Kategorie: Grotesk-Protest

Fair Trade? Nö!

In letzter Zeit gabs mal wieder Nachrichten von Captain Obvious.

Das ‘faire‘ Handeln, zertifiziert mit diversen Siegeln, hat ein Problem.
So kommt zwar beim Kapitalisten vor Ort, vulgo dem Kleinbauern(oder den dortigen Genossenschaften) wohl tatsächlich mehr Geld dadurch an(was gut ist), einzig -und wie immer wenn es gilt Arbeitskraft auszubeuten- bei den hiesigen Landarbeitern (die beim dortigen Kleinbauern beschäftigt sind) eben nicht(was schlecht ist).
Surprise, surprise!
Die Auswertungen ergaben: „Die Fairtrade-Zertifizierung erhöht die Löhne bei den Mitgliedern der Genossenschaften und verringert ihre Armut“, berichten die Forscher. Wenn sich Kleinbauern einer solchen Kooperative anschließen, profitieren sie demnach tatsächlich vom fairen Handel. Anders sieht dies allerdings für die Angestellten dieser Kleinbauern aus: Bei den Landarbeitern kommt von den sozialen Vorzügen des Fairtrade so gut wie nichts mehr an. Ausgerechnet die Ärmsten in der Kette der Lebensmittelproduktion haben demnach bisher nur wenig von Fairtrade und Co.(zitiert von hier)
Das Abstract zur Studie mit dem Titel: „Effects of Fairtrade on the livelihoods of poor rural workers“ findet sich hier.
Eventuell hilft es dem gemeinen europäischen Moralisten ja schon, die Landarbeiter mit in sein abendliches Gebet einzuschließen; hilft denen vor Ort natürlich nicht, aber das eigene Gewissen wäre wieder mehr im Gleichgewicht, gelle.

Der zweite Fall betraf in gleicher Hinsicht die Arbeiter-und innen auf Teeplantagen in Indien, wie die Studie mit dem Titel: „TEEEXPORTE VON DARJEELING NACH DEUTSCHLAND – Edle Tees für Hungerlöhne“, der Rosa Luxemburg Stiftung aufzeigt.
Letztlich ähnlich gelagert, zeigt die Studie jedoch auch wie problematisch es ist, wenn vermeintliche Siegel und Zertifizierungen ihre Standards absenken bzw. selbige vor Ort nicht kontrolliert und eingehalten werden.
Dass dann bei denen, die vor Ort die schwere und harte Arbeit machen (nahezu alles Frauen als Pflückerinnen) nur ein verschwindend geringer Teil des Geldes landet, den die Händler in Deutschland als Endpreis aufrufen, erstaunt mich nicht wirklich, so funktioniert Kapitalismus.
Und, dass dies auch bei den fair zertifizierten Erzeugern der Fall ist, zeigt ja bereits obige erwähnte Studie in meinem Beitrag.

Erinnert sei in diesem Zusammenhang auch auf das eigentliche broken Siegel MSC das dem eigenen Anspruch ehemaliger Zeiten auch nicht gerecht wird.

So bleibt letztlich für den gemeinen deutschen Michel oder die Micheliese nur der Glaube an vermeintliche Guttaten die man gerne mit einem höheren Preis im großen Spiel des moralischen Ablasshandels bezahlt, echte Effekte sind leider -zumindest bei den Ärmsten- nicht in Sicht.

Ich rätsele jetzt gerade wo ich meine nächste Teebestellung aufgebe, denn bisher hab ich meist was von den Teeprojekten beim Gschwendner bestellt, nun bin ich mir da nicht mehr so sicher; wobei der Stoff meist aus Nepal kam oder eben leckerer chinesischer Lapsang Souchong oder Puh Erh war.
Nur, siehts da wirklich besser aus auf den Plantagen?

Ihnen Ihr Blödbabbler

Saudi-Arabien

Nur um sich mal wieder ein Bild zu machen, mit was für Ländern wir Handel treiben und wen wir da mit Waffen beliefern. Und heute geht es nicht um die Geschlechterungleichheit oder die Scharia, dass wissen die meisten ja sowieso.

