Beetlejuice sinngemäß zu zitieren.

Ich lese gerade ein Buch von Caroline Fourest mit dem vielsagenden Titel: „Generation Beleidigt – Von der Sprachpolizei zur Gedankenpolizei. Über den wachsenden Einfluss linker Identitärer. Eine Kritik“, deren Differenzierung von zwei antagonistischen Arten des Antirassismus mir gefällt, und den ich hier kurz zitieren möchte: In dieser Auseinandersetzung stehe sich zwei Konzepte von Antirassismus gegenüber, die einander bekämpfen: einerseits ein Antirassismus der eine Gleichbehandlung im Namen des Universalismus propagiert, andererseits einer, der eine besondere Behandlung im Namen der Identität einfordert. (ebd. S.42).

Dadurch habe ich verstanden, warum ich bei vielen der aktuell gehypten Ideologien Unbehagen verspüre und warum meine Kritik seit je her in die andere Richtung ging. So, wie die Menschenrechte nur universalistisch zu denken sind, muss es auch Antirassismus sein.


In der Zwischenzeit wurde Donald Trump weggewählt, ein Vorgang den ich nicht erwartet habe, der aber aus meiner Einschätzung auch nicht wirklich viel Relevanz hat.

Sein Nachfolger wird vermutlich hier etwas gendern, dort etwas Schwarze in Position bringen, aber an der ursächlichen Politik der USA -außer und innerhalb- wird sich nicht viel ändern. Man sieht es in Bezug auf die Außenpolitik zu China bereits, da wird nicht viel zu erwarten sein. Was das deutsche Feuilleton allzu oft übersieht, weil man eben linksliberaler Bürger ist, ist, dass die Charaktermaske, das Individuum, nicht das entscheidende Merkmal darstellt.

Sicherlich ist der Trump für den neutralen Betrachter ein besonders unangenehmes Exemplar Mensch, seine individuellen Schwächen offensichtlich. Aber, trotzdem -oder gerade deswegen- fühlen sich eine ganze Menge Amerikaner in seiner Person vertreten, bedeutet er erfüllt deren Sehnsüchte und Hoffnungen zumindest in der Theorie. Letztlich steht er aber für eine Fraktion des Kapitals, wie es auch Biden tut und macht Politik in dessen Interesse – sein Kampf mit den Institutionen in denen sich immer ein Kräfteverhältnis materialisiert, konnte man ja während der abgelaufenen Amtsperiode zur Genüge sehen. Dortige Widerstände sind manifester Ausdruck anderer Verdichtungen von Kräfteverhältnissen der anderen Teile des Kapitals. Da klopft dann Poulantzas ein wenig an die Hintertür.

Dass die USA auf dem Weg sind ihre Position als Hegemon, abgesichert durch die Funktion als Weltpolizist, zu verlieren und sich daraus eine ganze Menge der Politik unter Trump herleiten lässt, ist den kaffeesatzlesenden Hobbypsychologen in der deutschen Journalistik in weiten Teilen entgangen.
Das sich der Freihandel inzwischen gegen die USA zu richten begann/beginnt, weil sie nicht mehr die uneingeschränkt stärkste Wirtschaftsmacht darstellen, scheint gerne vergessen zu werden.
Chinas Übernahme von weiten Teilen Afrikas, die neue Seidenstraße und seine prosperierende Industrie laufen den USA immer öfter den Rang ab. Freihandel nützt dem stärksten Teilnehmer, den Freihandel abzusichern kostet viel Geld das in die Form von Militär gegossen werden muss.
Mal sehen, ob der neue Hoffnungsträger der liberalen Medieneliten, Gottvater Biden, da die alte Funktion der USA als interventionistische, aggressive Macht wiederherzustellen versucht oder schlicht dem eingeschlagenen Weg des wirren Donald folgt. China ante Rebic portas.

Das waren so ein paar Gedanken die mich aktuell umtreiben.

Jetzt habe ich gar nix mehr zu den Wespen auf unserem Balkon geschrieben, deren Leben ich durch stete Fütterung über den Sommer und Herbst bis in den Winter verlängert habe – bis sie dann qualvoll an der Kälte eingingen.
Naja, vielleicht finde ich ja wieder etwas Lust hier die Taktfrequenz etwas zu erhöhen.

