Alle Jahre wieder

Inzwischen ist Lemmy schon 5 Jahre weg und wir haben überall Corona. Zufall?

Da sich allerdings einige der Verantwortlichen in diesem Land nicht entblöden, wieder Menschenopfer bringen zu wollen – im Namen des Herrn, wie bspw. der unsägliche Sabberkopp Kretschmann, sollte man die Augen aufmachen und Unrecht auch als solches benennen. Spätestens bei der nächsten Wahl gilt es.

Ich könnte kotzen, wenn ich folgendes lesen muss.

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) warb um Verständnis für die Öffnung der Kirchen zu Weihnachten. Gottesdienste gehören demnach zu den triftigen Gründen, das Haus trotz Corona-Ausgangsbeschränkung zu verlassen. Für Gläubige sei das Fest wichtig, gerade auch in Pandemie-Zeiten. „Es geht um existenzielle Fragen für die Menschen, die den Gottesdienst besuchen“, sagte Kretschmann. Zudem stünden Sonn- und Feiertage unter dem besonderen Schutz des Grundgesetzes. „Daher werbe ich dafür, offene Kirchen in dieser Zeit zu tolerieren, ähnlich wie bei Demonstrationen. Geburtstagsfeiern sind eben nicht durch das Grundgesetz geschützt.“ Der Grünen-Politiker betonte, dass auch ihm sein Glaube den Umgang mit der Krise erleichtere. (dazu bspw. die der Tweet beim SWR)

Anders sieht es Dr. Ute Teichert und ich bin da sicherlich bei ihrer rationalen Aussage anzutreffen.

Die Vorsitzende des Bundesverbands der Ärztinnen und Ärzte im öffentlichen Gesundheitsdienst, Ute Teichert, appellierte an die Politik, Präsenzgottesdienste an den Feiertagen zu verbieten. Teichert sagte der Presse: „In diesem Jahr sollten Präsenzgottesdienste bundesweit untersagt werden.“ „Weil wir wissen, wie leicht sich das Virus gerade bei Gottesdiensten übertragen kann, dürfen wir zu Weihnachten angesichts der hohen Infektionszahlen kein zusätzliches Risiko eingehen“, fügte die Medizinerin hinzu.

Ich verstehe weiterhin nicht, wieso der Staat seine neutrale Rolle bezüglich Religionsgemeinschaften nicht auch einnimmt, sondern meint Extrawürste auf den Gräbern seines Souveräns braten zu müssen, während der Pandemie. Da teile ich inhaltlich die Kritik von Florian Chefai, die er in seinem Beitrag beim hpd anspricht.

Missachtung der weltanschaulichen Neutralität
Ein gewichtiger Punkt, der in der Debatte über Ausnahmeregelungen für Gottesdienste bislang kaum Beachtung fand, liegt in der weltanschaulichen Neutralität des Staates begründet. Denn der Staat darf keine bestimmte Weltanschauung priviligieren – erst recht nicht, wenn dadurch die Gesundheit des Einzelnen und das Gemeinwohl gefährdet werden. Durch den aktuellen Beschluss geschieht aber genau das: Es wird impliziert, dass die religiöse Glaubenspraxis einen höheren Stellenwert habe als andere Formen kultureller beziehungsweise weltanschaulicher Praxis. Dies ist inakzeptabel. Für so manchen Atheisten mag beispielsweise der Besuch einer Theaterinszenierung von Albert Camus‘ „Die Pest“ den gleichen Stellenwert besitzen wie der Weihnachtsgottesdienst für den gläubigen Katholiken. Beides kann gleichermaßen sinn- und identitätsstiftend sein. Der Staat darf hier kein weltanschauliches Werturteil fällen. Er darf den Glauben an einen Gott nicht als Kriterium heranziehen, um den Geltungsbereich der Freiheit auszuloten. Zugespitzt formuliert: Mit Gottesdiensten sollte genauso verfahren werden wie mit jeder anderen Theaterveranstaltung auch. Jedenfalls ist es nicht einsichtig, vernünftige Maßnahmen des Infektionsschutzes zugunsten religiöser Befindlichkeiten außer Kraft zu setzen. Hier wie da werden elementare Grundrechte tangiert – unter anderem die Religionsfreiheit, die Versammlungsfreiheit und die Kunstfreiheit. Ihre Einschränkung bedarf einer sorgfältigen, umsichtigen und unparteiischen Begründung, die nur unter säkularen Vorzeichen gefällt werden kann. (hpd)

Wird wohl langsam Zeit, dass mal die Kirchenrepublik Deutschland genauer unter die Lupe genommen und dort hingestellt wird, wo sie hingehört: ins Private, unsubventioniert und sicherlich ohne eigenes (Arbeits)Recht.

Zum Geburtstagsfeste ein paar Takte vom Geburtstagskind, „God was never on your Side“.
Und immer schön dran denken, „for there is no heaven in the sky“

Bleiben Sie gesund und mir wohlgesonnen. Ihnen Ihr Blödbabbler

2 Gedanken zu “Alle Jahre wieder

  1. »Gottesdienste gehören demnach zu den triftigen Gründen, das Haus trotz Corona-Ausgangsbeschränkung zu verlassen.«
    (Ministerpräsident Winfried Kretschmann, Triftigkeitsexperte im Fachbereich “Bewertung von Systemrelevanz in Pandemiekrisen“)

    Gefällt 1 Person

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