Hier, bei Reporter ohne Grenzen, eine Auflistung der aktuell im Gefängnis sitzenden Journalisten in Saudi-Arabien.
Saudi-Arabien, wir erinnern uns, jenes Land welches den Terrorismus und ein steinzeitliches Verständnis des Islam mit seinem Geld via Moscheebau und Koranschulen exportiert und einen großen Anteil daran hat, wie Scheiße und aggressiv sich der Islam heute darstellt. Jenes Land, das sich nach dem Terrorangriff auf Mekka, als Reaktion auf diesen Terror dem Terrorexport zuwandte, und die Spirale von Menschenrechten im Land zurückdrehte, die zu diesem Zeitpunkt bestand.
Man ist immer wieder verwundert, auch wenn man sich bspw. Afghanistan in den frühen 70er Jahren anschaut, wie wenig verschleierte Frauen dort auf Bildern präsent sind, gleiches gilt wohl auch für Saudi Arabien vor dem Terroranschlag auf die Große Moschee 1979.
Der gut gemachte Dokumentarfilm im Ersten: Mekka 1979 – Urknall des Terrors? ist natürlich nicht mehr in der Mediathek zu finden, weil private Medien sich das Recht oder besser den Zwang zum Löschen als Grundlage ihres Geschäftsmodells sichern konnten.

Immerhin findet man noch die Meilensteine historischen Erkenntnisgewinns weiterhin in der Mediathek des von allen finanzierten Öffentlich-Rechtlichen Rundfunks.
So kann man sich „Das Wort zum Sonntag“ gut archiviert bis ins Jahr 2014 anschauen,und die Gottesdienste immerhin bis Anfang 2018.

Saudi-Arabien führt auch weiterhin Krieg im Nachbarland Jemen, und im Kosovo ist die islamistische Front der Saudis (und der Türken) bald aufgebaut -Gelder, Moscheen und Schulung-, ein weiterer Anknüpfungspunkt von Irrsinn und Terror direkt vor unserer Tür hat sich etabliert.
Nach den Infos von Kosovo-Albanern aus dem weiteren Bekanntenkreis, sind inzwischen auch ehemalige Gegenden, die sie seit Kinderbeinen an kennen, inzwischen in einem Zustand, der denen Sorgen macht und in dem islamistische Radikalisierung und importierte Glaubensauslegung zunimmt.

Saudi-Arabien, Mitglied im UN-Menschenrechtsrat, jenem Gremium, welches hauptsächlich mit Resolutionen gegen den globalen Aggressor Israel beschäftigt ist, jenes Gremium, welchem die USA -deswegen zu Recht- einseitige Kritik an Israel vorwerfen und aus dem sie folgerichtig 2018 austraten; was ich für richtig und konsequent halte, jenem Saudi-Arabien wird vom UN-Sicherheitsrat vorgeworfen mit seinem Krieg gegen Völker-und Menschenrecht zu verstoßen, was aber wie es scheint komplett ohne Konsequenzen oder Sanktionen bleibt. Vermutlich ist man noch damit beschäftig neue Resolutionen gegen Israel zu schmieden oder sammelt weiter Spendengelder für die Hamas um den Vertriebenenstatus der Palästinenser abzusichern.

Dies nur mal kurz erwähnt,um es sich mal wieder ins Gedächtnis zu rufen, wenn es lautstarke Empörung gegen Russland(die im Gegensatz zu Saudi-Arabien nicht wieder in den UN-Menschenrechtsrat gewählt wurden) oder die Türkei gibt.

Die nehmen sich da alle nicht viel im großen Spiel der Macht und der Interessen, Sanktionen und Propaganda gibt’s aber nicht gegen alle gleichermaßen.
Und um Geschäfte zu machen oder gemachte nicht zu gefährden, lobt man dann sogar den Mörder öffentlich, in dessen Land, Saudi-Arabien, sich die weisen Führer der G20 nächstes Jahr dann wieder zum geselligen Plausch versammeln werden, auf den Knochen des dortigen Journalismus.

Ihnen Ihr Blödbabbler

Rassistin? Ernsthaft? Dummschwätzer!