Ihnen Ihr Blödbabbler

P.S. Immer wenn ich mich mit dem Käse um Gendern und ähnliche angelsächsische Konstrukte manifester Dummheit herumärgere, habe ich die weisen Worte des viel zu früh verstorbenen Wiglaf Droste im Ohr, aus seinem legendären „Der Schokoladenonkel bei der Arbeit – eine Opferrolle vorwärts“, in denen er ob der fruchtlosen Suche nach einem guten Stück Käse in Kreuzberg reimte: „Kreuzberg ist kein Käsekiez, den Käse fraß die Kiezmiliz“. Das spendet mir Trost, Danke dafür.

Die dümmsten Bauern…

…ernten bekanntlich die dicksten Kartoffeln.

Nun bin ich einerseits kein Bauer und andererseits spricht auch die Dicke meiner ersten selbstgeernteten Balkonkartoffeln zum Glück nicht für eine besonders intensive Ausprägung an Dummheit.kartoffel2020
Glaube ich mal. Wobei einem ja bekanntlich die Herren Dunning und Kruger immer hämisch dabei über die Schulter linsen, wenn man solche Aussagen trifft.
Die SD-Karte habe ich nicht geerntet, die ist nur zur Versinnbildlichung der Größenverhältnisse beigelegt. 😉


Und nein, es ist bei mir nicht so, wie es die leider schon lange nicht mehr schreibende mia-meine-mia in ihrem twoday Blog „Watching the wheels … in Damaskus“ anno 2010 schrieb:Seht es mir nach, dass ich nicht viel über mich preisgeben kann, und auch mal kleine Abänderungen in den Texten vornehmen muss. Täte ich das nicht, könnte ich nur noch über Kartoffeln schreiben – ein kleiner arabischer Scherz: wird man nach seiner politischen Meinung gefragt, ist eine gute Antwort „Ich mag Kartoffeln“ – es ist klar, dass man sich hüten wird, irgendeine politische Meinungsäußerung von sich zu geben…(wtw)


Es ist einfach zu warm, die Gemüter sind zu schnell erhitzt, momentan will mich jeder falsch verstehen, Rassismus-Damoklesschwerter schweben dümmlich über allem was ich sage oder schreibe. Da habe ich momentan keinen Bock zu im Blog; es reicht mir, wenn im Forum gestritten und gezankt wird.

Es gäbe sicherlich einiges zu bequatschen.
Von der arg einseitigen Sicht auf die USA durch unsere Qualitätsmedien mit einem schlichten „Trump = böse, BLM = gut“ angefangen, über irrlichternde Corona Diskussionen oder die lustige Idee, der qualmenden Reste der Sozialdemokratie, sich durch eine Olaf-Scholzifizierung (also einem mehr vom Gestern) neue Welten zu erschließen, also vermutlich bundesweit einstellige.

Man könnte über die Qualifikationskriterien Frau und schwarz für die ‚Vizepräsidentin‘ von Joe Biden sprechen und warum das -nach Forderung durch ‚100 Prominente‚ aus der schwarzen Community zwingend notwendig wurde.

Aufgehängt habe ich mich auch an diesem Satz im SPIEGEL Beitrag.
Sie hat eine durchaus beachtliche politische Karriere hinter sich, aber für Biden war vor allem interessant, was sie alles nicht ist: nicht zu links, nicht zu alt, nicht zu unerfahren, nicht weiß.
Was der SPIEGEL dabei eben nicht explizit aufzählt, vermutlich weil man da gar nicht mehr drauf kommt in der eigenen Fantasiewelt obwohl man es doch sonst beständig für wichtig hält, ist, neben der Hautfarbe das wichtige Element, sie hat keinen Penis und sie ist nicht männlich (muss ja nicht zwangsläufig zusammenpassen).

Hautfarbe als wichtiges Element für einen Posten?
Klingt für mich nach einer Weltsicht, die ich nicht teile.
Auch kann man herauslesen, dass der Quotengedanke scheinbar global immer tragfähiger wird, nun ist er noch -natürlich nur im besten Willen und der höchsten Moralität-mit dem Ansatz der Segregation unterfüttert worden.