So sehr ich auch Alice Schwarzer für ihre unangenehme und via BILD Zeitung verbreitete Verleumdung -und Vorverurteilungskampagne gegen Kachelmann ablehnte, so schrieb ich 2011:
Montag weinte der Himmel und Kachelmann ward freigesprochen, was mir ziemlich am Poppes vorbei ging.
Was mich eher interessierte war, das es der BILD Zeitung ein weiteres Mal – nach der versuchten Heiligsprechung des Lügenbarons- nicht gelungen ist, mit ihrer Dreck-und Schmutzkampagne in Bezug auf den Wettersabbler ihre Leserschichten einzunehmen.
Nicht einmal der Coup mit der -leider immer unerträglicher werdenden- Alice Schwätzer gelang, eventuell war aber das auch der Fehler bereits im Ansatz. ((da)

und 2014 schrieb ich:
Wir haben Vorzeigemenschenfreunde wie Alice Schwarzer, deren giftige Sabber in ihrer Hauspostille, nein nicht der Emma, sondern der Bild, den Kachelmann Prozess begleitete und deren Verdikt offenbar schon feststand, bevor sie den Gerichtssaal erstmalig betrat. Ich weiß nicht ob der schuldig war, aber was geht es die Öffentlichkeit an, wie viele Frauen er beglückt und ob er es ihnen deftig oder sanft besorgt. (da)… so sehr muss ich sie loben für ihre klare Kante gegen jene Mitmenschen die im Relativieren von Unterdrückung durch angebebliche kulturelle Eigenarten ganz vorne marschieren, im Glauben fest und mit sicherlich guter Absicht, aber eben auf Seiten der Unterdrücker.

Jene, die gerne das Wort Rassist wählen um Kritik an Religion zu denunzieren.
Der sanfte Hinweis, Kritik an Religion sei per definitionem nicht rassistisch, da man sich Religion erwähle, seine Hautfarbe oder ethnische Zugehörigkeit aber nicht, wirkt da dann leider auch meist nicht zielführend, stattdessen fordern die dümmeren dann via twitter – falls sie nicht gerade Blödsinn aus Auschwitz schreiben-: Müssen endlich ehrlich über antimuslimischen Rassismus sprechen u. handeln.(da)
Frau Schwarzer kritisiert schon lange solche Formen von Feministinnen, die meinen Kopftücher seien lediglich kulturelle Eigenarten, die man hinzunehmen habe, genauso eben wie sogenannte Ehrenmorde und Polygamie.
Also jene, die hinter jeder Form der Kritik sofort Faschismus wittern, anstatt sich mit dem Subjekt der Kritik auseinandersetzen.

Nun erhält eine Cartoonistin namens Franziska Becker, die wohl seit Beginn des Pleistozän auch für die EMMA zeichnet, den Hedwig-Dohm-Preis.
Spontan tauchen dann die üblichen Verdächtigen auf um deren Arbeit und sie selbst als rassistisch, bzw. Rassistin zu denunzieren, und es verwundert zumindest mich nicht sehr, Herrn Augstein im Chor der kulturrealtivistsichen Torfnasen wiederzufinden.
Jetzt warte ich noch auf den tweet von Sawsan Chebli um den Chor der kulturrelativistischen Dummschwätzer abzurunden.

Der kämpferische Artikel von Frau Schwarzer zum Thema sagt alles, was es zu diesem Thema zu sagen gibt, Danke dafür.

Ihnen Ihr Blödbabbler

Fortschritt? Sicherheit? Nö!

Nachdem sich die Europa Richtlinie PSD2 auch national inzwischen durchgesetzt hat, werden die meisten Onlinebanking-User bestimmt ein ungeheurer dolles Sicherheitsgefühl bei ihren Bankgeschäften bekommen haben. m(
Doppelt genäht hält besser, denn was ist noch sichererer als sicher? Na, Sicherheit hoch 2, eben.
Die unsicheren, papierenen iTAN Listen sterben aus, was sie mit weiteren sinnvollen Dingen, wie bspw. dem Neanderthaler gemein haben.

Stattdessen gibts nun also angeblich sichere, neue Technik, die doch eigentlich keinen Nährwert bietet, außer dem, mehr kriminelle Stellen beim Onlinebanking-Prozess an einem potentiellen Angriff teilhaben zu lassen.
Ich habe nie verstanden, warum die zugeschickten und papierenen iTAN Listen unsicher sein sollen, als eine App unter Andoid.

Das alte Prozedere bestand aus einem Brief, in dem eine quasi versiegelte Liste mit Nummern steckte. Falls der Brief nicht ankam, orderte man eine neue Liste und die alte verlor ihre Gültigkeit. Falls der Brief eröffnet und die Versiegelung erbrochen war, konnte man sicher sein, diese Liste ist keine gute mehr – Anruf und neue Liste, alte verliert ihre Gültigkeit.
Wollte man ein Bankgeschäft tätigen, wurde man -nachdem man sich via Kontonummer oder Usernamen und PIN eingeloggt hatte- zur Bestätigung der Buchung gebeten eine Nummer(von der Papierliste) einzugeben, danach war diese verbrannt, also die Nummer, nicht die Liste.

Wenn man nun nicht komplett dumm war oder ist, dann gab man diese TAN Nummern eben gerade nicht dem freundlichen Mann von Microsoft Indien, der einen am Telefon anrief und nett darum bat, auch dem, als Sicherheit, fürs dann in Milliardenhöhe vererbte Vermögen eines nigerianischen Prinzen in Not per E-Mail angefordert -oder einem ähnlich herz -und hirnzerreissenden Ansinnen- gab man nicht nach. Und siehe da, die Nummern und das Verfahren waren und blieben sicher.

O.k. zugegeben, der Einbrecher, der statt Bargeld oder Schmuck lieber die Aktenordner nach iTAN Listen beim nächtlichen Stelldichein in der fremden Wohnung mitnahm, konnte man nicht ausschließen…allerdings half auch da der Anruf bei der Bank, die alte Liste wurde gesperrt und die neue versandt.
Kein hackbares, elektronisches Medium mit listigen backdoors von amerikanischen oder chinesischen Freunden war in diesem Prozess involviert, einzig Papier der heimelige Hüter der geheimen Nummern.

Ja! Ich gebe zu, das Grabbeln in diversen Aktenordnern nach der jeweils passenden TAN Liste, sofern man mehr als ein oder zwei Konten sein eigen nennt, war und ist nervend.
Aus diesem Grund fand ich die sogenannte mTAN einen Quantensprung in Sachen Bequemlichkeit, jener Bequemlichkeit, die ja heutzutage -und vermutlich auch sonst im Laufe der Menschheitsgeschichte- Element des Fortschritts, und dies dann immerzu auf Kosten der Sicherheit, war.
Vorweg der Hinweis:
Ich besitze kein Smartphone, sondern ein altes total dummes, aber kleines und mobiles Telefon mit dem man zweierlei Ding tun kann, erstens telefonieren und zweitens eine sogenannte SMS empfangen oder senden.
Nebenbei lade ich besagtes Telefon nur einmal alle zwei Wochen auf, was ich deutlich performanter und energiesparender finde, als ein Smartphone täglich wenigstens einmal an die Dose zu zimmern, dies aber nur nebenbei.

Auf dieses Telefon, frei von möglichen Viren oder trojanischen Pferden, ließ ich mir besagte mTANs schicken, ein Service den es kostenlos bei meiner Bank gab.
Ich vermute jedoch, für die Bank war dieser ‚Service‘ ein unbedeutender, aber dennoch ein Kostenfaktor, den man in Zeiten von EZB Geldflutung und dauerhaften Garnix-Zinsen gerne eliminiert hätte, aber aus Konkurrenztaktischen-und historischen Gründen beibehielt.
Nun bot sich an, dies elegant im Rahmen der Umsetzung jener PSD2 Richtlinie gleich mitzumachen und sich so ganz nebenbei von einem unliebsamen weiteren Kostenfaktor zu trennen.

Stattdessen setzt man nun auf Chip-TAN, ein Verfahren welches ich parallel bei höheren Buchungen ebenfalls schon lange eingesetzt habe; eine kleine externe Plastikbox nimmt die Bankkarte auf und wird an einen flackernden Balkencode am Bildschirm gehalten.
Die so generierte TAN erscheint im Gerät und wird dann am PC oder sonstigem Endgerät eingetippt. Saubere Sache.