Ich frage mich dann immer willkürlich, warum ist das zwangsläufig und automatisch richtig, wenn man eine Frau oder einen Nicht-weißen Menschen nominiert?
Wann hat das angefangen, dass uns die Geschlechtsmerkmale, die Sexualität und die Hautfarbe als relevante Kriterien zur Besetzung von politischen Ämtern (oder überhaupt zur Klassifizierung als valide) erscheinen sollen?
Wenn jemand argumentieren würde, dass diese Stelle von einem weißen Mann besetzt werden muss, komme was wolle, würde man sicherlich zurecht die Stirn runzeln und sich was von „Rassismus“ denken.

Mir ist ehrlich gesagt auch nicht klar, woraus man diese Besetzungsnotwendigkeit ableitet.
Die größte Bevölkerungsgruppe jenseits der etwas über 60% Weißen in den USA sind die Latinos / Hispanics. Wäre es da nicht angebrachter einen aus dieser Gruppe zu wählen, wenn man denn schon Minderheitenrechte vertreten sehen möchte und ernsthaft glaubt dies könne mit der Hautfarbe als Kriterium erreicht werden?
Immerhin gabs noch keinen Veep oder PotUS aus dieser Gruppe, wenn mich mein Gedächtnis dabei nicht trügt.

Wenn man -die sonst gerne hergenommenen- Minderheiten als Veep-Pool hätte nehmen wollen, wäre bspw. aus der asiatischen Community auch ein Kandidat präsent gewesen – der war allerdings nur mit Penis zu haben.

Nun ist dieser –Andrew Young -einer der angefragten Kandidaten aus der Demokratischen Partei für die in der deutschen Presse wenig bis gar nicht existente Gruppierung „Unity2020„, neben der Republikanerin Tulsi Gabbard.

Und nur damit das nicht gleich wieder hyperventilierend verurteilt wird. Ich sage nicht, Kamilla Harris sei eine schlechte Wahl nur zweifle ich daran, dass sie die Wahlchancen der Demokraten deutlich erhöht und überlege welchem Gott man mit ihr gehuldigt hat. In den Interviews mit ihr, die ich im Vorwahlkampf gesehen habe, bspw. bei Trevor Noah fand ich sie sympathisch und planvoll, aber ob das letzlich reicht?

Worum geht es also bei ihrer Kür?
Will man ein ‚Zeichen‘ setzen, Richtung BLM und die schwarze Volksseele damit beschwichtigen und Wählerstimmen abgreifen? Beugt man sich der Lautstärke -wie es der Spiegel schreibt:Eine weiße Frau wie Whitmer hätte die Teile der afroamerikanischen Wählerschaft verärgern können, die lautstark eine schwarze Kandidatin gefordert haben.
Wenn Hautfarbe eines Repräsentanten als Garant für besseres Leben funktioniert, wäre es da nicht erfolgversprechender gewesen, Obama hätte sich da mehr ‚drum gekümmert in seinen beiden Amtsperioden?

Man könnte – so man das wirklich glaubt mit der Hautfarbe- zumindest versuchen zu hinterfragen, warum es unter Obama nicht deutlich besser wurde für die black communities, wenn man vom amazing grace singenden Präsidenten auf Beerdigungen mal absieht.

Oder will man dem eher kleinen, ökonomisch linken Teil innerhalb der Demokratenpartei eins auf die Nase geben und diesen weiter in der Bedeutungslosigkeit und auf Abstand halten? Quasi eine Olaf-Scholzisierung der Esel-Partei?

Erhofft man sich also vom preiswerten und billigen -aber dafür systemkonformen- Erfüllen der bürgerlichen Schneeflockenutopien und deren Identitätstraumata mit Sternchen -für die Kamala Harris eben auch stehen wird- ein ruhiges Weiter-so in Bezug auf die ökonomischen Herrschaftsstrukturen um die Geldgeber nicht zu verschrecken?

Man wird es abwarten müssen – ich vermute ja egal was die democrats tun, dass Trump sowieso weitere vier Jahre das tun wird, was er tut – und zwar als Präsident.

Mist, jetzt hab‘ ich doch wieder mehr geschrieben, als ich eigentlich wollte. Ich sach‘ mal so: Ich mag Kartoffeln!

Ihnen Ihr Blödbabbler