Allerdings krankt -zumindest bei mir- die Umsetzung hin und wieder deftig.
Aber wie heißt es so schön:In der Theorie sind Theorie und Praxis praktisch dasselbe, in der Praxis nicht.
Nicht nur nach durchzechten Nächten, mit zittrigen Händen und wummerndem Kopf, gelang es mir nicht oder nur nach einer wahren Odyssee, das Lesegerät zu einer funktionierenden Übertragung zu bewegen.
Häufig blieb nur das manuelle Eintippen ins Lesegerät und die Erstellung einer TAN quasi zu Fuß. Unbefriedigend, aber dafür ziemlich sicher.
Einige Banken bieten inzwischen auch eine Senkung oder Erhöhung die Wiederholfrequenz der Flackerbalken an, was zumindest in meinem Fall zu häufiger erfolgreichen Versuchen führt. Die aktuelle Bank, die sich mit meinem Girokonto gütlich hält, gehört leider nicht dazu.

Um mich nun aber endgültig ins Grübeln zu versetzen, nötigt mich besagte Girokontobank inzwischen, nachdem man sich ein neues Portal nebst stumpfsinnigem neuen Anmeldeprozess gegönnt hat, zum Herunterladen einer Banking-App für iOS oder Android.
Stumpfsinnig, deswegen, weil zuerst der Anmeldeprozesse mit Kontonummer und PIN hin zu Username und Passwort geändert wurde, wo da ein Sicherheitsgewinn zu verbuchen ist, erschließt sich mir nicht wirklich, sieht man einmal von der potentiell möglichen längeren Passwortkette ab.
Allerdings sperren Banken, soweit mir bekannt, doch sowieso nach spätestens drei Fehlversuchen den Zugang, sodass selbst das ehemalige 5 oder 6 stellige PIN Verfahren nicht wirklich als unsicher einzustufen war.

Stattdessen nun also die Nötigung der Bank, sich deren App aufs Smartphone herunterzuladen.
Wir haben damit eine Verlagerung aufs unsichere Medium Smartphone, bei dem neben den unzähligen Apps -die schnüffeln und Daten senden- noch das als unsicher einzustufende OS Android dazukommt(beim Apfel ist das eventuell aufgrund von längeren Support/Updatezyklen besser, weiß ich aber nicht aus eigener Ansicht).
Unsicher auch deshalb, weil es eben nur eine begrenzte Zeit (Sicherheits-)Updates bekommt, die -außer bei den „Muss-immer-das-neueste-Smartphone-haben“ Konsumzombies dazu führt, dass eine ganze Menge Smartphones und Tablets mit alten und unsicheren Versionen des Androiden unterwegs sind.(Aktuell sind noch 25% mit einem Android vor Version 6 unterwegs, wenn wir davon ausgehen könne, dass besagtes Marshmellow auch schon eine ganze Zeit keine Sicherheitsupdates mehr gesehen hat, wären es damit 42% mit unsicheren Smartphones oder Tablets, die potentielle Onlinebanking Nutzer wären. Statistik gibt’s da.)

Wenn ich nun davon ausgehe, dass Menschen, die vorher bereitwillig ihre iTAN Nummern auf Fake-Webseiten, gespeist aus Links in Phishing Mails, oder am Telefon herausgegeben haben, vermutlich nicht unbedingt zu den hellsten Kerzen auf der Torte des Lebens gehören, nun also ihre Smartphones mit Daten füttern, sehe ich den Sicherheitsgewinn dadurch nicht.
Nebenbei gibt es keinen ewig sicheren Code, alles nur eine Frage der Zeit, der Rechenpower oder der kriminellen Energie dahinter, die aufgewendet wird um sich Zugang zu verschaffen – sofern der nicht schon bauartspezifisch ab Werk eingepflanzt wurde(siehe bspw. Cisco Router, siehe diverse China Handys).

Wenn man nun also mehr Menschen dahin nötigen will, sich ihrer Geld Geschäfte via Fingerabdruck oder Bank-App zu entledigen, wird dies auf der Seite der Kriminellen vermutlich zu einer Erhöhung der manpower und des Aufwands führen, sind doch die kritischen Mengen bei denen es sich nun lohnt auf Dummenfang zu gehen oder Sicherheitslücken ausnutzen, im Zweifelfall deutlich höher, als noch zuvor und somit potentiell auch deutlich profitabler.

Was von Fingerabdrucksyste (oder Irisscannern) zu halten ist, hat Starbuck bereits auf dem 31C3 gezeigt, nebenbei auch -auf dem 35C3- was von Venenbildern als Sicherheitsschranke bspw. für Geldgeschäfte(Bankautomaten) zu erwarten ist(Die unterhaltsamen und lehrreichen Vorträge gibts in der Mediathek vom CCC – Ich sehe, also bin ich … Du , Venenerkennung hacken… es lohnt sich imho immer, wenn man etwas Zeit übrig -und das Interesse- hat, sich nochmal durch die alten Beiträge von den Congressen zu pflügen…gar manche Perlen kann man dort finden… 😉 🙂 ).

Ich für meinen Teil werde, zum Einen aus Ermangelung eines Smartphones und zum Anderen aus Ermangelung von Vertrauen in Softwarelösungen auf unsicheren Hosts beim einzigen Verfahren bleiben, dass mir die Bank bietet – ChipTAN.

Zum Banking benutzte ich jahrelang die Lösung der Zeitschrift c’t, die aber leider seit 2016 nicht mehr weiterverfolgt wird, das feine Bankix; ein Minimallinux auf schreibgeschützten USB Stick und mit gesperrtem Zugriff auf alle internen Datenträger.
Seit Beginn des Projekts war das mein treuer Begleiter, inzwischen sind jedoch die grassierenden Lücken in Prozessoren der Firma Intel so garstig, die darin verwendeten Browser so veraltet, dass man damit guten Gewissens kein Homebanking mehr mit Bankix betreiben sollte.
Die aus der heise community gestarteten Lösungen für einen Nachfolger kranken für mich an zwei Schwachstellen, mein Vertrauen in die Menschen, die das Projekt mit Leben erfüllen(kenne ich nicht persönlich,…beim Heise Verlag, so komisch das klingen mag, war ich mir da sicher), ist aus meiner kritischen Einstellung meinen Mitmenschen (und deren Absichten) gegenüber, nicht sehr groß – und auch der Erstellungsprozess mit dem zu einem entsprechenden Abbild gelangt ist für mich noch zu nerdig und unbequem.

Als Mittelfristlösung nutze ich deswegen nun ein aktuelles Linuxderivat vom USB Stick, dessen einzige Aufgaben das Booten und starten des Browsers ist, in dem ich zu allen Banken entsprechende Lesezeichen hinterlegt habe.
Dazu eine virtuelle Tastatur und das tatsächliche Banking, also die Überweisung, wird dann via Chip-TAN erledigt.
Scheint mir so ausreichend sicher zu sein.
Die heruntergeladene OS-Version wurde mit GPG Key verifiziert, der Key selbst mit SHA256 Hash.
Ich tippe mal: die meisten meiner Mitbürger treiben da nicht so viel Aufwand, sondern nutzen einfach weiterhin ihren guten, alten Windows XP Rechner -den anno 2005 der damalige Computerversteherfreund aufgesetzt hat, und der über die Jahre nun einen stattlichen Stall voller griechischer Holzpferde angesammelt hat.
Aber immerhin braucht man zum Betrieb nun keine Papierlisten mehr. 😀

Ihnen Ihr Blödbabbler

P.S. Es ging mir nicht um Kritik an der PSD2, dem Zugriff von Drittfirmen aufs Bankkonto oder um die potentiellen Möglichkeiten bspw. via Fake-DNS im Router elegant TANs abzugrasen…mein Aufhänger war Kritik an der Propaganda einer Entwicklung von der angeblich unsicheren PapierTan hin zur App.

Juchu, Bücherverbrennung

…sofern ich nicht dem traditionellen Unsinn, Menschen am 1. April durch FakeNews die Zeit zu stehlen, auf den Leim gekrochen bin…dann gab es eine Aktion in Danzig,deren Stoßrichtung ich mich nur allzugerne anschließen mag.

Es ging gegen den allgegenwärtigen Aberglauben… und man bekämpfte ihn in Gestalt von katholischen Irren, die laut Überlieferung folgende Gegenstände dem Feuer übergaben:[…][unter anderem] eine afrikanische Maske, ein „Hello Kitty“-Regenschirm und eine Hindu-Figur […]*).

Hilfreich wie ich bin, hätte ich noch anzubieten: Bibel, Koran, Thora und einen scheinbar an Elefantiasis leidenden hinduistischen Götzen nebst Bhagavad-Gita und Veden, sowie die absurden Werke von Rudolf Steiner und Samuel Hahnemann.

Denn, wenn wir endlich beginnen mit dem Aberglauben aufräumen, dann doch bitteschön konsequent und ehrlich, weil sonst ist es nur die dumpf zelebrierte und jahrtausendealte Engstirnigkeit religiöser, christlicher Idioten und die braucht nun wirklich niemand.

Ihnen Ihr Blödbabbler, Aprilscherzverächter

*)#Edit: Und, weil eine Bücherverbrennung mit Masken alleine tatsächlich wohl eher komisch daherkäme, frönte man der Verbrennung von Harry Potter Buchbänden; mit Hexenverbrennungen hat man ja lange Erfahrung – wenn nicht gar Tradition- in der christlichen Religionsgeschichte…auch wenns hier erstmal nur fiktive Hexer waren.#

Zitat des Tages…

Wir sind aber auch nicht in den USA, wir gehen einen anderen, einen eigenen Weg.
Wir lassen uns von unserem christlichen Menschenbild leiten, jeder technologische Fortschritt hat sich dahinter einzureihen.
[Heute Show(ab 26.20m ff.), noch bis 22.5.2019 in der Mediathek des ZDF, dann wird’s auf dem Tempel der Depublizität geopfert(link)].
…stammt von der Ministerin für Bildung und Forschung, Anja Karliczek.
Hmmm…o.k.?!
Wer ist nochmal der Meinung, dass ‚die Quote‘ oder speziell Frauen als Geschlecht per se qualifizierter und besser für was-auch-immer seien?
Wer hat das Gefühl es gäbe keinen relevanten Einfluß der Religion(en) auf die Gesellschaft?
War das Dorfdeppentreffen in Minsk dieses Jahr früher aus?

Was kommt als nächstes? Doch zurück zu Hexenverbrennungen oder der pauschalen Annahme es gäbe Hexen?
In Amerika, die aber nach unserer Bildungsministerin des Bundes, ja einen ganz anderen Weg gehen, trug sich folgendes zu…bitte beim Herrn wvs unter dem Beitrag „Die Hexe von Brooklyn“ nachlesen.

So weit sind wir da nicht mehr entfernt. Um mich herum macht man inzwischen in Achtsamkeit und Ganzheitlichkeit, bei nahezu vollständiger Absenz von Realität und Rationalität, Tendenz leider steigend.

Und nachdem wir ja inzwischen wissen, dass es nur noch eine Frage der Zeit ist, wann uns die Zombieapokalypse dahinrafft, und nicht grundsätzlich ob überhaupt, sollten wir vielleicht die letzten Tage der Menschheit nutzen und bitte nicht ins Mittelalter zurückfallen.
Spätestens die Zombies werden einen „March for brains“ beginnen, ich hoffe wir deutlich vorher.

Braiiiiinnnnnsss, Ihnen Ihr Blödbabbler

Mir aus dem Herz gesprochen…

…und deckt sich ungefähr mit dem, was ich in meiner Behinderten gerechten Sprache versucht habe hier auszudrücken.
Was?
Nun dieser Kommentar bei Tante Heise.
Und bis dahin werfen wir Asche auf unser Haupt und wechseln täglich die Passwörter aus, egal wie offensichtlich es ist woher die Schwachstellen kommen und woher die virulenten Passwortkombinationen im Netz stammen…komplette Idioten mit ihren „Password“, „12345“ oder ähnlichem Unfug mal von der Absolution ausgenommen.

Ihnen Ihr Blödbabbler